Samstag, 12. September 2026

Print as a ServiceBriefpost extern drucken

[19.12.2023] Um Zeit und Kosten zu sparen, hat der Kreis Osnabrück mit dem IT-Dienstleister ITEBO einen externen Druckservice für Briefe realisiert. Während der Corona-Pandemie bewährte er sich beim Gesundheitsdienst – und inzwischen auch in anderen Bereichen.
Ein externer Print-Service für Briefpost entlastet Behörden.

Ein externer Print-Service für Briefpost entlastet Behörden.

(Bildquelle: ITEBO)

Drucken, falzen, kuvertieren und frankieren – der Aufwand, um einen Brief versandfertig zu machen, scheint auf den ersten Blick nicht groß. Rechnet man dies jedoch auf hundert, tausend oder zehntausend Briefe hoch, ist der Zeitaufwand enorm. Zu dieser Erkenntnis gelangten auch die Digitalisierungsverantwortlichen beim Landkreis Osnabrück, wo deshalb gemeinsam mit der ITEBO-Unternehmensgruppe das Projekt Print as a Service (PaaS) angestoßen wurde. Print as a Service ist eine externe Dienstleistung, die den Aufwand für Behördenschreiben auf ein Minimum reduziert. Das Prinzip ist einfach: Die Sachbearbeitenden lösen den Druck eines Dokuments fast wie gewohnt aus – sie wählen lediglich einen anderen Druckertreiber als sonst. Nach Absenden des Druckauftrags wird das Dokument in einem speziellen Verzeichnis abgelegt. Zu einem festgelegten Zeitpunkt holt die ITEBO-Unternehmensgruppe dort die Druckaufträge elektronisch ab. Diese werden dann postalisch aufbereitet gedruckt, kuvertiert und dem Verteildienstleister übergeben. Kein Falzen oder Kuvertieren Die Nutzung der externen Dienstleistung Print as a Service bietet Behörden zahlreiche Vorteile: Die Brieferstellung lässt sich vollständig automatisieren und manuelle Tätigkeiten wie falzen oder kuvertieren entfallen. Es fallen keine Kosten für Drucker-Hardware und den notwendigen IT-Support an, weitere Einsparungen sind durch die Nutzung von Portorabatten möglich, so lassen sich deutliche Kostensenkungen erzielen. Die PaaS-Dienste können seitens ITEBO abteilungsbezogen verrechnet werden. Die Beschäftigten können den Dienst vollständig ortsunabhängig nutzen – im Büro ebenso wie im Homeoffice oder sogar von unterwegs aus. Zudem ist der Druckertreiber intuitiv bedienbar. Eine verschlüsselte Datenübertragung und die Produktion in einem durch Zutrittskontrollen gesicherten Bereich sorgen dafür, dass die übermittelten Daten absolut sicher sind. Nicht zuletzt leisten Behörden, die auf Print as a Service setzen, einen Beitrag zum Umweltschutz, da weniger Energie und Material verbraucht werden. Auch die Feinstaubbelastung durch Tonerstaub in den Büros wird reduziert. Eine Verzögerung der Zustellung entsteht durch den externen Dienst nicht: Nach Vereinbarung ist sogar die taggleiche Einlieferung der Schreiben bei der Post möglich. Testphase übersprungen Beim Landkreis Osnabrück wurde der PaaS-Dienst kurz vor der Corona-Pandemie eingerichtet. Aufgrund des dann plötzlich auftretenden hohen Bedarfs wurde die Testphase übersprungen und der Gesundheitsdienst startete unmittelbar mit dem Druckservice. Mit Ausbruch der Pandemie sah sich die gesamte Abteilung mit gravierenden Veränderungen konfrontiert: Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiteten verstärkt im Homeoffice, zugleich stieg das Aufkommen an Schreiben sehr stark an, etwa für Quarantäneanordnungen. Zunächst fertigten die Mitarbeitenden ihre Schreiben zu Hause. Alle paar Tage mussten sie ins Büro kommen und die Briefe ausdrucken, falzen, kuvertieren und frankieren. Was bislang nebenbei erledigt wurde, uferte angesichts der Menge der Briefe plötzlich in stundenlange Arbeit aus – Zeit, die angesichts der herausfordernden Situation und der Unterbesetzung im Gesundheitsdienst fehlte. „Glücklicherweise haben wir beim Landkreis Osnabrück gute Vorarbeit geleistet und den ITEBO-Dienst Print as a Service bereits zu einem früheren Zeitpunkt umgesetzt. So konnten wir den Druckertreiber auch im Gesundheitsdienst innerhalb kurzer Zeit an den Start bringen und die Arbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Homeoffice deutlich effizienter gestalten“, berichtet Hendrik Menkhaus vom Fachdienst Personal, Organisation und Digitalisierung. Schulungen nicht notwendig Für die Umstellung mussten lediglich die erforderlichen Druckertreiber installiert werden. Umfangreiche Schulungen waren dank der intuitiven Bedienung des Systems nicht notwendig. So konnte die Behörde mit Print as a Service innerhalb kürzester Zeit sicherstellen, dass weit über hundert Mitarbeitende im Gesundheitsdienst täglich bis zu 3.000 Schreiben ohne Verzögerung versenden konnten. „Im laufenden Betrieb hat sich das System als sehr stabil und störungsarm herausgestellt“, führt Menkhaus aus. Während der Pandemie war schnelles Handeln im Gesundheitsdienst oberstes Gebot. Mittels taggleicher Einlieferung der gefertigten Schreiben trug der Dienst zu einer reibungslosen Abwicklung der Fälle bei. Im Frühjahr 2023 wurde die Covid-19-Pandemie für beendet erklärt. Im Gesundheitsdienst im Landkreis Osnabrück ist weitgehend Normalität eingekehrt. Eines hat sich jedoch nicht verändert: Die Beschäftigten haben die Vorzüge des PaaS-Diensts schätzen gelernt und nutzen das System, auch wenn das Aufkommen an Schreiben wieder deutlich gesunken ist. Inzwischen wird Print as a Service auch von anderen Bereichen der Kreisverwaltung Osnabrück eingesetzt – etwa beim Jobcenter, das hunderte Schreiben an Arbeitsuchende verschickt, von der Termineinladung bis hin zu Bescheiden. Künftig soll der Dienst auch in anderen Fachdiensten getestet werden, etwa beim Bauamt. Hinsichtlich Effizienz ein großer Fortschritt „Für eine Erweiterung des Anwenderkreises können wir inte­ressante Funktionen bereitstellen, etwa den Versand von Postzustell­aufträgen oder Einschreiben für die förmliche Zustellung“, betont Bernhard Hehmann, Servicebereichsleiter Output-Management bei der ITEBO-Unternehmensgruppe. Auch das Hinzufügen von abteilungsspezifischen Beilagen ist einfach realisierbar. Erfahrungen auch mit anderen Kunden zeigen: Print as a Service ist in Sachen Effizienz ein großer Fortschritt. In Zeiten, in denen es öffentlichen Behörden an qualifiziertem Fachpersonal fehlt, gilt es, vorhandene Kapazitäten gewinnbringend zu nutzen. Vor diesem Hintergrund sollte das manuelle Falzen und Kuvertieren von Briefen möglichst bald der Vergangenheit angehören.

Sabine Hutter ist freie Texterin und Autorin in Waidhofen.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Junge Frau zwischen Archivregalen streckt ihr Handy Richtung Kamera

Gütersloh: Webseite zur Stadtgeschichte in neuem Look

[11.09.2026] Die Stadt Gütersloh hat den Bereich zur Stadtgeschichte auf ihrer Website grundlegend überarbeitet. Inhalte wurden neu geordnet und verknüpft, historische Abbildungen durch hochauflösende Digitalisate ersetzt und weitere Seiten um Bilder, Videos und Links ergänzt. mehr...

Mpck-up der Schwammstadt-App

Berlin: Klimaanpassung spielerisch erfahren

[11.09.2026] Mit dem Online-Spiel Schwammtastisch soll das Konzept der Schwammstadt für Berlinerinnen und Berliner anschaulich werden. Straßen und Plätze lassen sich digital mit Bäumen, Pflanzstreifen oder Regenwassernutzung umgestalten und deren Wirkung erkunden. mehr...

Roboterhand tippt auf einem Computerkeyboard

Studie: Automatisierungspotenzial in Behörden nicht ausgeschöpft

[09.09.2026] Eine Studie von Foundry, UiPath und Materna zeigt deutliche Lücken bei der Digitalisierung deutscher Behörden: Nach Einschätzung der Befragten könnten 49 Prozent der Verwaltungsaufgaben automatisiert werden, tatsächlich sind es erst 23 Prozent. Zudem ist ein Drittel der Leistungen noch komplett offline. mehr...

Ausstellung des Goldenen Buches der Stadt Ulm im Rathausfoyer

Ulm: Goldenes Buch ist digital erlebbar

[04.09.2026] Das Goldene Buch der Stadt Ulm können Gäste im Rathaus via Touchbildschirm ab sofort digital durchblättern. mehr...

Ein rotes und viele weiße 3D-Paragrafensymbole auf heller Oberfläche.
bericht

GEAS-Reform (2): Was jetzt auf die Verwaltung zukommt

[03.09.2026] Neue Verfahren, angepasste IT-Systeme und komplexere Rechtsfragen: Mit der GEAS-Reform wächst der Umsetzungsaufwand für die beteiligten Behörden. Sie müssen europäische und nationale Vorgaben stärker gemeinsam berücksichtigen - und up to date bleiben. mehr...

Ein rotes und viele weiße 3D-Paragrafensymbole auf heller Oberfläche
bericht

GEAS-Reform (1): Die rechtlichen Implikationen

[02.09.2026] Die GEAS-Reform regelt wesentliche Bereiche des Asylrechts nun durch unmittelbar geltende EU-Verordnungen. Damit sinken nationale Gestaltungsspielräume, während die Anforderungen an Rechtsanwendung und Verwaltungsvollzug steigen. mehr...

KGSt/Helmut-Schmidt-Universität Hamburg: Agile Arbeitsweisen in Kommunen

[01.09.2026] Die KGSt und die Hamburger Helmut-Schmidt-Universität wollen herausfinden, wie agile Arbeitsweisen in Kommunalverwaltungen eingeführt und etabliert werden. Für eine kurze Umfrage werden noch Personen gesucht, die agiles Arbeiten in ihrer Kommune voranbringen. mehr...

Screenshot: Mann im dunklen Anzug vor professionell ausgeleuchteter heller Wand

Vitako: Schlaglichter auf kommunale Digitalisierung

[31.08.2026] Mit einer neuen YouTube-Reihe zeigt Vitako Perspektiven aus der öffentlichen IT in kurzen Videos. In den ersten Beiträgen geht es um verlässliche digitale Infrastrukturen, digitale Souveränität und interkommunale Zusammenarbeit. mehr...

Blick in den nüchternen Empfangsbereich eines Büros mit digitalen Anzeigetafeln.

digitalSIGNAGE: Digitale Bürgerkommunikation für Rathaus & Co.

[31.08.2026] Digitale Informations- und Anzeigesysteme können das Personal in Kommunen entlasten: Sie erleichtern die Orientierung, organisieren den Besucheraufruf und informieren. Der ISO/IEC 27001 zertifizierte Anbieter digitalSIGNAGE deckt dafür ein breites Produktspektrum ab. mehr...

Farbige Papierfiguren auf weißem Untergrund, verbunden durch Linien

KGSt: Neues Verwaltungsleitbild

[27.08.2026] Die KGSt hat mit der „Netzwerkkommune“ ein neues Verwaltungsleitbild vorgelegt. Es beschreibt eine Verwaltung, die komplexe Aufgaben gemeinsam mit Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft löst. Die Steuerung solcher Netzwerke muss so angelegt sein, dass Kooperation und Vertrauen möglich werden. mehr...

Gruppenbild vor Aufsteller

Peine: Onlinedienste bekannter machen

[27.08.2026] Die Stadt Peine will ihre digitalen Verwaltungsangebote bekannter machen sowie Bürgerinnen und Bürger über deren Vorteile und Nutzungsmöglichkeiten informieren. Dazu begann nun eine langfristig angelegte Kampagne, die Werbeflächen in der Stadt und Social Media bespielt. mehr...

Friedhof Kreuz Grabstein

Saarland: Weniger Behördengänge im Trauerfall

[25.08.2026] Ein neuer Online-Dienst ermöglicht Angehörigen und Bestattungsunternehmen, Bestattungen digital anzumelden und Unterlagen hochzuladen. Nach dem Start in St. Wendel steht das Angebot nun auch in Kirkel bereit und allen saarländischen Kommunen zur Nachnutzung offen. mehr...

Ein durchsichtiges Sparschwein steht auf zahlreichen 50-Euro-Scheinen.

European Public Administration Report: Ist eine teure Verwaltung auch gut?

[25.08.2026] Deutschland leistet sich eine der teureren öffentlichen Verwaltungen Europas. Mehr Wirkung folgt daraus aber nicht automatisch. Eine Studie aus Österreich zeigt, dass es gute Organisation, qualifiziertes Personal und digitale Werkzeuge sind, die den Unterschied machen. mehr...

Vektorgrafik, die mehrere Personen zeigt, die an einem Tisch sitzend miteinander diskutieren, teilweise mit Laptopeinsatz.

NExT/RuDi: Gemeinsam digital vernetzt

[25.08.2026] Das Verwaltungsnetzwerk NExT baut seine Zusammenarbeit mit der Plattform RuDi aus. Eine zentrale Dateiablage soll Dokumente aus den NExTcommunities bündeln und Beschäftigten des öffentlichen Dienstes den Austausch zwischen Treffen und über Communitygrenzen hinweg erleichtern. mehr...

Park mit hügeliger Wiese mit weißen Blumen und noch jungen Bäumen, im Hintergrund moderne Gebäude

Karlsruhe: Digitales, mobiles Grünflächenmanagement

[24.08.2026] Das Gartenbauamt der Stadt Karlsruhe führt ein digitales Grünflächenmanagementsystem ein. Beschäftigte können Pflegearbeiten und Kontrollen künftig vor Ort mobil dokumentieren. Einheitliche Daten und digitale Karten sollen zudem Planung, Abstimmung und Ressourceneinsatz erleichtern. mehr...