Samstag, 21. März 2026

BSI-StudiePortale sicher betreiben

[17.10.2013] Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat eine Studie zur Sicherheit von Content-Management-Systemen veröffentlicht. Demnach lassen sich Internet-Seiten auf Basis von Open-Source-Lösungen weitgehend sicher betreiben.
Laut einer Studie des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erlauben Open-Source-Content-Management-Systeme einen sicheren Web-Seiten-Betrieb.

Laut einer Studie des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erlauben Open-Source-Content-Management-Systeme einen sicheren Web-Seiten-Betrieb.

(Bildquelle: init AG für digitale Kommunikation)

Auf Content-Management-Systemen (CMS) basierende Web-Seiten sind nach wie vor ein beliebtes Angriffsziel für Hacker. Schon eine einzelne Sicherheitslücke ist eine latente Gefahr für hunderte oder tausende Websites. So etwas wie absolute Sicherheit gibt es angesichts der über ausreichend Zeit, Mittel und Wege verfügenden Angreifer nicht. Zielführender ist es, relative Sicherheit anzustreben. Denn ein geringer sicherheitstechnischer Vorsprung lässt sich meist schon mit regelmäßigen Sicherheitsupdates erreichen und bietet hinreichend Schutz gegen alle Angreifer, die mit geringem Aufwand irgendein Ziel schädigen wollen. Leichte Beute identifizieren Hacker meist mit Werkzeugen, die das Internet nach anfälligen Seiten durchsuchen und eine Auswahl lukrativer Opfer präsentieren. Um Seitenbetreiber beim Erreichen eines relativen Sicherheitsniveaus zu unterstützen, veröffentlichte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) kürzlich die Sicherheitsstudie Content-Management-Systeme. Die von der Firma init und dem Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT durchgeführte Studie leistet wichtige Grundlagenarbeit im Bereich der CMS-Sicherheit und untersucht die weit verbreiteten Open-Source-Systeme Drupal, Joomla!, Plone, TYPO3 und WordPress. Um nicht nur eine Aussage über den Zustand eines Systems zu einem bestimmten Zeitpunkt machen zu können, sondern die Sicherheit längerfristig einschätzen zu können, konzentrierten sich die Autoren der Studie auf die Entwicklung eines robusten Kriterienkatalogs, der eine detaillierte Beurteilung der CMS ermöglicht. Die Ergebnisse zeigen für jedes System sehr differenziert, wie Sicherheitsbelange in den unterschiedlichen Phasen des Software-Entwicklungslebenszyklus berücksichtigt werden – von der Konzeption über die Software-Erstellung, die Integration bestehender Back-End-Systeme bis hin zum späteren Betrieb. Die Kriterien werden auf vier typische Szenarien angewendet: Private Event Site, Bürgerbüro einer kleinen Gemeinde, Open Government Site einer Kleinstadt und mittelständisches Unternehmen mit mehreren Standorten.

Zentrale Ergebnisse der Studie

Im Fokus der Studie stand eine umfangreiche Analyse der bekannten Bedrohungslagen für die betrachteten Content-Management-Systeme. Den Ausgangspunkt bildete die Untersuchung gemeldeter und von den Open-Source-Projekten anerkannten Schwachstellen. Dafür wurde die National Vulnerability Database (NVD) der US-amerikanischen Standardisierungsbehörde NIST herangezogen. In ihr werden alle nachvollziehbaren Schwachstellen mit eindeutigem Identifikator geführt. Die Vermutung lag nahe, dass jene Systeme, welche bei der Beurteilung der Sicherheitskriterien gut abschneiden würden, die wenigsten Schwachstellen aufweisen würden. Im Rückblick erwies sich die Selektion und Zuordnung aber als schwierig. Die Standardisierung der gemeldeten Schwachstellen reicht gegenwärtig noch nicht aus, um daraus Rückschlüsse auf künftige Risiken beim Einsatz des jeweiligen Systems zu ziehen. Sehr aufschlussreich waren hingegen die von den Open-Source-Projekten veröffentlichten Advisories. Sie lassen sehr schnell erkennen, in welcher Frequenz Sicherheits­Updates notwendig sind, wie kritisch Lücken von der Entwickler-Community eingeschätzt und wie gut diese dokumentiert werden. Das zentrale Ergebnis der Studie: Alle betrachteten Open-Source-Systeme besitzen ein angemessenes Sicherheitsniveau und haben nachweislich einen Sicherheitsprozess zur Behebung von Schwachstellen implementiert. Tatsächlich entspricht die Umsetzung eines solchen Sicherheitsprozesses dem aktuellen Stand der Technik, den selbst viele kommerzielle Software-Pakete nicht erreichen. Sicherheitsrelevante Unterschiede zwischen den betrachteten CMS ergeben sich vor allem aus dem Konfigurationsaufwand bei der Erstinstallation und dem Einspielen von Patches. Ein CMS zu konfigurieren ist aufwändiger als die Installation einer spezialisierten Web-Applikation. Denn das CMS liefert lediglich eine Basisinstallation, die sehr genau an die verschiedenen Anwendungsfälle und Rahmenbedingungen angepasst werden muss. Deshalb steht und fällt die effektive Sicherheit einer Website mit der Sorgfalt bei der Konfiguration und der Auswahl der Erweiterungen.

Empfehlungen für einen sicheren Betrieb

Die positive Bewertung der Open-Source-CMS darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass keines der betrachteten Systeme unbeobachtet oder durch einen unbedarften Anwender betrieben werden kann. Die Studie empfiehlt täglich 15 Minuten professionelle CMS-Pflege pro Website. Erst dann sind die Systeme sicherheitstechnisch weitgehend gebrauchstauglich. Um den Aufwand für eine nachhaltig sichere CMS-Konfiguration, ein professionelles System-Management und regelmäßige Security Reviews überschaubar zu halten, greifen Entwickler in der Regel auf bewährte Hard- und Software-Bausteine zurück. Die Studie diskutiert diesen Ansatz anhand geeigneter Module und Konfigurationen in den vier genannten Anwendungsszenarien.
Content-Management-Systeme unterliegen dem permanenten Wettstreit zwischen Exploit-Entwicklern und Security Teams. Vor dem Hintergrund der Handlungsempfehlungen der Studie und angesichts des durch Angriffe entstehenden Schadens, sind intelligente Sicherheitsgateways ein geeignetes Mittel zur Abwehr. Denn jeder Seitenbetreiber ist solange einem latenten Risiko ausgesetzt, bis für eine Sicherheitsschwachstelle ein Bugfix verfügbar ist. Ein intelligentes Sicherheitsgateway, das unveröffentlichte Sicherheitslücken an ungewohnten Kommunikationsmustern erkennt, kann hier eine große Hilfe sein. Diese regelbasierten Firewall-Systeme erkennen von der Norm abweichendes Verhalten und verhindern, dass Websites vor dem Erscheinen von Sicherheits-Updates befallen werden. Ein sehr effektives Werkzeug sind zudem spezialisierte CMS-Sicherheitstests. Einmal gemeinsam mit einem externen Spezialisten zusammengestellt und auf das System abgestimmt, sollten die Penetration-Tests nach jedem CMS-Update durchgeführt werden.

Malgorzata Mochol ist Professional Consultant für IT-Lösungen bei der init AG.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: CMS | Portale
In Wollpulloverärmeln steckende Hände tippen an einem Laptop, der auf einem niedrigen Couchtisch steht. Die ganze s´Szene ist warm beleuchtet.

Hessen: Quick-Check Bauantrag gestartet

[18.03.2026] Das Land Hessen hat ein einfaches digitales Angebot geschaffen, mit dem Bürgerinnen und Bürger schnell prüfen können, ob für ihr Bauvorhaben ein Bauantrag erforderlich ist. Das spart Zeit, schafft Klarheit und entlastet auch die Behörden. mehr...

Screenshot der Startseite des Bürgerportals Maerker Brandenburg.

Maerker Brandenburg: Neues Design, verbesserte Funktionen

[17.03.2026] Umfassend modernisiert ist jetzt das Bürgerportal Maerker Brandenburg online. Die Plattform wartet mit einer übersichtlichen Struktur, barrierefreier Nutzung und einer intuitiven Navigation auf. Zudem können Missstände noch einfacher über eine zentrale Suche und eine interaktive Karte gefunden, gesucht oder gemeldet werden. mehr...

Hand hält Handy mit Website der Stadt Mainz, Relaunch

Mainz: Neues Zeitalter der Online-Präsenz

[16.03.2026] Einen umfassenden Relaunch hat der Internetauftritt von Mainz erfahren. Er wartet mit einer neuen technischen Basis, neuen Funktionalitäten und inhaltlich mit starkem Fokus auf Services der Stadtverwaltung auf. Weiterentwicklungen sind bereits in Planung. mehr...

Altstadtgasse mit nebeneinander liegenden Holztüren in verschiedenen Farben

Nordrhein-Westfalen: Digitale Eingangstür zur Verwaltung

[12.03.2026] Eine verwirrende Vielzahl von Verwaltungsportalen erschwert den Zugang zur benötigten Verwaltungsleistung. Nordrhein-Westfalen betreibt nun eine Portalkonsolidierung: Statt sich durch verschiedene Portale zu navigieren, genügt ein Einstiegspunkt, der – per KI – den Weg zum passenden Angebot weist. mehr...

Zwei Desktopbildschirme zeigen unterschiedliche Seiten des Stuttgarter Internetportals an.

Barrierefreiheit: Studie sieht Stuttgart auf Rang vier

[11.03.2026] Das Internetportal der Landeshauptstadt Stuttgart gehört laut einer Studie zu den barriereärmsten kommunalen Webseiten in Deutschland. Unter 83 untersuchten Städten belegt stuttgart.de den vierten Platz. Die Untersuchung zeigt zugleich: Vollständig barrierefrei ist bisher kein Stadtportal. mehr...

fünf Personen vor einem Bildschirm_relaunch_kreis Neuwied

Kreis Neuwied: Website erneuert

[04.03.2026] Seine Internetpräsenz hat der Kreis Neuwied neu gestaltet. Nach dem Relaunch präsentiert sich die Website nun nutzerfreundlich, barrierefrei und konsequent auf Service ausgerichtet. mehr...

Screenshot der Rosengarten-App.

Rosengarten: App schafft digitale Nähe

[17.02.2026] Um Servicethemen und Meldungen noch direkter und unkomplizierter zu vermitteln, bietet die Gemeinde Rosengarten ab sofort eine City-App an. Die Kommune kann somit relevante Informationen in Echtzeit und gezielt verteilen. mehr...

Screenshot der Bernauer Plattform mit eingeblendeten Eye-Able-Einstellungen.

Bernau bei Berlin: Barrierearmes Online-Rathaus

[11.02.2026] In Bernau bei Berlin können die Bürgerinnen und Bürger über das Serviceportal Rathaus online bestimmte Verwaltungsdienste zeit- und ortsunabhängig digital in Anspruch nehmen. Der integrierte Eye-Able-Assistent erleichtert Menschen mit Einschränkungen den Zugang zur Plattform. mehr...

Screenshot der Startseite von Augsburg.de mit eingeblendetem Barrierefreiheit-Menü.

Augsburg: Informationen in Leichter Sprache

[11.02.2026] Die Augsburger Website kann nun in 15 Sprachen und zahlreiche Inhalte auch in Leichter Sprache ausgespielt werden. Die Plattform soll so barriereärmer werden. Das Angebot wird Schritt für Schritt erweitert. mehr...

Screenshot leben in Weimar

Weimar: Leben in der Stadt im Überblick

[06.02.2026] Die Stadt Weimar hat ihre Internetseiten rund um das Leben in der thüringischen Kommune überarbeitet und neu strukturiert. Statt eines komplexen Mixes aus Zuständigkeiten, Formularen und Verweisen stehen nun lebensnahe Themen im Mittelpunkt. mehr...

Mehrere Personen stehen vor einem Whiteboard mit einer Präsentation der Integriert-App versammelt, zwei davon drücken symbolisch den Startknopf des neuen Angebots.
bericht

Essen / Kaiserslautern / Würzburg: Integreat-App unterstützt Zugezogene

[03.02.2026] Um zugewanderten und geflüchteten Menschen das Ankommen in der Stadt zu erleichtern, greifen jetzt auch Essen und Würzburg auf die Integreat-App zurück. Kaiserslautern bietet die Open-Source-Anwendung bereits seit sechs Jahren an und stellt sie neuerdings in 13 Sprachen zur Verfügung. mehr...

Screenshot Serviceportal Kreis Wittenberg

Kreis Wittenberg: Service im Portal

[30.01.2026] Im Serviceportal der Kreisverwaltung Wittenberg können Dienstleistungen digital in Anspruch genommen werden. Das Online-Angebot wird kontinuierlich ausgebaut. Der Verwaltung ist aber auch der persönliche Kontakt wichtig. mehr...

Mock-up eines Monitors mit den Webinhalten

Krefeld: Update für die Stadt-Webseite

[28.01.2026] Krefeld.de startet mit neuem Design und klarer Struktur. Die Website bündelt Informationen, trennt Inhalte konsequent vom Serviceportal und ist mobil, barrierearm sowie suchmaschinenoptimiert aufgebaut. Ziel ist ein schneller Zugang zu städtischen Angeboten. mehr...

Ein Auto fährt durch eine überflutetet Straße

Kreis Viersen: Gute Kommunikation für Krisenzeiten

[21.01.2026] In Katastrophenszenarien ist es wichtig, Bürgerinnen und Bürger umgehend zu informieren. Cyber-Angriffe können die unmittelbare Kommunikationsfähigkeit von Behörden aber stark einschränken. Der Kreis Viersen hat deshalb eine Notfallseite konzipiert, die aktuelle Warnungen und Vorsorgetipps vereint. mehr...

Holger Dettmer präsentiert ein Smartphone, auf dessen Bildschirm die Goslar-App zu sehen ist.

Goslar: Alles in einer App

[12.01.2026] Nach erfolgreicher Testphase bietet Goslar den Bürgerinnen und Bürgern nun eine kostenfreie Stadt-App an. Sie vereint zahlreiche digitale Dienstleistungen der Verwaltung und Informationen rund um das Stadtleben. Erweiterungen sind bereits geplant. mehr...