Freitag, 29. August 2025

BerlinDigital, barrierefrei, effizient

[20.12.2018] Einen Gesetzentwurf zur barrierefreien Informations- und Kommunikationstechnik hat der Berliner Senat jetzt zur Kenntnis genommen. Beschlossen hat er außerdem, das bereits eingesetzte E-Recruiting-System auf alle Berliner Verwaltungen auszuweiten. Darüber hinaus soll das IT-Management für Schulen optimiert werden.

In seiner Sitzung am 18. Dezember 2018 hat der Berliner Senat nicht nur einen Gesetzentwurf zur barrierefreien Informations- und Kommunikationstechnik auf den Weg gebracht, sondern auch die Weiterentwicklung und breitere Nutzung des E-Recruiting-Systems rexx sowie den jährlichen Bericht über die Entwicklung der Schulverwaltungssoftware für Berliner Schulen beschlossen. Wie die Senatsverwaltung für Inneres und Sport mitteilt, würde mit dem entworfenen Gesetz zur barrierefreien Informations- und Kommunikationstechnik die EU-Richtlinie 2016/2102 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Oktober 2016 umgesetzt. Die Richtlinie werde durch das neue Barrierefreie Informations- und Kommunikationstechnik-Gesetz Berlin (BIKTG Bln) in das Berliner Landesrecht umgesetzt. Vorgesehen seien in dem Berliner Gesetzentwurf unter anderem einheitliche Regelungen für Internet und Intranet öffentlicher Stellen sowie die Regelung einer Erklärung zur Barrierefreiheit von Web-Seiten und mobilen Anwendungen. Diese Regelung soll einen Feedback-Mechanismus und eine Verlinkung auf das Durchsetzungsverfahren enthalten. Ferner soll eine Überwachungsstelle bei der für die Steuerung der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) der Berliner Verwaltung zuständigen Senatsverwaltung eingerichtet werden. Wie die öffentlichen Stellen über den Stand der Barrierefreiheit im Bereich Informationstechnik an die für die IKT-Steuerung zuständige Senatsverwaltung Bericht erstattet, regle das Gesetz ebenso wie die Berichterstattung an den Bund. Der Gesetzentwurf werde nun dem Rat der Bürgermeister zur Stellungnahme zugeleitet.

E-Recruiting ausweiten

Positive Erfahrungen hat Berlin mit dem E-Recruiting-System rexx von Anbieter rexx Systems (wir berichteten) gesammelt, weshalb die Lösung weiterentwickelt und noch breiter in der Berliner Verwaltung genutzt werden soll. „Das E-Recruiting-System rexx hat einen großen Anteil an der verkürzten Verfahrensdauer von Stellenbesetzungen“, berichtet Finanzsenator Matthias Kollatz. „2015 betrug die durchschnittliche Verfahrensdauer landesweit noch etwas mehr als fünf Monate. 2017 lag diese bereits bei knapp vier Monaten. Einige Dienststellen haben es schon innerhalb von etwa drei Monaten geschafft. Die Ausweitung auf alle Berliner Verwaltungen wird diesen Prozess noch beschleunigen. Drei Monate sind unsere Zielgröße. Das ist auch dringend erforderlich. Denn wir müssen das starke Bevölkerungswachstum der Stadt noch schneller in der Verwaltung personell unterfüttern. Hierzu leistet auch unser Karriereportal im Internet einen großen Beitrag. Dessen Präsenz wird mit der Vereinheitlichung der Stellenportale deutlich verstärkt.“ Wie die Senatsverwaltung für Finanzen mitteilt, wird rexx derzeit in sieben Senatsverwaltungen eingesetzt. Die verbleibenden drei Senatsverwaltungen testen das E-Recruiting-System. Zudem nutzen alle Bezirksverwaltungen und zehn nachgeordnete Behörden die Lösung. Das Karriereportal der Berliner Verwaltung enthalte derzeit noch ein Jobportal für Online-Bewerbungen und eine analoge Stellenplattform. Es werde daran gearbeitet, beide Stellenportale zu vereinheitlichen und künftig auf dem Karriereportal zu präsentieren.

Effizientes IT-Management für Schulen

Der vom Berliner Senat beschlossene jährliche Bericht über die Entwicklung der Schulverwaltungssoftware befasst sich mit einem effizienten IT-Management für die Berliner Schulen. „Mit eGovernment@School erhalten die Berliner Schulen, die Schulaufsicht, die Bezirke und die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie ein gemeinsames integriertes IT-Management, mit dem der tägliche Verwaltungsablauf unterstützt wird und zum Beispiel die Neueinschulung und Verteilung von Schülerinnen und Schülern vorgenommen werden kann“, erklärt die Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Sandra Scheeres. „Auch müssen die Schulen bei Einschulung und Schulwechsel die erforderlichen Daten nicht mehr eigenständig erfassen und können rechtssichere Zeugnisse erstellen. 430 Schulstandorte mit 2.300 IT-Verwaltungsarbeitsplätzen befinden sich bereits in dieser zentralen Schulverwaltungsumgebung.“ Wie die Senatskanzlei für Bildung, Jugend und Familie mitteilt, gehört dazu analog zur E-Government-Strategie des Landes Berlin, die IT-Verwaltungsarbeitsplätze zu standardisieren und über ein sicheres Landesnetz der zentralen Schulverwaltungsumgebung (ZSVU) in die Server-Landschaft des ITDZ-Rechenzentrums zu integrieren. Geplant sei, die stationären IT-Verwaltungsarbeitsplätze um mobile Arbeitsplätze für die Leitungsebenen der Berliner Schulen zu ergänzen. Zusätzlich werde für die Schulen eine zentrale webbasierte Schul-Management-Software an die Belange des Berliner Schulwesens – die Berliner Lehrkräfte-Unterrichts-Schuldatenbank (Berliner LUSD) – angepasst und stufenweise eingeführt. Aktuell sind laut der Senatskanzlei 190 Schulen an dieses zentrale System angeschlossen. Die Einbindung in die LUSD soll bis zum 1. Quartal 2020 abgeschlossen sein. Der Bericht über die Entwicklung der Schulverwaltungssoftware wird nun dem Abgeordnetenhaus von Berlin vorgelegt.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Händedruck in perspektivischer Ansicht, Vertrag mit Unterschrift, Liste der Bedingungen in Dialogfeldform, Ziel und Pfeil nach oben - Vektorgrafik.

Landkreistag Baden-Württemberg: Digitalisierungskodex 2.0

[18.08.2025] Mit dem Digitalisierungskodex 2.0 setzt der Landkreistag Baden-Württemberg erneut Standards für die digitale Zukunft der Landkreise. Das Dokument umfasst zwölf Leitlinien für einheitliche digitale Prozesse, mehr Datensouveränität und einen besseren Bürgerservice. mehr...

Logo Netzwerk Junge Bürgermeister*innen

Staatsmodernisierung: Blick in den Maschinenraum fehlt

[17.07.2025] In einer Stellungnahme zum Abschlussbericht der Initiative für einen handlungsfähigen Staat kritisiert das Netzwerk Junge Bürgermeister*innen, dass kommunale Realitäten in den Vorschlägen nicht genügend berücksichtigt werden. Es fehle an Lösungen für die Praxis – etwa bei Personal, Finanzierung oder Führung. mehr...

Personen auf einer Bühne, im Vordergrund sieht man Sitzreihen mit Publikum.

Abschlussbericht: Wie kann die Staatsreform gelingen?

[17.07.2025] Die Initiative für einen handlungsfähigen Staat hat ihren Abschlussbericht an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergeben. Viele ihrer Vorschläge finden sich im Koalitionsvertrag wieder. Die Initiatoren fordern nun eine zügige Umsetzung – auch durch neue Wege wie Modellkommunen. mehr...

Gruppenfoto vor Vitako-gebrandetem Hintergrund.

Vitako: Deutschland-Stack und KI im Fokus

[15.07.2025] Die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister, Vitako, diskutierte mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung über Strategien zur Verwaltungsdigitalisierung. Im Fokus: der Deutschland-Stack, kultureller Wandel und konkrete Rahmenbedingungen für kommunale Umsetzung. mehr...

Bayerisches Staatswappen auf blau weißem Hintergrund.

Verwaltungsdigitalisierung: Bayerns Kommunen an der Spitze

[15.07.2025] Bei der Verwaltungsdigitalisierung belegen bayerische Kommunen im bundesweiten Vergleich die 34 vordersten Plätze. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Dashboards Digitale Verwaltung des Bundes zur Verfügbarkeit digitaler Verwaltungsleistungen hervor. Platz eins belegt Augsburg. mehr...

Maral Koohestanian und Sören Knörr sitzen nebeneinander an einem Tisch und lächeln einander zu.
interview

Wiesbaden / MACH: Ökosystem mit offenen Standards

[09.07.2025] Kommune21 hat mit Maral Koohestanian von der Stadt Wiesbaden und Sören Knörr von MACH über die Erwartungen an die neue Bundesregierung und die Bedeutung offener Standards bei der Umsetzung der Digitalisierung gesprochen. mehr...

Mehrere Personen stehen in einem Raum einer anderen Person gegenüber, die etwas erklärt.
bericht

Kreis Steinfurt: Besser interkommunal

[07.07.2025] Das Service Innovation Lab im Kreis Steinfurt soll Verwaltungen dabei unterstützen, schneller, flexibler und kundenorientierter zu werden. Die interkommunale Zusammenarbeit ist dabei von zentraler Bedeutung. mehr...

Rheinland-Pfalz: Ausweitung der EfA-Fertigungsstrecke

[07.07.2025] Das Land Rheinland-Pfalz hat die Ausweitung der EfA-Fertigungsstrecke zur Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes auf Kommunen beschlossen. Diese sollen so noch leichter digitale Services für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen bereitstellen können. mehr...

Füllfederhalter unterzeichnet ein Papier, im Hintergrund sind Stempel zu sehen.

Mecklenburg-Vorpommern: Verwaltungsvereinbarung mit eGo-MV

[30.06.2025] In Mecklenburg-Vorpommern haben das Ministerium für Inneres, Bau und Digitalisierung und der Zweckverband Elektronische Verwaltung in Mecklenburg-Vorpommern (eGo-MV) eine neue Verwaltungsvereinbarung unterzeichnet. Sie adressiert die weitere Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG). mehr...

Blick von oben auf die Stadt Hannover.
bericht

Hannover: Taskforce und Fonds

[05.06.2025] KI und ein wachsendes Angebot an Onlinedienstleistungen verbessern den Service der Stadt Hannover. Die Verwaltung geht die Digitalisierung strategisch an: Sie hat Kompetenzteams installiert und Mittel in Höhe von knapp 50 Millionen Euro mobilisiert. mehr...

Mehrere Personen stehen vor einem Gebäude.
bericht

DStGB: Mehr kommunaler Einfluss

[02.06.2025] Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hat einen Ausschuss für Digitalisierung gegründet. Dieser will auf die Belange der Kommunen bei Digitalprojekten aufmerksam machen und frühzeitige Einbindung erwirken. mehr...

Mehrere Personen stehen nebeneinander auf einer Bühne

Deutscher Städtetag: Burkhard Jung ist Präsident

[19.05.2025] Im Rahmen seiner Hauptversammlung hat der Deutsche Städtetag Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung erneut als Präsidenten gewählt. Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt und Bonns Oberbürgermeisterin Katja Dörner werden Vizepräsident und -präsidentin. Münsters OB Markus Lewe ist neues Ehrenmitglied. mehr...

Staatssekretär Dr. Markus Richter, Bundesdigitalminister Karsten Wildberger, der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Jarzombek

BMDS: Digitalministerium hat Arbeit aufgenommen

[15.05.2025] Mit Karsten Wildberger als Digitalminister nimmt das neue Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung die Arbeit auf. Es bündelt die Zuständigkeiten aus bisher sechs Ressorts. Markus Richter, zuvor IT-Beauftragter der Bundesregierung, arbeitet als Staatssekretär in dem neuen Ministerium. mehr...

Screenshot des Deckblatts der NEGZ-Kurzstudie.

NEGZ: Smart City und E-Government zusammen denken

[15.05.2025] Eine Kurzstudie des Nationalen E-Government Kompetenzzentrums (NEGZ) untersucht die Wechselwirkungen und möglichen Synergieeffekte zwischen Smart-City- und Smart-Government-Initiativen. Befragt wurden 25 der Modellprojekte Smart Cities. mehr...

Gruppenfoto Digitalausschuss DStGB

DStGB: Digitalausschuss konstituiert sich

[15.05.2025] Klare Forderungen an die neue Bundesregierung hat der Digitalausschuss des Deutschen Städte- und Gemeindebunds (DStGB) im Rahmen seiner konstituierenden Sitzung in Berlin formuliert. mehr...