Dienstag, 4. August 2026

Kreis UelzenStabssoftware CommandX wird erprobt

[31.07.2024] Im Landkreis Uelzen wird die Stabssoftware CommandX pilotiert. Diese soll im Katastrophenfall die Kommunikation aller Stäbe und Stellen vereinfachen und beschleunigen. Bis zum Jahresende soll die Lösung an zahlreichen Stellen in ganz Niedersachsen ausgerollt sein.
Im Katastrophenfall ist eine reibungslose Kommunikation aller beteiligten Stabsstellen wichtig. Die Software CommandX

Im Katastrophenfall ist eine reibungslose Kommunikation aller beteiligten Stabsstellen wichtig. Die Software CommandX, die im Kreis Uelzen pilotiert wird, soll das für Niedersachsen sicherstellen.

(Bildquelle: mpix-foto/stock.adobe.com)

Schwere Stürme, Brände, Überschwemmungen – bei solchen so genannten Großschadenslagen ist eine reibungslose Kommunikation zwischen den Stabsstellen von höchster Bedeutung. In Niedersachsen soll dazu Ende 2024 die landesweit einheitliche Software CommandX des Herstellers Eurocommand eingeführt werden. Damit soll die Kommunikation zwischen Katastrophenschutzstab, Technischer Einsatzleitung und Landeskatastrophenschutzstab künftig schneller, sicherer und verlässlicher ablaufen.
Der Landkreis Uelzen ist einer der Pilotstandorte, an dem die derzeitige niedersächsische Version der Stabssoftware sowie die Schnittstellen zu den Leitstellensystemen getestet und bis zum Jahresende weiterentwickelt wird. Daneben wird aktuell an der Installation der Zentralen Instanz gearbeitet, an die zur Einführung alle Katastrophenschutzbehörden angeschlossen werden und welche die Vernetzung untereinander sicherstellt. Zudem werden bereits jetzt Multiplikatoren aller Katastrophenschutzbehörden in der Nutzung der Software ausgebildet. Darüber hinaus hat das Land Niedersachsen mit dem Auftragnehmer Eurocommand einen Rahmenvertrag geschlossen. Dadurch können die unteren Katastrophenschutzbehörden sowie Gemeinden Lizenzen für weitere Einheiten und Einrichtungen des Katastrophenschutzes sowie der alltäglichen Gefahrenabwehr erwerben und an das Gesamtsystem anschließen.
„Der Katastrophenschutz in Niedersachsen wird durch die Einführung dieser Stabssoftware elementar gestärkt. Die schon jetzt sehr gute Zusammenarbeit der verschiedenen Ebenen sowie die niedersachsenweite Unterstützung der Katastrophenschutzbehörden untereinander wird so noch effektiver und erleichtert den Einsatzkräften gleichzeitig die Arbeit“, sagte Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens anlässlich ihres Besuchs bei der Uelzener Katastrophenschutzbehörde.

Vernetzte Bewältigung von Katastrophen

Nach vollständiger Inbetriebnahme der einheitlichen Stabssoftware für den niedersächsischen Katastrophenschutz soll es technisch möglich sein, dass die 49 Katastrophenschutzstäbe der jeweiligen Landkreise und kreisfreien Städte sowie deren Technische Einsatzleitungen untereinander und mit dem Führungsstab des Landes kommunizieren.
Die Firma Eurocommand stellte der Ministerin in Uelzen nun die aktuelle Version der Software vor unter Bezugnahme der vorhandenen Daten des Weihnachtshochwassers 2023/24. Die vernetzte Bekämpfung und Bewältigung von Katastrophen und Außergewöhnlichen Ereignissen soll demnach durch vier Kernfunktionalitäten sichergestellt werden: der Lagedarstellung inklusive einer Lagekarte, der umfassenden Einsatzdokumentation, Einsatzführung und Kommunikation sowie der Kräftedisposition und Kräfteverwaltung. Diese sind über alle Ebenen – vom Landeskatastrophenschutzstab bis zum Einsatzleitwagen in der alltäglichen Gefahrenabwehr – vernetzt.

Implementierung bis Ende 2024

Die Einführung und Implementierung des funktionsfähigen Gesamtsystems ist für Ende Dezember 2024 angestrebt. Zum jetzigen Zeitpunkt sind die meisten Arbeitsgruppen abgeschlossen und die Ergebnisse in einer derzeitigen Version eingearbeitet. In der aktuellen Phase werden nun nach und nach die weit über 100 Standorte mit der Software ausgestattet und diese wird erprobt und mit den Ergebnissen zu einer finalen Version für Niedersachsen weiterentwickelt. Insgesamt stellt das Land fünf Millionen Euro für die Einführung der Software zur Verfügung.
Mit der Festlegung der Anforderungen an die einheitliche Katastrophenschutz-Stabssoftware war seit 2019 eine breit aufgestellte Projektgruppe beschäftigt: Angehörige des Niedersächsischen Landkreistags, des Niedersächsischen Städtetags, des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebunds, der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren in Niedersachsen, des Landesfeuerwehrverbands und des heutigen Niedersächsischen Landesamts für Brand- und Katastrophenschutz unterstützten dabei das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: IT-Infrastruktur
Luftbild der Gemeinde Eichenzell
bericht

Eichenzell: Infrastruktur setzt Maßstäbe

[24.07.2026] Mit einer kommunalen Datenplattform sowie vernetzter Sensorik hat die hessische Gemeinde Eichenzell ein starkes Fundament für die digitale Daseinsvorsorge gelegt. Perspektivisch soll die Infrastruktur auch von Nachbarkommunen genutzt werden können. mehr...

Geschäftsmann hält Puzzle mit virtuellem Symbol.
bericht

IT-Dienstleister: Next Level IT

[22.07.2026] Das Programm Komm2IT arbeitet daran, Kompetenzen zu bündeln, Doppelstrukturen zu reduzieren und landesweit einheitliche, stabile Lösungen für die Kommunen zu schaffen. mehr...

Lennart_Schaer_Stephan_Brinkmann
interview

IT-Dienstleister: Kompetenzen vereinen

[22.07.2026] Stephan Brinkmann und Lennart Schaer sprechen als Leiter über das Programm Komm2IT. mehr...

drei Personen durchtrennen vor einem Gebäude ein rotes Band

regio iT: Energieeffizientes Rechenzentrum

[14.07.2026] In Aachen hat der kommunale IT-Dienstleister regio iT sein neues Rechenzentrum namens EURaix Evolution (EVO) in Betrieb genommen. Es soll Maßstäbe bei der Energieeffizienz setzen. mehr...

Darmstadt: Städtische IT ist zu alt

[13.07.2026] Die Stadt Darmstadt hatte Ende Juni mit einem massiven Ausfall ihres E-Mail-Systems zu kämpfen. Der Grund: veraltete Technik. Mittlerweile ist die Erreichbarkeit der betroffenen Ämter wiederhergestellt – und die städtische IT soll nun mit Nachdruck modernisiert werden. mehr...

Zwie Personen in einem Meetingraum, auf einem Monitor sind weitere Teilnehmer per Videokonferenz zugeschaltet

ITEBO: Sichere Telefonie mit innovaphone

[06.07.2026] Der IT-Dienstleister ITEBO stellt öffentlichen Verwaltungen in Deutschland jetzt die Lösung innovaphone Conferencing zur Verfügung. Darüber können Behörden und kommunale Einrichtungen sichere Audio- und Videokonferenzen durchführen. 
 mehr...

rescueTablet bei Feuerwehr Hanau im Einsatz
bericht

Hanau: Tablets im Einsatz

[17.06.2026] Die Feuerwehr Hanau arbeitet mit einer digitalen Einsatzunterstützung. Eine innovative Software stellt wichtige Informationen in Echtzeit auf Tablets bereit. Die Lösung wird anhand der Rückmeldungen aus der Praxis weiterentwickelt. mehr...

Frau am Schreibtisch mit Overlay aus Ordnericons und Dokumentenicons

Bayern: Grundlagen für NOOTS geschaffen

[15.06.2026] Der Freistaat Bayern hat mit drei Erprobungsprojekten wichtige Grundlagen für den künftigen behördlichen Datenaustausch über das Nationale Once-Only-Technical-System (NOOTS) geschaffen. Die Ergebnisse sollen nun als Blaupause für weitere NOOTS-Vorhaben dienen. mehr...

Symbolbild Cloud Computing

GISA: BVVG stellt SAP-Betrieb neu auf

[15.06.2026] GISA begleitet die BVVG beim Wechsel in die SAP Private Cloud. Seit 2008 betreut der IT-Dienstleister die SAP-Systeme der Gesellschaft. Im aktuellen Transformationsprojekt unterstützt er Beratung, Qualitätssicherung und künftiges Betriebsmodell. mehr...

Bremen-NRW_API-Strategie

Bremen/Nordrhein-Westfalen: Schnittstellen statt Amtsgrenzen

[19.05.2026] Bremen und Nordrhein-Westfalen wollen den Datenaustausch in der Verwaltung vereinfachen. Eine gemeinsame Plattform soll technische Schnittstellen bündeln, Standards vereinheitlichen und Kommunen bei der Entwicklung digitaler Dienste einbinden. mehr...

Frauenhand die auf einem weißen Telefon eine Nummer eintippt

Bremen: Klassisches Telefon hat ausgedient

[05.05.2026] Die bremische Verwaltung verabschiedet sich weitgehend vom klassischen Telefon und setzt stattdessen in Zukunft auf das Softphone als Grundausstattung. 
 mehr...

Markus Bremkamp, Stephan Hauber Porträtfotos
interview

Interview: Zwischen Praxis und Politik

[28.04.2026] Im Kommune21-Interview erläutern Stephan Hauber, Vorstandsvorsitzender des VOIS-Vereins, und Markus Bremkamp, Schatzmeister des VOIS-Vereins, was sie zur Gründung ihres Vereins bewogen hat und welche Ziele dieser verfolgt. mehr...

Kreishaus Düren

Kreis Düren: Microsoft 365 eingeführt

[21.04.2026] Der Kreis Düren hat Microsoft 365 flächendeckend ausgerollt. Unterstützt wurde die Kommunalverwaltung dabei vom Dienstleister regio iT. mehr...

Rheinland-Pfalz: OPTIKOM kommt voran

[17.04.2026] Im interkommunalen Prozessmanagement-Projekt OPTIKOM in Rheinland-Pfalz wurden bereits Meilensteine erreicht, wie eine rund 1.000 Prozesse umfassende Blaupause für ein gemeinsames Prozessregister. Im kommenden Jahr können weitere Kommunen in das Projekt aufgenommen werden. mehr...

Grün eingefärbte Nahaufnahme einer Computer-Platine.
bericht

Green IT: Ganzheitlicher Ansatz für nachhaltige Digitalisierung

[08.04.2026] Angesichts der komplexen Aufgaben, denen sich der öffentliche Sektor in seiner digitalen Transformation gegenübersieht, haben Umweltaspekte oft eher niedrige Priorität. Klare Ziele und konkrete, einfache Maßnahmen helfen, Nachhaltigkeitsziele in digitale Strategien zu integrieren. mehr...