Mittwoch, 29. April 2026

NürnbergKI-Tool für die Wohngeldstelle

[05.12.2024] In Nürnberg unterstützt seit Anfang des Jahres ein auf Künstlicher Intelligenz basierendes Tool die Wohngeldstelle bei der Bearbeitung der hohen Anzahl an Anträgen. Dieses soll nun in den Echtbetrieb überführt werden und könnte bayernweit Nachahmer finden.
papierstapel

Stadt Nürnberg begegnet der Antragsflut im Wohngeldbereich mit KI-Unterstützung.

(Bildquelle: hgreskamp / 123rf.com)

Seit Anfang 2024 unterstützt ein auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierendes Tool die Wohngeldstelle der Stadt Nürnberg bei der Bearbeitung der hohen Anzahl an Anträgen. Durch die Wohngeldreform 2023 wurde der Kreis der wohngeldberechtigten Haushalte stark ausgeweitet und das Wohngeld deutlich erhöht. Im Jahr 2023 hat sich die Zahl mit 24.160 gestellten Wohngeldanträgen im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt, teilt die Frankenmetropole mit. 2024 sei mit einem ähnlichen Niveau zu rechnen. Dies stelle nach wie vor eine große Herausforderung für das Sozialamt als Wohngeldbehörde dar. Die Stadtverwaltung begegne dieser mit zusätzlichem Personaleinsatz und einer intensivierten Digitalisierungsstrategie.

KI-Tool baut auf Roboter auf

Auf Basis optimierter Prozesse unterstützt seit Anfang 2023 ein Wohngeldroboter die Sachbearbeitung und entlastet zum Beispiel von zeitaufwändigen Routinetätigkeiten, wie der Prüfung der Zuständigkeit, einem Abgleich mit dem Melderegister, der Anlage eines Falls und der Übernahme relevanter Inhalte in das Fachverfahren (wir berichteten).

Anfang 2024 haben die Stadt Nürnberg und die Firma Forml darauf aufbauend die Grundlage für eine medienbruchfreie Sachbearbeitung unter Einsatz von Künstlicher Intelligenz geschaffen. Das KI-Tool übernimmt dabei nach Angaben der Stadt verschiedene Assistenzfunktionen für die Sachbearbeitung, wie die Prüfung der Anträge und eingereichten Unterlagen, die Trennung der Anlagen in einzelne Dokumente und Überführung in die Akte des Fachverfahrens, die Bereitstellung von Informationen für die Sachbearbeitenden sowie die automatisierte Erstellung eines Anschreibens mit einer Liste noch beizubringender Unterlagen. Es beinhalte zudem einen Sprachassistenten, welcher der Sachbearbeitung Fragen auf Basis des Wohngeldgesetzes oder der Wohngeldverwaltungsvorschrift beantwortet. Das Tool ermöglicht laut der städtischen Presseinformation eine signifikante Effizienzsteigerung und Zeitersparnis. Die Qualitätssteigerung des Verfahrens führe zu einer geringeren Fehlerquote, und durch die Assistenzfunktion würden die Sachbearbeitenden entlastet.

KI-Lösung für ganz Bayern?

Elisabeth Ries, Referentin für Jugend, Familie und Soziales, erläutert: „Wir wollen die Bearbeitungszeiten beim Wohngeld deutlich verkürzen, damit die Berechtigten schnell die ihnen zustehenden Leistungen erhalten. Dem Ziel kommen wir durch Digitalisierung näher. Die Nutzung des Onlinedienstes des Freistaats Bayern, die automatisierte Weiterverarbeitung mittels Robotic Process Automation und jetzt die Erprobung eines KI-Tools zur Vollständigkeitsprüfung unterstützen die Sachbearbeitungen und machen die Prozesse schneller, transparenter und effizienter.“

Das Sozialamt strebt nun den Einsatz im Echtbetrieb an. „Wir sind nicht nur Vorreiterin, sondern auch technisch und finanziell in Vorleistung gegangen und empfehlen ausdrücklich, diese KI-Lösung bayernweit zu beschaffen und zur Entlastung allen Kommunen zur Verfügung zu stellen“, schlägt Oberbürgermeister Marcus König vor. „An diesem Beispiel wird deutlich, wie Digitalisierung und KI uns helfen, noch bürgerfreundlicher zu werden.“





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Bürgerservice
Rathaus Stadt Wiesbaden

Wiesbaden: Stadt-App nicht erwünscht

[27.04.2026] Die Bürgerinnen und Bürger Wiesbadens haben sich in einer Umfrage gegen eine zusätzliche Stadt-App und für einen zentralen, verständlichen und alltagstauglichen Zugang zu städtischen Informationen, Karten und Dienstleistungen ausgesprochen. mehr...

Preisverleihung NRW-Landespreis für interkommunale Zusammenarbeit 2.0

Nordrhein-Westfalen: Landespreis für interkommunale Zusammenarbeit

[23.04.2026] Die Gewinner des NRW-Landespreises für interkommunale Zusammenarbeit 2.0 stehen fest: Oberhausen, Gütersloh, Kreis Euskirchen, Schwalmtal, Rheinisch-Bergischer Kreis und Bad Sassendorf. Insgesamt waren 63 Projekte mit rund 280 Beteiligten aus Nordrhein-Westfalen sowie angrenzenden Regionen eingereicht worden. mehr...

zwei Personen vor einem verbogenen Verkehrsschild

Meckenheim: Jede Meldung zählt

[20.04.2026] Wer in Meckenheim ein Schlagloch, Astbruch im Park oder Müll im Stadtgebiet entdeckt, kann die Verwaltung über den neuen Stadtmelder nun einfach online darauf hinweisen. mehr...

Dossenheim: Rad- und Mängelmelder verknüpft

[14.04.2026] Mit Dossenheim hat nun die erste Kommune in Baden-Württemberg ihr Mängelmelder-System an die landesweite Plattform für Radverkehrsthemen, den RadMELDER BW, angebunden. mehr...

Vizelandrätin Silke Engler präsentiert die Integreat-App zum einjährigen Bestehen. Frau mit Tablet in der Hand

Kreis Kassel: Ein Jahr Integreat

[13.04.2026] Rund ein Jahr nach der Einführung zieht der Kreis Kassel eine positive Zwischenbilanz zur Integreat-App, die Neubürger mit verlässlichen, niedrigschwelligen Informationen versorgt. mehr...

Illustration: Drei Personen sitzen auf Stühlen wartend vor einer mutmaßlichen Bürotür.

Dresden: Sozialamts-Termine online buchbar

[10.04.2026] In Dresden lassen sich Termine im Sozialamt ab sofort online buchen, ändern oder absagen. Der Service startet in drei Bereichen, weitere sollen bis Mitte 2026 folgen. In Kürze werden zudem digitale Bürgerterminals aufgestellt, die unkomplizierten Zugang zu Verwaltungsleistungen bieten. mehr...

Saarbrücken: Meldoo in der Zwischenbilanz

[10.04.2026] Die Stadt Saarbrücken hat eine Zwischenbilanz ein Jahr nach der Einführung des Mängelmelders Meldoo gezogen. Rund 22.400 Hinweise wurden bislang erfasst. Zudem wurde das Angebot mit dem DIGITAL-Award 2026 ausgezeichnet. mehr...

Eine Gruppe von Personen sitzt wartend auf Stühlen
bericht

Terminmanagement: Den Bürgerkontakt steuern

[07.04.2026] Die Online-Terminvergabe ist ein Schlüsselkriterium im Smart City Index des Bitkom. Denn eine Smart City beginnt mit dem Bürgerkontakt: Der digitale Reifegrad misst sich auch daran, ob die digitalen Angebote gut zugänglich sind. mehr...

Wohngeld: Erfurt ist Pionier für Online-Antrag

[02.04.2026] Als erste Thüringer Kommune hat die Landeshauptstadt Erfurt den Online-Wohngeldantrag gestartet. Unterstützung kam vom Digitalministerium. mehr...

Großzügiger urbaner Platz ohne Menschen und Autos, aber mit Sonnenlicht und Baumschatten.

DIGITAL-Award: Mängelmelder Meldoo überzeugt

[30.03.2026] Für ihren Mängelmelder Meldoo ist die Stadt Saarbrücken jetzt mit dem DIGITAL-Award 2026 ausgezeichnet worden. Der Preis geht schon zum zweiten Mal in die saarländische Landeshauptstadt: 2025 wurde das Projekt Virtuelles Bürgeramt gewürdigt. mehr...

"Ganz Mannheim in deiner Hand" - Logo der Mannheimer City App, hochgehaltenes Handy mit der App und im Hintergrund ein städtischer Platz mit historischem Turm.

Mannheim: Großes Interesse an der City-App

[30.03.2026] Zur Jahreswende wurde die Mannheimer City-App öffentlich vorgestellt – nun wurde sie schon zehntausend Mal heruntergeladen. Neben News, Veranstaltungstipps und Informationen über „nützliche Orte“ bietet die Anwendung auch eine Abkürzung zur Verwaltung: Viele digitale Angebote der Stadt sind direkt per Smartphone nutzbar. mehr...

Tisch mit Konstruktionszeichnung, Tablet und gelbem Bauhelm, im Hintergrund ist eine Baustelle zu sehen.

Wiesbaden: Serviceoffensive der Bauaufsicht

[24.03.2026] Die Bauaufsicht der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden hat ihre Prozesse beschleunigt und zieht eine positive Bilanz für das Jahr 2025. mehr...

Rathausplatz Kiel

Kiel: Neue Verwaltungsdienste online

[23.03.2026] Kiel bietet drei häufig nachgefragte Verwaltungsleistungen aus verschiedenen Bereichen ab sofort online an. Bei der Fahrzeugzulassung sieht sich die Stadt als Vorreiter: Sie ist eine der wenigen, die über ein Stufe-4-fähiges iKfz-Portal und das entsprechende Fachverfahren verfügt. mehr...

handy in Hand zeigt Nordhorn SuperApp

Nordhorn: SuperApp gestartet

[19.03.2026] In der SuperApp der Stadt Nordhorn finden Bürgerinnen und Bürger digitale Angebote künftig gebündelt. Mit einer NutzerID kann digital bestellt, gebucht und bezahlt werden. Ein KI-Agent gehört ebenfalls zur Architektur mehr...

Werbung für den Nutzerklimatest 2026

Nutzerklima-Test 2026: Bürger bewerten digitale Services

[12.03.2026] Wie nutzerfreundlich ist die digitale Verwaltung wirklich? Bürgerinnen und Bürger können es jetzt bewerten. Ziel ist es, ein systematisches, vergleichbares Stimmungsbild zu erhalten – und damit konkrete Ansatzpunkte für Verbesserungen. mehr...