Sonntag, 8. November 2026

Föhr-AmrumTourismusabgabe vollständig digital

[23.09.2026] Das Amt Föhr-Amrum hat die Tourismusabgabe vollständig digitalisiert. Rund 5.500 Abgabefälle können künftig medienbruchfrei online bearbeitet werden. Die gemeinsam mit dem Land Schleswig-Holstein und dem Unternehmen Netcompany entwickelte Lösung soll ab 2027 auch anderen Kommunen zur Verfügung stehen.
Paar auf einem Dünenwanderweg auf der Insel Amrum

Auf Amrum und Föhr kann die Tourismusabgabe jetzt vollständig online abgewickelt werden.

(Bildquelle: Oliver Franke)

Keine Formulare, keine Wege, keine Wartezeit: Mit der Digitalen Tourismusabgabe ist im Amt Föhr-Amrum jetzt nach Angaben der Verwaltung einer der ersten vollständig digitalen und medienbruchfreien Verwaltungsdienste dieser Art in Schleswig-Holstein in den Produktivbetrieb gegangen. Beherbergungs- und Handwerksbetriebe sowie weitere touristisch ausgerichtete Unternehmen auf Föhr und Amrum können ihre Tourismusabgabe ab sofort vollständig online erfassen, melden und abrechnen. Papierformulare oder Behördengänge sollen damit entfallen.

Betroffen sind nach Angaben des Amts rund 5.500 Tourismusabgabefälle. Bereits im Mai 2026 hatte die Verwaltung angekündigt, das Verfahren zu digitalisieren. Vor dem Produktivstart wurde der neue Dienst gemeinsam mit rund 20 Pilotbetrieben aus Beherbergung, Handel, Gastronomie, Handwerk und Verkehr getestet. Die Unternehmen erprobten den gesamten Prozess von der Dateneingabe bis zur Abrechnung. Ihre Rückmeldungen seien anschließend in die Weiterentwicklung des Dienstes eingeflossen.

„Mit dem Livegang der Digitalen Tourismusabgabe lösen wir ein Versprechen ein, das wir im Mai gegeben haben: digitale Verwaltung, die im Alltag unserer Betriebe wirklich ankommt“, sagt Amtsdirektor Christian Stemmer. Der intensive Praxistest mit den Gewerbetreibenden sei „goldrichtig“ gewesen. „So wird aus einer guten Idee ein Dienst, der zuverlässig funktioniert.“

Projekt mit Vorzeigecharakter

Entstanden ist die Digitale Tourismusabgabe im Rahmen einer Kooperation des Amts Föhr-Amrum mit der Staatskanzlei Schleswig-Holstein (wir berichteten) und dem dänischen IT-Unternehmen Netcompany. Spätestens ab Januar 2027 soll die Lösung nach Angaben der Projektpartner als Blaupause für weitere Kommunen in Schleswig-Holstein dienen. Perspektivisch soll sie zudem auf andere Verwaltungsleistungen übertragen werden können.

Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter bezeichnet den Produktivbetrieb als „Meilenstein auf dem Weg zu vollständig digitalen, medienbruchfreien Verwaltungsprozessen“. Ziel sei es, „dass Daten fließen und nicht die Menschen und Unternehmen Papier verschicken oder in die Behörden laufen müssen“. Das Pilotprojekt habe auch aufgrund der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Vorzeigecharakter.

Technische Grundlage des Dienstes ist nach Angaben von Netcompany die modulare Plattform AMPLIO. Die Lösung sei von Beginn an für eine mögliche Nachnutzung konzipiert worden. „Mit der digitalen Tourismusabgabe verbinden wir unsere Erfahrungen aus der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung in Dänemark mit den konkreten Anforderungen der Kommunen in Schleswig-Holstein“, erklärt Jess Møller Knudsen, DACH Managing Director bei Netcompany. Perspektivisch könne die Lösung auch von weiteren Kommunen und für andere Abgabenarten eingesetzt werden.

Die Digitale Tourismusabgabe ist Teil der Digitalisierungsstrategie des Amtes Föhr-Amrum. Bereits seit Ende April 2026 wird über den Dienst MOINBoard.de ein vollständig digitaler Zuzugsprozess für interessierte Fachkräfte angeboten. Ergänzt werden die digitalen Angebote durch sogenannte Digitale Knotenpunkte auf Föhr und Amrum.





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