Freitag, 27. März 2026

NiedersachsenStand beim Masterplan Digitalisierung

[28.10.2021] Im Masterplan Digitalisierung von 2018 hat Niedersachsen klare Zielen und konkrete Maßnahmen benannt, um die Digitalisierung im Land und seiner Verwaltung voranzutreiben. Inzwischen sind nach Auskunft des Digitalministeriums mehr als zwei Drittel der Maßnahmen umgesetzt.

Im Rahmen ihres 2018 beschlossenen Masterplans Digitalisierung will die Landesregierung Niedersachsen mit einer zukunftsfähigen Infrastruktur ausrüsten und die Verwaltung modernisieren, weitere Themen sind das Lehren und Lernen in der digitalen Welt sowie die smarte Digitalisierung von Wirtschaft und Verkehr (wir berichteten). Nun hat Niedersachsens Wirtschafts- und Digitalisierungsminister Bernd Althusmann eine Zwischenbilanz zur Umsetzung gezogen. Bereits 71 Prozent der Maßnahmen aus dem Masterplan seien demnach abgeschlossen, weitere 24 Prozent befänden sich in der Umsetzung.

Digitale Infrastruktur

Ein wichtiges Thema des Masterplans ist der Zugang zu schnellem Internet – überall im Land. Bis 2025 sollten alle Haushalte in Niedersachsen mit gigabitfähigen Anschlüssen bis 1000 MBit/s versorgt sein, und bereits bis 2021 alle Schulen, Krankenhäuser und Gewerbegebiete. Im Jahr 2018 hatten lediglich sechs Prozent der Gebäude einen Anschluss mit einer verfügbaren Bandbreite von einem Gigabit – heute sind es nach Angaben des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung 60 Prozent. Damit habe sich die Gigabitversorgung verzehnfacht. Insbesondere die Versorgung des ländlichen Raums liege dabei im Fokus der Landesregierung, die dazu unter anderem den Einsatz alternativer, schnellerer Verlegetechniken unterstützt. 92 Prozent der Krankenhäuser sind bereits mit Gigabitanschlüssen versorgt oder befinden sich im Ausbau. 96 Prozent der Schulen haben Gigabitanschlüsse oder erhalten durch Ausbaumaßnahmen derzeit entsprechenden Netzzugang. Für Gewerbegebiete sei die Datenlage schwieriger zu erfassen, so das Digitalministerium. Bisher nicht förderfähige Gebiete seien in die Förderprogramme der Landesregierung integriert worden. Zugleich sei die Versorgung durch den eigenwirtschaftlichen Ausbau deutlich verbessert worden. Mit 134 neuen Förderanträgen seien 578 Gewerbegebiete – also rund 25 Prozent – ausgebaut worden.
Auch durch die Vereinfachung und Digitalisierung von Genehmigungsverfahren arbeitet das Land Niedersachsen an der Beschleunigung des Breitband-Ausbaus. Nach Einschätzung des Digitalministeriums kann das Land vor allem dank des intensiv vorangeschrittenen eigenwirtschaftlichen Mobilfunkausbaus „überdurchschnittlich gute“ Versorgungszahlen vorweisen. Je nach Anbieter würden aktuell zwischen 98 und 99,1 Prozent der Haushalte mit dem 4G-Standard versorgt. Verpflichtend zu versorgen waren bislang lediglich die in den Versorgungsauflagen genannten 97 Prozent der Haushalte je Bundesland. Im Ausbau seien alle Landkreise aktiv und bereiteten sich derzeit durch Markterkundungs- und Planungsverfahren auf die Antragsstellung für das landeseigene Förderprogramm vor. Mit kombinierbaren Förderprogrammen treiben Bund und Land in enger Abstimmung den Mobilfunkausbau in sehr ländlichen Gebieten voran. Speziell für die Förderung von 5G-Industrie- und Forschungsnetzen wurde im März 2021 die Niedersächsische Campusnetz-Richtlinie veröffentlicht. Hier kommen nun viele Pionierprojekte in die Realisierung oder befinden sich in der Konzeptphase.

Digitale Bildung und KI

Mit dem Aufbau so genannter digitaler Hubs will das Land Wissenszentren und Austauschplattformen etablieren, die vor allem den Wissenstransfer aus der Wissenschaft in die Wirtschaft und zwischen Unternehmen voranbringen sollen. In drei Förderaufrufen seien mehr als 30 Anträge mit unterschiedlichen Digitalisierungsschwerpunkten bei der NBank eingegangen. Zudem stellt die Landesregierung weitere 3,4 Millionen Euro für die Digitalisierung der Erwachsenenbildung bereit, um damit „allen acht Millionen Niedersachsen den Zugang zu digitalen Grundkompetenzen zugänglich zu machen“. Um Digitalisierungsthemen wie Künstliche Intelligenz (KI) und Entrepreneurship an allgemeinbildenden Schulen zu verankern, hat das Digitalisierungsministerium einen digitalen Gründungswettbewerb zur Nachwuchsförderung an weiterführenden Schulen durchgeführt. Damit sollen vor allem zukünftige Fachkräfte sensibilisiert und die Startups von morgen gefördert werden.
Digitale Bildung und Künstliche Intelligenz (KI) gehen auch bei der niedersächsischen KI-Strategie Hand in Hand, die bis zum Frühjahr 2022 unter der Federführung des Digitalisierungsministeriums neu entwickelt werden soll. Ziel sei es, im Bereich KI „bundesweit Maßstäbe“ zu setzen und ein „niedersächsisches KI-Ökosystem“ zu schaffen.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: IT-Infrastruktur
Mehrere Personen stehen in kleinen Gruppen versammelt in einem größeren Raum.

Büdelsdorf: Digitales Zielmanagementsystem

[06.03.2026] Die Stadt Büdelsdorf hat ein digitales Zielmanagementsystem eingerichtet. Es soll eine gezielte Steuerung, Wirksamkeitsmessung und Auswertung wichtiger Kennzahlen seitens der Stadt ermöglichen. mehr...

Mehrere Personen bringen einzelne Puzzleteile zusammen.

cit / nextgov iT: Strategische Partnerschaft mit KERN-UX

[03.03.2026] Die Low-Code-Plattform cit intelliForm unterstützt KERN-UX, den User-Experience (UX) Standard für Verwaltungssoftware. Verwaltungsleistungen können somit KERN-konform, also standardisiert, nutzerfreundlich und wiedererkennbar, umgesetzt werden. Als strategischer Partner gestaltet neben cit auch nextgov iT den UX-Standard aktiv mit. mehr...

Mehrere Personen sitzen an einem U-förmigen Besprechungstisch, eine Person ist virtuell via Laptop zugeschaltet.
bericht

Round Table: Saubere Daten

[02.03.2026] Das Round-Table-Gespräch von Kommune21 zum Axians-­Infoma-Innovationswettbewerb zeigt: Die Datenqualität ist der entscheidende Erfolgsfaktor für Digitalisierungsprojekte. mehr...

Vektorgrafik einer Person, die ihren Ausweis per Smartphone vorzeigt.

Sachsen: Digitale Ehrenamtskarte

[27.02.2026] Auch in Sachsen steht nun die Digitale Ehrenamtskarte über die Ehrenamtskarten-App zur Verfügung. Damit greift ein weiteres Bundesland auf die in Nordrhein-Westfalen erarbeitete EfA-Leistung zurück. mehr...

Blick auf den Eisenacher Marktplatz.
bericht

Eisenach: Zeichen stehen auf Wandel

[24.02.2026] Mit einem „Masterplan zur digitalen Transformation“ schließt die Stadtverwaltung Eisenach Stück für Stück Etappen auf dem Weg zur modernen Verwaltung ab. Immer im Fokus stehen dabei die Mitarbeitenden als wichtigster Faktor im Veränderungsprozess. mehr...

Zwei Personen stehen vor einem Feuerwehrauto, neben ihnen befindet sich ein Display, das die Oberfläche der Software rescueTablet angezeigt wird.

Hanau: Tablets unterstützen die Feuerwehr

[24.02.2026] In Hanau sorgt das Einsatzinformationssystem rescueTablet dafür, dass Feuerwehren schon während der Anfahrt relevante Informationen zum anstehenden Einsatz erhalten. Da alle Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Hanau sowie die Berufsfeuerwehr das System nutzen, wird eine flächendeckende und einheitliche digitale Informationsbasis für sämtliche Einheiten geschaffen. mehr...

Mehrere Personen stehen zum Gruppenfoto versammelt auf einer Außentreppe.
bericht

Low Code / No Code: Kommunen bündeln Kräfte

[19.02.2026] Am Niederrhein haben mehrere Kommunen eine gemeinsame Plattform für digitale Anwendungen beschafft. Mit der Low-Code-/No-Code-Lösung setzen sie auf Tempo bei der Entwicklung neuer Anwendungen und die Wiederverwendung existierender Komponenten. mehr...

Kommunen benötigen bei der Einführung der E-Akte Unterstützung.

Registermodernisierung: Wie brauchbar sind die Registerdaten?

[16.02.2026] Geht es um die Registermodernisierung, stehen oft vor allem technische Aspekte wie die Datenaustauschplattform NOOTS im Fokus. Ein Pilotprojekt in Niedersachsen hat nun die Qualität der Registerdaten selbst untersucht und gleichzeitig gezeigt, wie diese automatisiert verbessert werden kann. mehr...

Blick auf die Uferpromenade Magdeburgs.

Prozessmanagement: Sachsen-Anhalt sucht Kommunen für Proof of Concept

[12.02.2026] Sachsen-Anhalt will mit Kommunen erproben, ob und in welchem Umfang sich eine zentral bereitgestellte Prozessmodellierungssoftware als Basiskomponente eignet. Interessierte Kommunen können sich an die Kommunale IT-Union (KITU) wenden und die PICTURE-Prozessplattform sowie ausgewählte Dienstleistungen bis Ende 2026 unentgeltlich im Rahmen der verfügbaren Mittel nutzen. mehr...

In einer Werkstatt wird die Felge an einem Autoreifen befestigt.
bericht

Studie: Nachnutzung braucht Strukturen

[10.02.2026] Das Einer-für-Alle-Prinzip soll Verwaltungsdigitalisierung skalierbar machen. Wie Länder und Kommunen die Nachnutzung organisieren und warum sie unterschiedlich weit sind, berichtet die FITKO unter Bezug auf eine neue Studie. mehr...

Vektorgrafik, die mehrere Personen zeigt, die gemeinsam an einem Projekt arbeiten.

factro: Neue BehördenCommunity gestartet

[10.02.2026] Mit der factro BehördenCommunity steht Kommunen nun ein digitaler Raum zur Verfügung, in dem sie Wissen teilen und Projektvorlagen austauschen können. Das Angebot orientiert sich an der Aufgaben- und Projektmanagement-Software factro. Zentraler Baustein ist eine Vorlagenbibliothek. Auch ein BehördenTalk wird angeboten. mehr...

Abstrakte Darstellung einer Wolke, die über Hardware schwebt.

Deutsche Verwaltungscloud: Drei Lösungen von ekom21

[27.01.2026] Über die Deutsche Verwaltungscloud können nun drei Anwendungen von IT-Dienstleister ekom21 abgerufen werden. Schon seit März 2025 steht hier esina21, eine Eigenentwicklung für das sichere Senden und Empfangen von Nachrichten im Kontext des besonderen Behördenpostfachs (beBPo), bereit. Neu dazugekommen sind die Bezahlplattform epay21 und die Digitalisierungsplattform civento. mehr...

Vektorgrafik, die zwei Personen zeigt, die in einem Archiv mit papierbasierten und digitalen Registern arbeiten.

Wiesbaden: Digitalisierung der Personenstandsregister

[22.01.2026] Zur Digitalisierung ihrer Personenstandsregister hat die Stadt Wiesbaden die Stabsstelle DiRegiSta eingerichtet. Mithilfe einer Software überträgt diese nach und nach die geprüften und ergänzten alten Einträge in das elektronische Register. Dabei orientiert sich Wiesbaden an den Erfahrungen Berlins. mehr...

Blick auf das Rosenheimer Rathaus.

Rosenheim: Umfassende Cloud-Migration

[21.01.2026] Wie eine sichere, wirtschaftliche und souveräne Cloud-Einführung im öffentlichen Sektor gelingen kann, zeigt sich in Rosenheim. Schrittweise wurden hier Verwaltung, Stadtgesellschaften und Schulen datenschutzkonform auf Microsoft 365 migriert. mehr...

Mehrere Personen stehen an einem kleinen Tisch versammelt, im Hintergrund ist das virtuelle Modell eines Platzes in einer Stadt zu sehen.

Magdeburg: VR ergänzt analoge Beteiligung

[20.01.2026] In einem gemeinsam mit dem Fraunhofer IFF entwickelten Forschungsvorhaben will Magdeburg analoge Beteiligungsmethoden mit Virtual-Reality-Technologie verknüpfen. Für den ersten Einsatz ist ein durch 360-Grad-Panorama- und Bodenprojektionen virtuell begehbares Plangebiet erstellt worden. mehr...