Mittwoch, 14. Oktober 2026

BremenVorreiter bei der digitalen Baugenehmigung

[14.10.2026] Seit Juli 2026 können Bauanträge in der Stadtgemeinde Bremen ausschließlich digital eingereicht werden. Auch die Bearbeitung und Bescheidung erfolgen vollständig elektronisch. Damit setzt Bremen bereits um, was der Bund bis 2028 als verbindlichen Regelweg etablieren will.
Erbauer mit dem Kran, der mehrstöckiges Haus baut. Winter- oder Herbsthintergrund. Bauarbeiter Arbeiter mit Kran auf einem Mehrfamilienhaus. Unter blauem Himmel.

Bremen hat Baugenehmigungsverfahren vollständig digitalisiert und fungiert damit bundesweit als Vorreiter.

(Bildquelle: dimand27/123rf.com)

Die Hansestadt Bremen hat Baugenehmigungsverfahren jetzt vollständig digitalisiert. Seit dem 1. Juli 2026 werden Bauanträge ausschließlich elektronisch gestellt, bearbeitet und beschieden (wir berichteten). Wie das Verfahren in der Praxis funktioniert, stellte Bausenatorin Özlem Ünsal Ende September Vertretern des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) vor. Bei einer Live-Demonstration zeigte das Bremer Projektteam, wie Bauanträge online eingereicht werden und alle Beteiligten – von den Antragstellenden über die Planungsbüros bis hin zur Genehmigungsbehörde – in einem gemeinsamen digitalen Vorgangsraum zusammenarbeiten.

Der Umstellung ging eine Übergangsphase voraus: Seit Juni 2025 konnten Bauanträge wahlweise digital oder auf Papier eingereicht werden. Bereits im Mai 2026, also vor Einführung der verpflichtenden digitalen Antragstellung, lag die Online-Quote in den Hauptverfahren bei rund 80 Prozent. Insgesamt sind nach Angaben der Stadt bislang mehr als 1.300 Vorgänge über den Onlinedienst eingegangen.

„Früher hieß Bauantrag: Pläne ausdrucken, Ordner packen und ab zum Amt. Heute läuft alles online und Bauherr, Architekt und Bauamt arbeiten im selben digitalen Vorgangsraum“, erläutert Bausenatorin Ünsal. Das spare Wege und vereinfache die Zusammenarbeit.

Technische Grundlage ist die von Mecklenburg-Vorpommern entwickelte Einer-für-Alle (EfA)-Leistung „Digitale Baugenehmigung“ (wir berichteten). Der Dienst steht inzwischen in 14 Bundesländern zur Verfügung und wird von mehr als 340 Behörden produktiv eingesetzt. Bundesweit wurden darüber bereits mehr als 120.000 Anträge eingereicht.

Olaf Joachim, Staatssekretär im BMWSB, bezeichnete Bremen als Vorreiter bei der digitalen Baugenehmigung. Die Stadt setze damit ein zentrales Ziel des Aktionsplans zur Senkung der Baukosten um, der die digitale Antragstellung bis 2028 zum verbindlichen Regelweg machen soll. Bremen hat angekündigt, seine Erfahrungen mit anderen Bundesländern zu teilen. Neben den rechtlichen Grundlagen und technischen Schnittstellen geht es dabei insbesondere um die Einbindung von Antragstellenden und Kammern in den Umstellungsprozess.





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