Mittwoch, 30. September 2026

DetmoldOhne Papier zur Baugenehmigung

[30.09.2026] Ab Anfang Oktober müssen Bauanträge bei der Stadt Detmold digital eingereicht werden. Das Bauportal.NRW und die Kommunikationsplattform ELAN Classic sollen von der Antragstellung über den Austausch bis zur Bearbeitung einen medienbruchfreien Ablauf ermöglichen.
Gruppenfoto Team Bauordnung in Detmold

Gemeinsam mit weiteren Kolleginnen und Kollegen kümmern sich (v.l.) Jan Irmer, Nils Niederkrome, Dr. Alexander Uhlig und Dirk Schäfer um Bauvoranfragen und Bauanträge in Detmold.

(Bildquelle: Stadt Detmold)

Die Stadt Detmold nimmt Bauanträge ab Anfang Oktober 2026 ausschließlich digital entgegen. Die Antragstellung erfolgt dann über das Bauportal.NRW, die weitere Kommunikation und Bearbeitung über die Plattform ELAN Classic des Softwareanbieters Prosoz. Damit sollen die Anträge digital und ohne Medienbruch von der Einreichung bis zur Bearbeitung in die Bauaufsicht gelangen. Der IT-Dienstleister OWL-IT unterstützt Detmold bei der Einrichtung und technischen Anbindung der Lösung, teilte die Stadt mit.

Tests vor dem verbindlichen Start

Seit dem 1. September 2026 sieht die geänderte Landesbauordnung Nordrhein-Westfalen grundsätzlich die elektronische Einreichung von Bauanträgen bei den unteren Bauaufsichtsbehörden vor. In Detmold soll das digitale Verfahren rund einen Monat später beginnen. Die Stadt nutzt die zusätzliche Zeit, um die Plattform in ihre bestehende Systemlandschaft einzubinden, die Abläufe zu testen und mögliche Fehler vor dem Start zu beheben. Den genauen Termin und die dann geltenden Abläufe will sie gesondert bekannt geben.

„Unser Ziel ist ein Verfahren, das für alle Beteiligten tatsächlich funktioniert“, sagte Thorsten Paulussen, dritter Beigeordneter der Stadt und Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung. Die technische Zuverlässigkeit sei auch wegen der hohen Zahl der Vorgänge wichtig: Die Bauaufsicht prüft, berät und betreut jährlich weit über 1.000 baurechtliche Verfahren. Deren Bearbeitungsdauer reicht je nach Umfang, Qualität und Vollständigkeit der Unterlagen von 3 Tagen bis zu mehreren Monaten. Der digitale Ablauf soll Rückfragen verringern und die Verfahren für Bauherrschaften, Planungsbüros und Verwaltung übersichtlicher gestalten.

Das Bauportal als digitaler Eingang

Im Bauportal.NRW wählen Antragstellende oder bauvorlageberechtigte Personen zunächst das passende Verfahren aus. Anschließend erfassen sie die notwendigen Angaben, laden die Unterlagen zum Bauvorhaben hoch und wählen die zuständige Kommune. Für die Anmeldung benötigen sie ein BundID-Konto. Nach der elektronischen Übermittlung wird der Antrag an die Detmolder Bauaufsicht weitergeleitet.

Den anschließenden Austausch zwischen Behörde und Antragstellenden unterstützt ELAN Classic. Über die Plattform sollen beispielsweise weitere Unterlagen angefordert und Informationen zum Verfahren übermittelt werden können. Die zugrunde liegende Lösung wurde ursprünglich in Mecklenburg-Vorpommern nach dem Einer-für-Alle-Prinzip entwickelt und wird nun von weiteren Ländern und Kommunen übernommen. Für verfahrensfreie Bauvorhaben, bei denen kein Bauantrag erforderlich ist, bietet die Stadt weiterhin eine persönliche Bauberatung an.

XBAU verbindet Portal und Bauaufsicht

OWL-IT stellt die technische Infrastruktur bereit und integriert ELAN Classic in die Systeme der Stadt. Für die Übertragung der Antragsdaten zwischen dem Bauportal.NRW und der Bauaufsichtsbehörde kommt der bundesweit verwendete Standard XBAU 2.6 zum Einsatz. Er soll gewährleisten, dass die beteiligten Anwendungen die Daten einheitlich austauschen und weiterverarbeiten können. Der IT-Dienstleister übernimmt außerdem den sicheren Betrieb der Plattform. Nach Angaben der Stadt soll die Kombination aus Bauportal, Kommunikationsplattform und standardisierter Schnittstelle die Grundlage für einen durchgängigen digitalen Baugenehmigungsprozess schaffen. Ob sich die erwarteten Verbesserungen bei Bearbeitungszeit und Transparenz erreichen lassen, soll sich nach dem Start im laufenden Betrieb zeigen.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Fachverfahren
bericht

Friedhofsverwaltung: Stimmiges Gesamtkonzept

[29.09.2026] Selbst Friedhöfe sind von der Digitalisierung betroffen. Moderne, webbasierte Software hilft Friedhofsverwaltungen, ihre Aufgaben besser zu organisieren. Zudem schafft sie für Angehörige mehr Verlässlichkeit in einem sensiblen Umfeld. mehr...

Wennigsen: Ferienbetreuung digital buchen

[21.09.2026] Die Gemeinde Wennigsen setzt für die Anmeldung zur Ganztagsbetreuung in den Herbstferien die Fachsoftware NOLIS | Schulkind ein. Nach Angaben des Anbieters lagen zwischen Bereitstellung und Produktivbetrieb lediglich zwei Wochen. mehr...

Märkischer Kreis: WiNOWiG im Echtbetrieb

[15.09.2026] Der Märkische Kreis hat die Umstellung auf die Software WiNOWiG abgeschlossen. Die Lösung für die Bearbeitung von Ordnungswidrigkeiten soll schrittweise das bislang eingesetzte Verfahren SC-OWi ablösen. Weitere Kreise und Kommunen sollen folgen. mehr...

Junge Frau im Auto sitzend präsentiert ihre Führerscheinkarte

Kreis Calw: Führerscheinwesen neu aufgestellt

[08.09.2026] Der Landkreis Calw hat sein Führerscheinwesen mithilfe des kommunalen IT-Dienstleisters Komm.ONE auf ein neues Fachverfahren umgestellt. Die Einführung von KM-Fahrerlaubnis ist ein wichtiger Schritt zur Digitalisierung der Verwaltungsdienstleistungen im Bereich Verkehrswesen. mehr...

Ein Geschäftsmann in Startposition vor einer Startlinie

Gewerbewesen: Praxisbewährte Lösungen statt Schlagworte

[08.09.2026] Die Modernisierung und Vereinfachung von Gründungsverfahren ist aktuell ein großes Thema und wird im Rahmen des Bundesprojekts „Schneller Gründen“ derzeit in neun Pilotkommunen erprobt. Dabei sind die Voraussetzungen zur schnellen Unternehmensgründung längst vorhanden und die digitalen Prozesse werden bereits intensiv genutzt. Darauf weist jetzt das Unternehmen EDV Ermtraud hin. mehr...

Kreis Dachau: Bilanz nach Systemwechsel

[07.09.2026] Seit Anfang 2025 arbeitet das Sozialamt des Landkreises Dachau mit dem Fachverfahren LÄMMkom LISSA. Nach mehr als einem Jahr im Echtbetrieb zieht der Landkreis Bilanz und berichtet von Verbesserungen bei Struktur, Auszahlungen und Auswertungen. mehr...

Junge Grundschüler mit Lehrer bei Schreibübungen

Nolis: Ganztagsbetreuung digital organisieren

[02.09.2026] Neben dem Ausbau der Betreuungsangebote für Grundschulkinder rückt auch deren Organisation zunehmend in den Fokus. Eine Lösung für die digitale Anmeldung und Platzvergabe bietet das Unternehmen Nolis mit seiner Software NOLIS | Schulkind, die jetzt bei den ersten Kommunen im Einsatz ist. mehr...

Close-up auf papierbasiertes Formular zur Gewerbeanmeldung

Mannheim: Gewerbemeldungen ohne Medienbruch

[01.09.2026] Mannheim bietet Gewerbean-, -ab- und -ummeldungen ab sofort vollständig online an. Die Anträge fließen ohne Medienbruch in das Fachverfahren der Gewerbebehörde und sollen dadurch schneller bearbeitet werden. mehr...

bericht

Vogelsbergkreis: Erfolgsfaktor Teamarbeit

[28.08.2026] Die Finanzsoftware des Vogelsbergkreises war fast drei Jahrzehnte lang im Einsatz. Nun wurde auf ein modernes Verfahren umgestellt. Trotz der Komplexität verlief die Einführung ohne ungeplante Ausfälle des Produktivsystems. mehr...

Zwei Männer stehen vor einem Gebäude und blicken in die Kamera

Benediktbeuern: Einwohnermeldewesen migriert ins Rechenzentrum

[25.08.2026] Die Verwaltungsgemeinschaft Benediktbeuern lässt ihre Einwohnermeldesoftware OK.EWO seit Ende August 2025 im AKDB-Rechenzentrum betreiben. Das entlastet den EDV-Verantwortlichen vor Ort: Die Verantwortung für Datenbank, Updates und Wartung liegt jetzt bei der AKDB. mehr...

Luftaufnahme von Konstanz
bericht

Konstanz: Kleine Lücken schließen

[17.08.2026] Die baden-württembergische Stadt Konstanz entwickelt digitale Anwendungen seit einigen Jahren selbst und setzt dabei auf Low Code. Der Schulterschluss mit anderen Kommunen ist der entscheidende Hebel. mehr...

Hände auf Laptop, darüber einmontiert Icons für Puzzleteile, Zahnrad, Schraubenschlüssel, Dokument
bericht

Low Code: Schlanker und smarter

[14.08.2026] Mit der Low-Code-Plattform OutSystems kann Digitalisierung schneller, wirtschaftlicher und nachhaltiger umgesetzt werden. Diese Vorteile zeigen sich im Praxiseinsatz in zahlreichen Kommunen. mehr...

Spielzeugauto und deutscher Führerschein auf deutscher Flagge

AKDB/Telecomputer: Verkehrs-IT hoch fünf

[12.08.2026] Das auf KfZ-Lösungen spezialisierte Unternehmen Telecomputer nimmt ekom21 und Komm.ONE als Gesellschafter auf und übernimmt zudem die Verkehrswesen-Bereiche von KDO und regio iT. Damit sollen die Fachverfahren und Online-Dienste der fünf beteiligten IT-Dienstleister für Kfz-Zulassung und Fahrerlaubnis gebündelt werden. mehr...

Mehrere Personen als und jung auf Matratzen in einer Flücjhtlingsunterkunft

Wiesbaden: Sozialdezernat digitalisiert mit Augenmaß

[11.08.2026] Bundesweite Entwicklungen wie die Sozialstaatsreform, die Sozialplattform oder die Deutschland-App schaffen neue Rahmenbedingungen für digitale Verwaltungsprozesse im Sozialbereich. Wie eine praxisnahe Entwicklung digitaler Services gelingt, zeigt das Sozialdezernat der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. mehr...