Ennepe-Ruhr-KreisZwischen Büro- und Heimarbeit

Ralf Löchel aus dem Bereich Landschaftsplanung, -entwicklung und -schutz der Kreisverwaltung Ennepe-Ruhr schätzt die Arbeit im Homeoffice.
(Bildquelle: Ennepe-Ruhr-Kreis)
Durch eine Mischung aus Arbeit im Homeoffice und Büro ist es der Kreisverwaltung Ennepe-Ruhr gelungen, das Infektionsrisiko ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Corona-Pandemie zu minimieren. Bei diesen kommt die Lösung gut an, berichtet die nordrhein-westfälische Kommune. Etwa Ralf Löchel aus dem Bereich Landschaftsplanung, -entwicklung und -schutz lege nun bestimmte Aufgaben gezielt auf Homeoffice-Tage, sofern er die Termine denn planen kann. „Zu Hause bin ich tagsüber allein. Da habe ich am Telefon mehr Ruhe als im Büro“, sagt Löchel. Zunächst sei es zwar ein komisches Gefühl gewesen, zu Hause dienstlich zu telefonieren, „aber man gewöhnt sich schnell daran.“
Die EDV-Abteilung der Kreisverwaltung habe dafür gesorgt, dass das mobile Arbeiten technisch kein Problem sei. 900 Zugänge habe sie bislang eingerichtet. Sie ermöglichen es den Mitarbeitenden, von überall aus auf den Server mit den benötigten Dateien und Programmen zuzugreifen. Die einzige Voraussetzung hierfür sei ein Laptop, ein Handy und eine Internet-Verbindung.
Fremdnutzung ausgeschlossen
Auf beiden Geräten werde eine App installiert, die zum Einloggen jeweils benötigt werde. „Durch die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist Fremdnutzung quasi ausgeschlossen. Die Daten werden ausschließlich auf Servern der Kreisverwaltung gespeichert, nicht lokal auf dem Rechner. Der Zugriff ist hochverschlüsselt“, erläutert EDV-Leiter Jürgen Wagenbach.
Sollten Probleme auftreten, sei die EDV telefonisch zur Stelle. „Im Support bereiten uns die zusätzlichen Arbeitsplätze durchaus mehr Arbeit. Wenn ein Kollege im Homeoffice anruft und sagt, dass sein Laptop nicht funktioniert, dann legen wir ja nicht auf, sondern geben Tipps und versuchen das Problem zu lösen“, sagt Wagenbach.
Die IT-Mitarbeiter arbeiten ebenfalls regelmäßig von zu Hause aus. „Für mich ist das Standard“, sagt der Abteilungsleiter. „Ich musste auch vor der Pandemie jederzeit auf Daten zugreifen können.“ Sein Team könne im Homeoffice beispielsweise Sicherungen kontrollieren oder Störmeldungen nachgehen. Nur wenn die Hardware an einem der 1.400 Arbeitsplätze der Kreisverwaltung nicht funktioniere, müsse die EDV vor Ort Service leisten.
Homeoffice nach der Pandemie
Laut Auskunft des Kreises nutzen auch viele Kreismitarbeitende das Homeoffice, die ein Einzelbüro haben und sich deshalb nicht pandemiebedingt abwechseln müssen. Tage der Corona-Krisenstab, so seien mal mehr mal weniger Mitglieder virtuell zugeschaltet. Auch die Pressestelle vermelde die aktuellen Corona-Zahlen am Wochenende aus dem Homeoffice heraus.
„Ich habe großes Vertrauen in die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wenn jemand von zu Hause aus arbeiten möchte und der Aufgabenbereich es zulässt, ist das völlig in Ordnung. Und zwar nicht nur, wenn eine Pandemie, kleine Kinder oder pflegebedürftige Angehörige der Grund sind“, sagt Kreisdirektor Paul Höller. Andersherum gelte: „Nicht jeder möchte im Homeoffice arbeiten. Und man kann niemanden dazu zwingen.“
Nach der Pandemie, so vermutet der Kreis, werden viele Mitarbeiter weiterhin zum Teil von zu Hause aus arbeiten wollen. „Viele haben es jetzt ausprobiert, Vor- und Nachteile kennengelernt. Es wird sich zeigen, wie viele Mitarbeiter auch künftig zum Teil zu Hause arbeiten möchten. Überall da, wo es geht, werden wir Lösungen finden“, ist sich Höller sicher. Klar sei aber: „Es gibt Aufgaben, wie die persönliche Beratung von Bürgerinnen und Bürgern, die nicht aus dem Homeoffice erledigt werden können.“ Abschließend stellt der Kreisdirektor fest: „Die Betreuung und Beschulung von kleinen Kindern und das gleichzeitige Arbeiten im Homeoffice ist nicht oder nur mit großen Belastungen für alle Beteiligten möglich. Hier hätte ich mir in der Pandemie im Sinne aller Familien mehr Verständnis von Bund und Land und bessere, schnellere Lösungen gewünscht.“
Aachen/Mannheim: G24 geht in die Praxis
[28.09.2026] Aachen und Mannheim erproben den Kombiantrag des Bund-Länder-Projekts G24. Er verbindet Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung. Aachen bietet das Verfahren bereits vollständig online an, Mannheim folgt schrittweise. Langfristig sollen Gründungen binnen 24 Stunden möglich sein. mehr...
NeXT: Nachnutzung praktisch angehen
[28.09.2026] Ein neues Paper des NeXT-Netzwerks gibt Beschäftigten aller föderalen Ebenen praktische Hinweise, wie sie digitale Lösungen für andere bereitstellen oder selbst übernehmen können. Ein Schnellcheck führt zu den passenden Empfehlungen und weiterführenden Ressourcen. mehr...
Berlin: Digitale Bürgerdienste holen auf
[25.09.2026] Bei der Verwaltungsdigitalisierung in Berlin geht es voran: Mehr als die Hälfte der 100 meistgenutzten Bürgerdienstleistungen ist inzwischen digital verfügbar. Nachholbedarf besteht allerdings bei der tatsächlichen Online-Nutzung und der Medienbruchfreiheit. mehr...
Verwaltungsmonitor 2026: Digitale Transformation im Arbeitsalltag
[24.09.2026] Eine neue bundesweite Befragung richtet den Blick auf die Menschen, die Verwaltungsdigitalisierung erleben und gestalten. Beschäftigte aller Verwaltungsebenen können bis Ende Oktober 2026 online und anonym teilnehmen. Durchgeführt wird die Untersuchung vom Netzwerk NExT und dem Kompetenzzentrum Öffentliche IT. mehr...
Heidelberg: Stadtblatt wird digital
[18.09.2026] Heidelberg stellt die Verteilung seines Stadtblatts neu auf. Statt einer Zustellung an alle Haushalte setzt die Stadt künftig vor allem auf die digitale Ausgabe. mehr...
Gütersloh: Webseite zur Stadtgeschichte in neuem Look
[11.09.2026] Die Stadt Gütersloh hat den Bereich zur Stadtgeschichte auf ihrer Website grundlegend überarbeitet. Inhalte wurden neu geordnet und verknüpft, historische Abbildungen durch hochauflösende Digitalisate ersetzt und weitere Seiten um Bilder, Videos und Links ergänzt. mehr...
Berlin: Klimaanpassung spielerisch erfahren
[11.09.2026] Mit dem Online-Spiel Schwammtastisch soll das Konzept der Schwammstadt für Berlinerinnen und Berliner anschaulich werden. Straßen und Plätze lassen sich digital mit Bäumen, Pflanzstreifen oder Regenwassernutzung umgestalten und deren Wirkung erkunden. mehr...
Studie: Automatisierungspotenzial in Behörden nicht ausgeschöpft
[09.09.2026] Eine Studie von Foundry, UiPath und Materna zeigt deutliche Lücken bei der Digitalisierung deutscher Behörden: Nach Einschätzung der Befragten könnten 49 Prozent der Verwaltungsaufgaben automatisiert werden, tatsächlich sind es erst 23 Prozent. Zudem ist ein Drittel der Leistungen noch komplett offline. mehr...
Ulm: Goldenes Buch ist digital erlebbar
[04.09.2026] Das Goldene Buch der Stadt Ulm können Gäste im Rathaus via Touchbildschirm ab sofort digital durchblättern. mehr...
GEAS-Reform (2): Was jetzt auf die Verwaltung zukommt
[03.09.2026] Neue Verfahren, angepasste IT-Systeme und komplexere Rechtsfragen: Mit der GEAS-Reform wächst der Umsetzungsaufwand für die beteiligten Behörden. Sie müssen europäische und nationale Vorgaben stärker gemeinsam berücksichtigen - und up to date bleiben. mehr...
GEAS-Reform (1): Die rechtlichen Implikationen
[02.09.2026] Die GEAS-Reform regelt wesentliche Bereiche des Asylrechts nun durch unmittelbar geltende EU-Verordnungen. Damit sinken nationale Gestaltungsspielräume, während die Anforderungen an Rechtsanwendung und Verwaltungsvollzug steigen. mehr...
KGSt/Helmut-Schmidt-Universität Hamburg: Agile Arbeitsweisen in Kommunen
[01.09.2026] Die KGSt und die Hamburger Helmut-Schmidt-Universität wollen herausfinden, wie agile Arbeitsweisen in Kommunalverwaltungen eingeführt und etabliert werden. Für eine kurze Umfrage werden noch Personen gesucht, die agiles Arbeiten in ihrer Kommune voranbringen. mehr...
Vitako: Schlaglichter auf kommunale Digitalisierung
[31.08.2026] Mit einer neuen YouTube-Reihe zeigt Vitako Perspektiven aus der öffentlichen IT in kurzen Videos. In den ersten Beiträgen geht es um verlässliche digitale Infrastrukturen, digitale Souveränität und interkommunale Zusammenarbeit. mehr...
digitalSIGNAGE: Digitale Bürgerkommunikation für Rathaus & Co.
[31.08.2026] Digitale Informations- und Anzeigesysteme können das Personal in Kommunen entlasten: Sie erleichtern die Orientierung, organisieren den Besucheraufruf und informieren. Der ISO/IEC 27001 zertifizierte Anbieter digitalSIGNAGE deckt dafür ein breites Produktspektrum ab. mehr...
KGSt: Neues Verwaltungsleitbild
[27.08.2026] Die KGSt hat mit der „Netzwerkkommune“ ein neues Verwaltungsleitbild vorgelegt. Es beschreibt eine Verwaltung, die komplexe Aufgaben gemeinsam mit Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft löst. Die Steuerung solcher Netzwerke muss so angelegt sein, dass Kooperation und Vertrauen möglich werden. mehr...



















