E-PartizipationFrankfurt fragt nach

In der Mainmetropole sind die Bürger gefragt.
(Bildquelle: Klaus-Uwe Gerhardt/pixelio.de)
Bislang haben nur wenige Städte zentrale Portale für ihre Online- und Offline-Partizipationsangebote geschaffen. Bürgerbeteiligung erfolgt meist projektbezogen, temporär und jeweils auf eigenen Websites. Oft werden die Angebote von den Bürgern nur durch Zufall gefunden. Besser machen will es die Stadt Frankfurt am Main. Das im April 2014 gestartete Bürgerbeteiligungsportal Frankfurt fragt mich bündelt alle Beteiligungsangebote der Kommune. So lassen sich beispielsweise infrastrukturelle Mängel im öffentlichen Raum in einer Stadtkarte eintragen. Den anschließenden Bearbeitungsprozess können die Nutzer kontinuierlich verfolgen. Aber auch Online-Bürgersprechstunden lassen sich über die Plattform abhalten. Die Magistratsmitglieder treten dabei per Chat mit den Bürgern in Kontakt. Den Anfang hat Oberbürgermeister Peter Feldmann im Mai dieses Jahres mit einer Bürgersprechstunde gemacht. Sukzessive in die Plattform überführt werden außerdem bereits bestehende Beteiligungsprojekte.
Baukasten für Beteiligung
Dem neuen Portal liegt eine technische Infrastruktur nach dem Platform-as-a-Service-Prinzip zugrunde. Mit einem Baukastensystem auf Basis der Lösung DIALOG BOX der Firma polidia schlägt die Stadt eine Brücke zwischen zwei zentralen Konzepten erfolgreicher Beteiligungspraxis. Dank des hohen Standardisierungsgrads lassen sich Beteiligungsverfahren durch reine Konfiguration kostengünstig und schnell realisieren. Gleichzeitig sollen sie direkt auf die Zielgruppe zugeschnitten und ansprechend gestaltet werden und sich durch individuelle Funktionen auszeichnen. Nur so lassen sich in der Regel eine große Reichweite und eine hohe Beteiligungsquote erzielen.
Bereits in der Spezifikations- und Anforderungsphase des Portals ermittelte die Stadt spätere Praxisbedarfe und Anwendungsszenarien. Die Ergebnisse aus verschiedenen Pilotprojekten flossen direkt in die Software-Entwicklung ein. Mit einem von polidia bereitgestellten Prototyp konnten Verwaltungsmitarbeiter verschiedene Formate und Funktionen der Software testen. Die frühe Evaluation zeigte, dass die präferierte All-in-one-Lösung Entwicklungs- und Bereitstellungskosten einzelner Dialogprojekte der Stadt deutlich reduzieren kann.
Synergien schaffen
Die nun entstandene Beteiligungslösung kann von allen Fachbereichen der Stadt sowohl für niedrigschwellige als auch komplexe Dialogprojekte schnell und einfach über eine gemeinsame Administrationsoberfläche genutzt werden. Dafür stellt die Stadt auf dem Portal verschiedene standardisierte Beteiligungslösungen bereit. Über ein Dashboard lassen sich ohne tiefes technisches Fachwissen unter anderem virtuelle Sprechstunden, Befragungen oder Umfragen sowie geo- oder textbasierte Konsultationsvarianten zu vollwertigen Dialogangeboten kombinieren. Bürger, die sich einmal bei Frankfurt fragt mich registriert haben, können alle Beteiligungsangebote sofort nutzen. Über die als Mandant auf der FFM.de-Plattform durchgeführten Bürgerbeteiligungsverfahren der Fachämter wird die Stadt fortlaufend Synergien zwischen allen online und offline durchgeführten Partizipationsvorhaben schaffen.
Dieser Beitrag ist in der August-Ausgabe von Kommune21 im Schwerpunkt E-Partizipation erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren.
KI-Oasen: Wenn Städte träumen
[31.07.2026] Das Architekturbüro weiss Architekten entwickelt mit den KI-Oasen ein Beteiligungsformat, das Wünsche und Ideen der Bürgerinnen und Bürger niederschwellig in ortsspezifische Bilder übersetzt. In Eichstätt wird daraus nun ein kommunales Pilotprojekt. mehr...
Serie Smart Cities, Teil 4: Bürger als Gestalter
[30.07.2026] Aus zahlreichen Praxisprojekten hat das Fraunhofer-Institut IESE zentrale Erkenntnisse gewonnen, wie eine gute Bürgerbeteiligung gestaltet sein sollte. Ein Erfolgsfaktor: Digitale Angebote sollten mit Vor-Ort-Formaten kombiniert werden. mehr...
Magdeburg: Beteiligung mit VR
[28.07.2026] Wie lassen sich komplexe städtebauliche Planungen anschaulich vermitteln und die Bürgerbeteiligung stärken? Ein Forschungsprojekt zeigt am Beispiel der Großen Münzstraße in Magdeburg, wie Virtual Reality neue Wege in der Bauleitplanung eröffnen kann. mehr...
Achim: Portal für Bürgertipps
[27.07.2026] Die Stadt Achim ist die erste Kommune im Kreis Verden, die auf das moderne Bürgertipps-Portal von Anbieter NOLIS setzt. Sag’s Achim lässt sich über Smartphone, Tablet und PC gleichermaßen einfach nutzen und löst die bisherige Online-Mängelmelder-Lösung ab. mehr...
Mainz: Microsite erleichtert das Mitgestalten
[14.07.2026] Die Bürgerbeteiligung der Stadt Mainz präsentiert sich mit einem rundum modernisierten Webauftritt. Die neue Microsite „Gemeinsam Mainz gestalten“ soll es den Bürgerinnen und Bürgern künftig noch einfacher machen, Mitwirkungsmöglichkeiten wahrzunehmen. mehr...
Uslar/Katlenburg-Lindau: Digitale Beteiligungsplattform zur Artenvielfalt
[10.07.2026] Für den Naturschutz ist ein feinmaschiges Monitoring der Artenvielfalt zentral. Interessierte Bürgerinnen und Bürger vor Ort können aufgrund lokaler Gebietskenntnis und wiederholter Beobachtung wertvolle Hinweise liefern. Ein Forschungsprojekt in Niedersachsen nutzt dazu digitale Lösungen von wer denkt was. mehr...
Studie: Bürgerbeteiligung ohne Hightech
[08.06.2026] Erstmals wurde bundesweit untersucht, wie Kommunen digitale Bürgerbeteiligung einsetzen. Die Erhebung zeigt, dass ostdeutsche Kommunen häufiger aktiv sind als westdeutsche. Gleichzeitig zeigt sich bundesweit: Digitale Bürgerbeteiligung in der Breite ist kein Hightech-Unterfangen. mehr...
Hamburg: Aktionsplan für Nachhaltigkeit
[05.06.2026] Ihr Engagement für eine offene und transparente Verwaltung baut die Freie und Hansestadt Hamburg weiter aus und ist in die neue Programmphase von Open Government Partnership (OGP) Local gestartet. Im Fokus steht die gesamtstädtische Nachhaltigkeitsstrategie. mehr...
wer denkt was: 15 Jahre Innovation und Dialog
[07.05.2026] Das Unternehmen wer denkt was feiert Jubiläum: Seit 15 Jahren begleitet die Firma Kommunen im ganzen Bundesgebiet bei der Umsetzung moderner Beteiligungsprozesse. mehr...
Stuttgart: Relaunch fürs Beteiligungsportal
[04.05.2026] Ihr Beteiligungsportal hat die Stadt Stuttgart grundlegend modernisiert. Der Zugang wurde barrierearm und intuitiv gestaltet. Für mehr Verständlichkeit und effiziente Auswertungen setzt die Stadt auf KI. mehr...
Kirchenlamitz: Radspur-App liefert Daten aus der Praxis
[20.03.2026] Mit welcher Frequenz Radwege genutzt werden und ob es auf den Strecken Verbesserungsbedarfe gibt, will die Stadt Kirchenlamitz mithilfe einer App herausfinden. Ist die Anwendung auf dem Smartphone installiert und aktiviert, kann sie anonymisiert GPS- und Erschütterungsdaten erfassen. Auch können die Nutzerinnen und Nutzer über die App auf Gefahrenstellen oder Hindernisse hinweisen. mehr...
Bad Homburg v. d. Höhe / Friedrichsdorf / Wehrheim: Gemeinsame Beteiligungsplattform
[19.03.2026] Mit Seid Dabei haben Bad Homburg v. d. Höhe, Friedrichsdorf und Wehrheim eine gemeinsame Beteiligungsplattform gestartet, auf der jede Kommune zwar einen eigenen Bereich verwaltet, die technische Infrastruktur aber mit den anderen teilt. mehr...
Gersheim: Mehr Service mit Gerda
[27.02.2026] Die Gemeinde Gersheim hat gemeinsam mit dem Zweckverband eGo-Saar einen KI-Chatbot pilotiert, der die Verwaltung entlastet und den Bürgerservice verbessert. Der Prototyp kann künftig in allen saarländischen Kommunen eingesetzt werden. mehr...
E-Partizipation: Möglichkeiten und Grenzen
[26.02.2026] Analoge Beteiligungsformate sprechen nur eine begrenzte Anzahl von Bürgerinnen und Bürgern an. Fügen Kommunen digitale Partizipationsangebote planvoll hinzu, erreichen sie mehr Zielgruppen. Wichtig ist die intelligente Kombination der beiden Ansätze. mehr...
Darmstadt: Digitalstrategie mitgestalten
[25.02.2026] Mit einer neuen Digitalstrategie will die Stadt Darmstadt wichtige Weichen für die Zukunft ihrer digitalen Verwaltung und Services stellen. In die finale Fassung sollen auch Anregungen aus der Bürgerschaft einfließen. mehr...




















