Sonntag, 8. November 2026

Formular-ManagementAlternativen für PDF

[24.10.2013] PDF-Formulare im Web haben lange Zeit gut und erfolgreich funktioniert. Doch mittlerweile sinkt die Akzeptanz, auch aufgrund technischer Probleme. Formularanbieter müssen daher Lösungen finden, die bei der Dateneingabe ohne PDF-Formulare auskommen.

Seit über 15 Jahren können Formularfelder in PDF-Dokumenten genutzt werden, um Daten elektronisch zu erfassen und zu verarbeiten. Solche Formulare profitieren von den Vorteilen des Formats PDF – wie etwa Plattformneutralität, Darstellungs- und Drucktreue – und lassen sich dabei direkt am Bildschirm ausfüllen, ausdrucken, speichern und je nach Umsetzung direkt elektronisch versenden. Insbesondere für kleine Formulare hat die Darstellung im klassischen Layout des Papierformulars ihren Reiz. Doch mittlerweile sinkt die Akzeptanz von PDF-Formularen zur Dateneingabe durch die Nutzer rapide.

Drei Gründe für sinkende Akzeptanz

Dafür gibt es im Wesentlichen drei Gründe: Erstens wird der Adobe Reader als Plug-in im Webbrowser zunehmend durch Alternativen ersetzt, welche PDF-Formularfunktionen nicht oder nicht ausreichend unterstützen. Zweitens verlagert sich die Internet-Nutzung hin zu mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets, auf denen das Medium PDF-Formular nicht nur an die Grenzen von Darstellung und Gebrauchstauglichkeit stößt, sondern es auch technische Hürden gibt. Drittens wagen sich Kommunen vermehrt an die Umsetzung immer komplexerer Formulare, für die das Format PDF meist nicht die erste Wahl ist.
PDF-Formulare im Web haben lange Zeit gut und erfolgreich funktioniert, weil Plug-ins für fast alle relevanten Plattformen und Browser verfügbar waren und eine hohe Akzeptanz und Verbreitung hatten. Doch aktuell ist der Adobe Reader als Browser-Plug-in zunehmender Kritik ausgesetzt. Wiederholte Fälle gravierender Sicherheitslücken mit damit einhergehenden Warnungen des Bundesamts für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) haben für Verunsicherung bei den Nutzern gesorgt. Zudem machen lange Startzeiten, großer Speicherbedarf und häufige Aktualisierungen die Verwendung des Programms nicht nur auf älteren Geräten oft mühsam.

Vor- und Nachteile integrierter Viewer

Die Hersteller haben reagiert, und so bringen viele Webbrowser inzwischen eigene, integrierte PDF-Viewer mit. Immer mehr Anwender verzichten daher für das Betrachten von PDF-Dokumenten auf die Installation des PDF-Readers von Adobe. Der Nachteil: Die integrierten Viewer unterstützen PDF-Formularfunktionen zurzeit nicht oder nicht in ausreichendem Maße. Ein weiteres Problem ergibt sich durch die Entwicklung bei der Internet-Nutzung: Bereits jetzt erfolgen 50 Prozent aller Web-Zugriffe über mobile Geräte – Tendenz steigend. Auf Tablets und Smartphones sind PDF-Formulare keine praktikable Lösung. Die dort verfügbaren Viewer unterstützen PDF-Formularfunktionen nicht ausreichend oder sind technisch nicht integrationsfähig. Zudem stößt die Formularansicht durch die eingeschränkte Bildschirmgröße auf mobilen Geräten schnell an ihre Grenzen.
Beide Trends sorgen dafür, dass beim Endanwender künftig immer weniger geeignete Infrastruktur für das Ausfüllen von PDF-Formularen verfügbar sein wird. Aus technischer Sicht ist daher eine Alternative notwendig. Als weiterer Treiber für den Umstieg kommt der Erfolg von Online-Verfahren hinzu. Viele Kommunen sind erfolgreich ins E-Government gestartet und setzen nun immer komplexere Verwaltungsvorgänge elektronisch um. Damit steigen auch der Umfang und die Komplexität der zu erhebenden Daten. Formulare, die sich über mehrere Seiten erstrecken, hunderte von Feldern enthalten und dynamische Anlagen erzeugen, lassen sich nur mit hohem Aufwand im PDF-Format umsetzen. Zudem schreckt häufig der mangelnde Nutzerkomfort ab. Erste Kommunen, die bislang ausschließlich auf PDF-Formulare gesetzt haben, berichten von vermehrten Anfragen zu Alternativen und befürchten mittelfristig sinkende Nutzungszahlen. Formularanbieter müssen nun also Lösungen finden, die bei der Daten­eingabe ohne PDF-Formulare auskommen.

Webbasierte Lösungen als Alternative

Assistentengestützte, auf Web-Technologien basierende Lösungen bieten eine erfolgreiche und praxistaugliche Alternative zum klassischen PDF-Formular. Die technische Basis besteht aus nativem HTML mit CSS und JavaScript. Eine klare Stärke: Die Metasprache des Webs beherrschen alle Browser, egal, ob diese auf einem Mobilgerät oder Desktop-Computer laufen. Die Datenerfassung übernehmen HTML-Eingabemasken. Dabei wird das Formular in „mundgerechte“ Stücke zerlegt und Schritt für Schritt abgefragt. Das verbessert die Nutzerakzeptanz und macht auch die Eingabe komplexer Sachverhalte angenehm. Formularbestandteile, die im konkreten Fall nicht relevant sind, können automatisch ausgelassen werden. Die Verwaltung profitiert vom Eingang plausibler, exakt validierter Daten, die weniger Rückfragen verursachen und interne Prozesse anstoßen können. Hat der Nutzer seine Eingabe abgeschlossen, lässt sich das PDF-Format dennoch sinnvoll nutzen: Das System kann ein PDF-Dokument zur Visualisierung, zur Archivierung oder zum Druck erzeugen – mit allen Vorteilen von PDF und ganz ohne die geschilderten Probleme des PDF-Formulars.
Lösungen wie cit intelliForm von Anbieter cit erleichtern die Erstellung und den Betrieb solcher assistentengestützter Formulare mit PDF-Anbindung erheblich. Eine komfortable, grafische Modellierung ersetzt hier das Programmieren jedes Formulars und ermöglicht die Entwicklung auch für Fachabteilungen. Responsive Web Design und der Einsatz von HTML 5 sorgen dafür, dass das Formular aus einer Quelle auf praktisch allen Geräteklassen komfortabel nutzbar ist, vom Desktop über Tablet-PCs bis hin zum Smartphone. Das Ergebnis fühlt sich auf dem Mobilgerät an wie eine App, ganz ohne technisch aufwändige, individuelle App-Entwicklung für die verschiedenen mobilen Systeme. Hinzu kommen fertige Funktionsbausteine, zum Beispiel für die Erfassung und Prüfung von Datei-Anlagen, die Integration des neuen Personalausweises, für elektronisches Bezahlen oder für das Weiterleiten strukturierter Daten an interne Systeme, sodass aus dem isolierten Formular schnell eine vollständige E-Government-Lösung wird.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass assistentengestützte Formulare auf Basis von nativem HTML 5 eine zukunftsfähige Alternative zu PDF-Formularen darstellen. Sie sind sowohl für Endgeräte aller Art als auch für alle gängigen Browser verfügbar, bieten darüber hinaus einen höheren Nutzerkomfort und erzeugen qualitativ bessere Datenergebnisse.

Jochen Schwarze ist Entwicklungsleiter bei der cit GmbH, Dettingen/Teck.


Stichwörter: Panorama, E-Formulare


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Screenshot der Seite MittelrheinExplorer
bericht

Bacharach: Tourismus digital vernetzt

[06.11.2026] In Bacharach verbindet ein privatwirtschaftliches Projekt digitale Besucherinformation, einen KI-Reiseassistenten und einen Servicepunkt mit Selbstbedienungsangeboten. Das Konzept könnte auch für andere kleinere Tourismuskommunen interessant sein. mehr...

Ein Kind spielt in einer Turnhalle mit einem Fußball, zu sehen sind nur Oberkörper und Beine, im Hintergrund verschwommen weitere Kinder

Baden-Baden: Hallen und Sportstätten online buchen

[06.11.2026] Die Stadt Baden-Baden hat ein digitales Buchungssystem für ihre Hallen und Sportstätten eingeführt. Über die Plattform Locaboo können Vereine und andere Interessierte freie Kapazitäten prüfen und Räume online anfragen. Auch Vertragsabschlüsse und Abrechnungen werden künftig digital abgewickelt. mehr...

Ein Mann steht im Lagezentrum vor einem Monitor, auf dem ein komplexes Lagebild gezeigt wird

Braunschweig: Technologien für Katastrophenschutz erprobt

[04.11.2026] Bei einer groß angelegten Übung in Braunschweig hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) demonstriert, wie Drohnen, Satellitendaten, autonome Fahrzeuge und Künstliche Intelligenz den Katastrophenschutz unterstützen können. Im Mittelpunkt stand die Erstellung eines gemeinsamen digitalen Lagebilds. mehr...

Ein junger Mann erklärt einem älteren Mann etwas auf einem Desktopbildschirm.

Rheinland-Pfalz: Auch im Alter digital selbstständig

[04.11.2026] In Rheinland-Pfalz haben 60 weitere Ehrenamtliche ihre Zertifikate als Digital-Botschafterinnen und -Botschafter erhalten. Das landesweite Netzwerk unterstützt ältere Menschen kostenlos beim Umgang mit Smartphone und Internet, auch bei digitalen Behördengängen. mehr...

Niedersachsen: Polizei verteilt digitale Knöllchen

[03.11.2026] Die Polizei Niedersachsen führt mit dem elektronischen Datenermittlungsbeleg (eDEB) ein durchgängig digitales Verfahren zur Erfassung von Verkehrsordnungswidrigkeiten ein. Verstöße werden künftig direkt vor Ort elektronisch dokumentiert und medienbruchfrei an die kommunalen Bußgeldstellen übermittelt. mehr...

Gütersloh: Urban Stack gewinnt neue Partner

[02.11.2026] Die Stadt Gütersloh hat mit Halle (Saale) die erste Partnerkommune außerhalb Nordrhein-Westfalens für ihre Datenplattform Urban Stack gewonnen. Für Hosting und Bereitstellung wurden Kooperationen vereinbart. Die Vergabe für eine ergänzende KI-Plattform ist abgeschlossen. mehr...

Darmstadt: Stadtgeschichte online entdecken

[30.10.2026] Das Stadtarchiv Darmstadt macht ausgewählte historische Quellen direkt im Internet einsehbar. Historische Ratsprotokolle, Verwaltungsberichte und Grafiken geben Einblick in politische Entscheidungen, die Arbeit städtischer Ämter und das Leben in früheren Jahrhunderten. mehr...

interview

Interview: Es ist Zeit, endlich zu handeln

[21.10.2026] Wie sich Behörden mit sicheren Kommunikationslösungen unabhängiger von außereuropäischen Anbietern machen können, erläutert Benjamin Schilz, CEO von Wire, im Interview mit Kommune21 auf der Smart Country Convention 2026. mehr...

Porträt einer Frau mit Kopfhörern in Office-Umgebung, die konzentriert zuhört.

NExT: Verwaltungsalltag auf Sendung

[20.10.2026] Erfahrungen und Problemstellungen aus der kommunalen Praxis gibt es jetzt auch zum Hören: Das Verwaltungsnetzwerk NExT hat den Podcast „NExT Level Verwaltung“ gestartet. Zwei Verwaltungsprofis sprechen darin über Hürden im Alltag und Spielräume für Veränderungen. mehr...

Der Erste Bürgermeister der Stadt Ulm, Martin Bendel und die neue Chefdigitalisiererin Simone Philp.

Ulm: Neue Koordinierungsstelle für digitale Stadtentwicklung

[14.10.2026] Mit Simone Philp bekommt die Digitalisierung der Stadt Ulm ein neues Gesicht. Als Leiterin der neuen Koordinierungsstelle will die Wirtschaftswissenschaftlerin Digitalvorhaben bündeln, Kooperationen mit Wissenschaft und Wirtschaft ausbauen und Fördermittel einwerben. mehr...

Die automatisiert alarmierbare Vorauserkundungsdrohne der Feuerwehr Essen.

Essen: Drohne erkundet Einsatzorte vorab

[09.10.2026] Die Feuerwehr Essen testet seit Mitte September eine automatisiert startende Vorauserkundungsdrohne. Sie soll bereits vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte Bilder vom Einsatzort liefern und so eine frühzeitige Lagebeurteilung ermöglichen. Nach drei Monaten wird entschieden, ob das System dauerhaft eingesetzt werden soll. mehr...

Die Bayern nutzen Online-Angebote laut einer Studie der Initiative D21 überdurchschnittlich häufig.

Rheinland-Pfalz: Ehrenamtskarte per App beantragen

[08.10.2026] Rheinland-Pfalz hat eine App gestartet, mit der Ehrenamtliche die Ehrenamtskarte vollständig digital beantragen und Vergünstigungen finden können. Das Land übernimmt eine in Nordrhein-Westfalen entwickelte Lösung. Organisationen und Kommunen bearbeiten Anträge digital. mehr...

Mehrere Karteikästen mit farbigen Registerkarten. Im Vordergrund ist eine grüne Registerkarte mit der Jahreszahl 2013 zu sehen.

Kommune21 im Gespräch: Herausforderung Registermodernisierung

[07.10.2026] Die Registermodernisierung gehört zu den zentralen Vorhaben der Verwaltungsdigitalisierung. Im Live-Webinar „Kommune21 im Gespräch“ am 22. Oktober 2026 zeigen Fachleute des Landes Baden-Württemberg, von Komm.ONE und aus einem kommunalen Pilotprojekt, wo die Umsetzung derzeit steht, welche Erfahrungen bereits vorliegen und was Kommunen jetzt tun sollten. mehr...

Blick in ein Parkhaus

Hanau: Schrankenlos parken

[07.10.2026] Die Stadt Hanau stellt ihre Parkhäuser auf digitale Systeme um. Fast alle städtischen Häuser kommen bereits ohne Schranken und Parktickets aus, das Kennzeichen wird bei der Ein- und Ausfahrt erfasst. Weitere Standorte nutzen ticketlose Systeme mit Schranken. mehr...

Illustration einer diagonal über das Bild gespannten Kette, die gesprengt wird.
bericht

Digitale Transformation: Barrieren beseitigen

[05.10.2026] Ist eine Verwaltung, deren Grundzüge teilweise bis in die Bismarckzeit zurückreichen, überhaupt digital transformierbar? Das an der Universität Münster entwickelte Konzept des „Digital Rebirth“ zeigt, wie der erfolgreiche Einsatz digitaler Technologien gelingen kann. mehr...