StudieSchul-IT-Ausstattung in der Kritik

Keine guten Noten erhält die IT-Ausstattung an Schulen laut einer Studie des Hightech-Verbands BITKOM und der Messe Learntec.
(Bildquelle: PEAK Agentur für Kommunikation)
Schüler geben der IT-Ausstattung an ihren Schulen von Jahr zu Jahr schlechtere Noten und wünschen sich einen stärkeren Einsatz von digitalen Medien im Unterricht. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 512 Schülern weiterführender Schulen im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM und der Learntec, der Messe für digitales Lernen (27. bis 29. Januar 2015, Karlsruhe). Mehr als jeder zweite Schüler (54 Prozent) bezeichnet den Zustand der Computer-Technik an seiner Schule als mittelmäßig oder schlecht. Die Kritik der Schüler an der mangelhaften IT-Ausstattung wird damit immer schärfer. Im Jahr 2010 waren nur 40 Prozent der Schüler so unzufrieden, 2007 lediglich 38 Prozent. Jeder dritte Schüler (35 Prozent) bringt daher sein eigenes Notebook mit in den Unterricht, jeder fünfte (19 Prozent) ein Tablet. „Wenn die Ausstattung nicht stimmt, sind die Bemühungen zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht zum Scheitern verurteilt“, erklärt BITKOM-Vizepräsident Achim Berg. „Die Schüler helfen sich selbst. Ihre Smartphones und Tablets haben nicht selten ein Vielfaches der Rechenleistung der in die Jahre gekommenen Computer-Kabinette unserer Schulen. Die Schere zwischen der privaten IT-Ausstattung und dem Gerätepark der Schulen öffnet sich immer weiter. Wir brauchen eine Digitale Agenda für die Schulen.“
Nach Angaben der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH, Veranstalter der Learntec, gehören PCs, Notebooks und Beamer nur auf den ersten Blick im Unterricht zum Standard. So geben jeweils neun von zehn Schülern an, dass diese Geräte eingesetzt werden. Acht von zehn Schülern werden mithilfe digitaler Tafeln, so genannten Whiteboards, unterrichtet. Täglich genutzt werden diese Geräte aber kaum. Alle Geräte, die im beruflichen und privaten Umfeld in den vergangenen Jahren ihren Siegeszug angetreten haben, fristen ein Schattendasein: Smartphones, Tablets und E-Reader. Zum Vergleich: Fotokopien werden täglich an 85 Prozent der Schüler ausgegeben.
Überwiegend werden digitale Geräte für die Präsentation von Lerninhalten durch Lehrer (97 Prozent) und Schüler (94 Prozent) sowie zur Internet-Recherche (88 Prozent) genutzt. Deutlich seltener kommen spezielle Lernprogramme (42 Prozent) oder Geräte zum Programmieren (27 Prozent) oder Gestalten einer Website (25 Prozent) zum Einsatz. „Wir verschenken in unseren Schulen enormes Potenzial, wenn wir Computer und Co. nur als die bessere Kreidetafel einsetzen“, kommentiert Achim Berg. Zwei Drittel (67 Prozent) der Schüler nutzen digitale Medien zum Lernen – allerdings in ihrer Freizeit. Entsprechend wünscht sich eine große Mehrheit (70 Prozent), dass digitale Medien verstärkt im Unterricht eingesetzt werden. Vor allem Lernvideos (71 Prozent), Lernprogramme (37 Prozent), Lernspiele (32 Prozent) sowie Online-Kurse (26 Prozent) würden die Befragten gerne auch in der Schule nutzen. Außerdem fordern drei Viertel der Schüler (75 Prozent), dass es mehr und bessere digitale Lernmaterialien an ihrer Schule gibt, 71 Prozent unterstützen die Forderung nach einem Notebook oder Tablet für jeden Schüler. Acht von zehn Schülern glauben außerdem, dass Lehrer besser für den Einsatz digitaler Medien geschult werden müssten.
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