Freitag, 30. Oktober 2026

MönchengladbachEchtzeit-Sensoren überwachen Verkehrsflüsse

[18.03.2026] Ob ausverkaufte Heimspiele der Borussia, Konzerte populärer Bands oder internationale Sportereignisse – im Mönchengladbacher Nordpark finden zahlreiche Großveranstaltungen statt. Mithilfe smarter Daten will die Stadt die dort anfallenden Verkehrsströme besser verstehen und lenken.

Marcel Heynckes vom Smart-City-Programm der Stadt stellte bei einem Rundgang die Sensoren im Nordpark vor.

(Bildquelle: Stadt Mönchengladbach)

Die Stadt Mönchengladbach ist seit 2021 Teil des aus Bundesmitteln geförderten Vorhabens „Modellprojekte Smart Cities“. Über sieben Jahre erhält die Stadt insgesamt 15 Millionen Euro für die Digitalisierung und für Strategien, die mehr Lebensqualität schaffen sollen. Eines der Projekte, das umgesetzt wird, beschäftigt sich mit der Verkehrslenkung. Hunderte Sensoren wurden bereits im Nordpark verbaut, einem ehemaligen Militärareal, das mit rund 160 Hektar die größte nachgenutzte militärische Konversionsfläche im Stadtgebiet darstellt. Auch das Stadion des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach befindet sich dort. Regelmäßig kommen zehntausende Menschen zu Sport- und Musikveranstaltungen in den Nordpark. Auf Zufahrtsstraßen und Parkplätzen kommt es dann oft zu Rückstaus und Wartezeiten.

Messen in der Straße und hoch in der Luft

Mithilfe von Sensoren möchte die Stadt diese Verkehrsflüsse besser verstehen – und perspektivisch gezielter lenken. Den ersten Schritt zur Verkehrserfassung im Nordpark bilden klassische Car Counter der Firma NWave – tellerförmige, in den Boden eingelassene Sensoren, die zählen, wie oft über sie hinweg gefahren wird. Inzwischen sind 150 Stück im Nordpark verteilt. Wie Marcel Heynckes vom Smart-City-Programm der Stadt einräumt, bringen diese Sensoren aber Unschärfen mit sich: So werden Fahrzeuge, die einen Car Counter überfahren, aber dann lediglich wenden, trotzdem als Parker gezählt. Zudem wird nicht zwischen Fahrzeugtypen unterschieden. Daher wurde in einem der Zufahrtsbereiche, wo es auch für Busse und Wohnmobile Stellplätze gibt, zusätzlich eine Kamera installiert, die mithilfe von KI die Fahrzeuge klassifiziert und dann den richtigen Wert an die Datenplattform der Stadt funkt.

Differenzierte Erfassung

Neben dem motorisierten Verkehr sind für ein umfassendes Bild auch die Bewegungsströme von Fußgängern und Radfahrern von Interesse. In Zusammenarbeit mit der Mönchengladbacher Messtechnikfirma Sensor sind deshalb mehr als 20 Infrarotsensoren an Masten installiert worden. Diese zählen nicht nur Individuen, sondern erfassen auch die Bewegungsrichtung. Die Infrarottechnik sorgt dafür, dass Personen nicht erkennbar sind. Das erfasste Bild werten die Sensoren direkt vor Ort aus, und nur relevante Informationen werden an die urbane Datenplattform gefunkt. Das hat nach Angaben der Stadt zwei Vorteile: Zum einen wird der Datenschutz gestärkt, zum anderen sinkt die zu übertragende Datenmenge. Damit können die Informationen über das LoRaWAN übertragen werden, das die Stadt im Rahmen des Smart-City-Programms aufgebaut hat.

Messtechnik ist erst der Anfang

Die Installation der Sensoren ist nur der erste Schritt hin zur gezielten Verkehrslenkung. „An dem Punkt, konkrete Maßnahmen für die Verkehrssteuerung abzuleiten, sind wir noch nicht“, erklärt Marcel Heynckes. In den kommenden Jahren gelte es zunächst einmal, Daten zu sammeln, zu analysieren und so schrittweise Erkenntnisse zu gewinnen, so Heynckes. Doch auch wenn konkrete Maßnahmen zur datengestützten Verkehrssteuerung noch in der Zukunft liegen – genutzt werden die gewonnenen Informationen schon heute. So fließen sie etwa in die Lagebesprechung bei Borussia-Spielen ein. Und vor dem Gästebereich in der Stadion-Südkurve helfen weitere Sensoren mithilfe von Laserscannern, kritische Menschenmengen zu erkennen.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Smart City

Kaiserslautern: KI optimiert Verkehrsmanagement

[29.10.2026] Kaiserslautern setzt auf Künstliche Intelligenz und vernetzte Verkehrstechnik, um den Verkehr effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten. Bei einem bundesweiten Netzwerktreffen stellte die Stadt ihre Projekte KIMONO I und AORTA vor. mehr...

Frau mit VR-Brille schaut durch ein Panoramafenster auf eine Stadtlandschaft

Hamburg: Digitale Zwillinge gezielt fördern

[28.10.2026] Hamburg hat ein Zentrum Digitaler Zwilling gegründet und fördert erste Vorhaben über einen Zwillingsfonds. Die neuen Strukturen sollen Fachwissen in der Verwaltung bündeln und den Einsatz der digitalen Stadtmodelle über Ressortgrenzen hinweg voranbringen. mehr...

Zwei Frauen und vier Männer stehen neben einem der neuen smarten Mülleimer in Dortmund.

Dortmund: Smarte Mülltonnen für saubere Parks

[28.10.2026] In Grünanlagen und im Zoo der Stadt Dortmund melden smarte Abfallbehälter jetzt automatisch den Füllstand und ermöglichen so eine bedarfsgerechte Leerung. Das soll Fahrwege reduzieren, Ressourcen schonen und die Parks sauber halten. mehr...

Ein Mann und eine Frau blicken mit einem Tablet in der Hand auf einen Park, dessen digitale Version auf dem Tablet zu sehen ist
bericht

Kirchheim b. München: Digitales Herz von Smartheim

[27.10.2026] Die Gemeinde Kirchheim bei München zeigt, dass auch kleinere Kommunen groß denken und die digitale Stadtentwicklung strategisch sowie mit konkretem Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger gestalten können. Herzstück hierfür ist ein Digitaler Zwilling. mehr...

Altstadt von Wetzlar mit Fachwerkhäusern

Wetzlar: Sensordaten für die Stadtentwicklung

[26.10.2026] Mithilfe von Lasertechnologie und der Verknüpfung verschiedener Datenquellen will die Stadt Wetzlar Verkehrs- und Besucherströme besser analysieren und steuern. Das Land Hessen fördert das Smart-City-Modellprojekt mit rund 515.000 Euro. mehr...

Radzählstation an der Wiwilibrücke

Freiburg: Beim Datenspaziergang die Smart City erleben

[21.10.2026] Wie werden Daten in einer Smart City erhoben und genutzt? Ein neuer Datenspaziergang in Freiburg zeigt an fünf Stationen, welche Technologien dahinterstecken und wie die gewonnenen Informationen zur Stadtentwicklung beitragen. mehr...

ein orangenes Winterdienstauto von hinten

Pforzheim: Ideen für die Smart City

[15.10.2026] Wie können offene Daten und Künstliche Intelligenz dazu beitragen, kommunale Herausforderungen zu lösen? Beim Smart City Hackathon in Pforzheim entwickeln die Teilnehmenden Anfang November praxisnahe Lösungen – vom Landschaftsschutz bis zum Winterdienst. mehr...

bericht

Apps: Smart City kann klein starten

[13.10.2026] Auch kleinere und mittlere Kommunen können Smart-City-Angebote mit überschaubarem Aufwand umsetzen. Ein möglicher Einstieg sind kommunale Apps: Sie bündeln Informationen, vernetzen lokale Akteure und eröffnen neue Wege für den Austausch mit der Bürgerschaft. mehr...

Vier Personen stehen rund um einen hohen Tisch auf dem beschriebene karten zu sehen sind

Smart City Summer School Dresden: Wissenstransfer für die Stadt der Zukunft

[12.10.2026] Wie lassen sich erfolgreiche Smart-City-Lösungen dauerhaft in Kommunen etablieren und auf andere Städte und Gemeinden übertragen? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Smart City Summer School 2026 in Dresden. Forschende aus rund 50 wissenschaftlichen Einrichtungen diskutierten über Wissenstransfer, Resilienz und die Wirkung digitaler Stadtentwicklung. mehr...

Wie sehen die Städte der Zukunft aus?

Smart City: Digitale Grundversorgung dauerhaft sichern

[08.10.2026] Smarte Städte und Regionen brauchen mehr als befristete Modellprojekte. Sechs Verbände fordern dauerhaft finanzierte, übertragbare Strukturen für die digitale Daseinsvorsorge. Erprobte Lösungen sollen weiterbetrieben werden und allen Kommunen zugutekommen. mehr...

Smart Country Convention: Smart Water als Basis für weitere Anwendungen

[02.10.2026] Zenner zeigt auf der Smart Country Convention 2026, wie sich die Digitalisierung der Wasserwirtschaft mit weiteren Smart-City-Anwendungen verbinden lässt. Eine gemeinsame LoRaWAN-Infrastruktur soll dabei Daten aus unterschiedlichen kommunalen Bereichen übertragen. mehr...

Smart-City-Strategie: Für viele Kommunen eine Herausforderung.

Hamm: Digitaler Erfolgskurs

[24.09.2026] Hamm stellt die Weichen für die nächste Phase seiner Digitalisierung: Die bisherige Digitalisierungsstrategie wird zu einer Smart-City-Strategie für 2027 bis 2032 weiterentwickelt. Neue KI-Anwendungen und eine modernere Dateninfrastruktur sollen dabei eine größere Rolle spielen. mehr...

Reihe von Autos, Nahaufnahme, im Hintergrund orangefarbenes Bokeh

Köln: MobilitätsCockpit verstetigt

[23.09.2026] Köln führt die Datenplattform MoCKiii nach Abschluss der Förderphase dauerhaft fort. Sie verknüpft Verkehrs-, Umwelt- und Wetterdaten in Echtzeit. Die Informationen fließen unter anderem in Verkehrsanlagen, das Brückenleitsystem und die Mobilithek ein. mehr...

Visualisierung des smarten Pfaff-Quartiers in Kaiserslautern.
bericht

Serie Smart Cities, Teil 6: Resilient und nachhaltig

[22.09.2026] Um zukunftsfähige urbane Infrastrukturen – smarte Quartiere – zu schaffen, sollten Kommunen die Digitalisierung konsequent als Hebel für ganzheitliche Nachhaltigkeit und Resi­lienz nutzen. Dabei können sie sich an vier Leitfragen orientieren. mehr...

Holzblöcke vor blauem Hintergrund bilden eine aufsteigende Treppe mit einem roten Block ganz oben. Symbol für eine Rangliste

Haselhorst Smart City Ranking: Ranking ohne Rangliste

[17.09.2026] Das Haselhorst Smart-City-Ranking verzichtet 2026 erstmals darauf, die Platzierungen der untersuchten Städte aktiv zu veröffentlichen. Ganz geheim bleibt die Rangliste dennoch nicht: München hat seinen erneuten ersten Platz bereits selbst bekannt gegeben. mehr...