StuttgartKI-Forschung kommt in die Schulen

Stuttgarter Schulen sollen Lernsysteme aus Forschungsprojekten des TüCeDE unter realen Unterrichtsbedingungen testen.
(Bildquelle: Universität Tübingen/Alexander Ries)
Die Landeshauptstadt Stuttgart und die Universität Tübingen haben eine dreijährige Kooperation zum Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) an Schulen vereinbart. Wie die Stadt mitteilt, unterzeichneten Bürgermeisterin Isabel Fezer und Universitätskanzler Andreas Rothfuß die Vereinbarung Mitte September im Stuttgarter Rathaus. Ziel sei es, Erkenntnisse aus der Bildungsforschung schneller in die schulische Praxis zu übertragen und umgekehrt Erfahrungen aus dem Unterricht in die Forschung einfließen zu lassen.
Partner sind das Schulverwaltungsamt Stuttgart und das Tübingen Center for Digital Education (TüCeDE) der Universität Tübingen. Im Mittelpunkt stehen nach Angaben der Landeshauptstadt adaptive, KI-gestützte Lernsysteme. Diese sollen erkennen, welche Inhalte Schülerinnen und Schüler bereits beherrschen, und Aufgaben, Lerntempo sowie Erklärungen entsprechend anpassen.
„Die große Herausforderung ist: Schülerinnen und Schüler haben unterschiedliche Voraussetzungen, Lernstände und Stärken. Auf diese Heterogenität müssen wir eingehen“, erklärt Stuttgarts Bürgermeisterin für Jugend und Bildung, Isabel Fezer. Adaptive Lernsysteme könnten Fortschritte und Defizite erkennen und Lernangebote an den individuellen Bedarf anpassen. Die Kooperation schaffe die Grundlage, solche Anwendungen wissenschaftlich begleitet zu erproben und gemeinsam mit den Lehrkräften weiterzuentwickeln.
Die Zusammenarbeit umfasst laut Stadt vier Handlungsfelder. So sollen Stuttgarter Schulen Lernsysteme aus Forschungsprojekten des TüCeDE unter realen Unterrichtsbedingungen testen. Studierende der Universität können sich in Abschlussarbeiten und Forschungsprojekten mit konkreten Fragestellungen des Schulverwaltungsamts beschäftigen, beispielsweise mit dem datenschutzkonformen Einsatz von KI-Anwendungen.
Darüber hinaus sollen Lehrkräfte und Forschende gemeinsam KI-gestützte Unterrichtskonzepte entwickeln. Als Beispiel nennt die Landeshauptstadt den reflektierten Einsatz von Chatbots beim Schreiben von Texten im Deutschunterricht. Die daraus entstehenden Konzepte sollen anschließend als frei nutzbare Bildungsmaterialien veröffentlicht werden.
Die Universität soll das Schulverwaltungsamt zudem bei fachlichen Fragen rund um KI unterstützen, etwa bei der Einschätzung, welche Werkzeuge sich für den schulischen Einsatz eignen. Einbezogen werden sollen nach Angaben der Stadt auch die KI School, ein Pilotprojekt am Königin-Charlotte-Gymnasium, sowie das städtische KI-Netzwerk.
Die Kooperation ist Teil der Digitalstrategie 2030 für die Stuttgarter Schulen. Das Schulverwaltungsamt bringt dabei den direkten Zugang zu den Schulen und seine Erfahrungen bei der digitalen Transformation ein. Das TüCeDE steuert nach Darstellung der Landeshauptstadt seine wissenschaftliche Expertise bei der Entwicklung und Erforschung adaptiver, KI-gestützter Lernsysteme bei. Ein jährliches Steuerungsgespräch soll die Zusammenarbeit begleiten.
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