HerneGut aufgestellt

Schulen in Herne sind fast eins zu eins mit Endgeräten ausgestattet.
(Bildquelle: patrick/stock.adobe.com)
Es gibt Berge, über die man hinüber muss, sonst geht der Weg nicht weiter – dieses Zitat des Schriftstellers Ludwig Thoma bildet den Abschluss der Herner Haushaltsbroschüre 2022. Der kreisfreien Großstadt im Ruhrgebiet mit ihren etwa 156.000 Einwohnenden machen nicht nur hohe Altschuldenlasten zu schaffen. Auch die Einnahmen stagnieren. Mit 290 Euro Gewerbesteuern je Einwohner belegte Herne 2021 den letzten Platz unter den 22 kreisfreien Städten in Nordrhein-Westfalen. Im Vergleich verfügte Spitzenreiter Düsseldorf mit 1.446 Euro je Einwohner über rund fünfmal mehr Gewerbesteuereinnahmen, die neben der Grundsteuer den Großteil kommunaler Einnahmen stellen. Allen Herausforderungen zum Trotz: Mit der schulischen Digitalisierung hat die Stadt gleich mehrere Berge erfolgreich überwunden. Herne ist schon seit Jahren digital gut aufgestellt. Bereits 2012 hat sich die Stadt als Schulträger fachliche Expertise und pragmatische Unterstützung für die Schul-IT geholt. Damals wurden die allgemeinbildenden Schulen mit MNSpro Classic ausgestattet, der Server-Lösung für Verwaltung und Pädagogik des Schul-IT-Dienstleisters AixConcept. Entsprechend schnell konnte der Schulträger während der Corona-Pandemie 2020 mit der Umstellung auf das MNSpro Cloud-System beginnen, um jederzeit hybriden oder Distanzunterricht sicherstellen zu können.
Alle Schulformen profitieren
Um den IT-Support und das Management der Schul-Cloud sowie der mit der Cloud verbundenen Endgeräte kümmert sich AixConcept. Jetzt sind durch neue Fördermöglichkeiten zu den damals 4.000 im Einsatz befindlichen Endgeräten für die Schulen noch einmal 11.500 iPads und Laptops hinzugekommen. Eine Eins-zu-eins-Ausstattung für die rund 19.000 Schülerinnen und Schüler an 45 Schulstandorten sei damit nahezu erreicht, freut sich Heike Christine Wegner, Abteilungsleiterin Bildungsmanagement und Digitalisierung im Fachbereich Schule und Weiterbildung der Stadt Herne. „Es profitieren jetzt wirklich alle Schulformen, also Grundschulen, Förderschulen, alle weiterführenden Schulen und bestimmte Bildungsgänge an den Berufskollegs von den Förderungen“, so Wegner. Insbesondere die jüngsten beiden Förderprogramme, von denen Herne als Stadt mit hohen Sozialausgaben profitieren konnte, waren auf genau dieses Ziel ausgerichtet: Jeder Schüler und jede Schülerin an den weiterführenden Schulen und den Förderschulen sollte unabhängig vom elterlichen Geldbeutel mit einem digitalen Endgerät arbeiten können. Dabei ergänzen sich die beiden Programme, die REACT-EU-Förderung aus EU-Mitteln sowie die Digitale Ausstattungsoffensive NRW von Landesseite.
Geräte sind sofort startklar
Die Geräte aus der REACT-Förderung sind zwischen November 2022 und Februar 2023 bereits erfolgreich ausgerollt worden. Der Rest ist inzwischen gefolgt. Ein Mammutprojekt, das mithilfe externer Unterstützung aber zügig funktioniert. Denn der Dienstleister AixConcept sorgte dafür, dass alle 11.500 Geräte, sowohl Windows-Geräte als auch iPads, innerhalb kürzester Zeit komplett so eingerichtet wurden, dass Lehrkräfte und Schüler sie mit dem Auspacken sofort im Schulbetrieb sowie zu Hause uneingeschränkt in der MNSpro Cloud nutzen können – inklusive aller von den Schulen gewünschten Apps und Einstellungen. „Wir arbeiten jetzt schon sehr lange mit der MNSpro-Plattform und seit der Pandemie-Phase mit der Cloud-Variante. Entsprechend haben wir Erfahrungen mit dem Mobile Device Management dieses Systems. Das heißt, wir schließen im Prinzip an die Strukturen an, die wir schon aufgebaut haben, um einen gewissen Standard zu gewährleisten“, sagt Heike Christine Wegner. „Dort, wo die Schulen schon über eine ausgebaute Infrastruktur verfügen, können sie mit den Geräten bereits gut arbeiten. Die Kinder arbeiten mit iPad oder Laptop im Unterricht und können das Gerät auch mit nach Hause nehmen und es für die Hausaufgaben nutzen. Schulen, die technisch noch nicht so weit sind, müssen noch ein bisschen improvisieren. Dort ist beispielsweise das WLAN noch nicht ausreichend, damit alle Schüler gleichzeitig im Unterricht online arbeiten können.“
Anschlussfinanzierung noch offen
Inzwischen konnte der Schulträger zwar sicherstellen, dass jede Schule an das Glasfasernetz angeschlossen ist. Aber das, so Wegner, reiche natürlich nicht aus, weil ja auch die Inhouse-Verkabelung in den Schulgebäuden fertiggestellt werden müsse. 2024 sollen immerhin drei Viertel der Schulen mit Mitteln aus dem DigitalPakt Schule verkabelt sein. „Ein Drittel der Schulen, so unser Plan derzeit, geht dann in den eigenwirtschaftlichen Ausbau oder wir schauen, ob wir vielleicht noch einmal woanders Fördergelder herbekommen“, erklärt die Abteilungsleiterin.
Immerhin: Hernes Schulen sind mit Blick auf die Endgeräte bereits jetzt gut versorgt. „Im Vergleich zu anderen Kommunen haben wir eine sehr hohe Ausstattungsquote von über achtzig Prozent“, so Heike Christine Wegner, „auch, weil wir einfach so stark mit Fördergeldern bedacht wurden.“ Gerade eine Kommune wie Herne müsse allerdings auch dabei unterstützt werden, soziale Benachteiligung von Kindern und Jugendliche auszugleichen. Und was passiert, wenn Geräte abhandenkommen oder durch Zuzug neue benötigt werden? Wegner: „In unseren Haushaltsplanansätzen haben wir einen gewissen finanziellen Pool vorgesehen, um Geräte ersetzen zu können.“ Unter dem Strich sei alles aber immer eine Finanzierungsfrage und dazu gehöre auch der noch offene Punkt der Anschlussfinanzierung. Wer kommt für die Wartung und den Austausch der Geräte nach Ablauf ihres vier- bis fünfjährigen Lebenszyklus auf? Das seien Fragen, so Wegner, die es noch zu klären gelte – sowohl finanziell als auch politisch.
Bitkom: Schulen erhalten Smart-School-Siegel
[24.04.2026] Bundesbildungsministerin Karin Prien hat in Berlin Schulen für herausragende digitale Bildungskonzepte ausgezeichnet. Der Wettbewerb des Branchenverbands Bitkom zeigt, wie sich digitale Innovationen im Unterricht erfolgreich umsetzen lassen und künftig stärker verbreitet werden sollen. mehr...
Hannover: Lizenzpanne mit Microsoft 365
[23.04.2026] Alle 100 städtischen Schulen in Hannover haben die Cloud-Lösung Microsoft 365 aktiv eingesetzt – allerdings, ohne die passende Lizenz zu besitzen, welche die Nutzung im Schulkontext absichert. Die Stadt verhängte vorerst einen Nutzungsstopp und will prüfen, wie es zu der fehlerhaften Einschätzung kam. mehr...
Bremen: Pionier für telli
[21.04.2026] Bremen hat als erstes Bundesland mit telli eine landesweite KI-Plattform für Schulen eingeführt. Finanziert über Mittel des DigitalPakts Schule steht die Plattform den Schulen der Freien Hansestadt kostenfrei zur Verfügung. mehr...
Niedersachsen: Webshop für Schul-Hardware
[16.04.2026] Niedersachsen hat einen Webshop für die Bestellung digitaler Endgeräte an Schulen freigeschaltet. Das Land stellt dafür bis 2031 rund 800 Millionen Euro bereit. Ab dem Schuljahr 2026/2027 sollen zunächst siebte Klassen und Lehrkräfte ausgestattet werden. mehr...
Berlin: Schnelles Internet für alle Schulen
[13.04.2026] In Berlin verfügen alle öffentlichen Schulen nun über schnelles Internet. Möglich wurde das durch ein vom ITDZ koordiniertes landesweites Programm. Mit einer Reform des Schulgesetzes sichert der Senat die weitere digitale Schulentwicklung rechtlich stärker ab. mehr...
Digitale Bildung: Zehn Jahre Smart Schools
[09.04.2026] Seit zehn Jahren würdigt der Smart-School-Wettbewerb Schulen, die digitale Bildung, Infrastruktur und Lehrkräftefortbildung zusammenbringen. Rahmenbedingungen und Schwerpunktthemen sind im Wandel – doch die Digitalisierung im Bildungsbereich geht weiter. mehr...
Thüringen: KI verstehen mit telli
[09.04.2026] Der KI-Chatbot telli steht ab sofort allen Schulen in Thüringen zur Nutzung zur Verfügung. Der Freistaat profitiert dabei von den Erfahrungen anderer Bundesländer und setzt zugleich eigene Schwerpunkte bei der pädagogischen Begleitung. mehr...
Kommunale Spitzenverbände: Digitalpakt 2.0 mit verschobenem Start?
[01.04.2026] Die kommunalen Spitzenverbände kritisieren geplante Änderungen zum Digitalpakt 2.0: Der für 2025 vereinbarte Starttermin soll um ein Jahr verschoben werden. Viele Kommunen haben mit Blick auf die Vereinbarung schon 2025 teure digitale Ausstattung beschafft – und könnten dann ohne Finanzierung dastehen. mehr...
Digitales Lernen: Eintauchen in den Lernstoff
[31.03.2026] Der Digitalpakt 2.0 fördert unter anderem die Einführung KI-gestützter, adaptiver Lernsysteme und die Entwicklung digitaler Unterrichtskonzepte. Damit eröffnet sich eine Chance für Schulen, immersive Lernräume einzurichten – ein Konzept, mit dem andere Länder bereits gute Erfahrungen gemacht haben. mehr...
Aachen: Automat für Medienkonzepte
[27.03.2026] Die StädteRegion Aachen bietet ihren Schulen ein Online-Tool an, mit dem sie ihre Medienkonzepte schneller und gezielter überarbeiten können. Der sogenannte Konzept-O-Mat erfasst den Ist-Zustand der Schule, zeigt Lücken im jeweiligen Konzept auf und gibt Verbesserungshinweise. mehr...
Hannover: Zwischenbilanz zum Einsatz von Microsoft 365 an Schulen
[18.03.2026] Hannover nutzt Microsoft 365 auch im Bildungsbereich. Die Stadt ist sich des Datenschutzrisikos bewusst, lehnt europäische Open-Source-Alternativen aber ab. Nun sollen bessere Rahmenbedingungen für den Microsoft-Einsatz geschaffen werden – mit Vorbildcharakter für weitere Schulen im Land. mehr...
Nürnberg: Schul-IT als Daueraufgabe
[16.03.2026] Im Rahmen der IT-Strategie „Lernen und Lehren an städtischen und staatlichen Schulen in Nürnberg im Digitalen Zeitalter“ wurden in den vergangenen neun Jahren zahlreiche Erfolge erzielt. Diese hat das Referat für Schule und Sport jetzt in einem umfassenden Bericht zusammengefasst. mehr...
Neuwied: 2,4 Millionen Euro für die Lerninfrastruktur
[13.03.2026] Mit einem Medienentwicklungsplan für die Jahre 2026 bis 2030 stellt Neuwied rund 2,4 Millionen Euro für die digitale Ausstattung und Betreuung städtischer Schulen bereit. Mit den Mitteln soll die Lerninfrastruktur weiter modernisiert und gesichert werden. Auch ein verlässlicher IT-Support ist vorgesehen. mehr...
Niedersachsen: telli lehrt KI-Einsatz
[24.02.2026] Schule sollte junge Menschen dazu befähigen, KI kritisch, reflektiert und kompetent zu nutzen. Mit diesem Ziel nimmt jetzt Schul-Chatbot Telli in Niedersachsen seine Arbeit auf. Die datenschutzkonforme Open-Source-Lösung kann sowohl für die Unterrichtsvorbereitung als auch das fächerübergreifende, individuelle Lernen herangezogen werden. mehr...
Digitalpakt 2.0: KISA begleitet Schulen
[23.01.2026] Mit dem Digitalpakt 2.0 geht das Förderprogramm zur Digitalisierung an den Schulen in die Fortsetzung. Der Zweckverband Kommunale Informationsverarbeitung Sachsen (KISA) unterstützt Schulen und Schulträger mit passgenauer Beratung, Betreuung und erprobter Hardware. mehr...






















