Mittwoch, 14. Januar 2026

KongressDer Kongress zieht um

[04.02.2016] Die dbb akademie richtet den Kongress Neue Verwaltung neu aus. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen nun die Folgen der Digitalisierung für die Arbeit in Ämtern und Behörden. Neuer Kongressort ist die Bundesstadt Bonn.
Neue Verwaltung: Umzug von Leipzig nach Bonn.

Neue Verwaltung: Umzug von Leipzig nach Bonn.

(Bildquelle: creativ collection Verlag/PEAK Agentur für Kommunikation)

Der Veranstalter des Kongresses Neue Verwaltung, die dbb akademie, hat beschlossen, den E-Government-Kongress in der bisherigen Form nicht mehr weiterzuführen. Durch die Etablierung von festen organisatorischen E-Government-Strukturen ist das wesentliche Ziel des Kongresses erreicht worden: die öffentliche Verwaltung, vom Mitarbeiter bis zur Führungskraft, für die großen Herausforderungen der Digitalisierung zu sensibilisieren. Mit einer neuen Konzeption und dem neuen Tagungsort Bonn wird eine Schwerpunktsetzung erfolgen, die sich 2016 auf die technische Veränderung der Verwaltungsarbeit konzentriert. Unter dem Motto Zukunft Digitale Arbeit wird der Kongress Neue Verwaltung am 28. und 29. April 2016 im World Conference Center Bonn den Blick auf die aktuellen Veränderungen in den Behörden und Dienststellen richten und anhand praktischer Beispiele darstellen, welche Lösungen bereits vorhanden sind und welche Erfahrungen schon vorliegen. Denn die Digitalisierung der Gesellschaft verändert nicht nur die moderne Kommunikation, sondern auch die wirtschaftliche Produktion und den Dienstleistungssektor. Die in diesen Bereichen bereits erreichten Innovationen lassen durch die rapide zunehmende Verknüpfung von Daten neue Zusammenhänge erkennen, neues Wissen entstehen und lösen wichtige Veränderungen in der Gesellschaft aus. Das Internet der Dinge, in dem Geräte eigenständig untereinander Daten austauschen, das Entstehen einer hochkomplex vernetzten Industrie 4.0, die Auswertung gigantischer Datenmengen in Echtzeit und die weltweite Verbreitung von Social Media treiben eine Dynamik an, deren Ende derzeit noch nicht zu erkennen ist.

Verwaltung steuert nachträglich

Sicher ist aber, dass diese Entwicklung auf die Verwaltung der Zukunft erhebliche Auswirkungen haben wird. Dass die öffentliche Verwaltung darauf nur reagieren kann, liegt vor allem daran, dass sie selbst nicht im Zentrum der Innovationen steht, sondern – vermittelt über die Politik und die gesetzgebenden Organe – nur nachträglich steuernd wirkt, etwa um Fehlentwicklungen zu korrigieren oder bewährte IT-Lösungen für ihre Aufgaben zu übernehmen. Nachdem die öffentliche Verwaltung einen großen Teil ihrer Aufgaben bereits per Computer, Netzwerk und Internet erledigt, zeigt sich seit einiger Zeit auch, dass sie bereits auf neuere Entwicklungen wie Social Media und mobile Datengeräte reagiert. Parallel hierzu werden derzeit die Wirkungen der E-Government-Gesetze von Bund und Ländern spürbar: Projekte zur Einbindung des neuen Personalausweises in Verwaltungsprozesse wurden bereits erfolgreich realisiert, obwohl noch zahlreiche Probleme wie die vielfältigen Schriftformerfordernisse gelöst werden müssen. Eine besondere Herausforderung verbindet sich mit der Einführung der E-Akte, die auf allen Ebenen von den Gesetzgebern in Bund und Ländern vorgegeben wird. Hierdurch dürfte in den kommenden Jahren die größte Veränderung in der öffentlichen Verwaltung entstehen, da die elektronische Aktenführung die meisten Arbeitsplätze stark verändern wird. Zudem sind erhebliche Kostensenkungen zu erwarten. Das hat sich nicht nur bei Banken, Versicherungen und anderen Dienstleistern, sondern auch bei verschiedenen öffentlichen Verwaltungen bereits gezeigt.

Abläufe umgestalten und Kosten reduzieren

Dies bedeutet, dass die tradierten Prozesse unter Berücksichtigung von innovativen Entwicklungen der Dokumenten-Management-Systeme hin zum Enterprise Content Management (ECM) umgestaltet und die gesamten Abläufe vom Posteingang bis zum Output-Management medienbruchfrei organisiert werden. Bereits jetzt können Antragsformulare so gestaltet werden, dass aus den Angaben des Antragstellers Metadaten, Zuständigkeiten, Mitzeichnungslisten oder Fristen generiert werden, die den Umlauf und die Ablage von Vorgängen in E-Akten automatisieren. Auch die Einführung der E-Rechnung, die in vielen EU-Ländern bereits eingesetzt wird, zieht eine erhebliche Reduzierung von Ressourcen und Kosten – die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW rechnet mit etwa 25 Prozent – nach sich und hat erhebliche Auswirkung auf die Verwaltungsprozesse. Weitere Effizienzgewinne in der digitalen Verwaltung werden durch mobile Arbeitsgeräte wie Tablets, Laptops und Smartphones, durch Cloud und Shared Services, durch den Breitband-Ausbau der Netze sowie durch Portale mit vollständiger Integration in interne Prozesse entstehen.

Auswirkungen auf öffentliche Verwaltung

Diese Entwicklung wird erhebliche Folgen für die Arbeit in der öffentlichen Verwaltung haben: Fachverfahren und Standardanwendungen werden zusammenwachsen und digitale Archive werden die Papierablage ersetzen. Effektive Suchprogramme erleichtern dann den Zugriff auf Dokumente, Vorgänge und Akten. Medienbrüche gehören dann der Vergangenheit an. Durch einheitliche Schnittstellen und Standardformate wird nicht nur die behördeninterne Zusammenarbeit erleichtert, sondern auch das Zusammenspiel mit anderen Verwaltungsbereichen. Durch Rollenkonzepte und eine automatisierte Zugriffssteuerung werden zahlreiche Routineaufgaben unterstützt. Der digitale Arbeitsplatz der Zukunft wird zum Cockpit einer automatisierten Servicestation, die den Mitarbeitenden von Kontrollfunktionen entlastet und durch Algorithmen gesteuerte Entscheidungen in digitale Prozesse einbettet. Damit ist die Chance verbunden, dass sich das Personal stärker auf die komplexer werdenden fachlichen Aufgaben konzentrieren kann. Letztlich wird es darauf ankommen, dass die Beschäftigten und ihre Vertretungen stärker in diese Entwicklungen einbezogen werden und sich kreativ mit den neuen Herausforderungen auseinandersetzen.

Dr. Volker Franke ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der dbb akademie und seit 2010 verantwortlich für den Kongress Neue Verwaltung.




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama

KDO: IT-Wissen praxisnah vermittelt

[14.01.2026] Die KDO-Akademie vermittelt IT-Kompetenz: Im vergangenen Jahr wurden mehr als 200 Schulungen durchgeführt. Nun entwickelt sich das Angebot weiter. In verschiedenen Formaten wird neben Know-how zu konkreten IT-Lösungen auch Wissen zu übergreifenden Themen vermittelt. mehr...

Grafik, die den Ablauf des Kölner IT-Planungsprozesses erläutert.

Köln: Erster IT-Planungsprozess

[22.12.2025] Um die IT- und Digitalisierungsvorhaben der Verwaltung schneller bewerten und priorisieren zu können, hat Köln erstmals einen gesamtstädtischen IT-Planungsprozess umgesetzt. Er orientiert sich an Industriestandards für die IT-Planung in Unternehmen und sorgt für einen optimalen Ressourceneinsatz sowie eine nachhaltig gesteuerte digitale Transformation. mehr...

Vier Personen stellen das Aachener Baumkataster vor

Aachen: Straßenbäume exakt dokumentiert

[19.12.2025] In Aachen wurden in den vergangenen Jahren alle Stadtbäume mit Stamm- und Zustandsdaten in ein Kataster eingepflegt. Das soll der Stadtverwaltung künftig alle Prozesse rund um Baumkontrolle und -pflege erleichtern. mehr...

Cuxhaven: Schnell informiert im Notfall

[19.12.2025] Seit 2005 informiert die Stadt Cuxhaven ihre Bürgerinnen und Bürger über regionale Gefahrenlagen oder Schadensereignisse per App. Nun erhielt die mobile Anwendung ein umfassendes Update. mehr...

Junger Mann sitzt mit Laptop, Taschenrechner und einigen Papieren in sorgenvoller Haltung am Schreibtisch.

Fraunhofer FOKUS: Zwischen Medienbrüchen und Bürokratiearbeit

[03.12.2025] Was macht einen Verwaltungsprozess wahrhaft nutzerfreundlich? Dieser Frage geht – anhand des Wohngeldantrags – eine Studie von Fraunhofer FOKUS nach. Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, ein handlungsleitendes Gesamtbild der Verwaltungsmodernisierung zu entwickeln. mehr...

Fragestellung er Umfrage mit einem Störer "Deine Meinung zählt"

NeXT: Breite Umfrage zur Nachnutzung

[27.11.2025] Wie steht es um die Nachnutzung digitaler Lösungen in der öffentlichen Verwaltung? Das Netzwerk NeXT hat dazu eine Umfrage aufgesetzt Alle Verwaltungsbeschäftigten – ungeachtet der Ebene oder Rolle – können noch bis Ende November ihre Praxiserfahrungen teilen. mehr...

Gruppenfoto der Teilnehmenden am „Kooperationsraum für Verwaltungsmodernisierung in föderalen Strukturen“

Metropolregion Rhein-Neckar: Kooperationsraum für moderne Verwaltung

[25.11.2025] Die Länder Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz sowie die Metropolregion Rhein-Neckar bauen ihre seit 2010 bestehende Kooperation aus und richten einen föderalen Kooperationsraum ein, der digitale Lösungen länder- und ebenenübergreifend entwickelt und erprobt. mehr...

Frau schreibt auf einem Notizblock, im Hintergrund weihnachtliche Deko
bericht

Studie: Intern besser integrieren

[20.11.2025] Wie erleben Behördenmitarbeitende die Digitalisierungsbemühungen in ihrem Alltag? Dies wollte das Unternehmen d.velop herausfinden. Ein Ergebnis der Umfrage: Eine vollständige Digitalisierung bis 2030 halten 75 Prozent der Befragten für unrealistisch. mehr...

Porträtaufnahme von Ilona Nickel.
interview

Lohr a.Main: Neue Perspektiven eröffnet

[19.11.2025] Ilona Nickel aus der IT-Abteilung der Stadt Lohr a.Main zählt zu den ersten Absolventen des Weiterbildungslehrgangs Digitalwirt. Im Interview erklärt sie, was den Lehrgang besonders macht und wie ihr dieser hilft, die Digitalisierung in Lohr voranzutreiben. mehr...

Szene aus einem Handballspiel.

Mainz: Mit Sportstättenverzeichnis online

[14.11.2025] In Mainz können jetzt die Belegungspläne von zunächst 20 Sporthallen online eingesehen werden. Weitere Hallen sollen sukzessive folgen. mehr...

Initiative Ehrenbehörde: Michelin-Stern für Behörden

[28.10.2025] Zwölf Behörden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden jetzt für neue Standards in Kommunikation, Digitalisierung und Führung als „Ehrenbehörden 2026“ ausgezeichnet. mehr...

dbb akademie: Digitalisierung im öffentlichen Dienst bleibt große Baustelle

[24.10.2025] Die dbb akademie hat jetzt das Fach- und Führungskräfte-Barometer 2025 vorgelegt. Demnach fühlen sich jüngere Generationen digital fitter, aber unzureichend vorbereitet. mehr...

Screenshot des 360-Grad-Rundgangs im Innern des Augsburger Doms

Augsburg: Dom in 4D erkunden

[17.10.2025] Der Augsburger Dom kann künftig auch in 4D erkundet werden. Der virtuelle Rundgang führt durch verschiedene Epochen und macht Geschichte auf besondere Art greifbar. mehr...

Drohne vor blauem Himmel

Katastrophenschutz: 5G-Drohne hilft Rettungskräften

[14.10.2025] Inwiefern Drohnen durch Live-Luftaufnahmen bei Rettungseinsätzen unterstützen können, testet aktuell die Berufsfeuerwehr Rostock. Koordiniert wird das Projekt ADELE vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). mehr...

Geschäftsmann hält Puzzle mit virtuellem Symbol.

Leitfaden: Wegweiser für Digitalisierungsbeauftragte

[07.10.2025] Studierende der Hochschule Ludwigsburg haben unter fachlicher Beratung von Axians-Infoma-Consultants einen Leitfaden entwickelt, der Digitalisierungsverantwortliche in Kommunen auf ihre vielfältigen Aufgaben vorbereiten soll. mehr...