Mittwoch, 25. März 2026

BremerhavenErfolgsmodell E-Learning

[25.03.2026] Schulungen in Form von E-Learning-Kursen anzubieten, hat sich in Bremerhaven mittlerweile zu einem echten Erfolgsprojekt entwickelt. Die Stadt nutzt dafür die Plattform Moodle, die während der Coronapandemie zunächst als Testumgebung eingeführt worden war. Inzwischen ist darüber ein umfangreiches Angebot von mehr als 70 verschiedenen Kursen verfügbar.
Moodlekurse Symbolfoto.

Stadt Bremerhaven bietet Mitarbeitenden über die E-Learning-Plattform Moodle mittlerweile mehr als 70 Online-Weiterbildungskurse an.

(Bildquelle: Arnd Hartmann/Stadt Bremerhaven)

Beim Magistrat der Stadt Bremerhaven gehen Schulungen inzwischen selbstbestimmt, zu jeder Zeit und ortsunabhängig vonstatten – dank der E-Learning-Plattform Moodle. Was als Testumgebung während der Coronazeit begann, hat sich zu einer echten Erfolgsgeschichte gewandelt: Über 800 Userinnen und User aus der gesamten Stadtverwaltung sind mittlerweile in den mehr als 70 Kursen eingeschrieben. Und fast täglich werden es mehr. 

Bis es soweit war, war es jedoch ein weiter Weg: Anfang 2022 erhielten zwei Kolleginnen, die frisch aus dem Studium in das damals noch neue Digitalisierungsbüro kamen, das Thema E-Learning als erstes Projekt. Sie entschieden sich dafür, das Tool Moodle zu testen, eine kostenlose und quelloffene Lernplattform, die es Lehrenden ermöglicht, Online-Kurse zu erstellen und zu verwalten. Lernende können auf Informationsmaterial zugreifen und je nach Kursus Kontakt mit der Kursleitung aufnehmen Die Software wird weltweit von Schulen, Universitäten und Unternehmen genutzt, um E-Learning zu unterstützen. 

Interner Zugang reichte nicht aus

Zunächst war Moodle nur für das interne Netzwerk des Magistrats der Stadt Bremerhaven freigeschaltet. Nachdem der Funktionsumfang ausgelotet und erfolgreich erste kleinere Testkurse entstanden waren, wurde das weitere Vorgehen festgelegt. Allem voran war es dem Magistrat wichtig, zeit- und ortsunabhängig Schulungen durchzuführen. Ebenso war zu klären, ob anderen Organisationseinheiten der Stadtverwaltung die Möglichkeit eingeräumt werden sollte, eigene Kurse zu erstellen. Zudem waren ein Rechte- und Rollenkonzept zu entwickeln und rechtliche Rahmenbedingungen wie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu berücksichtigen. 

Während der Testphase stellte sich die ausschließlich interne Erreichbarkeit der Plattform jedoch als Problem dar. So hatte beispielsweise die Bremerhavener Berufsfeuerwehr Bedarf angemeldet, aus ihren Fahrzeugen heraus auf Moodle zugreifen zu können. Damit sollten neue Mitarbeitende zum Beispiel die Funktionen der Fahrzeuge unterwegs nachvollziehen können – und diese verfügen nicht über eine VPN-Verbindung in das interne Netzwerk. Auch Berufsschülerinnen und -schüler, etwa angehende Verwaltungsfachangestellte, sollten außerhalb des Magistratsnetzes die Möglichkeit haben, Kurse einzusehen. 

Somit musste gemeinsam mit dem städtischen IT-Dienstleister (Betrieb für Informationstechnologie) alles Notwendige konfiguriert werden. So wurden etwa die Erstellung eines Impressums sowie die Aufnahme der Datenschutzhinweise erforderlich – um nur zwei Herausforderungen zu nennen, die mit dem wachsenden Interesse an der Plattform einhergingen. Das kleine Projektteam stellte sich diesen Herausforderungen. Nachdem alle Unklarheiten beseitigt waren und eine Reihe von Dokumenten die Mitbestimmungsgremien durchlief, konnte die Schulungsplattform Ende 2022 unter anderem im Intranet bekannt gemacht und beworben werden. 

Angebot erfreut sich wachsender Beliebheit

Das Angebot wurde durch die Organisationseinheiten der Stadtverwaltung nach und nach immer mehr wahrgenommen. Zunächst wurden einige kleine Onboarding-Kurse für eigene Mitarbeitende angeboten. Mittlerweile hat das Digitalisierungsbüro unter anderem den Kurs „Eine Reise in die Welt der Digitalisierung“ erstellt, in welchem den Teilnehmenden Tipps und Tricks rund um Standardsoftware und das Thema Digitalisierung gegeben werden. „How to Moodle“ wiederum erklärt, welche Funktionen innerhalb eines Moodle-Kurses genutzt werden können. 

Und das Angebot „Allgemeine Schriftgutverwaltung mit enaio“ schließlich ist der beste Beweis dafür, dass der initiale Plan vom zeit- und ortsunabhängigen Schulen aufgegangen ist. Dozentinnen und Dozenten werden dauerhaft entlastet und auch das Problem beschränkter Teilnehmendenzahlen existiert nun nicht mehr. 

Mittlerweile werden sogar in mehreren Kursen Zertifikate nach erfolgreichem Abschluss vergeben, welche Mitarbeitende unter anderem für das Arbeiten mit spezieller Software berechtigen. Die Zertifikate gehen zum Teil auch in die digitale Personalakte ein. Weiterbildung ist in der Bremerhavener Stadtverwaltung ein digitales Erfolgsprojekt und die Nutzerzahlen zeigen, dass die Mitarbeitenden diese Möglichkeit zu schätzen wissen. 

Viola Indorf ist Leiterin des Technikteams im Digitalisierungsbüro des Magistrats der Stadt Bremerhaven.




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