Montag, 26. Oktober 2026

cit-KundentagVerwaltungsdigitalisierung als Chance

[27.10.2025] Künstliche Intelligenz, Standardisierung und skalierbare Plattformlösungen spielen eine zentrale Rolle bei der Weiterentwicklung digitaler Verwaltungsprozesse. Wie sich Effizienz, Nutzerorientierung und Datenschutz dabei in der Praxis verbinden lassen, zeigte der Kundentag des Unternehmens cit.

Impressionen vom Kundentag des Unternehmens cit.

(Bildquelle: cit GmbH)

Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung als Chance und festen Bestandteil einer effizienten Arbeitsweise zu begreifen, war der klare Leitgedanke des diesjährigen Kundentags des E-Government-Spezialisten cit.

Rund 70 Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Landesbehörden, Rechenzentren und Partnern von Neumünster bis München waren Ende September 2025 am Stuttgarter Flughafen zusammengekommen, um sich über die neuesten Entwicklungen rund um die weit verbreitete Plattform cit intelliForm zu informieren und sich zu fachlichen wie strategischen Themen auszutauschen.

KI für effiziente Verwaltungsprozesse

Ein zentrales Thema der Veranstaltung war nach Angaben von cit der Einsatz Künstlicher Intelligenz in Verwaltungsprozessen. Die Vorträge hierzu machten deutlich: KI wird in der öffentlichen Verwaltung gerade ganz konkret in verschiedensten Szenarien umgesetzt und ist – wie Frank-Olaf Wilhelm von S-Management Services in seinem Beitrag betonte – angesichts sinkender Budgets und schwindendem Personal ein wichtiges Instrument, um Automatisierungen in den Prozessen anzustoßen und damit mehr Freiräume und Effizienz zu erreichen. Wilhelm entwarf in seinem Vortrag eine Roadmap, wie KI künftig nicht nur Prozesse beschleunigen, sondern selbst Onlinedienste aus bestehenden Formularen und Fließtexten genieren kann.

Ergänzt wurde diese Perspektive durch den Beitrag von Thu Thao Nguyen von cit und Franz Böhmann von msg systems, die einen Prototyp des modular aufgebauten cit intelliForm smartBot präsentierten. Der Assistent unterstützt Antragstellende in einfacher Sprache und soll Antragsabbrüche verringern und den Zugang zu digitalen Leistungen verbessern. Die technische Grundlage bildet eine KI-Komponente, die mit hohem Anspruch an digitale Souveränität datenschutzkonform arbeitet und sich nahtlos in bestehende Prozesse einfügt.

Standardisierung und Skalierbarkeit in der Fläche

Ein Beispiel für die durchdachte Digitalisierung mit einer skalierbaren Plattformlösung wurde von Martin Riedel vom IT-Dienstleister Komm.ONE vorgestellt. Über die Formularplattform ELSA sollen für mehr als 1.100 Kommunen in Baden-Württemberg elektronische Leistungsanträge bereitgestellt werden – standardisiert, medienbruchfrei und vollständig digital. Die Besonderheit dabei: Jede Anwendung wird zentral freigegeben, lässt sich aber durch mandantenspezifische Parameter wie Impressum, Farben oder Bezahlschnittstellen individuell anpassen. Die Anbindung an Fachverfahren sowie die interne Datenverteilung erfolgen über cit intelliForm, ohne dass eigener Programmieraufwand erforderlich wird.

Der hohe Automatisierungsgrad und die einheitliche Systematik sollen nicht nur die Einführung neuer Onlinedienste beschleunigen, sondern auch langfristig die Wartung vereinfachen und Fehlerquellen reduzieren. Die Plattform zeigt damit, wie eine zentrale Entwicklung mit dezentraler Anpassung in der Fläche funktionieren kann.

Praxisnahe Weiterentwicklung

Weitere Programmpunkte des Kundentags widmeten sich den aktuellen Releases der cit-eigenen Anwendungen: Der geschäftsführende Gesellschafter Thilo Schuster stellte Neuerungen in der aktuellen Version des Virtuellen Bauamts vor, Entwicklungsleiter Jochen Schwarze gab in seinem Vortrag einen Überblick über technische und funktionale Weiterentwicklungen bei der E-Government-Plattform cit intelliForm insgesamt.

Einen spannenden Einblick in ein laufendes, sehr umfangreiches kommunales Projekt präsentierte schließlich Selin Elibol von der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) in Hamburg. Sie stellte den aktuellen Stand bei der Entwicklung eines Fachverfahrens zur Bearbeitung von Anträgen nach der Baumschutzverordnung vor. Die Lösung ist vollständig digital, reduziert manuelle Prüfschritte und erlaubt eine effizientere Bearbeitung durch vordefinierte Prozesse innerhalb der Plattform.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine Paneldiskussion des cit-Teams zur Integration von cit intelliForm in Kubernetes-Umgebungen. Der Container-basierte Betrieb erlaubt mehr Flexibilität bei Deployment und Skalierung und ist insbesondere für größere Organisationen relevant. Besprochen wurden dabei sowohl technische als auch organisatorische Voraussetzungen für den Einsatz in der Praxis.

Gelegenheit zum Austausch 

Neben den inhaltlichen Beiträgen nutzten viele Teilnehmende des cit-Kundentags die Gelegenheit zum Austausch – zu konkreten Projekterfahrungen, zur Weiterentwicklung der Plattform oder auch zu Fragen rund um Umsetzung und Betrieb. Die Diskussionen zeigten, dass viele Herausforderungen in Kommunen und Behörden ähnlich gelagert sind. Standardisierte, anpassbare Lösungen spielen in diesem Umfeld eine immer wichtigere Rolle und helfen, die Digitalisierung als echte Chance für mehr Effizienz voranzutreiben.

Nora Hoffmann ist freie Journalistin.




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