Freitag, 15. Mai 2026

New WorkBüro der Zukunft

[30.04.2024] Seit Ende vergangenen Jahres testet der hessische IT-Dienstleister ekom21 in einem Pilotprojekt in Kassel mit rund 50 Mitarbeitenden eine ganz neue Arbeitswelt. Die bisherigen Erkenntnisse sind vielversprechend.
Offene Flächen fördern den kommunikativen Austausch.

Offene Flächen fördern den kommunikativen Austausch.

(Bildquelle: ekom21)

Schon seit einigen Jahren ist ein Wandel in der Arbeitswelt spürbar. Die Corona-Pandemie hat diesen Prozess beschleunigt und deutlich gemacht, dass traditionelle Arbeitsstrukturen zunehmend überdacht werden müssen. Während das Homeoffice nur der Anfang war, steht der Begriff New Work für einen Paradigmenwechsel und Wertewandel, der die strengen Hierarchien und starren Arbeitsweisen des 20. Jahrhunderts hinter sich lässt. ekom21, größter kommunaler IT-Dienstleister in Hessen, erprobt seit Ende vergangenen Jahres eine vollkommen neue Arbeitswelt – sozusagen das Büro der Zukunft. Das wird nicht nur vom eigenen Personal, sondern auch von Kunden und Mitgliedern neugierig verfolgt.
New Work ist dabei weit mehr als ein Schlagwort. Es beschreibt vielmehr neue Arbeitsweisen, die auf Digitalisierung, Flexibilität und Mitbestimmung basieren. Die Belegschaft soll so arbeiten können, wie sie wirklich will, denn dadurch steigt nicht nur ihre Produktivität, sondern auch ihre Zufriedenheit und Innovationskraft. Doch der Weg zu New Work ist kein einfacher, sondern erfordert einen tiefgreifenden Kulturwandel und eine neue Arbeitsatmosphäre. Als kommunaler IT-Dienstleister steht ekom21 vor der Herausforderung, öffentlich-rechtliche Strukturen mit den Prinzipien von New Work zu vereinen. Damit wollen die Hessen sich nicht nur für die Zukunft wappnen, sondern auch potenzielle Bewerberinnen und Bewerber auf sich aufmerksam machen.

Offenes und einladendes Gestaltungskonzept

Die Pandemie hat gezeigt, dass auch im öffentlichen Sektor ein Umdenken notwendig ist. Mit einem starken Beschäftigungszuwachs von circa 25 Prozent während der Pandemie und der Anmietung einer neuen Bürofläche in Kassel im Jahr 2023 sieht sich ekom21 vor neuen Herausforderungen und Chancen. Derzeit ermöglicht der IT-Dienstleister seinen Beschäftigten die Arbeit von zu Hause aus – an bis zu drei Tagen pro Woche. Arbeitszeiten können von den Bediensteten eigenverantwortlich und flexibel gestaltet werden. Um die Zukunft der Verwaltung aktiv mitzugestalten und dem eigenen Personal moderne Arbeitsbedingungen im Sinne von New Work anzubieten, hat ekom21 die neu angemietete Bürofläche in Kassel für ein Pilotprojekt eingerichtet.
„Seit Ende 2023 testen wir hier mit ungefähr 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine ganz neue Arbeitswelt. Die bisherigen Erkenntnisse sind vielversprechend“, so Björn Brede, Geschäftsführer des hessischen IT-Dienstleisters. Matthias Drexelius und Martin Kuban, ebenfalls ekom21-Geschäftsführer, ergänzen: „Wir beschäftigen uns bereits seit geraumer Zeit mit dem strukturellen Wandel der Arbeit. Mit dem Pilotprojekt in Kassel machen wir viele spannende und wertvolle Erfahrungen.“
Neben dem organisatorischen und arbeitsrechtlichen Handwerkszeug kam der Möblierung eine besondere Bedeutung zu. Während die herkömmlichen Standorte von ekom21 in Kassel, Gießen und Darmstadt hauptsächlich aus Büros mit Zellenstrukturen bestehen, zeichnet sich die neue Fläche in Kassel durch ein offenes und einladendes Gestaltungskonzept aus. Die Büroflächen bieten dabei sowohl Möglichkeiten für Austausch und Interaktion als auch Rückzugsorte für Personal- oder Telefongespräche.

Mehr Austausch und Interaktion

Vielfältig und die jeweilige Funktion unterstützend ist auch die Inneneinrichtung in unterschiedlichen Stilen: Mal weiche Teppiche, mal funktionaler Bodenbelag. Hier ein klassischer Konferenzraum, dort eine bequeme Sofalandschaft und nebenan kleine Separees für Besprechungen. Für ungestörte Videokonferenzen oder Anrufe sorgen schallgeschützte Kabinen in Form von lauschigen Telefonzellen. Club- oder Ohrensessel, Sitzsäcke oder Hocker – für den jeweiligen Rücken lassen sich entsprechende Sitzgelegenheiten finden. Den Kommunikationsmittelpunkt stellen, gerade in der Mittagszeit, die zwei modern eingerichteten und offenen Küchen dar. Hier wird nicht nur gemeinsam gekocht, sondern auch Probleme gelöst oder sich ausgetauscht. In den Hauptstandorten arbeiten die Mitarbeitenden in den Fachbereichen in der Regel auf einer Ebene zusammen, was den Austausch mit anderen erschwert. Aber gerade dieser Austausch ist bei ekom21 gewünscht, weil sich nur so Synergiepotenziale ergeben. „Die Kommunikation zwischen den Menschen ist es, was uns vorwärts bringt. Wenn beispielsweise ein Entwickler oder Produktverantwortlicher ein besonderes Problem zu lösen hat, ist der Austausch mit Gleichgesinnten wertvoll und bringt vielleicht den ausschlaggebenden Impuls“, so Björn Brede. Gerade das fördert das offene Konzept im Kasseler Pilotprojekt. Man kommt schnell untereinander in Kontakt und die Arbeitsatmosphäre wird zumeist als ungezwungen, ja familiär beschrieben. Die offenen Flächen fördern den kommunikativen Austausch, und man lernt schnell Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fachbereichen kennen. „Die Welt wird hier einfach größer. Man bewegt sich nicht nur in seinem kleinen Teich. Es gibt hier viel mehr Austausch, viel mehr Kennenlernen und viel mehr Interaktion“, bestätigt eine der Testpersonen.

Flächendeckender Roll-out geplant

Die erste Pilotphase ist abgeschlossen und das Ziel besteht jetzt darin, die gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse auszuwerten, um diese anschließend auf die bestehenden ekom21-Geschäftsstellen in Darmstadt, Gießen und Kassel zu übertragen. Dabei werden die Räumlichkeiten in verschiedenen Phasen von unterschiedlichen Personengruppen genutzt und evaluiert. ekom21 steht vor der Herausforderung, die Vielfalt der Arbeitsweisen und Tätigkeiten innerhalb des Unternehmens abzubilden und gleichzeitig eine neue Arbeitsatmosphäre zu schaffen, in der die Beschäftigten gerne arbeiten und sich austauschen. Durch ein ganzheitliches Evaluationskonzept werden Erfahrungen gesammelt und Optimierungsmöglichkeiten für den flächendeckenden Roll-out identifiziert.
Mit dem Pilotprojekt in Kassel geht ekom21 mutig voran und erkundet neue Wege des Arbeitens. Durch eine ganzheitliche Evaluation und iterative Vorgehensweise sollen wichtige Erkenntnisse gewonnen werden, um die Arbeitswelt der Zukunft aktiv mitzugestalten. New Work ist mehr als ein Schlagwort – es ist ein Weg zu mehr Flexibilität, Selbstbestimmung und Sinnhaftigkeit in der Arbeit, sowohl im öffentlichen Sektor als auch in der Privatwirtschaft.

Dr. Caroline Feuerstacke leitet die interne Kommunikation von ekom21; Stefan Thomas ist Pressesprecher des hessischen IT-Dienstleisters.


Stichwörter: Personalwesen, Kassel


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