DarmstadtStädtische IT ist zu alt

In Darmstadt waren mehrere Ämter und Behörden über Tage nicht per E-Mail erreichbar.
(Bildquelle: pitinan/123rf.com)
„Aufgrund einer technischen Störung funktioniert das städtische E-Mail-System nicht, mehrere Bereiche der Stadtverwaltung sind betroffen.“ Das war Ende Juni 2026 auf der Website und den Social-Media-Kanälen der Wissenschaftsstadt Darmstadt zu lesen.
Wie die Stadtverwaltung berichtet, konnte die Erreichbarkeit der betroffenen Ämter und Abteilungen nach zwei Tagen wiederhergestellt werden und das städtische E-Mail-System GroupWise läuft seitdem weitgehend stabil. „Der Ausfall hat aber deutlich gemacht, was seit Längerem bekannt ist: Unter den bisherigen Bedingungen kann und wird es nicht weitergehen“, so Darmstadts Oberbürgermeister Hanno Benz.
Hintergrund: Das von Darmstadt genutzte E-Mail-System GroupWise wird in der freien Wirtschaft und in anderen Kommunen praktisch nicht mehr eingesetzt – es gilt bereits seit über einem Jahrzehnt als veraltet. Hinzu kommt, dass das System über kein tragfähiges Lösch- und Archivierungskonzept verfügt. „Der Speicher musste deshalb immer wieder erweitert werden – ein fehleranfälliges Vorgehen, das in der bestehenden Systemwelt nur mit erheblichem Aufwand umzusetzen ist“, erläutert Benz.
Wie die Stadtverwaltung weiter meldet, reicht das Problem aber darüber hinaus – die städtische IT-Infrastruktur sei insgesamt veraltet. Auf diesen Umstand habe er seit seinem Amtsantritt im Juni 2023 immer wieder hingewiesen, betont Oberbürgermeister Benz. „Das Gesamtsystem der städtischen IT ist schlicht zu komplex geworden, um in dieser Form verlässlich weiterbetrieben zu werden“, erläutert der OB. Getan habe sich bislang jedoch wenig bis nichts. Im Zuge des Ausfalls habe er nun per Organisationsverfügung die Verantwortung für das E-Mail-System und das Projekt „Einführung Microsoft 365“ neu geregelt, erklärt Benz. Beides werde nun organisatorisch dem Dezernat des Oberbürgermeisters zugeordnet.
Zudem wurde nach Angaben der Stadt Darmstadt eine Taskforce eingesetzt, mit dem Ziel, die Verantwortung für die Einführung von Microsoft 365 und die überfällige Ablösung von GroupWise an einen stadtnahen Dienstleister zu übertragen. Der Taskforce gehören neben dem Oberbürgermeister und dem Ordnungsdezernenten auch die Leiter der Ämter für Informationstechnologie (IT), Interne Dienste und Kommunikation sowie der Geschäftsführer der Digitalstadt Darmstadt GmbH an. „Wir ziehen so die notwendigen Konsequenzen, ordnen Verantwortung neu und modernisieren die städtische IT jetzt auch mit dem gebotenen Nachdruck“, betont Oberbürgermeister Hanno Benz.
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