Dienstag, 10. März 2026

DatenschutzAnleitung zum Luca-Einsatz im Public Sector

[24.06.2021] Eine Sonderinformation über den Einsatz des digitalen Kontaktnachverfolgungssystems Luca bei öffentlichen Stellen hat der Bayerische Landesbeauftragte für den Datenschutz veröffentlicht.

Eine Sonderinformation zum Einsatz des digitalen Kontaktnachverfolgungssystems Luca bei bayerischen öffentlichen Stellen hat jetzt das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht veröffentlicht. Sie umfasst eine datenschutzrechtliche Einordnung des Luca-Systems sowie Handlungsempfehlungen für die bayerischen öffentliche Stellen beim Einsatz der Lösung. Demnach sieht der Bayerische Landesbeauftragte für den Datenschutz (BayLfD) Thomas Petri „derzeit keinen Anlass, bayerischen öffentlichen Stellen generell von der Nutzung des Luca-Systems abzuraten oder dessen Einsatz datenschutzaufsichtlich entgegenzutreten“. Allerdings sollten immer auch andere geeignete Verfahren in den Blick genommen und das datenschutzfreundlichste verwendet werden. In den Handlungsempfehlungen wird unter anderem auf „die Einhaltung des Grundsatzes der Datenminimierung“ hingewiesen. Beispielsweise sollten keine Daten doppelt erfasst werden. Auch sei darauf zu achten, dass nur solche Daten generiert werden, die die Gesundheitsämter tatsächlich nutzen können.

Datenerfassung sinnvoll organisieren

Für eine sinnvolle Datenerhebung, müssen beispielsweise Check-In und Check-Out passend platziert werden. Sie „müssen so positioniert sein, dass tatsächlich nur diejenigen Besucherinnen und Besucher an einer Stelle erfasst werden, für die tatsächlich eine Möglichkeit zur Ansteckung und somit die Einstufung als enge Kontaktperson (mit erhöhtem Infektionsrisiko) infrage kommt“, heißt es in der Sonderinformation. „Es erscheint beispielsweise nicht sinnvoll, für eine große Kommune ausschließlich an einem zentralen Zugang einen Check-In und Check-Out vorzusehen, da dann nur die Aussage getroffen werden kann, dass die betreffenden Personen das Gebäude betreten oder verlassen haben.“ Die Gesundheitsämter müssten in der Folge eine große Menge Daten prüfen, die zu keinem Erkenntnisgewinn führen. Auch rät der Datenschutzbeauftragte von statisch angebrachten QR-Codes ab. Ferner weist er auf den Schutzbedarf des kryptografischen Schlüsselmaterials hin. Beim Abruf der Daten durch ein Gesundheitsamt erfolge eine Umschlüsselung der erfassten Kontaktdaten. Für die brauche es den kryptografischen Schlüssel, der entsprechend sicher und wiederauffindbar verwahrt werden müsse. Andernfalls könne die das Luca-System einsetzende Stelle „eine mögliche Verpflichtung zur Übermittlung von Kontaktdaten nicht erfüllen“.

Anforderungen an die Gesundheitsämter

Des weiteren formuliert die Sonderinformation Anforderungen an die Gesundheitsämter. Sie allein seien zum Abruf und zur Entschlüsselung der im Luca-System gespeicherten Daten berechtigt. Das jeweilige Gesundheitsamt müsse gewährleisten, dass die Web-Anwendung „Luca Front End Gesundheitsamt“ datenschutzkonform betrieben wird. Umzusetzen seien zum einen die allgemein zu erwartenden Basis-IT-Sicherheitsvorkehrungen, wie Malware-Schutz, Patch Management oder Passwort-Schutz. „Dies betrifft insbesondere auch den Schutz vor Schad-Code in Office-Dokumenten, wie ein hierzu bekannt gewordenes Angriffsszenario bezüglich des Einfügens von Schad-Code in die vom Luca-System erstellten CSV-/Excel-Dateien zum Import in andere Systeme deutlich gemacht hat“, heißt es in dem Schreiben. Zudem sollte, soweit möglich, für den Datenimport aus dem Luca-System zu der bei den Gesundheitsämtern zur Kontaktnachverfolgung verwendeten Software SORMAS (Surveillance Outbreak Response Management and Analysis System) direkte Importschnittstellen gewählt werden. Auch speziellere Schutzmaßnahmen müssen die Gesundheitsämter wirksam umsetzen. „Dazu gehören insbesondere der Schutz und die Verfügbarkeit des kryptografischen Schlüsselmaterials, der Einsatz von ausschließlich dienstlich verwendeten Geräten sowie eine geeignete Schulung und Sensibilisierung der Fachanwender und Administratoren der Luca-Web-Anwendung“.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: IT-Sicherheit
Markus Bauer (Landrat Salzlandkreis), Hendrik Nitz (Chief Governance Officer GISA GmbH), Dirk Helbig (Stabsstellenleiter und CDO / CIO Salzlandkreis)
(Quelle: GISA GmbH)

Salzlandkreis: IT digital resilient machen

[04.03.2026] Um die digitale Resilienz seiner Verwaltung nachhaltig zu erhöhen, setzt der Salzlandkreis auf eine umfassende Sicherheitsinitiative. Unterstützt wird die Kommune dabei von dem Unternehmen GISA. mehr...

Meeting im Büro, Person am Kopfende des Tisches sieht sehr angespannt aus, die anderen sind unscharf (Bewegungsunschärfe)

CSBW: IT-Notfallübung für Krisenstäbe in Kommunen

[02.03.2026] Die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW) bietet Kommunen IT-Notfallübungen an. Unter realistischen Bedingungen werden Krisenstab, Krisenkommunikation und IT-Notfallhandbuch geübt, anschließend erhalten die Teilnehmenden einen individuellen Maßnahmenplan. Termine für 2026 sind ab sofort buchbar. mehr...

Kommunen benötigen einen Notfallplan für Cyber-Attacken.

Hessen: Neue Angebote für kommunale Cyber-Sicherheit

[18.02.2026] Angesichts wachsender Cyber-Angriffe erweitert Hessen sein Unterstützungsangebot für Kommunen: Neu sind eine Notfallhilfe bei IT-Ausfällen sowie Trainings zur Sensibilisierung von Beschäftigten. Innenminister Roman Poseck ruft Städte und Gemeinden auf, die kostenfreien Angebote zu nutzen. mehr...

Symbolische Darstellung eines digitalen Schutzschildes gegen Cyberattacken.

Berlin: 12. Kommunaler IT-Sicherheitskongress

[04.02.2026] Die kommunalen Spitzenverbände laden am 27. und 28. April zum 12. Kommunalen IT-Sicherheitskongress (KITS) in einem hybriden Format ein. Die Themen reichen vom Grundschutz++ über Erfolgsmodelle für die kommunale Zusammenarbeit bis hin zu Open Source und Künstlicher Intelligenz (KI). Die Veranstaltung ist kostenfrei. mehr...

Alt-Text: Vier Männer in dunklen Anzügen stehen vor einer blauen Wand. Zwei Männer halten ein Zertifikat in die Kamera.

BSI/SIT: Zertifizierte Sicherheit

[27.01.2026] Der kommunale IT-Dienstleister Südwestfalen-IT (SIT) hat vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ein ISO-27001-Zertifikat auf Basis von IT-Grundschutz erhalten. Zertifiziert wurden unter anderem Rechenzentrumsbetrieb und Verwaltungs-PKI. mehr...

Silhouette einer gesichtslosen Person mit Kapuzenpulli die auf einer Tastatur tippt, im Bildvordergrund ist ein abstrakt dargestelltes Schutzschild zu sehen.

Heidelberg: Hacker-Angriffe abgewehrt

[23.01.2026] Heidelberg verzeichnet seit Wochen wiederholte DDOS-Attacken auf die Website der Stadt. Dank kontinuierlich angepasster Sicherheitsmaßnahmen konnten die Angriffe allesamt abgewehrt werden. Durch die Maßnahmen war lediglich die Website hin und wieder für wenige Minuten nicht erreichbar. mehr...

Mann im weißen Hemd sitzt vor mehreren Monitoren und zeigt auf einen davon.
bericht

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald: Managed Security für sensible Daten

[22.01.2026] Das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald verwaltet sensible Bürger- und Sozialdaten – IT-Sicherheit hat hohe Priorität. Die Behörde nutzt eine Managed-Extended-Detection-and-Response-Lösung des Bochumer Sicherheitsspezialisten G Data. Ein Praxisbericht zeigt, welche Anforderungen es gab und wie Zusammenarbeit und Roll-out verliefen. mehr...

Vektorgrafik die unter anderem ein Schutzschild mit Verriegelungsschloss zeigt.

Kommunale IT-Sicherheit Bayern: 1.000. Siegel geht an Bodenwöhr

[19.01.2026] Bayern hat zum mittlerweile 1.000. Mal das Siegel Kommunale IT-Sicherheit verliehen. Erhalten hat es die Gemeinde Bodenwöhr. Die Kommune wird das Thema IT-Sicherheit weiterhin im Blick behalten und laufend nachbessern. mehr...

Eine schwarze Tastatur, auf der Symbole für Schlösser und ein Symbol für ein Dokument abgebildet sind.

Dataport: BSI bestätigt Sicherheit

[13.01.2026] Alle drei Jahre muss IT-Dienstleister Dataport sein BSI-Grundschutz-Zertifikat einem aufwendigen Rezertifizierungsaudit unterziehen. In diesem Rahmen hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Sicherheit der Rechenzentrumsinfrastruktur nun zum vierten Mal in Folge bestätigt. mehr...

Rheinland-Pfalz: Kommunen für Cybersicherheit sensibilisieren

[18.11.2025] Rund 200 Beschäftigte aus rheinland-pfälzischen Kommunen nahmen an der virtuellen „Roadshow Kommunen“ teil. Fachleute von BSI, CERT-kommunal-rlp und dem Digitalisierungsministerium informierten über praktische Sicherheitsmaßnahmen, um besser auf IT-Sicherheitskrisen vorbereitet zu sein. mehr...

Die drei Minister stehen nebeneinander und halten je ein Exemplar des Berichts zur Cybersicherheit in Bayern 2025 in den Händen.

Bayern: Bericht zur Cybersicherheit 2025

[18.11.2025] Für Bayern liegt jetzt der diesjährige Bericht zur Cybersicherheit im Freistaat vor. Die Bedrohungslage ist demnach weiterhin hoch, mutmaßlich politische motivierte Cyberangriffe nehmen zu. Bayern hat seine Schutzmaßnahmen angepasst und die Präventionsangebote für den Bereich Wirtschaft und Gesellschaft weiterentwickelt. mehr...

Grafische Aufbereitung der Studie Cybersicherheit in Zahlen.
bericht

Cybersicherheit: Hoher Handlungsdruck

[12.11.2025] Die aktuelle Studie „Cybersicherheit in Zahlen“ von G DATA CyberDefense zeigt: Veraltete IT, Fachkräftemangel und zu geringe Budgets bremsen die Sicherheitsvorkehrungen aus. Kommunen müssen jetzt handeln und ihr Schutzniveau erhöhen. mehr...

bericht

Cybersecurity: Schatten-KI als offene Flanke

[11.11.2025] Eine aktuelle Umfrage zum Thema Cybersicherheit, die im Auftrag von Microsoft in Ämtern und Behörden durchgeführt wurde, zeigt, dass die Nutzung nicht-autorisierter KI-Tools weit verbreitet ist. Die Zahlen offenbaren außerdem eine erstaunliche Diskrepanz: Während rund 80 Prozent der Befragten auf Landes- und Bundesebene die Bedrohungslage als sehr hoch einstuften, sind es in Kommunen nur 58 Prozent. mehr...

Eine Person arbeitet an Tablet und Laptop, im Vordergrund ist das Wort Deepfake zu lesen.
bericht

IT-Sicherheit: Angriff und Abwehr mit KI

[23.10.2025] Künstliche Intelligenz unterstützt Kriminelle bei Cyberangriffen, gleichzeitig wird sie zur Gefahrenabwehr eingesetzt. In Kommunen beginnen die Probleme allerdings an ganz anderer Stelle: Sie fallen aus dem IT-Grundschutz. mehr...

Eingangsbereich des Kirkeler Rathauses.
bericht

Kirkel: Krise kontrolliert bewältigt

[17.10.2025] Die saarländische Gemeinde Kirkel konnte einem Cyberangriff technisch erfolgreich begegnen – auch dank der Unterstützung umliegender Kommunen. Die offene Kommunikation mit der Öffentlichkeit trug ebenfalls zum kontrollierten Umgang mit dem Angriff bei. mehr...