KielDigitales Verfahren zur Geburtsanzeige

In Kiel wurde mit der Geburtsanzeige ein fast 150 Jahre altes papierbasiertes Verwaltungsverfahren modernisiert und digitalisiert.
(Bildquelle: golubovy/123rf.com)
Das Standesamt von Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt Kiel hat die ersten personenstandsrechtlichen Geburtsanzeigen digital, maschinenlesbar und rechtssicher übermittelt. Entwickelt wurde das Verfahren vom Kieler Standesamt und der Stabsstelle Digitalisierung, die dabei mit externen Dienstleistern, aber auch mit dem Städtischen Krankenhaus (SKK) und dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) eng zusammenarbeiteten. Dabei wurde ein Verwaltungsverfahren, das seit fast 150 Jahren nahezu unverändert papiergebunden geblieben ist, grundlegend modernisiert – mit einer durchgängigen, maschinenlesbaren (M2M), rechtssicheren digitalen Prozesskette für die Geburtsanzeige in Deutschland.
Das Kieler Modell vereinfacht nach Angaben der Stadt die Geburtsanzeige für alle Beteiligten: Familien profitieren von automatisch erstellten und zugestellten Urkunden. Hebammen und Krankenhäuser werden von fehleranfälligen Papierprozessen entlastet und Standesämter können die Anzeigen deutlich schneller prüfen, sicher verarbeiten und effizienter beurkunden. Das Klinikum Region Hannover in Niedersachsen hat das Verfahren bereits übernommen. Weitere Interessensbekundungen liegen vor.
„Dass unser Kieler Modell jetzt bundesweit zum Einsatz kommt, ist ein starkes Signal – moderne Lösungen können sofort Mehrwert schaffen und weit über Kiel hinauswirken“, sagt Jonas Dageförde, Leiter der Stabsstelle Digitalisierung. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer betont, dass das in Kiel entwickelte Verfahren bereits in anderen Bundesländern übernommen werde, zeige, „dass kommunale Digitalisierung dann besonders wirksam ist, wenn sie praxistauglich, rechtssicher und übertragbar gestaltet wird.“
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