Montag, 21. September 2026

Kreis BorkenDigitalisierung im Rettungsdienst

[01.12.2021] Der Kreis Borken investiert stetig in die Digitalisierung seines Rettungsdienstes. Aktuell leistet die IT in vier Bereichen Unterstützung.
Vereint für einen digitalisierten Rettungsdienst: Mitglieder der Feuer- und Rettungswache sowie der Kreisverwaltung Borken.

Vereint für einen digitalisierten Rettungsdienst: Mitglieder der Feuer- und Rettungswache sowie der Kreisverwaltung Borken.

v. l.: Werner Elsing, Thilo Hellwig (beide von der Feuer- und Rettungswache Borken), André Garwer (Fachabteilung Rettungsdienst Kreis Borken) und Christoph Flucht (IT-Abteilung Kreisverwaltung).

(Bildquelle: Kreis Borken)

Im Kreis Borken arbeitet der Rettungsdienst eng mit der Fachabteilung Informationstechnologie der Kreisverwaltung zusammen. Aktuell ist die IT in vier Bereichen des Rettungsdienstes unterstützend tätig: in der Dokumentation und Datenübermittlung, in der Hardware-Unterstützung, in der Betreuung von Fachanwendungen sowie bei Auswertungen und Reports. Das teilt der Kreis mit. Hintergrund seien die steigende Zahl der Rettungseinsätze – 30.000 im vergangenen Jahr 2020 ohne Berücksichtigung der Stadt Bocholt, die selbst Trägerin ihrer Rettungswache ist – und die damit wachsenden Anforderungen an die rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rettungsdienst. Um diese Aufgaben möglichst effizient erfüllen zu können, investiert der Kreis Borken stetig in die Weiterentwicklung der Digitalisierung. „Schon wenige Sekunden können über Leben und Tod entscheiden. Die Sicherheit und Gesundheit der Patienten und des Personals stehen dabei immer an erster Stelle. Deshalb setzen wir im Kreis Borken auf Digitalisierung, wo immer es möglich und sinnvoll ist“, erklärt Landrat Kai Zwicker.

Patientendaten schon während der Krankenwagenfahrt übermitteln

Erster Bereich der Kooperation von Rettungsdienst und IT-Fachabteilung ist laut Pressemeldung die Dokumentation und Datenübermittlung. Hier erfolge die vollständige Dokumentation eines Einsatzes mittlerweile im Rahmen der mobilen Datenerfassung (MDE) über einen Tablet-Computer mit umfangreichen Schnittstellen zum Einlesen insbesondere von Krankenkassenkarten und Aufnehmen von Fotos. Über eine Bluetooth-Schnittstelle könnten zudem EKG-Daten von Patienten drahtlos von Messgeräten ausgelesen werden. Damit dieser Service reibungslos funktioniert, habe die IT des Kreises einen vollautomatisierten Prozess für die Einrichtung und Installation von Software entwickelt. Es genüge nun, einfach das Tablet an eine Docking-Station anzuschließen. Die an der Einsatzstelle erfassten Informationen könnten mittels eines verschlüsselten Datei-Servers schon während der Fahrt zum Krankenhaus übermittelt werden, sodass den Ärztinnen und Ärzten bereits bei Eintreffen des Patienten wichtige Informationen vorliegen. Entwickelt und in Betrieb genommen worden sei die Schnittstelle in enger Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern im Kreis – aber sie finde mittlerweile auch grenzüberschreitend Anwendung: Im Rahmen eines Euregio-Projekts wurde sie am Medisch Spectrum Twente in Enschede installiert.
Dokumente und Protokolle werden zentral in einem Dokumenten-Management-System archiviert, erläutert der Kreis weiter. Speziell für Einsatzberichte sei eine digitale Akte mit unterschiedlichen Dokumententypen und Berechtigungsstufen konfiguriert worden. Auch bei der Anbindung des Rettungsdienstes an die Telenotarzt-Zentrale in Aachen oder bei der Installation der Ersthelfer-App Corhelper sei die IT-Abteilung gefordert gewesen, um eine durchgängige Kommunikation und Dokumentation in digitaler Form zu ermöglichen.
Damit auch die letzten Dokumente (wie beispielsweise die Abrechnungsunterlagen), die noch in Papierform erstellt werden, digital zur Verfügung stehen, sei ein Massen-Scan-Prozess entwickelt worden: Durch Einscannen eines Barcodes würden so die Dokumente automatisch in die richtige digitale Akte einsortiert.

Daten zusammenführen und dynamisch auswerten

Für den Bereich Hardware-Unterstützung kann man sich in Borken darauf berufen, dass alle zum Einsatz kommenden Rettungsmittel bereits mit modernen und robusten Smartphones ausgestattet sind. Zudem seien in diesem Jahr die ersten Rettungswagen in Vreden und Borken mit der Tele-Medizintechnik ausgestattet worden. Durch das zentrale IT-Management könnten alle Geräte zentralisiert mit Updates und neuen Funktionen versorgt werden.
Ein weiterer Kooperationsbereich betrifft das Thema Fachanwendungen: Für eine einfach handhabbare Abrechnung der Krankentransporte und Notarzteinsätze habe die Borkener IT EDV-Schnittstellen eingerichtet, über die Informationen in einer zentralen Fachanwendung zusammenlaufen. Nach deren digitaler Bearbeitung könnten Rechnungen automatisch an die zuständigen Stellen, zum Beispiel die Finanzbuchhaltung der Kreisverwaltung oder die zuständigen Krankenkassen, weitergeleitet werden.
Zu guter Letzt setzt der Kreis auf die Vorteile elektronischer Auswertungen und Reports. Eine zentrale Statistik-Software ermögliche zu jeder Zeit eine dynamische Auswertung über den kompletten Datenbestand, beispielsweise der Zeiten bis zum Eintreffen der Rettungsmittel am Einsatzort.
Wie der Kreis Borken betont, stehen in der Zusammenarbeit von Rettungsdienst und IT-Fachabteilung Datenschutz und Datensicherheit bei allen Vorhaben immer im Vordergrund: Mithilfe von Verschlüsselungen, Firewalls, Backups und rollenbasierten Berechtigungskonzepten würden personenbezogene Daten vor unbefugten Zugriffen und Verlust geschützt.





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