Kreis Bad DürkheimTrojaner haben keine Chance

Kreis Bad Dürkheim ist vor Trojanern gut geschützt.
(Bildquelle: Kreisverwaltung Bad Dürkheim)
Kryptotrojaner oder Ransomware sind eine besonders aggressive Form der Online-Erpressung. „Die Online-Kriminellen kapern die Computer ihrer Opfer, drohen mit der Sperrung des Bildschirms oder nehmen die Daten quasi in Geiselhaft – Freilassung nur nach Geldzahlung. Betroffene sind Krankenhäuser, Stadtverwaltungen oder Smartphone-Nutzer weltweit“, schrieb die FAZ im März 2016. Eine Ransomware-Attacke kostet oft mehr als zehnmal so viel wie das geforderte Lösegeld – nämlich im Schnitt 40.500 Euro. „Das durchschnittlich geforderte Lösegeld liegt bei 3.700 Euro pro Angriff“, berichtete das Fachmagazin IT-Business in seiner Online-Ausgabe am 15. November 2018 unter Berufung auf eine weltweite Umfrage eines IT-Herstellers unter 2.400 Managed Service Providern. Die aus einer Attacke resultierenden Umsatzverluste durch Ausfallzeiten können sogar geschäftsbedrohende Ausmaße annehmen.
CryptoSpike schützt vor Ransomware-Attacken
Daher setzt der Landkreis Bad Dürkheim – als erste regionale Gebietskörperschaft in Deutschland – seit Kurzem auf einen neuartigen Schutz gegen Ransomware-Attacken auf FileServer-Ebene und ist damit bundesweit Vorreiter bei der IT-Sicherheit. Die Schutz-Software namens CryptoSpike wurde von dem jungen österreichischen IT-Unternehmen ProLion speziell für die leistungsfähigen Speichersysteme des US-amerikanischen Anbieters NetApp entwickelt, die auch in Bad Dürkheim eingesetzt werden.
CryptoSpike schützt Speichersysteme von NetApp wirksam und proaktiv auf der FileServer-Ebene nach einem dreistufigen Konzept, das auf der Erkennung von Verhaltensmustern basiert: Sobald das System während einer Transaktion in Echtzeit eine Anomalie bei einer Dateiendung, einem Dateinamen oder im Verhalten eines Anwenders entdeckt, schlägt es Alarm und sperrt den Lese- und Schreibzugriff des betreffenden Mitarbeiters. Der User befindet sich dann sozusagen in IT-Quarantäne und kann keinen weiteren Schaden anrichten.
Auf Herz und Nieren geprüft
Implementiert wurde die IT-Security-Lösung im Kreis Bad Dürkheim von Christian Ruppert, der mit seinem im Jahr 2011 gegründeten IT-Consulting-Unternehmen in Ingelheim am Rhein vor allem für mittelständische Unternehmen arbeitet. „Die IT-Lösungen, die wir vorstellen, können wir bis ins Detail selbst planen, optimieren, umsetzen und weiter betreuen. Dabei ist es unser oberstes Ziel, eine hohe Kundenzufriedenheit zu erreichen“, so Ruppert.
Der Experte, der herstellerübergreifend mit allen führenden Hard- und Software-Anbietern zusammenarbeitet und auf eine über 15-jährige IT-Erfahrung zurückblickt, installierte CryptoSpike Anfang Mai 2018 bei der Kreisverwaltung Bad Dürkheim. Bevor das System Anfang August produktiv ging, wurde zunächst in einer ausführlichen Test- und Lernphase die Funktionalität auf Herz und Nieren geprüft. Dabei wurden Malware-Angriffe mittels PowerShell-Skripten nachgestellt und erfolgreich abgewehrt.
Geringer Installationsaufwand
Der Informationssicherheitsbeauftragte der Kreisverwaltung Bad Dürkheim, Ferdinand Hecht, lobt vor allem den geringen Aufwand für die CryptoSpike-Installation während des laufenden, produktiven Betriebs seiner Behörde sowie die einfache Bedienung der IT-Lösung. „Mit dieser effektiven technischen Schutzmaßnahme haben wir das Risiko eines Ransomware-Befalls ganz entscheidend vermindert. Darüber hinaus setzen wir natürlich auch weiterhin eine Firewall und einen Viren-Scanner ein und haben die Nutzung von Browser-Plug-Ins begrenzt, die ja häufig zum Einfallstor für Malware werden“, betont Hecht sein umfangreiches Sicherheitskonzept. Zu diesem gehört auch die Sensibilisierung aller Mitarbeiter der Verwaltung, mit E-Mail-Anhängen entsprechend vorsichtig umzugehen.
Dieser Beitrag ist in der Ausgabe Februar 2019 von Kommune21 erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren.
http://www.prolion.at
Berlin: 12. Kommunaler IT-Sicherheitskongress
[04.02.2026] Die kommunalen Spitzenverbände laden am 27. und 28. April zum 12. Kommunalen IT-Sicherheitskongress (KITS) in einem hybriden Format ein. Die Themen reichen vom Grundschutz++ über Erfolgsmodelle für die kommunale Zusammenarbeit bis hin zu Open Source und Künstlicher Intelligenz (KI). Die Veranstaltung ist kostenfrei. mehr...
BSI/SIT: Zertifizierte Sicherheit
[27.01.2026] Der kommunale IT-Dienstleister Südwestfalen-IT (SIT) hat vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ein ISO-27001-Zertifikat auf Basis von IT-Grundschutz erhalten. Zertifiziert wurden unter anderem Rechenzentrumsbetrieb und Verwaltungs-PKI. mehr...
Heidelberg: Hacker-Angriffe abgewehrt
[23.01.2026] Heidelberg verzeichnet seit Wochen wiederholte DDOS-Attacken auf die Website der Stadt. Dank kontinuierlich angepasster Sicherheitsmaßnahmen konnten die Angriffe allesamt abgewehrt werden. Durch die Maßnahmen war lediglich die Website hin und wieder für wenige Minuten nicht erreichbar. mehr...
Kreis Breisgau-Hochschwarzwald: Managed Security für sensible Daten
[22.01.2026] Das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald verwaltet sensible Bürger- und Sozialdaten – IT-Sicherheit hat hohe Priorität. Die Behörde nutzt eine Managed-Extended-Detection-and-Response-Lösung des Bochumer Sicherheitsspezialisten G Data. Ein Praxisbericht zeigt, welche Anforderungen es gab und wie Zusammenarbeit und Roll-out verliefen. mehr...
Kommunale IT-Sicherheit Bayern: 1.000. Siegel geht an Bodenwöhr
[19.01.2026] Bayern hat zum mittlerweile 1.000. Mal das Siegel Kommunale IT-Sicherheit verliehen. Erhalten hat es die Gemeinde Bodenwöhr. Die Kommune wird das Thema IT-Sicherheit weiterhin im Blick behalten und laufend nachbessern. mehr...
Dataport: BSI bestätigt Sicherheit
[13.01.2026] Alle drei Jahre muss IT-Dienstleister Dataport sein BSI-Grundschutz-Zertifikat einem aufwendigen Rezertifizierungsaudit unterziehen. In diesem Rahmen hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Sicherheit der Rechenzentrumsinfrastruktur nun zum vierten Mal in Folge bestätigt. mehr...
Rheinland-Pfalz: Kommunen für Cybersicherheit sensibilisieren
[18.11.2025] Rund 200 Beschäftigte aus rheinland-pfälzischen Kommunen nahmen an der virtuellen „Roadshow Kommunen“ teil. Fachleute von BSI, CERT-kommunal-rlp und dem Digitalisierungsministerium informierten über praktische Sicherheitsmaßnahmen, um besser auf IT-Sicherheitskrisen vorbereitet zu sein. mehr...
Bayern: Bericht zur Cybersicherheit 2025
[18.11.2025] Für Bayern liegt jetzt der diesjährige Bericht zur Cybersicherheit im Freistaat vor. Die Bedrohungslage ist demnach weiterhin hoch, mutmaßlich politische motivierte Cyberangriffe nehmen zu. Bayern hat seine Schutzmaßnahmen angepasst und die Präventionsangebote für den Bereich Wirtschaft und Gesellschaft weiterentwickelt. mehr...
Cybersicherheit: Hoher Handlungsdruck
[12.11.2025] Die aktuelle Studie „Cybersicherheit in Zahlen“ von G DATA CyberDefense zeigt: Veraltete IT, Fachkräftemangel und zu geringe Budgets bremsen die Sicherheitsvorkehrungen aus. Kommunen müssen jetzt handeln und ihr Schutzniveau erhöhen. mehr...
Cybersecurity: Schatten-KI als offene Flanke
[11.11.2025] Eine aktuelle Umfrage zum Thema Cybersicherheit, die im Auftrag von Microsoft in Ämtern und Behörden durchgeführt wurde, zeigt, dass die Nutzung nicht-autorisierter KI-Tools weit verbreitet ist. Die Zahlen offenbaren außerdem eine erstaunliche Diskrepanz: Während rund 80 Prozent der Befragten auf Landes- und Bundesebene die Bedrohungslage als sehr hoch einstuften, sind es in Kommunen nur 58 Prozent. mehr...
IT-Sicherheit: Angriff und Abwehr mit KI
[23.10.2025] Künstliche Intelligenz unterstützt Kriminelle bei Cyberangriffen, gleichzeitig wird sie zur Gefahrenabwehr eingesetzt. In Kommunen beginnen die Probleme allerdings an ganz anderer Stelle: Sie fallen aus dem IT-Grundschutz. mehr...
Kirkel: Krise kontrolliert bewältigt
[17.10.2025] Die saarländische Gemeinde Kirkel konnte einem Cyberangriff technisch erfolgreich begegnen – auch dank der Unterstützung umliegender Kommunen. Die offene Kommunikation mit der Öffentlichkeit trug ebenfalls zum kontrollierten Umgang mit dem Angriff bei. mehr...
Berlin: Hürden beim Open-Source-Umstieg
[13.10.2025] In der Berliner Verwaltung läuft bislang nur ein gutes Fünftel der eingesetzten Fachverfahren auf Open Source. Fehlende Zentralisierung und eine Windows-Bindung der einzelnen Lösungen bremsen auf dem Weg zu mehr digitaler Souveränität. Der Umsteig erfolgt schrittweise. mehr...
Cybersicherheit: Mit ELITE 2.0 Angriffe realistisch erleben
[26.09.2025] Die Fraunhofer-Institute FOKUS und IAO stellen jetzt Online-Demonstratoren zur Verfügung, mit denen sich die Folgen eines Cyberangriffs realistisch erleben lasen. Das soll Mitarbeitende praxisnah für aktuelle Cybergefahren sensibilisieren. mehr...
ITEBO: Cloudbasierter Notfallarbeitsplatz
[01.09.2025] Kommunen können nun einen Notfallarbeitsplatz bei IT-Dienstleister ITEBO einrichten. Sollte die Verwaltung einmal von einem Cyberangriff betroffen sein, kann sie über die cloudbasierte Lösung innerhalb kurzer Zeit ihre Erreichbarkeit wiederherstellen. mehr...























