CIO-SerieZentrale Ansprechpartnerin

Heike Raab
(Bildquelle: Innenministerium Rheinland-Pfalz)
Frau Raab, warum ist die Stelle eines Landes-CIO wichtig?
Ein CIO ist für die Steuerung und Koordination der gesamten IT innerhalb der Landesverwaltung zuständig. Und wie jedes große Unternehmen braucht auch der Konzern Rheinland-Pfalz eine einheitliche IT-Infrastruktur. Die Gründe sind vielfältig: Unsere IT-Systeme müssen kommunizieren können, deshalb darf es keinen Wildwuchs bei Hard- und Software geben. Die IT-Wirtschaft hat mit mir als CIO einen zentralen Ansprechpartner aufseiten des Landes. Das spart Verhandlungsaufwand und dem Land Geld, da durch größere Stückzahlen bessere Konditionen erzielt werden können. Die übrige Wirtschaft kann IT-Fragestellungen an mich herantragen. Aus meinem Ressort werden diese dann federführend betreut und ressortübergreifend koordiniert. Als Mitglied des IT-Planungsrates wirke ich auf Bundesebene bei der Weichenstellung für die künftige E-Government-Strategie in Deutschland mit und bin darüber auch in europäische Fragestellungen involviert. Sie sehen: In einer professionell geführten Landesverwaltung ist die Landes-CIO stark eingebunden und hat Prokura.
Welche Ziele haben Sie sich persönlich gesetzt?
Mit ganz oben auf meiner Agenda steht der Breitband-Ausbau. Als Rheinland-Pfälzerin aus einer ländlich geprägten Region weiß ich, wie wichtig schnelles Internet ist. Ich will erreichen, dass alle Akteure die Bedeutung des Themas erkennen und wir an einem Strang ziehen, um voranzukommen. Das betrifft Land, Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft sowie Bürgerinnen und Bürger. Alle sind in der Pflicht zu prüfen, welche Angebote sie konkret machen können, welche Forschungen interessant wären, wie sie das Land bei seinen Bemühungen unterstützen können. Wir als Landesregierung tun unser Möglichstes. Allerdings dürfte jedem klar sein, dass es angesichts der Haushaltslage und vor dem Hintergrund der Schuldenbremse keine bequeme Vollfinanzierung aller Wünsche geben kann.
„In einer professionell geführten Landesverwaltung ist die Landes-CIO stark eingebunden und hat Prokura.“
Welche konkreten Projekte laufen aktuell oder sind geplant?
Als Beispiel möchte ich das Integrierte Personal-Management-System IPEMA nennen, dessen landesweite Einführung in den personalverwaltenden Stellen der Landesregierung für die Jahre 2012 bis 2015 geplant ist. Ein weiteres Beispiel ist das Anfang Juli 2011 gestartete, ressortübergreifende Computer-Notfall-Team CERT-rlp mit einer Kopfstelle im Landesbetrieb Daten und Information. Unsere CERT-rlp-Aktivitäten unterstützen auch die gemeinsamen Bestrebungen des Bundes und der Länder zur Stärkung der IT-Sicherheit in der öffentlichen Verwaltung. Im IT-Planungsrat stellt die IT-Sicherheit ein Schwerpunktthema im Zeitraum von 2011 bis 2015 dar. Rheinland-Pfalz beteiligt sich dort aktiv und ist durch das CERT-rlp sehr gut aufgestellt für die geplante Einführung des vom IT-Planungsrat beschlossenen Verwaltungs-CERT-Verbundes. Außerdem stehen künftig die Einbindung der Bürger in die Entscheidungsprozesse der Verwaltung sowie die Weiterentwicklung des Bürger- und Unternehmensservice ganz oben auf der Tagesordnung. Offenheit und Transparenz sind der Landesregierung seit jeher wichtige Anliegen. Des Weiteren werden eine möglichst flächendeckende Einführung der einheitlichen Behördenrufnummer 115, der Ausbau der mobilen Bürgerdienste, der Aufbau eines generischen Informationssystems zur Unterstützung mobiler sowie webbasierter Bürgerbeteiligungen, die Weiterentwicklung des Landesportals sowie die Intensivierung der Zusammenarbeit von Landes- und Kommunalverwaltung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik angestrebt. Zu beachten ist allerdings, dass sich Rheinland-Pfalz gerade in dieser Legislaturperiode der Konsolidierung des Haushalts verpflichtet hat. Vor diesem Hintergrund ist jedes Projekt zu bewerten.
Wie sehen Sie Ihr Bundesland im Ländervergleich im Bereich E-Government aufgestellt?
Ich habe den Eindruck, dass wir vor allem in der länderübergreifenden Projektarbeit aufgrund unserer lösungsorientierten Herangehensweise bei Neuentwicklungen gern gesehene Partner sind. Zahlreiche Verbundprojekte laufen mit rheinland-pfälzischer Beteiligung. Das Modellvorhaben „Kooperatives E-Government in föderalen Strukturen“ in der Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) ist ein Musterbeispiel für die aktive Rolle von Rheinland-Pfalz im Verbund mit den Ländern Hessen und Baden-Württemberg, dem Bund und der MRN. Weitere Beispiele einer guten Zusammenarbeit mit anderen Ländern sind die gemeinsame Nutzung und Weiterentwicklung des elektronischen Kabinettsinformationssystems eKIS mit Hessen und Nordrhein-Westfalen sowie der Betrieb eines gemeinsamen Back-up-Rechenzentrums mit Hessen.
Wie schätzen Sie die Situation von Frauen in Führungspositionen ein und wie fühlen Sie sich unter den männlichen CIO-Kollegen?
Mit meinen Kollegen im IT-Planungsrat gibt es eine fachlich fundierte, von gegenseitigem Respekt geprägte Zusammenarbeit, bei der das Geschlecht keine Rolle spielt. Ich schätze sehr das gute Einvernehmen, das mich mit der IT-Beauftragten der Bundesregierung, Innenstaatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe verbindet. Abgesehen davon finde ich es richtig und wichtig, dass in Entscheidungsgremien eine breite Diversifikation herrscht, also Menschen mit unterschiedlicher Biografie, unterschiedlicher Bildung und unterschiedlicher Herkunft gemeinsam um die besten Lösungen ringen. Angesichts der Herausforderungen, denen wir uns auf dem Feld der IT-Infrastrukturentwicklung stellen müssen, ist es sinnvoll, viele unterschiedliche Blickwinkel zu kombinieren. Ich schätze Networking und auch den Austausch mit den Kolleginnen aus der Wirtschaft, wie zum Beispiel Catrin Hinkel von Accenture oder Marie-Therese Huppertz von SAP.
Schleswig-Holstein: Digitalstrategie 2026 vorgestellt
[19.03.2026] Schleswig-Holstein hat seine neue Digitalstrategie beschlossen. Erstmalig waren zentrale Partner aus Kommunen und Zivilgesellschaft systematisch in den Strategieprozess eingebunden, um einen breiten gesellschaftlichen Ansatz zu ermöglichen. mehr...
Baden-Württemberg: Gemeinsam schneller digital
[18.03.2026] In Baden-Württemberg haben Land und Kommunen eine neue – die inzwischen dritte – E-Government-Vereinbarung unterzeichnet. Das Land will den Roll-out von Verwaltungsleistungen in den Kommunen mit weiteren zehn Millionen Euro finanzieren. mehr...
Thüringen: Land unterstützt Kommunen intensiv
[17.03.2026] Ein neuer Prüfbericht des Thüringer Rechnungshofs sieht beträchtliche Defizite bei der OZG-Umsetzung und der Digitalisierung der kommunalen Verwaltung. In einer Stellungnahme erläutert das Digitalministerium, wie das Land Kommunen unterstützt. mehr...
Verwaltungsdigitalisierung: Lehren für die Zukunft ziehen
[12.03.2026] In 25 Jahren Verwaltungsdigitalisierung mangelte es nicht an ehrgeizigen Zielen. Diese wurden aber trotz der nötigen finanziellen Ressourcen häufig verfehlt. Aus den Erfahrungen der Vergangenheit können Lehren für aktuelle Projekte gezogen werden. mehr...
Hochsauerlandkreis: Weichenstellung für die Zukunft
[11.03.2026] Im Hochsauerlandkreis will ein neuer Ausschuss für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung für Zukunftsfähigkeit sorgen. In der Auftaktsitzung befassten sich die Ausschussmitglieder intensiv mit dem aktuellen Stand der Verwaltungsdigitalisierung und dem Ausbau der Breitband- und Mobilfunkinfrastruktur. mehr...
Digitalisierung: Wiens sozialer Auftrag
[10.03.2026] Technologie soll Freiheit schaffen – nicht einengen, sagt Nikolaus Reisel. Kommune21 sprach mit dem Head of Platform der Stadt Wien über digitalen Humanismus, offene Standards und den Einsatz von KI in der Verwaltung der österreichischen Hauptstadt. mehr...
Hessen: Standardbefreiung online beantragen
[09.03.2026] Hessens Kommunen sollen die Möglichkeit haben, neue Wege der Aufgabenerfüllung zu erproben. Die so genannte Standardbefreiung erlaubt es kommunalen Körperschaften, von landesrechtlichen Regelungen abzuweichen, um Abläufe zu modernisieren und Bürokratie abzubauen. Dazu gibt es jetzt einen unkomplizierten Online-Antrag. mehr...
Spitzenverbände: Kommunale Handlungsfähigkeit sichern
[06.03.2026] Die kommunalen Spitzenverbände warnen vor der Handlungsunfähigkeit von Städten, Landkreisen und Gemeinden. Bund und Länder müssten dringend Maßnahmen ergreifen, sollen die kommunalen Haushalte nicht vollständig kollabieren. mehr...
NExT/DigitalService: Nachhaltige Verwaltungsmodernisierung
[05.03.2026] Eine gemeinsame Veröffentlichung von NExT und dem DigitalService des Bundes zeigt Wege zu einer wirksamen Verwaltungsdigitalisierung. Dabei wird deutlich: Nachhaltige Effekte und eine echte Digitalrendite entstehen vor allem durch die gezielte Modernisierung der Verwaltungsstrukturen. mehr...
DStGB: Praxisnaher Rahmen für Parkraumkontrolle
[02.03.2026] Die Kommunalen Spitzenverbände äußerten sich bei einer Anhörung im Bundestag zu geplanten Gesetzesänderungen, die auch die digitale Parkraumkontrolle betreffen. Sie fordern unter anderem eine praxisgerechte, flexible und technologieoffene Umsetzung ohne zusätzliche Bürokratie. mehr...
Hessen: Land und Kommunen gestalten Zukunft
[23.02.2026] In Hessen haben das Land und die Kommunalen Spitzenverbände den Zukunftspakt vereinbart, um die kommunale Selbstverwaltung zu stärken. Dies soll durch den Abbau bürokratischer Lasten, eine faire Finanzierung und engere Zusammenarbeit der Ebenen bei der Digitalisierung erreicht werden. mehr...
Thüringen: Digitalisierung auf Kurs
[17.02.2026] Platz vier im Bundesvergleich, Vorreiter bei digitaler Souveränität und Open Source sowie klare Pläne für 2026 – was hinter den Zahlen steckt und wo Thüringen bewusst andere Wege geht, erläutert Landes-CIO Milen Starke im Interview. mehr...
Frankfurt am Main: Neues Transformation Office
[16.02.2026] In Frankfurt am Main übernimmt nun das Transformation Office die Steuerung der Digitalisierungsvorhaben in der Verwaltung. Wurden die Projekte bislang überwiegend dezentral realisiert, sollen diese fortan beim Transformation Office gebündelt und so effizienter und wirkungsvoller umgesetzt werden. Das Office arbeitet mit allen Ämtern der Stadt zusammen. mehr...
Heidelberg / Hochschule Ludwigsburg: Theorie und Praxis verzahnen
[09.02.2026] Mit dem Ziel, die digitale Modernisierung der Verwaltung voranzutreiben, haben die Stadt Heidelberg und die Hochschule Ludwigsburg jetzt eine Kooperation vereinbart. Geplant sind regelmäßige gemeinsame Forschungsprojekte, aus denen sich Best-Practice-Beispiele auch für andere Kommunen ableiten lassen. mehr...
Schleswig-Holstein: Konsequent digital
[28.01.2026] Von Anlagengenehmigung bis zum Wohngeld: Schleswig-Holstein setzt den Roll-out von Onlinediensten und die Digitalisierung der Verwaltung weiter konsequent um. Ein landeseigenes Digitalisierungs-Dashboard soll die Fortschritte künftig visualisieren. mehr...






















