Samstag, 31. Oktober 2026

HanauTablets im Einsatz

[17.06.2026] Die Feuerwehr Hanau arbeitet mit einer digitalen Einsatzunterstützung. Eine innovative Software stellt wichtige Informationen in Echtzeit auf Tablets bereit. Die Lösung wird anhand der Rückmeldungen aus der Praxis weiterentwickelt.
rescueTablet bei Feuerwehr Hanau im Einsatz

Digitale Unterstützung optimiert den Einsatz.

(Bildquelle: Feuerwehr Hanau)

Die Stadt Hanau setzt konsequent auf digitale Innovationen, um ihrer Feuerwehr eine leistungsfähige und zeitgemäße Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Seit September 2024 sind bei der Berufsfeuerwehr mit ihren 106 Einsatzkräften und den sechs Freiwilligen Feuerwehren mit insgesamt 249 ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden zwölf iPads mit der Software rescue­Tablet im Einsatz. Anfang 2026 wurde im Rahmen des zweiten Roll-outs die Anzahl der Tablets verdoppelt.

„Dank dieser Erweiterung stellt die Stadt Hanau sicher, dass sowohl die Freiwilligen Feuerwehren als auch die Berufsfeuerwehr auf eine identische und aktuelle Datenbasis zugreifen können. Das verbessert nicht nur die Zusammenarbeit, sondern sorgt auch für mehr Übersicht und Handlungssicherheit im Einsatz“, bemerkt Sean Heesch, stellvertretender Amtsleiter der Feuerwehr Hanau. „Hanau zeigt mit der Verwendung der rescueTablet-Software, wie digitale Technologien dazu beitragen können, die Sicherheit von Einsatzkräften und Bevölkerung gleichermaßen zu erhöhen“, unterstreicht Stadträtin und Feuerwehrdezernentin Isabelle Hemsley.

Infosystem speziell für Feuerwehr und Rettungsdienste

Herzstück ist die Software rescueTablet, ein modernes Informationssystem, das speziell für die Anforderungen von Feuerwehr und Rettungsdiensten entwickelt wurde. Es unterstützt insbesondere die Fahrzeugführerinnen und -führer bereits auf der Anfahrt zum Einsatzort, indem unterwegs wichtige Informationen digital übermittelt werden. „Diese gebündelten Informationen ermöglichen es den Einsatzkräften, sich frühzeitig ein genaues Bild von der Lage zu machen und erste Entscheidungen bereits während der Anfahrt zu treffen“, erläutert Heesch. Nach dem Einsatz werden alle eingepflegten Daten zentral erfasst und am Ende in einem vollständigen Einsatzbericht automatisch zusammengeführt. Das erhöht die Genauigkeit und schafft eine wertvolle Grundlage für die nachträgliche Auswertung und kontinuierliche Verbesserung.

Vor allem aber verändert die digitale Unterstützung spürbar die Abläufe während eines Einsatzes. Informationen müssen nicht mehr zeitaufwendig über Funk abgefragt oder in Papierform mitgeführt werden. Stattdessen stehen sie strukturiert, aktuell und jederzeit abrufbar zur Verfügung. Das reduziert Fehlerquellen und erleichtert die Zusammenarbeit. Das Tablet liefert ein einheitliches Lagebild, das für alle nachvollziehbar ist, unabhängig davon, wo sie sich im Einsatz befinden.

Gleichzeitig steht den Einsatzkräften eine verlässlichere Basis für Entscheidungen zur Verfügung. Wenn sie bereits vor Ort wissen, welche Gefahrenstoffe beteiligt sein könnten, wie ein Gebäude aufgebaut ist oder wo sich wichtige Anschlüsse befinden, können sie gezielter und sicherer vorgehen. Darüber hinaus ist es möglich, über die in Hessen einzigartige und in Hanau angesiedelte Sondereinheit „Spezielle Fähigkeiten/Robotik“ Drohnenbilder live auf das rescueTablet zu streamen. Dadurch können Einsatzkräfte in Echtzeit auf Luftbilder zugreifen und eine umfassende Erkundung sowie Lagebeurteilung durchführen. Ein weiterer Vorteil: Das System funktioniert sowohl online als auch offline. Bei einem eingehenden Alarm werden alle relevanten Daten automatisch aktualisiert und auf den Geräten gespeichert. Somit sind vor Ort selbst bei fehlender Mobilfunkverbindung die wichtigsten Informationen jederzeit abrufbar.

Enge Zusammenarbeit mit dem Softwarehersteller

Ein besonderes Merkmal des Projekts ist die enge Zusammenarbeit mit dem Softwarehersteller rescueTABLET. Geschäftsführer Patrick Reichel, selbst Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Hanau-Mitte, stellt das System zur Verfügung. Die Feuerwehr Hanau fungiert als Projektpartner, ihr entstehen dadurch keine Lizenzkosten. Die Stadt investiert ausschließlich in die Endgeräte, auf der die Software läuft – rund 1.000 Euro pro Gerät. Zentraler Bestandteil der Partnerschaft ist die kontinuierliche Weiterentwicklung, denn Rückmeldungen aus realen Einsätzen fließen unmittelbar in die Optimierung des Systems ein. „So entsteht eine Lösung, die sich konsequent an den Anforderungen der Praxis orientiert und stetig verbessert wird“, sagt Heesch. Die enge Verbindung von Technik und Anwendererfahrung zahlt direkt auf die bestmögliche intuitive Nutzung ein. Dank des modularen Aufbaus der Software ist eine individuelle Anpassung an die jeweiligen Bedürfnisse des Nutzers ohne größere Umstände möglich. Die Anbindung an bestehende Alarmsysteme und Schnittstellen erfolgt vollautomatisiert und verschlüsselt.

„Das Projekt zeigt beispielhaft, wie Digitalisierung im kommunalen Umfeld gewinnbringend umgesetzt werden kann, nämlich durch praxisnahe Entwicklung, enge Zusammenarbeit aller Beteiligten und einer klaren Ausrichtung auf den konkreten Mehrwert im Einsatzalltag“, sagt Stadträtin Hemsley.

Dominik Kuhn ist Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der BeteiligungsHolding Hanau GmbH.




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