Donnerstag, 7. Mai 2026

HanauTerminal entlastet Stadtladen

[07.11.2018] Über ein Selbstbedienungsterminal können Bürger, die bei der Stadt Hanau einen Ausweis oder Reisepass beantragen möchten, ihre Daten vorab erfassen. Das soll nicht zuletzt die Bearbeitung von Ausweisanträgen beschleunigen.
Tanja Mann

Tanja Mann, zuständige Sachgebietsleiterin für den Stadtladen, zeigt Stadtrat Thomas Morlock die Funktionsweise des Selbstbedienungsterminals.

(Bildquelle: Stadt Hanau)

Ein Selbstbedienungsterminal der Bundesdruckerei beschleunigt jetzt im Hanauer Stadtladen die Bearbeitung von Ausweisanträgen. „Das Terminal bedeutet eine Erleichterung für beide Seiten, Bürger und Mitarbeiter“, sagt Stadtrat Thomas Morlock. „Durch die Vorerfassung der Daten auf dem Selbstbedienungsterminal wird der Beantragungsvorgang beschleunigt und das Team im Stadtladen von zeitaufwendigen Routinetätigkeiten entlastet. Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies geringere Wartezeiten. Zudem müssen sie künftig kein biometrisches Papier-Passbild mitbringen.“ Allein im Jahr 2017 sind bei der hessischen Kommune laut eigenen Angaben rund 8.400 Personalausweise und 6.600 Reisepässe beantragt worden. „Aktuell gehen wir davon aus, dass etwa zehn Prozent der Antragstellerinnen und Antragsteller den neuen Service nutzen werden“, berichtet Morlock.

Beantragung am Serviceschalter

Wie Hanau mitteilt, können an dem Terminal alle, die einen neuen Personalausweis, einen Reisepass, einen Kinderreisepass oder vorläufige Ausweis- oder Passdokumente brauchen, ihre biometrischen Daten selbstständig erfassen. Lediglich für die Erstbeantragung eines Kinderreisepasses für Säuglinge und Kleinkinder sei es nicht geeignet. Das Terminal erlaube es, in Sekundenschnelle ein biometrisches Passbild zu erstellen und digital zu übermitteln. Zudem können die Unterschrift und gegebenenfalls Fingerabdrücke in wenigen Schritten und unkompliziert vorab elektronisch erfasst werden. Das Passbild und die Fingerabdrücke werden sofort auf die Eignung für ein amtliches Identitätsdokument geprüft. Sind die Daten erfolgreich erfasst, wechseln die Antragsteller an den Serviceschalter, um den eigentlichen Antrag für einen Reisepass, Personalausweis oder Kinderreisepass zu vervollständigen. Dafür sei ein Termin zu vereinbaren. „Die gesamte Datenerfassung, die zwischen drei und fünf Minuten dauert, erfolgt zunächst anonymisiert und ohne eine Verknüpfung mit persönlichen Daten“, erklärt Stadtrat Thomas Morlock. „Die am Terminal erfassten Daten können ausschließlich von den Sachbearbeitern des Stadtladens an deren PC für die Ausstellung des beantragten Reisepasses oder Personalausweises aufgerufen werden. Erst dann werden sie mit den Daten der Antragstellerin oder des Antragstellers verknüpft.“ Am Serviceschalter werden die über das Terminal erfassten Daten laut Hanau noch einmal geprüft, bevor sie verschlüsselt an die Bundesdruckerei übermittelt werden.

Ausweitung geplant

Das Selbstbedienungsterminal ist barrierefrei zugänglich, durch die Touchscreen-Funktion soll es auch für ungeübte Nutzer einfach zu bedienen sein. Visualisierte Bildhinweise führen laut Hanau leicht nachvollziehbar durch die einzelnen Erfassungsschritte. Beim Programmstart könne zudem zwischen den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch, Italienisch, Chinesisch oder Türkisch gewählt werden. Das Nutzungsentgelt für das Terminal von fünf Euro werde bei bei der Beantragung des Dokuments am Serviceplatz des Stadtladens bezahlt, zusammen mit der Verwaltungsgebühr für den neuen Ausweis oder Pass. Noch können die am Selbstbedienungsterminal erfassten Daten nicht in den Stadtteilläden verarbeitet werden. „Wenn das Angebot gut angenommen wird, wird die neue Technik aber schrittweise dort Einzug halten“, kündigt Morlock an. In Kürze sollen laut Hanau weitere Dienstleistungen am Terminal freigeschaltet werden. Mittels der eID-Funktion des neuen Personalausweises oder der Registrierung über ein Bürgerportal können dann weitere Verwaltungsdienstleistungen, beispielsweise die Beantragung eines Führungszeugnisses, einer Melderegisterauskunft oder einer Meldebescheinigung oder die Bestellung einer Personenstandsurkunde online am Terminal durchgeführt werden.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: IT-Infrastruktur
Frauenhand die auf einem weißen Telefon eine Nummer eintippt

Bremen: Klassisches Telefon hat ausgedient

[05.05.2026] Die bremische Verwaltung verabschiedet sich weitgehend vom klassischen Telefon und setzt stattdessen in Zukunft auf das Softphone als Grundausstattung. 
 mehr...

Markus Bremkamp, Stephan Hauber Porträtfotos
interview

Interview: Zwischen Praxis und Politik

[28.04.2026] Im Kommune21-Interview erläutern Stephan Hauber, Vorstandsvorsitzender des VOIS-Vereins, und Markus Bremkamp, Schatzmeister des VOIS-Vereins, was sie zur Gründung ihres Vereins bewogen hat und welche Ziele dieser verfolgt. mehr...

Kreishaus Düren

Kreis Düren: Microsoft 365 eingeführt

[21.04.2026] Der Kreis Düren hat Microsoft 365 flächendeckend ausgerollt. Unterstützt wurde die Kommunalverwaltung dabei vom Dienstleister regio iT. mehr...

Rheinland-Pfalz: OPTIKOM kommt voran

[17.04.2026] Im interkommunalen Prozessmanagement-Projekt OPTIKOM in Rheinland-Pfalz wurden bereits Meilensteine erreicht, wie eine rund 1.000 Prozesse umfassende Blaupause für ein gemeinsames Prozessregister. Im kommenden Jahr können weitere Kommunen in das Projekt aufgenommen werden. mehr...

Grün eingefärbte Nahaufnahme einer Computer-Platine.
bericht

Green IT: Ganzheitlicher Ansatz für nachhaltige Digitalisierung

[08.04.2026] Angesichts der komplexen Aufgaben, denen sich der öffentliche Sektor in seiner digitalen Transformation gegenübersieht, haben Umweltaspekte oft eher niedrige Priorität. Klare Ziele und konkrete, einfache Maßnahmen helfen, Nachhaltigkeitsziele in digitale Strategien zu integrieren. mehr...

Die Verknüpfung von Informationen aus unterschiedlichen Quellen bildet die Grundlage für datengeschriebene Entscheidungen.

Ennepe-Ruhr-Kreis: Prozessmanagement kommt voran

[08.04.2026] Ergebnisse des interkommunalen Projekts zum Prozessmanagement im Ennepe-Ruhr-Kreis sind ein umfassendes Prozessregister, abgestimmte Standards und ein belastbares Netzwerk. Nun startet das Projekt in die nächste Phase. mehr...

Eine Person tippt auf einer Computertastatur.

Erkrath: KRZN migriert VOIS-Plattform

[02.04.2026] Das Kommunale Rechenzentrum Niederrhein (KRZN) hat erstmals eine bereits produktiv genutzte VOIS-Plattform in sein Betriebsumfeld migriert. Es handelt sich um die VOIS-Fachverfahren der Stadt Erkrath für das Einwohnerwesen, das Gewerbewesen sowie die Gebührenkasse. mehr...

Mehrere Personen stehen in einem Raum zum Gruppenfoto versammelt, im Hintergrund ist ein Anmeldeterminal zu sehen.
bericht

Besuchersteuerung: Zeitgemäßer Bürgerservice

[27.03.2026] Die IKT-Ost hat eine neue Lösung zur Termin- und Besuchersteuerung eingeführt. Der IT-Träger für zwei Landkreise und eine Stadt setzt dabei auf eine einheitliche Software für alle Kommunen. Profiteure sind Verwaltungen und Bürger. mehr...

Mehrere Personen stehen in kleinen Gruppen versammelt in einem größeren Raum.

Büdelsdorf: Digitales Zielmanagementsystem

[06.03.2026] Die Stadt Büdelsdorf hat ein digitales Zielmanagementsystem eingerichtet. Es soll eine gezielte Steuerung, Wirksamkeitsmessung und Auswertung wichtiger Kennzahlen seitens der Stadt ermöglichen. mehr...

Mehrere Personen bringen einzelne Puzzleteile zusammen.

cit / nextgov iT: Strategische Partnerschaft mit KERN-UX

[03.03.2026] Die Low-Code-Plattform cit intelliForm unterstützt KERN-UX, den User-Experience (UX) Standard für Verwaltungssoftware. Verwaltungsleistungen können somit KERN-konform, also standardisiert, nutzerfreundlich und wiedererkennbar, umgesetzt werden. Als strategischer Partner gestaltet neben cit auch nextgov iT den UX-Standard aktiv mit. mehr...

Mehrere Personen sitzen an einem U-förmigen Besprechungstisch, eine Person ist virtuell via Laptop zugeschaltet.
bericht

Round Table: Saubere Daten

[02.03.2026] Das Round-Table-Gespräch von Kommune21 zum Axians-­Infoma-Innovationswettbewerb zeigt: Die Datenqualität ist der entscheidende Erfolgsfaktor für Digitalisierungsprojekte. mehr...

Vektorgrafik einer Person, die ihren Ausweis per Smartphone vorzeigt.

Sachsen: Digitale Ehrenamtskarte

[27.02.2026] Auch in Sachsen steht nun die Digitale Ehrenamtskarte über die Ehrenamtskarten-App zur Verfügung. Damit greift ein weiteres Bundesland auf die in Nordrhein-Westfalen erarbeitete EfA-Leistung zurück. mehr...

Blick auf den Eisenacher Marktplatz.
bericht

Eisenach: Zeichen stehen auf Wandel

[24.02.2026] Mit einem „Masterplan zur digitalen Transformation“ schließt die Stadtverwaltung Eisenach Stück für Stück Etappen auf dem Weg zur modernen Verwaltung ab. Immer im Fokus stehen dabei die Mitarbeitenden als wichtigster Faktor im Veränderungsprozess. mehr...

Zwei Personen stehen vor einem Feuerwehrauto, neben ihnen befindet sich ein Display, das die Oberfläche der Software rescueTablet angezeigt wird.

Hanau: Tablets unterstützen die Feuerwehr

[24.02.2026] In Hanau sorgt das Einsatzinformationssystem rescueTablet dafür, dass Feuerwehren schon während der Anfahrt relevante Informationen zum anstehenden Einsatz erhalten. Da alle Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Hanau sowie die Berufsfeuerwehr das System nutzen, wird eine flächendeckende und einheitliche digitale Informationsbasis für sämtliche Einheiten geschaffen. mehr...

Mehrere Personen stehen zum Gruppenfoto versammelt auf einer Außentreppe.
bericht

Low Code / No Code: Kommunen bündeln Kräfte

[19.02.2026] Am Niederrhein haben mehrere Kommunen eine gemeinsame Plattform für digitale Anwendungen beschafft. Mit der Low-Code-/No-Code-Lösung setzen sie auf Tempo bei der Entwicklung neuer Anwendungen und die Wiederverwendung existierender Komponenten. mehr...