Samstag, 5. September 2026

Kreis RothStart für die Digitale Bürgerwabe

[22.04.2026] Künstliche Intelligenz unterstützt Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Roth künftig bei Behördengängen. Die Digitale Bürgerwabe verbindet elektronische Verwaltung und Vor-Ort-Service und hilft etwa beim Ausfüllen von Formularen. Eingesetzt wird der Prototyp zunächst für den Antrag auf Wohngeld.
Landtagsabgeordneter Felix Locke, Bayerns Digitalminister Dr. Fabian Mehring, Landrat Ben Schwarz in der Digitalen Bürgerwabe

Digitale Bürgerwabe im Landratsamt Roth verbindet digitale Verwaltung und Vor-Ort-Service.

v.l.: Landtagsabgeordneter Felix Locke, Bayerns Digitalminister Dr. Fabian Mehring, Landrat Ben Schwarz

(Bildquelle: Landkreis Roth)

Wie sich eine innovative und bürgernahe Verwaltung vor Ort praktisch umsetzen lässt, zeigt der mittelfränkische Landkreis Roth gemeinsam mit Partnern aus der Region im Rahmen seines Projekts Digitale Bürgerwabe.

Wie das bayerische Digitalministerium berichtet, schlägt der jetzt im Landratsamt vorgestellte Prototyp die Brücke zwischen digitalen Zukunftstechnologien und gewohntem Vor-Ort-Service und soll perspektivisch in den Regelbetrieb überführt werden.

Wabe hat das Zeug zum Exportschlager

„Unser Land erstickt in Bürokratie und krankt an seiner Demografie. Unsere Trümpfe gegen beide Herausforderungen heißen Digitalisierung und KI“, so Bayerns Digitalminister Fabian Mehring, der das deutschlandweit einzigartige Projekt gemeinsam mit Roths Landrat Ben Schwarz und dem Landtagsabgeordneten Felix Locke der Öffentlichkeit vorstellte. Die Verwaltung der Zukunft werde mit erheblich weniger Personal auskommen müssen, so Mehring weiter: „Um trotzdem leistungsfähig zu bleiben, müssen moderne Behörden unweigerlich hochgradig automatisiert, möglichst bürokratiearm und vollständig digital arbeiten. Die digitale Bürgerwabe ist ein bundesweites Leuchtturmbeispiel dafür, wie wir Verwaltungsdigitalisierung und modernen Bürgerservice unter einen Hut bringen können. Sie hat das Potenzial, ein Exportschlager aus Roth zu werden, der bald überall Begeisterung für einen modernen Digitalstaat stiftet.“

Modularer Servicepunkt

Die Digitale Bürgerwabe ist als geschützter, modularer Servicepunkt konzipiert, der digitale Verwaltung und Vor-Ort-Service verbindet. Der vorgestellte Prototyp bietet nach Angaben des bayerischen Digitalministeriums bereits zentrale Funktionen wie eine sichere Identitätsprüfung über Ausweis-Scan und biometrischen Abgleich in Echtzeit, eine mehrsprachige KI-gestützte Antragstellung, eine automatisierte Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen, inklusive Prüfung auf Plausibilität und Vollständigkeit sowie einen Dokumentenscanner zur direkten, datenschutzkonformen Übernahme in digitale Verfahren. Ziel sei es, Bürgerinnen und Bürger auch ohne technische Kenntnisse durch den gesamten digitalen Prozess zu führen – verständlich, barrierearm und ohne Medienbrüche.

„Die KI hilft beim Ausfüllen der Formulare, beantwortet Fragen und stellt sicher, dass alle Angaben vollständig sind“, erläutert Landrat Ben Schwarz. Gleichzeitig gewährleiste der Abgleich von Ausweis und Kamera eine hohe Sicherheit. „Wichtig ist uns dabei ein geschützter Raum, der trotzdem offen und zugänglich bleibt. Für unsere Mitarbeitenden bedeutet das eine spürbare Entlastung, weil Anträge vollständig und strukturiert eingehen. So schaffen wir mehr Zeit für den direkten Service vor Ort.“

Prototyp wird zunächst beim Wohngeld eingesetzt

An den Start geht die Bürgerwabe in Roth zunächst mit dem stark nachgefragten Antrag auf Wohngeld – weitere sollen folgen. Entwickler Alexander Wexler vom Unternehmen BEEvalid beschreibt die perspektivischen Möglichkeiten: „Die Wabe soll zum aktiven Beratungsort werden: Durch KI-gestützte Gesprächsführung und automatische Transkription können Anliegen vollständig erfasst, dokumentiert und weitergeleitet werden. Ein Service, der nicht nur für Kommunen, sondern etwa auch Banken interessant ist. Auch müsste die Wabe nicht zwangsläufig in einem Amt stehen, was ein Loslösen von Öffnungszeiten bedeutet.“

Ausweitung in die Fläche

Die Ausweitung des Projekts in die Fläche wird politisch vom Landtag unterstützt: Über eine Initiative der Regierungsfraktionen in Höhe von 150.000 Euro wurden gezielt Mittel bereitgestellt, um Pilotprojekte wie die Bürgerwabe voranzubringen und perspektivisch im Raum Nürnberg auszurollen.

Initiator der Sonderförderung war der Landtagsabgeordnete Felix Locke, der betont: „Wir wollen einen modernen Staat, der den Menschen dient und ihnen nicht im Weg steht. Mit unserer Initiative bringen wir moderne Verwaltungskanäle wie die Bürgerwabe gezielt voran und machen den Weg frei für weniger Bürokratie und mehr digitale Lösungen im Alltag. Diese Angebote müssen jetzt Schritt für Schritt in die Fläche gebracht werden – gerade auch im Raum Nürnberg.“





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