HannoverLizenzpanne mit Microsoft 365

Alle Daten in die Cloud? Hannovers Schulen müssen sich von diesem Modell nach einem „Not-Aus“ (vorerst) schnell verabschieden.
(Bildquelle: melpomen/123rf.com)
Microsoft 365, die Cloud-Lösung des US-Technologiegiganten, kommt mancherorts in der öffentlichen Verwaltung und auch an Schulen zum Einsatz – trotz Sicherheitsbedenken, die nicht erst seit der gegenwärtigen, geopolitisch zugespitzten Lage bestehen. Die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover testet Microsoft 365 seit einiger Zeit an allen städtischen Schulen. Bei einer ersten Bilanz des Einsatzes zeigte sich im März 2026 ein gemischtes Bild (wir berichteten): Viele Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte hatten die Nutzung von Microsoft 365 grundsätzlich positiv bewertet – etwa hinsichtlich der Usability, der angebotenen Werkzeuge und der Kollaborationsmöglichkeiten. Es wurden jedoch auch Datenschutzbedenken geäußert. Aus diesem Grund wurde nicht der gesamte Funktionsumfang genutzt, so waren etwa KI-Anwendungen deaktiviert. Mit dem Argument des höheren Entwicklungs- und Support-Aufwandes lehnte die Stadt die Nutzung von Lösungen auf Basis rein europäischer Open-Source-Software im März noch ab. Stattdessen sollte geprüft werden, wie ein datenschutzgerechter Einsatz der US-Lösung ausgestaltet werden kann.
Rechtssicherer Betrieb derzeit nicht gegeben
Nun meldet die Stadt Hannover, dass sie die Einführung von Microsoft 365 an Schulen zunächst ganz aussetzt. Die Anwendungen wurden zum 21. April deaktiviert, auf Daten und Unterrichtsmaterialien kann seitdem nicht mehr zugegriffen werden. Für die Schulen wurde eine zentrale Anlaufstelle über das Ticketsystem der Stadt eingerichtet. Als Grund für den Stopp gibt die Stadt an, dass die bislang verwendete vertragliche Grundlage für den Einsatz von Microsoft 365 an Schulen nicht ausreiche. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) wird in einem Bericht auf seiner Website konkreter: Demnach hatte die Stadt für 324.000 Euro die falschen Lizenzen gekauft. Eine Vereinbarung, die auch die besonderen Anforderungen im schulischen Kontext rechtssicher abdeckt, fehlt. Die Stadt will jetzt die Ursachen der fehlerhaften Einschätzung klären, auch, um künftige Prüfprozesse verbessern zu können.
Auch Prüfung von Alternativen
Im ersten Schritt soll das bisherige Microsoft-365-Projekt systematisch aufgearbeitet werden. Darauf aufbauend sollen konkrete Vorschläge entwickelt werden, welche digitalen Anwendungen künftig eingesetzt werden können. Inzwischen erwägt die Stadt auch den Einsatz „möglicher Alternativen zu Microsoft 365“. Die digitale Unterstützung des Unterrichts soll währenddessen durch bestehende Systeme wie IServ, WebWeaver und weitere Anwendungen gesichert werden. Bruchloses Weiterarbeiten scheint aber nicht so einfach möglich: Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL) wies laut NDR bereits darauf hin, dass die Lehrkräfte Programme wie IServ nun wieder komplett neu einrichten, also etwa Personendaten einpflegen, müssen.
Ein erster Zwischenstand der Untersuchungen wird nach Angaben der Stadt nach der Sommerpause erwartet. Innerhalb von rund sechs Monaten sollen konkrete Vorschläge für eine leistungsfähige, datenschutzkonforme und praxisnahe Schul-IT erarbeitet werden.
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