IT-PlanungsratPerspektiven in Europa

Der IT-Planungsrat will deutsche und europäische Interessen harmonisieren.
(Bildquelle: PEAK)
Dem IT-Planungsrat geht es nach dem gemeinsamen Grundverständnis seiner Mitglieder nicht nur darum, europäische Vorgaben in die eigenen Aktivitäten einfließen zu lassen, sondern auch darum, Interessen der Kommunen, der Länder und des Bundes zu bündeln, um ihnen auf europäischer Ebene Gehör zu verschaffen. Harmonisierte Vorgaben in Europa sind in vielen Bereichen sinnvoll und in einigen unumgänglich. So ist IT für das Funktionieren von Staat und Verwaltung mittlerweile so bedeutend und die Vernetzung zwischen den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union so eng, dass sich jeder der Etablierung und Aufrechterhaltung eines gemeinsam vereinbarten Mindestniveaus an Sicherheit widmen muss.
Interessen aus Deutschland in Europa Gehör zu verschaffen soll nicht heißen, deutsche IT-Standards auf europäischer Ebene zu retten. Es geht dem IT-Planungsrat um einen echten Dialog mit dem Ziel der bestgeeigneten Lösung in einem konkreten Problemfeld. Dass Anforderungen vermieden werden müssen, die in deutschen Behörden nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand implementiert werden können, ist insofern kein Gegensatz, sondern notwendige Grundhaltung für die Diskussion.
E-Government auf der Agenda
Die europäische Dimension des E-Government stand schon früh auf der Tagesordnung des Gremiums. Bereits in der zweiten Sitzung im Juli 2010 setzte der IT-Planungsrat eine Kooperationsgruppe EU ein. Diese hatte nicht nur den Auftrag, Empfehlungen für die Verbesserung des fachlichen Austauschs mit der EU-Kommission zu erarbeiten, die das gemeinsame Grundverständnis und einen Bezugsrahmen für europäische Themen bis heute prägen. Mit der Kooperationsgruppe EU war auch ein Anlass gegeben, die Kommunikationsprozesse im IT-Planungsrat mit wichtigen Mitstreitern zu europäischen Themen zu optimieren. Heute verfügt der IT-Planungsrat über ein Sensorium für die europäische Dimension des E-Government, das durch eine ständige Berichterstattung in jeder Sitzung weiter geschärft wird. Positiv hervorzuheben ist an dieser Stelle die koordinierende Funktion des Bundesministeriums des Innern, ohne die der Anspruch, zu europäischen Initiativen frühzeitig Position zu beziehen und diese von vornherein bei eigenen Aktivitäten zu berücksichtigen, kaum umgesetzt werden kann. Auf europäischer Ebene nimmt Deutschland ferner durch Einbindung in eine bei der EU-Kommission angesiedelte eGovernment Expert Group Einfluss. Dabei wird die Bundesrepublik durch hochrangige Beamte aus dem Bundesministerium des Innern und des Sächsischen Staatsministeriums der Justiz und für Europa vertreten.
In den vergangenen beiden Jahren befasste sich der IT-Planungsrat unter anderem mit dem E-Government-Aktionsplan 2011-2015, dem E-Government Benchmarking, dem Europäischen Interoperabilitätsrahmen und mit dem Entwurf der Verordnung über die elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen im Binnenmarkt. Der IT-Planungsrat stellte diese Dokumente in den föderalen Kontext Deutschlands, analysierte deren Auswirkungen für das E-Government hierzulande, bezog Position im Sinne der Mitgestaltung oder entsandte Mitarbeiter in die zuständigen Arbeits- und Expertengruppen auf europäischer Ebene. Da fast alle diese Themen auf mittlere bis lange Dauer angelegt sind, tangieren sie auch heutige Aktivitäten des IT-Planungsrats.
Integrierte Infrastrukturen
Künftig wird die von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Connecting Europe Facility (CEF) eine besondere Stellung unter den europabezogenen Aktivitäten des IT-Planungsrats einnehmen. Die CEF ist Teil des mehrjährigen Finanzrahmens 2014-2020, genauer des darin enthaltenen Wachstumspakets für integrierte europäische Infrastrukturen. Ziel ist es, den für die Wettbewerbsfähigkeit Europas und die Vollendung des Binnenmarktes entscheidenden Infrastrukturausbau grenzüberschreitend voranzutreiben. Mit ihrer sektorübergreifenden Ausrichtung auf Verkehrs-, Energie- und Telekommunikationsinfrastrukturen bündelt die CEF bislang unterschiedliche Finanzierungsinstrumente in einem Fonds, mit dem Vorteil ähnlicher Antrags- und Abrechnungsmodalitäten. Dabei werden die begünstigten Fördergegenstände in sektorspezifischen Leitlinien festgelegt.
Die sektorspezifische Leitlinie für den Bereich der Telekommunikation wird derzeit noch verhandelt. Absehbar ist jedoch, dass in den Jahren 2014 bis 2020 knapp eine Milliarde Euro für die Etablierung und den Ausbau grenzüberschreitender elektronischer Dienste zur Verfügung stehen. Deren Nutzung soll im Wesentlichen durch die Errichtung und den Betrieb zentraler Plattformen gefördert werden, an die elektronische Dienste der EU-Mitgliedsstaaten angeschlossen werden. Dies soll nach aktuellem Diskussionsstand Funktionen wie den elektronischen Dokumentenaustausch, die elektronische Identifizierung oder die Rechnungsabwicklung betreffen. Eine wesentliche Frage ist hierbei, wer welche Standards für die zentralen Plattformen festlegt, welche die dezentralen Dienste der Mitgliedsstaaten wiederum bedienen können müssen. Basis hierfür ist das neue EU-Großprojekt Electronic Simple European Networked Services
(e-SENS), das unter der Gesamtfederführung Nordrhein-Westfalens und unter Mitwirkung des Freistaats Sachsen mit über 100 Organisationen aus 20 europäischen Ländern durchgeführt wird. Mehrere Mitglieder des IT-Planungsrats gehören dem Konsortium an und tragen Sorge für einen stetigen Informationsfluss und die Berücksichtigung der Interessen von Bund, Ländern und Kommunen in Deutschland.
Schleswig-Holstein: Konsequent digital
[28.01.2026] Von Anlagengenehmigung bis zum Wohngeld: Schleswig-Holstein setzt den Roll-out von Onlinediensten und die Digitalisierung der Verwaltung weiter konsequent um. Ein landeseigenes Digitalisierungs-Dashboard soll die Fortschritte künftig visualisieren. mehr...
OZG-Leistungen: Schub für die digitale Verwaltung
[26.01.2026] Der Bund sowie Bayern und Hessen als Pilotländer erproben einen neuen Weg, um digitale Verwaltungsdienste überall anbieten zu können. Dabei finanziert der Bund Roll-in-Teams für die Kommunen, während sich die Länder verpflichten, bis Ende 2026 fünf Online-Dienste landesweit einzuführen. Das Verfahren soll auf andere Länder übertragen werden. mehr...
Deutscher Städtetag: Lüneburgs OB ist neue Vizepräsidentin
[26.01.2026] Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch ist die neue Vizepräsidentin des Deutschen Städtetages. Sie folgt auf Katja Dörner, die im Herbst 2025 nicht erneut zur Oberbürgermeisterin gewählt wurde und somit auch aus dem Präsidium des DST ausgeschieden ist. mehr...
Potsdam: Neuer Digitalisierungsrat
[19.01.2026] In Potsdam hat sich der zweite Digitalisierungsrat der Stadt konstituiert. Er soll in den kommenden drei Jahren den digitalen Wandel der brandenburgischen Landeshauptstadt begleiten und bringt dafür Expertise aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ein. mehr...
Saarland: Dritte Auflage des E-Government-Pakts
[08.01.2026] Das Saarland und die Kommunen haben die dritte Auflage ihres E-Government-Pakts unterzeichnet. Das Land wird demnach die Kommunen bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) und beim Ausbau digitaler Angebote unterstützen. Ein gemeinsames IT-Steuerungsgremium wird die vereinbarten Maßnahmen begleiten. mehr...
GovTech Kommunal: Kommunen digital handlungsfähig machen
[18.12.2025] Die Initiative GovTech Deutschland hat ihr Angebot um den Verein GovTech Kommunal erweitert. Es soll damit eine bundesweite Einheit geschaffen werden, welche die kommunale Digitalisierung systematisch bündelt und konsequent an den Bedarfen der Städte, Gemeinden und Landkreise ausrichtet. Die Mitgliedschaft steht mit gestaffeltem Beitragsmodell allen Kommunen offen. mehr...
Hanau: Stadtweite IT neu ausgerichtet
[18.12.2025] Hanau hat sich das Ziel gesteckt, bis 2030 die Digitalisierung der gesamten „Unternehmung Stadt“ abzuschließen. Dazu werden Entscheidungs-, Verantwortungs- und Budgetstrukturen künftig an einer Stelle gebündelt, zudem soll die Stelle des CDO geschaffen werden. mehr...
Deutscher Landkreistag: Kommunen in Modernisierungsagenda einbinden
[11.12.2025] Die von Bund und Ländern vereinbarte föderale Modernisierungsagenda bewertet der Deutsche Landkreistag (DLT) als positiv. Damit Bürger, Unternehmen und Kommunen jedoch tatsächlich entlastet werden, ist ein enger Schulterschluss mit Landkreisen, Städten und Gemeinden bei der Umsetzung erforderlich. mehr...
Sachsen-Anhalt: Zentrale Serviceagentur für Kommunen
[08.12.2025] Eine Machbarkeitsstudie aus Sachsen-Anhalt zeigt, dass eine zentrale Serviceagentur für Kommunen Verwaltungsabläufe beschleunigen und verbessern kann. Digitalministerin Lydia Hüskens kündigte an, dass ab 2026 sukzessive eine Unterstützungseinheit für Kommunen umgesetzt werden soll. mehr...
IT-Planungsrat: Kommunalbeirat NOOTS
[08.12.2025] Das Kommunalgremium des IT-Planungsrats übernimmt im Zuge der Neuaufstellung des Nationalen Once-Only-Technical-Systems (NOOTS) zusätzlich die Rolle des Kommunalbeirats NOOTS. Es hat dabei keine Entscheidungsbefugnis, sondern erfüllt eine Resonanz- und Feedbackfunktion. mehr...
4. Digitalministerkonferenz: Bessere Zusammenarbeit aller Ebenen
[27.11.2025] Bei der 4. Digitalministerkonferenz in Berlin setzte Niedersachsens Digitalministerin Daniela Behrens den Schwerpunkt auf föderale Zusammenarbeit: Sie forderte eine engere, effektivere Zusammenarbeit aller föderaler Ebenen und den Zugang zu Services des ITZBund auch für Länder und Kommunen. mehr...
Oldenburg: Mit neuem Amt in die digitale Zukunft
[27.11.2025] Alle Aufgaben rund um digitale Verwaltungsprozesse und die IT-Infrastruktur bündelt die Stadt Oldenburg ab Anfang kommenden Jahres in einem eigenen Amt für digitale Transformation. Das soll Abstimmungsaufwände reduzieren, Prozesse beschleunigen und dauerhaft zu innovativen, bürgernahen Angeboten beitragen. mehr...
Föderale Modernisierungsagenda: Jetzt muss gehandelt werden
[27.11.2025] Der Nationale Normenkontrollrat mahnt die in der Föderalen Modernisierungsagenda vorgesehene bessere Aufgabenbündelung mit Nachdruck an. Die Ministerien müssten dieses Projekt konsequent weiterverfolgen, um Effizienz und Entlastung der Kommunen zu sichern. mehr...
Vitako: 20 Jahre Austausch und Innovation
[11.11.2025] Seit zwei Jahrzehnten vertritt Vitako die Interessen der kommunalen IT-Dienstleister. Bei der Jubiläumsfeier würdigte Digitalminister Karsten Wildberger in klaren Worten die Rolle der Kommunen als Ausgangspunkt digitaler Verwaltung und rief zu enger Zusammenarbeit mit Bund und Ländern auf. mehr...
Hamburg: Annika Busse ist die neue CIO
[11.11.2025] Annika Busse ist die neue CIO der Freien und Hansestadt Hamburg. Die bisherige stellvertretende Hamburg-CIO hat zum 1. November die Nachfolge von Jörn Riedel angetreten, der nach langjährigem Wirken in den Ruhestand verabschiedet wurde. mehr...























