Montag, 9. März 2026

CottbusDatendrehscheibe der Stadt

[28.08.2024] Im Rahmen der Modellprojekte Smart Cities zeigt die Stadt Cottbus, wie digitale Technologie dazu genutzt werden kann, den Weg zur vernetzten Stadt zu ebnen. Das Vorhaben setzt sich aus insgesamt vier Teilprojekten zusammen.
Cottbus erprobt die digitale Stadtentwicklung.

Cottbus erprobt die digitale Stadtentwicklung.

(Bildquelle: Esri Deutschland)

Der Strukturwandel in der Lausitz, der demografische Wandel und die Energiewende stellen die brandenburgische Stadt Cottbus vor große Herausforderungen. Um diese zu bewältigen, setzt sie auf eine moderne Verwaltung sowie den konsequenten Einsatz digitaler Methoden. Als zentrale Handlungsfelder wurden dabei Bildung, Wirtschaft, Energie, Gesundheit, Mobilität, Verwaltung und digitale Stadtentwicklung identifiziert. An letztgenanntes Handlungsfeld ist das Modellprojekt Smart City angedockt und wird dort zentral gesteuert. Ziel ist es, neue technologische Möglichkeiten zu nutzen, um die Stadt zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Städtische Planungsprozesse werden dadurch zugänglicher – für Mitarbeitende, Unternehmen sowie die Bevölkerung. Vier Teilprojekte bilden die Kernelemente des Modellprojekts in Cottbus. Als Basis für die digitale Stadt wird ein Open-Data-Portal mit einer dreidimensionalen Stadtansicht aufgebaut. Mit dieser Plattform schafft Cottbus ein umfassendes Informationsportal für mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung. So können städtebauliche Konzepte und komplexe Bauleitplanverfahren verständlich visuell aufbereitet und zugänglich gemacht werden. Des Weiteren fördert ein integriertes Planungs- und Beteiligungsportal die offene Kommunikation zwischen Verwaltung und Öffentlichkeit. Hier können die Bürgerinnen und Bürger an Planungsprozessen teilnehmen, mitwirken und mitbestimmen. Neue Form der Bürgerbeteiligung Darüber hinaus ermöglicht ein kommunales Immobilienportal das datenbasierte Monitoring des Cottbuser Wohnungsmarkts. Gesteuert und transparent gemacht wird hier etwa die Entwicklung von Gewerbeflächen. Die genannten Projekte ergänzen digitale Verkehrszählungen, auf deren Grundlage dynamische Verkehrsmodelle erstellt werden. Sie helfen dabei, den Verkehr in Echtzeit zu analysieren und intelligent zu steuern. Das Open-Data-Portal wird zur Datendrehscheibe der Stadt Cottbus und macht die Stadtverwaltung für die Bürgerinnen und Bürger transparenter. Zahlreiche Daten, Apps und Werkzeuge werden über das Portal öffentlich zur Verfügung gestellt. Kommunale Daten können hier thematisch gebündelt durchsucht, heruntergeladen und visualisiert werden. Auf diese Weise bleiben Stadtentwicklungs- und Planungsprojekte keine einseitige Angelegenheit: Die Bewohnerinnen und Bewohner wirken mit und beteiligen sich über Umfragen oder integrierte Feedback-Funktionen an zahlreichen Vorhaben der Stadt. Damit schafft Cottbus eine neue Form der Partizipation an städtischen Planungsprozessen. Ein co-kreativer Stadtgestaltungsprozess, der Brücken zwischen den einzelnen Handlungsfeldern sowie zwischen Verwaltung und Öffentlichkeit schlägt, wird so nachhaltig unterstützt. Serviceangebote und stadtplanerische Maßnahmen lassen sich dadurch bedarfsorientiert entwickeln und passgenau ausrichten. Fundament der Smart City Das Fundament der Smart City Cottbus bildet die ArcGIS Plattform von Esri, einem Anbieter für Geo-Informationssysteme (GIS). Die Plattform bietet ein breites Funktionsspektrum und vereinfacht die Verwaltung, Visualisierung, Analyse sowie Freigabe von Daten in 2D, 3D und 4D. Einzelne Projekte können innerhalb von Fachbereichen oder für beliebig viele externe Anwendende visualisiert, analysiert und freigegeben werden, zum Beispiel für die Feuerwehr Cottbus oder das Fraunhofer-Institut. Über Fachportale können sich die Bürgerinnen und Bürger gezielt zu einzelnen Themenbereichen informieren, etwa zu Tourismus und Freizeit, Parkanlagen oder Fitnessinseln. Ein Portal für Fachanwendungen in 2D und 3D steht neben dem 3D-Stadtmodell und einem digitalen Geländemodell intern zur Verfügung. Konkrete Zusammenhänge und Ergebnisse werden zudem in Dashboards aufbereitet und den Mitarbeitenden verständlich vermittelt. Mit ArcGIS wird ein Digitaler Zwilling der Stadt Cottbus geschaffen. Alle Daten – sowohl statische als auch Echtzeitdaten – laufen hier zentral zusammen. Das ermöglicht weiterführende Analysen, Prognosen und Planungen. Der Digitale Zwilling wird gemeinsam mit den Esri-Partnern Eviden, con terra, alta4 und IP Syscon erstellt. Die Stadt Cottbus setzt auf ArcGIS Urban von Esri, um bauliche Entwicklungen zu koordinieren, zu modellieren und zu planen. Mit der interaktiven webbasierten Visualisierung dreidimensionaler Daten werden Szenarien erstellt und Planungsvarianten in einer stadtweiten Übersicht aller Projekte bewertet. Die Planung erfolgt einfach und intuitiv direkt im Digitalen Zwilling der Stadt Cottbus. Dadurch wird die Entscheidungsfindung erleichtert. Vernetzt, transparent, partizipativ Cottbus verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz zur Entwicklung einer Smart City, der die Modellierung, Integration, Visualisierung und Analyse von Daten einschließt. Verschiedene Datenquellen werden über zahlreiche Schnittstellen integriert und fließen in visuellen Arbeitskarten und Plänen zusammen. Das ermöglicht eine umfassende digitale Stadtplanung und -entwicklung. Das Smart-City-Modellprojekt in Cottbus zeigt, wie moderne Technologien die Stadtentwicklung voranbringen können. Mit einem geografischen Ansatz und der Unterstützung von Esri entsteht eine vernetzte, transparente und partizipative Stadt. Cottbus setzt damit einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg in die digitale Zukunft.

Christer Lorenz ist Senior Business Development Manager Local Government bei der Esri Deutschland GmbH.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Smart City
Der Digitale Zwilling der Stadt Dresden ist auf einem Tablet zu sehen, das eine Person in den Händen hält.

Dresden: Digitaler Zwilling simuliert Unwetter

[09.03.2026] Wie sich Unwetterereignisse auf Dresden auswirken können, simuliert jetzt ein Digitaler Zwilling der Stadt. Welche Eindrücke und Erfahrungen die Nutzerinnen und Nutzer mit dem öffentlich zugänglichen Prototyp der 3D-Anwendung machen, soll eine Online-Umfrage zeigen. mehr...

Mehrere Personen stehen in einem Raum zum Gruppenfoto versammelt.

Oberhausen: Smarte Ideen aus der Stadtgesellschaft

[09.03.2026] Über ihren Co-Creation Fund unterstützt die Stadt Oberhausen zum zweiten Mal innovative Smart-City-Vorhaben aus der Stadtgesellschaft. Der Fund wird durch Fördermittel des Bundes ermöglicht mit dem Ziel, Ideen aus der Bürgerschaft sowie von Initiativen, Organisationen und weiteren Beteiligten gemeinsam mit der Stadtverwaltung umzusetzen. mehr...

Screenshot des DigiTal Zwilling Wuppertal mit den eingeblendeten Bodenfeuchtedaten.

DigiTal Zwilling Wuppertal: Erste Echtzeitsensordaten

[06.03.2026] Der Digitale Zwilling Wuppertals zeigt jetzt Echtzeitdaten zur Bodenfeuchte an unterschiedlichen Standorten an. Es handelt sich um die ersten live verfügbaren Sensordaten auf der Plattform. mehr...

Blick von Außen durch die Glasfront eines Ladengeschäfts ins Stadtlabor Soest

Studie: Ankerorte für den digitalen Wandel

[04.03.2026] Stadtlabore, Makerspaces und Digitalwerkstätten machen Smart-City-Themen für den Alltag greifbar. Im Rahmen der Begleitforschung der Modellprojekte Smart Cities (MPSC) wurde nun untersucht, wie solche Ankerorte des digitalen Wandels wirken – und was sie für Kommunen leisten können. mehr...

Eine bei der Polizeibehörde Freiburg um Breisgau angestellte Person nimmt mit der Smartphonekamera ein geparktes Fahrzeug auf.

Scan-Fahrzeuge: Abschluss der Versuchsreihe in Freiburg

[02.03.2026] Baden-Württemberg hat in mehreren Pilotkommunen den Einsatz von Scan-Fahrzeugen zur digitalen Parkraumkontrolle getestet. Den Abschluss der Versuchsreihe bildet nun Freiburg. Die Ergebnisse aller Pilotversuche sollen in einem Handlungsleitfaden für Kommunen zusammengefasst werden. mehr...

Nahaufnahme der Reifen und des Unterbodens eines PKW auf verschneiter Straße.

Bad Pyrmont: Smarte Glätte-Detektion

[26.02.2026] Wie glatt es auf den Straßen wird, ist eine Frage, die nicht nur Verkehrsteilnehmende, sondern auch die Winterdienste stark beschäftigt. In Bad Pyrmont werden dazu spätestens im nächsten Winter exakte Daten zur Verfügung stehen. Möglich macht’s ein über LoRaWAN verbundenes Sensorennetzwerk. mehr...

Ein öffentlicher Mülleimer mit Transponder in Arnsberg.

Arnsberg: Smarte Abfallbehälter

[20.02.2026] Die Technischen Dienste Arnsberg behalten öffentliche Abfallbehälter nun mittels Künstlicher Intelligenz (KI) im Blick. Transponder messen den Füllstand der Behältnisse, die KI wertet die gesammelten Daten aus und berechnet optimale Abfuhrtouren.  mehr...

Vier Personen stehen unter einer LED-Tafel, die Parkmöglichkeiten in Wolfsburg anzeigt.

Wolfsburg: City-Infosystem ersetzt Parkleitschilder

[12.02.2026] In Wolfsburg informieren jetzt smarte, frei programmierbare LED-Tafeln flexibel über freie Parkmöglichkeiten und den Verkehr in der Stadt und können auch darüber hinausgehende Hinweise ausstrahlen. Aus dem einstigen Parkleitsystem ist somit ein multifunktionales City-Informationssystem geworden. mehr...

Gruppenfoto vor weißem Lieferwagen

Marpingen: Pilotprojekt für KI-gestütztes Straßenmanagement

[02.02.2026] In Marpingen werden Schäden an Straßen und Verkehrsschildern von kommunalen Fahrzeugen bei Alltagsfahrten per Smartphone erfasst. Eine KI-gestützte Open-Source-Lösung übernimmt die Aufbereitung der Daten. Bald soll die Lösung in 25 weiteren saarländischen Kommunen ausgerollt werden. mehr...

Richard Himes und Landrat Bär halten einen Taupunktsensor, der in einem Raum steht.
bericht

Kreis Hof: Werkzeug für Winterdienst

[29.01.2026] Taupunktsensoren unterstützen im Hofer Land den Winterdienst. Dabei agieren Kreis und angehörige Kommunen gemeinsam. Die Entscheidung über das Ausrücken, Streuen oder Räumen treffen trotz der umfassenden Daten weiterhin die Beschäftigten. mehr...

Drei Personen stehen nebeneinander in einem Raum und halten eine Urkunde und den Milesight Impact Award 2025 in den Händen.

Smart Waste Hürth: Weltweites Leuchtturmprojekt

[27.01.2026] In Hürth messen Ultraschallsensoren den Füllstand öffentlicher Abfallbehältnisse und senden diese Daten an eine Künstliche Intelligenz. Die ermittelt, wann die Müllwagen welche Route nehmen sollten, um die Behälter zu leeren. Jetzt ist Smart Waste Hürth als weltweit sichtbares Leuchtturmprojekt ausgezeichnet worden. mehr...

Zwei Screenshots aus er App Park Stark: links die Umkreissuche, rechts Anzeige aller freien bzw. belegten Parkplätze im Stadtgebiet von Mannheim.

Mannheim: Orientierung für barrierefreies Parken

[20.01.2026] In Mannheim steht eine neue, barrierefreie App für die Suche nach freien Schwerbehindertenparkplätzen zur Verfügung. Park-Stark nutzt Echtzeitdaten von über 250 Stellplätzen und zeigt Verfügbarkeit, Navigation und Alternativen direkt auf dem Smartphone an. mehr...

Blick auf eine Veranstaltungshalle. Im Hintergrund ist ein Messestand zu sehen, davor stehen zahlreiche kleinere Tische, an denen Personen zusammen sitzen.

Mönchengladbach: Fünfter Smart City Summit Niederrhein

[20.01.2026] Mönchengladbach lädt am 26. Februar zur fünften Auflage des Smart City Summit Niederrhein ein. Mit Vorträgen, Workshops und einem großen Ausstellungsbereich richtet er sich an ein Fachpublikum, das sich mit der digitalen Transformation von Kommunen beschäftigt. Dabei werden strategische Perspektiven mit anschaulichen Praxisbeispielen verknüpft. mehr...

Bürgermeister Michael Gerdhenrich hält die neue Broschüre in der Hand, im Hintergrund ist auf einem Bildschirm das Video zu BE smart zu sehen.

Beckum: BE smart

[09.01.2026] Konsequent treibt Beckum die Entwicklung zur Smart City voran. Beispielsweise bietet die Stadt mittlerweile ein digitales Bürgerbüro, eine Mängelmelder-App oder einen Kita-Navigator an. Einige ihrer Digitalisierungsprojekte stellt die Kommune nun in einer digitalen Broschüre und einem Kurzfilm vor. mehr...

Porträtaufnahme von Karola Voss.
interview

Serie Digitalstädte: KI wird uns weiterhelfen

[08.01.2026] Die Ahauser Bürgermeisterin Karola Voß will im Bereich Wissensmanagement noch stärker auf Künstliche Intelligenz setzen und dadurch Ressourcen schonen. mehr...