Kommunale 2025Starkes Signal aus dem Süden

Kommunale 2025 in Nürnberg: Plattform für Wissenstransfer, Vernetzung und Inspiration.
(Bildquelle: K21media GmbH)
Die Kommunale 2025 am 22. und 23. Oktober in Nürnberg setzte in ihrer 14. Ausgabe neue Maßstäbe. Mit 624 Ausstellern aus zehn europäischen Ländern, darunter 77 aus dem Partnerland Baden-Württemberg, drei vollständig belegten Messehallen und einem hochkarätigen Rahmenprogramm präsentiert sich Deutschlands größte Fachmesse und Kongress für Kommunalbedarf so vielfältig und relevant wie nie zuvor.
Auf der Pressekonferenz zum Start der Messe bezeichnete Cornelia Fehlner, Abteilungsleiterin Social & Public bei der NürnbergMesse, die Veranstaltung als „Klassentreffen der kommunalen Familie“. Die Messe sei nicht nur Schaufenster für Produkte und Lösungen, sondern vor allem Plattform für Wissenstransfer, Vernetzung und Inspiration. Im Vorfeld der Kommunalwahlen 2026 in mehreren Bundesländern biete sie kommunalen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern praxisnahe Impulse und konkrete Unterstützung.
Drei Hallen, drei Themenwelten
Mit einer klaren thematischen Struktur bildete die Messe das komplette Spektrum kommunaler Aufgaben ab. In Halle 8 standen der öffentliche Raum, Mobilität und Nutzfahrzeuge im Mittelpunkt. Halle 9 widmete sich den Themen Digitalisierung, IT und Kommunikation. In Halle 10 schließlich ging es um Klima, Nachhaltigkeit, Energie, Wasser, Entsorgung und Verwertung.
Erstmals gab es drei Aussteller-Fachforen mit insgesamt 75 kompakten Vorträgen im 30-Minuten-Takt. Ergänzt wurde das Programm durch das sogenannte DIGITAL-Trio – bestehend aus Kongress, Talk und Award –, das gemeinsam mit dem Databund die Digitalisierung der Verwaltung in den Mittelpunkt stellte. Der DIGITAL Award zeichnete herausragende Digitalprojekte in Kommunen aus. Mehr als 70 Einreichungen erreichten die Veranstalter.

Ein starkes Signal der diesjährigen Kommunale war der gemeinsame Auftritt des Bayerischen Gemeindetags und des Gemeindetags Baden-Württemberg. Beide Landesverbände bilden erstmals eine kommunale Südschiene, die über Ländergrenzen hinweg mit einer Stimme spricht. Uwe Brandl, Präsident des Bayerischen Gemeindetags, betonte auf der Pressekonferenz, dass die Messe weit mehr sei als eine Ausstellung: „Die Kommunale ist für uns nicht nur Bühne oder Netzwerkmöglichkeit, sie ist ein politischer Handlungsraum – und der wird immer wichtiger.“ Für Brandl, der die Messe seit ihrer Premiere begleitet und sie in diesem Jahr zum letzten Mal als Präsident eröffnete, ist sie zu einem zentralen Ort des Austauschs und der kommunalpolitischen Positionierung geworden.
Reformen statt weiterer Finanzspritzen
Brandl warnte vor der Illusion, dass die Handlungsfähigkeit der Kommunen allein durch mehr Geld gesichert werden könne. Entscheidend sei, dass Bund, Länder und Kommunen gemeinsam den Mut zu strukturellen Reformen aufbrächten, Aufgaben neu priorisierten und notwendige Veränderungen entschlossen angingen. „Für dieses Change Management haben wir nicht ewig Zeit“, mahnte Brandl. Zugleich warnte er vor einem zunehmenden Vertrauensverlust der Bürgerinnen und Bürger in die Politik – ein Risiko, das durch fehlende Reformbereitschaft noch verschärft werde.
Auch Steffen Jäger, Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg, unterstrich die Bedeutung des gemeinsamen Auftritts. Die Kommunale sei Ausdruck eines starken föderalen Miteinanders und zugleich Forum für politische Standortbestimmung. „Die Kommunen stehen bereit, Verantwortung zu übernehmen – aber sie brauchen verlässliche Rahmenbedingungen“, sagte Jäger. Er forderte eine grundlegende Staatsreform, die klare Prioritäten setze und Anspruch und Wirklichkeit wieder in Einklang bringe. Die kommunale Ebene müsse dabei von Anfang an in Reformprozesse einbezogen werden, denn sie sei die eigentliche Umsetzungsebene des Staates.
Masterplan Deutschland gefordert
Brandl und Jäger stellten auf der Kommunale ein gemeinsames Impulspapier vor, das zentrale Forderungen der Südschiene enthält:
- Entwicklung eines „Masterplans Deutschland“ gemeinsam mit der kommunalen Ebene,
- keine neuen Aufgaben während der Haushaltskonsolidierung,
- eine auskömmliche Grundfinanzierung der kommunalen Haushalte,
- eine ehrliche Aufgaben- und Prioritätendebatte – auch innerhalb der kommunalen Familie.
„Wir müssen das Auge für das Machbare schärfen und den Menschen erklären, was wünschenswert und was umsetzbar ist“, fasste Brandl zusammen. Beide Verbandschefs machten deutlich, dass kurzfristige Hilfen allein nicht genügen. Es brauche strukturelle Veränderungen, klare politische Entscheidungen und eine offene Kommunikation gegenüber der Bevölkerung.
Plattform für Orientierung und Aufbruch
Mit ihrer Kombination aus Ausstellung, Kongress und politischem Diskurs ist die Kommunale ein zentrales Forum der kommunalen Welt. Sie bietet nicht nur technologische Innovationen, sondern schafft auch Raum für gesellschaftliche und politische Standortbestimmung. Oder, wie es Cornelia Fehlner formulierte: „In Nürnberg wird in diesen zwei Tagen die Zukunft der Kommunen gestaltet.“
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