Fraunhofer FOKUSGebrauchsanleitung für den KI-Einstieg

Der KI-Potenzial-Check begleitet Kommunen auf dem Weg zum effektiven KI-Einsatz.
(Bildquelle: gyn9037/123rf.com)
Wie können Kommunen geplante KI-Projekte systematisch bewerten? Wie lassen sie sich erfolgreich umsetzen? Das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS hat eine praxisnahe, modular aufgebaute Gebrauchsanleitung entwickelt, die hilft, Antworten auf diese wichtigen Fragen zu finden. Der KI-Potenzial-Check „Startklar für KI“ entstand im Rahmen des Projekts URBAN.KI und wurde im letzten Quartal 2025 bereits von mehreren Kommunen erprobt. In der Initiative URBAN.KI (wir berichteten) bündeln die Stadt Gelsenkirchen, die Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Fraunhofer FOKUS sowie Fraunhofer IAIS ihre Expertise, um ein praxistaugliches Werkzeug für die kommunale Ebene zu schaffen.
Orientierung ohne starre Vorgaben
Der KI-Potenzial-Check ist bewusst umfassend angelegt. Kommunen müssen jedoch nicht jeden Punkt en détail durcharbeiten. Vielmehr kann die Checkliste je nach Bedarf als Inspirationsquelle für erste Überlegungen zum Einsatz Künstlicher Intelligenz dienen, gezielt für einzelne Themenbereiche genutzt oder für eine tiefergehende Analyse herangezogen werden. Die Checkliste umfasst vier zentrale Kapitel – von der Definition der Ziele und des Projektumfangs über die Bewertung von Funktionen, Datengrundlagen und technischer Machbarkeit bis hin zur Betrachtung der rechtlichen Anforderungen und einem realistischen Blick auf die erforderlichen Ressourcen. Diese richten sich an unterschiedliche Zielgruppen und können parallel von verschiedenen Fachbereichen bearbeitet werden.
Sensibilisierung für kritische Erfolgsfaktoren
Ein besonderer Mehrwert des KI-Potenzial-Checks liegt laut Fraunhofer FOKUS in der Sensibilisierung für oft übersehene Aspekte, etwa für die Frage der Anbieterabhängigkeit: Wie lässt sich digitale Souveränität sicherstellen? Auch Fragen zur Erklärbarkeit von KI-Entscheidungen, zu möglichen Bias-Risiken oder zur langfristigen Wartbarkeit werden adressiert. Die Checkliste hilft zudem dabei, realistische Erwartungen zu entwickeln: Welche Datenqualität ist tatsächlich erforderlich? Welche personellen Kompetenzen werden langfristig benötigt? Und wo sollten externe Fachleute einbezogen werden?
In überschaubaren Schritten zur Entscheidung
Die Bearbeitung des vollständigen KI-Potenzial-Checks erfordert je nach Vorwissen und Teamgröße etwa fünf bis acht Stunden reine Arbeitszeit. In der Praxis erstreckt sich der Prozess jedoch oft über mehrere Tage oder Wochen, da nicht alle Informationen sofort vorliegen. So müssen Datenbestände analysiert, rechtliche Rückfragen geklärt oder Budget-Informationen eingeholt werden. Das Instrument ist daher bewusst flexibel gestaltet. Wer zunächst nur einen schnellen Überblick gewinnen möchte, kann die Leitfragen als Orientierungshilfe nutzen. Bei Bedarf stehen ausführlichen Erläuterungen und Infokästen zur Vertiefung bereit. Manche Kommunen nutzen die Checkliste auch als Grundlage für einen strukturierten Workshop, andere bearbeiten die Kapitel schrittweise in verschiedenen Projektphasen.
Der KI-Potenzial-Check ist nur ein Teil der umfassenden Unterstützungsangebote von URBAN.KI, mit denen Kommunen beim Einstieg in die Künstliche Intelligenz unterstützt werden. Das Projekt URBAN.KI wird vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen sowie der Kreditanstalt für Wiederaufbau gefördert.
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