PersonalarbeitDie Chance ist da

Kommunen müssen sich im War for Talents positionieren.
(Bildquelle: tomertu/stock.adobe.com)
Der Druck, zu digitalisieren, steigt – nicht nur vonseiten des Gesetzgebers, sondern auch seitens der Öffentlichkeit. Schließlich erwarten die Bürger, dass die kommunalen Verwaltungen und ihre Beschäftigten ebenfalls mit der Zeit gehen.
Das Personalwesen befindet sich momentan jedoch zwischen den Stühlen: Einerseits begleiten Personalabteilungen in Verwaltungen sämtliche Digitalisierungsprojekte, da sich durch den Einzug neuer Technologien auch das Umfeld und die Aufgaben der Mitarbeiter verändern. Es gilt, Menschen, Daten und Prozesse in Einklang zu bringen. Andererseits können Personalabteilungen die steigenden Anforderungen an beispielsweise Informations- und Prozessqualität sowie Transparenz nur dann meistern, wenn sie sich auch selbst modernisieren.
Es liegt deshalb nahe, dass Digitalisierungsprojekte speziell die Personalabteilungen vor Herausforderungen stellen. Deren Bewältigung erfordert zweifellos viel Einsatz, der sich aber auszahlen wird. Als wäre das noch nicht genug, werden darüber hinaus der demografische Wandel und der damit einhergehende Fachkräftemangel die Herausforderungen künftig noch spürbar vergrößern.
Digitalisierung ist die einzige Lösung
Stellt die Digitalisierung also ein gravierendes Problem dar? Nein, sie ist vielmehr die einzige Lösung für Kommunen. Nur mit digitalisierten Personalprozessen wird es gelingen, die anfallenden Aufgaben mit knapperen Ressourcen zu bewältigen und sich parallel als gefragter Arbeitgeber zu positionieren. Im Wettstreit um Fachkräfte entscheiden schließlich nicht nur das Gehalt, sondern auch andere Aspekte über die Attraktivität eines Arbeitgebers. Dazu zählt beispielsweise, bei welchem Arbeitgeber sich Beruf und persönliche Lebenslage am besten vereinbaren lassen. Digitale Zeitkonten in Verbindung mit flexiblen Arbeitszeiten werden positiv wahrgenommen. Entscheidend ist außerdem, wie der Arbeitgeber mit einem modernen Arbeitsumfeld zum Wohlbefinden beiträgt. Die nächste Generation von Arbeitnehmern etwa ist mit dem Smartphone aufgewachsen. Wer es gewohnt ist, sein Privatleben am Smartphone zu organisieren, möchte auch seinen Urlaub mit wenigen Klicks beantragen können und nicht mit einer Karteikarte umherlaufen müssen. Für die Attraktivität des Arbeitsplatzes ist darüber hinaus relevant, wie der Arbeitgeber für eine möglichst langfristige Beschäftigungsfähigkeit seiner Mitarbeiter sorgt. So schaffen moderne Prozesse die Voraussetzung dafür, dass selbst große Kommunen auf Knopfdruck erfahren, welche Arbeitnehmer im vergangenen Jahr mehr als sechs Wochen krankgemeldet waren, um daraufhin gesundheitsfördernde Maßnahmen einleiten zu können.
Kulturwandel im Personalwesen gefragt
Wenn Kommunen von qualifizierten Fachkräften als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden möchten, braucht es neben modernen Prozessen und Technologien auch einen Kulturwandel im Personalwesen. Angesichts dessen lohnt es sich für Verwaltungen, einen Blick auf erfolgreiche Entwicklungen in der Wirtschaft zu werfen. Dort zeichnen sich zwei Trends ab: Zum einen entwickeln sich Führungskräfte zum Personal-Manager vor Ort, indem sie für ihre Mitarbeiter zunehmend als erster Ansprechpartner fungieren. Um diese neue Rolle adäquat auszufüllen, benötigen die Führungskräfte neben Auswertungen und aktuellen Informationen zum Mitarbeiter auch Werkzeuge, um Workflows dezentral für die Fläche anzustoßen. Zum anderen erfüllen Personaler immer weniger Aufgaben eines Sachbearbeiters und immer häufiger Beratungstätigkeiten für Führungskräfte. Themen wie Organisationsentwicklung und Change Management rücken somit zusehends in den Fokus des Personalwesens. Eine moderne Personallösung sorgt hier für Entlastung, damit im Tagesgeschäft der nötige Freiraum für die Erfüllung dieser Aufgaben entsteht.
Summa summarum können Kommunen es sich schlichtweg nicht mehr erlauben, die Digitalisierung des Personalwesens weiter aufzuschieben. Das setzt eine sorgfältige Vorbereitung voraus, inklusive Analyse und Optimierung bestehender Prozesse. Denn unzureichende Prozesse werden durch Digitalisierung nicht automatisch effizient. Zudem hat es sich bewährt, für eine gemeinsame Datenbasis zu sorgen, bevor beispielsweise Self Services in die Fläche gebracht werden. Erst wenn das Personal-Management als Fundament umgebaut und mit der Zeitwirtschaft sowie der Personalabrechnung in eine moderne Gesamtlösung integriert wurde, sollte der Aufbau einer dezentralen Personalarbeit vorangetrieben werden.
Schöne Aussicht
Darüber hinaus geht die Digitalisierung des Personalwesens mit einigen diffizilen Fragen zu den Themen Talent-Management und Employer Branding einher: Woran erkennen Kommunen Bewerber, die bereits in der Vergangenheit mit ihnen in Verbindung standen? Wie wird beispielsweise mit den Kontakten von ehemaligen Praktikanten umgegangen, damit sie nach Abschluss ihres Studiums zurückkehren? Und dürfen Kommunen eine eigene Arbeitgebermarke aufbauen, um sich nicht nur von Arbeitgebern aus der Privatwirtschaft, sondern auch von benachbarten Kommunen abzuheben? Wenn ja, wie gelingt es Kommunen, ein Employer Branding herauszubilden? Die Beantwortung dieser Fragen wird notwendig sein, um in Zukunft qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen.
Sind diese Herausforderungen erst einmal gemeistert, erwartet die Kommunen eine schöne Aussicht: Personaler, die sich strategischen Fragen und Einzelfällen widmen, weil im Alltagsgeschäft dank automatisierter Prozessabläufe und dezentraler Bearbeitung mehr Freiraum für die wichtigen Aufgaben bleibt. Die Chance ist da. Noch nie war das Potenzial für eine Verbesserung der Personalarbeit so groß.
TALENTpro Öffentlicher Dienst: Future of Work statt New Work
[18.06.2026] Wie sich Verwaltungen als attraktive Arbeitgeber positionieren können, diskutierten Vertreterinnen und Vertreter von KGSt, Kommunen und AKDB auf der TALENTpro Öffentlicher Dienst 2026 in München. Im Mittelpunkt der Kommune21-Podiumsdiskussion standen nicht Homeoffice-Regeln, sondern Sinn, Führung, Kultur und digitale Werkzeuge. mehr...
Personalabrechnung: Belastbare Strukturen
[29.05.2026] Steigende Komplexität und Fachkräftemangel setzen die Personalabrechnung in der öffentlichen Verwaltung zunehmend unter Druck. Die Auslagerung wird daher zu einem strategischen Instrument, um Risiken zu reduzieren und weiterhin handlungsfähig zu bleiben. mehr...
Stuttgart: New Work ist kein Projekt
[26.05.2026] Stuttgart schafft mit goodwork@LHS die Rahmenbedingungen für neue Arbeitswelten in der Verwaltung. Kultur, Führung und Zusammenarbeit werden dabei mit einer verantwortungsvollen Flächen- und Ressourcenstrategie verbunden. mehr...
Komm.ONE/VWA Baden: Kompetenzoffensive für die Entgeltabrechnung
[12.05.2026] Eine Kompetenzoffensive für die kommunale Entgeltabrechnung starten der IT-Dienstleister Komm.ONE und die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Baden (VWA Baden). Ein neuer gemeinsamer Lehrgang vermittelt aktuelle Rechtsgrundlagen und Praxiswissen. mehr...
Personalwesen: KI als strategischer Hebel
[07.05.2026] Künstliche Intelligenz kann im Personalwesen als strategischer Hebel zur Neugestaltung von Prozessen, Entscheidungen und Interaktionen genutzt werden. Noch haben Organisationen aber nur begrenzten Einblick in die volle Bandbreite der möglichen Potenziale. mehr...
Mitarbeitendengespräch: Zukunftsdialog statt Pflichtübung
[24.04.2026] Das Instrument des Mitarbeitendengesprächs muss neu gedacht werden, um die Potenziale für Personalbindung oder Produktivität besser zu nutzen. Es gilt, den Fokus auf Zusammenarbeit und Entwicklung statt die reine Leistungsbewertung zu legen. mehr...
Kelheim: Personalverwaltung neu gedacht
[20.04.2026] Als Pilotverwaltung hat sich der Kreis Kelheim aktiv in die Entwicklung der neuen HR-Komplettlösung OK.PERS+ der AKDB eingebracht. Und legt damit das langfristige Fundament für digitale, effiziente und zukunftsfähige Personalprozesse. mehr...
Bremerhaven: Erfolgsmodell E-Learning
[25.03.2026] Schulungen in Form von E-Learning-Kursen anzubieten, hat sich in Bremerhaven mittlerweile zu einem echten Erfolgsprojekt entwickelt. Die Stadt nutzt dafür die Plattform Moodle, die während der Coronapandemie zunächst als Testumgebung eingeführt worden war. Inzwischen ist darüber ein umfangreiches Angebot von mehr als 70 verschiedenen Kursen verfügbar. mehr...
Lauf a.d. Pegnitz: Reisekosten werden digital abgerechnet
[26.02.2026] In Lauf a.d. Pegnitz werden Reisekosten von der Antragstellung über die Genehmigung bis hin zur Abrechnung komplett digital abgewickelt. Möglich macht das eine Software der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB). mehr...
Moormerland: Digitale Personalakte
[17.02.2026] Mit der digitalen Personalakte in P&I LOGA arbeitet die Gemeinde Moormerland seit fast zwei Jahren und zieht eine positive Zwischenbilanz. mehr...
Komm.ONE: Neuen eXtra-Standard eingeführt
[12.01.2026] Mit Februar wird Version 1.5 des Kommunikationsstandards eXTra in der Software SAP HCM zur Pflicht. In einem Pilotprojekt hat IT-Dienstleister Komm.ONE als erstes kommunales Dienstleistungsunternehmen den Standard bundesweit bei seinen Kunden eingeführt. mehr...
Bayern: Verwaltungstraining mit VR und KI
[29.10.2025] Das Bayerische Digitalministerium fördert die Entwicklung und den Betrieb einer digitalen Lernumgebung für Verwaltungsbeschäftigte. Praxisnahes Wissen wird auf innovative Weise vermittelt. Damit soll insbesondere die Zukunftsfähigkeit von Städten, Gemeinden und Landkreisen gestärkt werden. mehr...
Personalwesen: Lücken schließen
[29.09.2025] SAP stellt im Personalwesen auf eine cloudbasierte Software um. Allerdings fehlen dieser noch bestimmte Funktionen, weshalb sie von den Kommunen nicht flächendeckend eingesetzt werden kann. Als Übergangslösung bieten sich hybride Systeme an. mehr...
München: Abschluss von neoHR
[04.08.2025] Nach fünf Jahren schließt die Stadt München ihr umfassendes Modernisierungsprogramm neoHR Ende dieses Jahres planmäßig ab. Die erzielten Ergebnisse sollen zur langfristigen Digitalisierung des Personalmanagements beitragen. mehr...
KommunalCampus/EGovC: Kräfte gebündelt für digitale Weiterbildung
[18.07.2025] Die Weiterbildungsplattform KommunalCampus und das Unternehmen EGovC haben eine strategische Partnerschaft geschlossen. Kommunen sollen so künftig noch besser dabei unterstützt werden, ihre Mitarbeitenden fit für den digitalen Wandel zu machen. mehr...




















