Initiative #MyAIAktionsmonat für kommunale KI

Die KI arbeitet in vielen Kommunen längst mit. Die Initiative #MyAI soll im Aktionsmonat Mai bestehende Lösungen aufzeigen und Synergien anregen.
(Bildquelle: peshkova/123rf.com)
Künstliche Intelligenz (KI) hält zunehmend Einzug in die öffentliche Verwaltung. Als konkretes Werkzeug, das Prozesse beschleunigt, Bürgerbeteiligung stärkt und Verwaltungsmitarbeitende entlastet. Doch wie gelingt der Transfer von Pilotprojekten in den Regelbetrieb? Und wie können Kommunen voneinander lernen, um Ressourcen zu bündeln und Wissen zu teilen? Angestoßen auf dem KGSt-Festival 2025 stehen diese Fragen nun im Mittelpunkt des neuen Aktionsmonats Mai für kommunale KI (#MyAI).
Die Initiative der Stadt Leipzig wird von der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt), dem CityLAB Berlin und zahlreichen kommunalen Partnern unterstützt und reagiert auf einen dringenden Bedarf: Viele Verwaltungen stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Demografischer Wandel, Fachkräftemangel, wachsende Aufgabenlast. Gleichzeitig fehlt es oft an Zeit, Budget oder Know-how, um KI-Projekte allein umzusetzen. #MyAI soll nach Angaben der Initiatoren Sichtbarkeit schaffen für bereits bestehende Lösungen und Synergien anregen: Durch den Austausch vermeiden Städte und Gemeinden Doppelarbeit und können auf bewährte Ansätze zurückgreifen. Darüber hinaus erhoffe man sich durch den Aktionsmonat eine politische Signalwirkung, indem man der Bundesebene sichtbar mache, wie viel Innovation vor Ort, oft ohne zentrale Steuerung, und mit großer Eigeninitiative entsteht.
Beispiele von Kiel bis Konstanz
An #MyAI beteiligen sich rund 25 Städte und Gemeinden – von Kiel bis Konstanz – mit Best-Practice-Beispielen, offenen Austauschformaten und Schulungsangeboten.
Die Bandbreite der vorgestellten Anwendungen ist vielfältig. So werden etwa in Kiel Bauanträge dank KI schneller bearbeitet, in Hannover und Bad Oeynhausen Wohngeldanträge niedrigschwelliger gestaltet (wir berichteten). Stuttgart macht mittels KI sein Stadtarchiv interaktiv erlebbar, in Braunschweig sorgt KI für eine lebendigere Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern.
Leipzig nutzt den internen ChatBot LeoGPT um Wissen nutzbar zu machen (wir berichteten). Kommunen wie Nettetal und Rosendahl wiederum setzen KI ein, um Informationen mehrsprachig und leicht verständlich aufzubereiten. Und in Berlin, Ulm und Neckarsulm optimieren KI-gestützte Werkzeuge die tägliche Arbeit von Verwaltungsmitarbeitenden, etwa durch bessere Suchfunktionen in Rats- und Dokumentationssystemen.
Wissen teilen, Kompetenzen stärken
Der Erfolg von KI in der Verwaltung hängt nicht nur von Technologie ab, sondern von Wissensaustausch und Kulturwandel. Dazu können laut KGSt die von den beteiligten Kommunen entwickelten niedrigschwelligen Formate beitragen. Grundlagenwissen vermitteln etwa das KI-Schwimmabzeichen der Städte Kiel und Landshut oder der KI-Führerschein aus Nettetal; praktische Austauschformate, die den direkten Dialog fördern, sind die „KI & Croissant“-Treffen in Rosendahl, die Prompting-Workshops der Stadt Konstanz oder die „Copilot Connect“-Sessions der Stadt Hannover. Kiel hat darüber hinaus auch die Führungskräfte im Fokus: Spezielle Angebote sorgen dafür, dass KI-Strategien von oben mitgetragen werden.
„Viele Kommunen haben bereits eigene Lösungen entwickelt; oft mit begrenzten Ressourcen, aber großer Kreativität“, sagt Daniel Krüger, IT-Innovationsmanager bei der Stadt Leipzig. „#MyAI macht diese Vielfalt sichtbar und zeigt: Gemeinsam sind wir stärker.“
Einladung zum Austausch
Der Aktionsmonat Mai für kommunale KI ist eine offene Einladung an alle Verwaltungen, Fachverbände und politischen Entscheidungsträger, sich zu informieren, auszutauschen und mitzugestalten. Eine Übersicht aller beteiligten Kommunen, Anwendungsfälle und Schulungsformate ist in den sozialen Medien unter dem Hashtag #MyAI2026 und #KommunaleKI zu finden. Zudem laden offene digitale Lernformate, die CityLAB Sommerkonferenz 2026 am 3. Juni in Berlin, sowie das KGSt-FORUM 2026 von 16. bis 18. September in Leipzig zur Vertiefung ein.
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