Montag, 19. Oktober 2026

BayernSo bewerten Bürger ihre Verwaltung

[16.04.2026] Eine repräsentative Studie der Bayerischen Verwaltungsschule offenbart Chancen und Herausforderungen für Verwaltungen im Freistaat. Demnach bewerten die Bürgerinnen und Bürger digitale Verwaltungsangebote zwar grundsätzlich positiv, wünschen sich aber unter anderem, dass Kommunen transparenter mit ihnen kommunizieren.
Bayerische Fahne vor blauem Himmel

BVS-Stimmungsbarometer zeigt kommunalen Verwaltungen Änderungs- und Verbesserungspotenziale auf.

(Bildquelle: artist14/123rf.com)

Die Bayerische Verwaltungsschule (BVS) hat jetzt das BVS-Stimmungsbarometer für das Jahr 2026 präsentiert. Dafür wurden im vergangenen Herbst insgesamt 1.000 wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger aus allen Altersgruppen und den sieben Regierungsbezirken im Freistaat zu ihren Erwartungen, Sorgen und Forderungen an ihre kommunalen Verwaltung befragt. Die Ergebnisse zeigen laut der BVS deutlich, welche Handlungsfelder die dringlichsten Änderungs- und Verbesserungspotenziale bergen. Dazu zählten Kernthemen wie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI), behördliche Transparenz sowie die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bevölkerung.

Bei der Digitalisierung alle mitnehmen


Der Umfrage zufolge stehen die Menschen im Freistaat digitalen Verwaltungsangeboten grundsätzlich offen gegenüber. Insgesamt beschreiben sieben von zehn Befragten (70 Prozent) ihre grundsätzliche Einstellung zur Digitalisierung und dem Einsatz von KI als positiv. Rund die Hälfte der Umfrageteilnehmenden (51 Prozent) spricht sich für ein erweitertes digitales Angebot in ihrer Gemeinde aus, zwei Drittel (65 Prozent) möchten ihre Anliegen künftig so weit wie möglich online erledigen. Gleichzeitig wird aus dem Stimmungsbarometer jedoch auch ersichtlich, dass nicht alle gleichermaßen mit der technologischen Entwicklung Schritt halten können. So fühlt sich nahezu ein Viertel (24 Prozent) der Befragten vom Wechsel hin zu mehr digitalen Behördendiensten schon jetzt überfordert; knapp die Hälfte (46 Prozent) kennt den Umfang der bestehenden Online-Dienstleistungen ihrer Kommune nicht.

Erwartungen an KI


Auch hinsichtlich des Einsatzes Künstlicher Intelligenz überwiegt eine positive Grundhaltung. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Umfrageteilnehmenden sieht in der kompetenten Nutzung von KI ein starkes Potenzial für den effektiven Ausbau der Infrastruktur. Ebenfalls mehr als die Hälfte (59 Prozent) befürwortet außerdem den Einsatz von KI und Automatisierung zur automatischen Bearbeitung von Formularen oder Anträgen. Zugleich erwarten viele Menschen bei diesem Thema eine offene Kommunikation. Drei Viertel der Befragten (75 Prozent) sind der Meinung, Behörden müssten ihre Bürger unbedingt darüber informieren, an welcher Stelle und zu welchem Szenario KI zum Einsatz kommt.

Wie die BVS weiter mitteilt, stellte sich das Thema Kommunikation im Zuge der Umfrage generell als meist genannte Herausforderung für Kommunen heraus: 39 Prozent der Befragten sehen beim Dialog zwischen der Verwaltung und ihren Bürgerinnen und Bürgern Handlungsbedarf. Knapp zwei Drittel der Umfrageteilnehmenden (64 Prozent) können häufig nicht nachvollziehen, wie politische Beschlüsse, die das Leben aller direkt beeinflussen, zustande kommen.
 


Behördenkontakte – Zufriedenheit mit Abstrichen


Die Bewertung persönlicher Behördenkontakte fällt laut dem Stimmungsbarometer positiv aus: Mit 89 Prozent zeigen sich neun von zehn der Befragten, die in den vergangenen zwölf Monaten einen Dienst ihrer Behörde in Anspruch genommen haben, zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer Erfahrung. Im praktischen Alltag zeigt sich jedoch auch Verbesserungsbedarf: Mehr als die Hälfte (55 Prozent) empfindet Öffnungszeiten und Terminvergaben als unflexibel und nur schwer mit dem eigenen Leben vereinbar.


„Unser BVS-Stimmungsbarometer 2026 zeigt deutlich, wie vielfältig die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger in Bayern an ihre kommunale Verwaltung sind“, betont Hans-Christian Witthauer, Vorstand der Bayerischen Verwaltungsschule. „Verwaltungen müssen nicht jeden Trend mitmachen, aber sie müssen zukunftsorientiert auf Basis der lokalen Begebenheiten handlungsfähig sein. Dafür braucht es Orientierung, und die liefert die BVS mit ihren Angeboten. Wir sehen die BVS nicht nur als eine Fortbildungsstätte, sondern als strategischen Hebel. Mit den Erkenntnissen aus der Studie können wir unsere Qualifizierungsangebote optimieren, um weiterhin unserer Mission gerecht zu werden, kommunale Verwaltungen fit für die Zukunft zu machen.“






Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Der Erste Bürgermeister der Stadt Ulm, Martin Bendel und die neue Chefdigitalisiererin Simone Philp.

Ulm: Neue Koordinierungsstelle für digitale Stadtentwicklung

[14.10.2026] Mit Simone Philp bekommt die Digitalisierung der Stadt Ulm ein neues Gesicht. Als Leiterin der neuen Koordinierungsstelle will die Wirtschaftswissenschaftlerin Digitalvorhaben bündeln, Kooperationen mit Wissenschaft und Wirtschaft ausbauen und Fördermittel einwerben. mehr...

Die automatisiert alarmierbare Vorauserkundungsdrohne der Feuerwehr Essen.

Essen: Drohne erkundet Einsatzorte vorab

[09.10.2026] Die Feuerwehr Essen testet seit Mitte September eine automatisiert startende Vorauserkundungsdrohne. Sie soll bereits vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte Bilder vom Einsatzort liefern und so eine frühzeitige Lagebeurteilung ermöglichen. Nach drei Monaten wird entschieden, ob das System dauerhaft eingesetzt werden soll. mehr...

Die Bayern nutzen Online-Angebote laut einer Studie der Initiative D21 überdurchschnittlich häufig.

Rheinland-Pfalz: Ehrenamtskarte per App beantragen

[08.10.2026] Rheinland-Pfalz hat eine App gestartet, mit der Ehrenamtliche die Ehrenamtskarte vollständig digital beantragen und Vergünstigungen finden können. Das Land übernimmt eine in Nordrhein-Westfalen entwickelte Lösung. Organisationen und Kommunen bearbeiten Anträge digital. mehr...

Mehrere Karteikästen mit farbigen Registerkarten. Im Vordergrund ist eine grüne Registerkarte mit der Jahreszahl 2013 zu sehen.

Kommune21 im Gespräch: Herausforderung Registermodernisierung

[07.10.2026] Die Registermodernisierung gehört zu den zentralen Vorhaben der Verwaltungsdigitalisierung. Im Live-Webinar „Kommune21 im Gespräch“ am 22. Oktober 2026 zeigen Fachleute des Landes Baden-Württemberg, von Komm.ONE und aus einem kommunalen Pilotprojekt, wo die Umsetzung derzeit steht, welche Erfahrungen bereits vorliegen und was Kommunen jetzt tun sollten. mehr...

Blick in ein Parkhaus

Hanau: Schrankenlos parken

[07.10.2026] Die Stadt Hanau stellt ihre Parkhäuser auf digitale Systeme um. Fast alle städtischen Häuser kommen bereits ohne Schranken und Parktickets aus, das Kennzeichen wird bei der Ein- und Ausfahrt erfasst. Weitere Standorte nutzen ticketlose Systeme mit Schranken. mehr...

Illustration einer diagonal über das Bild gespannten Kette, die gesprengt wird.
bericht

Digitale Transformation: Barrieren beseitigen

[05.10.2026] Ist eine Verwaltung, deren Grundzüge teilweise bis in die Bismarckzeit zurückreichen, überhaupt digital transformierbar? Das an der Universität Münster entwickelte Konzept des „Digital Rebirth“ zeigt, wie der erfolgreiche Einsatz digitaler Technologien gelingen kann. mehr...

Personengruppe unter einer goldenen 50

ab-data: 50 Jahre Softwareentwicklung

[02.10.2026] Mit mehr als 100 Gästen feierte das Softwareunternehmen ab-data sein 50-jähriges Bestehen am historischen Ursprungsort. Neben Erinnerungen an die Gründungszeit ging es um das neue Finanzwesen VOIS|FIWE und die Bedeutung kommunaler Plattformen für die Digitalisierung. mehr...

Drohne in der Luft, im Hintergrund ist verschwommen ein Gebäude der Feuerwehr Hanau zu sehen

rescueTablet: Aus der Luft direkt ins Lagebild

[02.10.2026] Die Einsatzplattform rescueTablet kann jetzt Live-Luftbilder und Telemetriedaten von Drohnen einbinden. Einsatzleitungen sollen dadurch bei Bränden, Hochwasser oder Sucheinsätzen schneller einen Überblick über die Lage erhalten. mehr...

OZG: Kommunen sollten sich startklar machen.

Aachen/Mannheim: G24 geht in die Praxis

[28.09.2026] Aachen und Mannheim erproben den Kombiantrag des Bund-Länder-Projekts G24. Er verbindet Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung. Aachen bietet das Verfahren bereits vollständig online an, Mannheim folgt schrittweise. Langfristig sollen Gründungen binnen 24 Stunden möglich sein. mehr...

NeXT: Nachnutzung praktisch angehen

[28.09.2026] Ein neues Paper des NeXT-Netzwerks gibt Beschäftigten aller föderalen Ebenen praktische Hinweise, wie sie digitale Lösungen für andere bereitstellen oder selbst übernehmen können. Ein Schnellcheck führt zu den passenden Empfehlungen und weiterführenden Ressourcen. mehr...

Panoramablick über Berlins Innenstadt, in der Mitte der Fernsehturm, im Hintergrund dramatische Wolken

Berlin: Digitale Bürgerdienste holen auf

[25.09.2026] Bei der Verwaltungsdigitalisierung in Berlin geht es voran: Mehr als die Hälfte der 100 meistgenutzten Bürgerdienstleistungen ist inzwischen digital verfügbar. Nachholbedarf besteht allerdings bei der tatsächlichen Online-Nutzung und der Medienbruchfreiheit. mehr...

Person am Laptop, am Bildschirm ein Mock-Up-Umfrageformular, sonniger Schreibtisch mit Muffins

Verwaltungsmonitor 2026: Digitale Transformation im Arbeitsalltag

[24.09.2026] Eine neue bundesweite Befragung richtet den Blick auf die Menschen, die Verwaltungsdigitalisierung erleben und gestalten. Beschäftigte aller Verwaltungsebenen können bis Ende Oktober 2026 online und anonym teilnehmen. Durchgeführt wird die Untersuchung vom Netzwerk NExT und dem Kompetenzzentrum Öffentliche IT. mehr...

Jemand schaut sich die Stadtblatt Online-Ausgabe am Handy an


Heidelberg: Stadtblatt wird digital

[18.09.2026] Heidelberg stellt die Verteilung seines Stadtblatts neu auf. Statt einer Zustellung an alle Haushalte setzt die Stadt künftig vor allem auf die digitale Ausgabe. mehr...

Junge Frau zwischen Archivregalen streckt ihr Handy Richtung Kamera

Gütersloh: Webseite zur Stadtgeschichte in neuem Look

[11.09.2026] Die Stadt Gütersloh hat den Bereich zur Stadtgeschichte auf ihrer Website grundlegend überarbeitet. Inhalte wurden neu geordnet und verknüpft, historische Abbildungen durch hochauflösende Digitalisate ersetzt und weitere Seiten um Bilder, Videos und Links ergänzt. mehr...

Mpck-up der Schwammstadt-App

Berlin: Klimaanpassung spielerisch erfahren

[11.09.2026] Mit dem Online-Spiel Schwammtastisch soll das Konzept der Schwammstadt für Berlinerinnen und Berliner anschaulich werden. Straßen und Plätze lassen sich digital mit Bäumen, Pflanzstreifen oder Regenwassernutzung umgestalten und deren Wirkung erkunden. mehr...