Samstag, 31. Oktober 2026

Frankfurt am MainDigital Ressourcen schonen

[15.12.2025] Die Stadt Frankfurt am Main hat drei weitere Digitalisierungsprojekte umgesetzt: den Aufbau eines digitalen Wassermanagements, die Einführung der automatisierten Straßenzustandserfassung sowie die Open Library. Alle drei Projekte tragen dazu bei, Ressourcen zu schonen und Kosten zu sparen.
Skyline der Stadt Frankfurt am Main

Frankfurt am Main hat unter anderem smarte Projekte für das Wassermanagement und die Straßenzustandserfassung umgesetzt.

(Bildquelle: soyibakter/123rf.com)

Digitale Technologien helfen der Stadt Frankfurt am Main, Ressourcen zu schonen, Kosten zu sparen und den Bürgerservice zu verbessern, wie die jetzt umgesetzten Projekte „Smartes Wassermanagement“, „Straßen für alle“ und „Open Library“ zeigen. Die drei Projekte umfassen nach Angaben der Stadtverwaltung ein Gesamtvolumen von 1,7 Millionen Euro und wurden durch das Hessische Ministerium für Digitalisierung und Innovation finanziell unterstützt, welches 90 Prozent der Kosten übernimmt. Ursprünglich seien für die Projekte knapp zwei Millionen Euro angesetzt gewesen, es sei jedoch gelungen, die jeweiligen Projektziele mit geringeren Aufwendungen zu erreichen.

„Die inhaltliche Spannbreite der Projekte zeigt, dass digitale Lösungen in praktisch jedem Lebensbereich einen Mehrwert bieten können“, sagt Eileen O’Sullivan, Dezernentin für Digitales in Frankfurt am Main. „Von der smarten Bewässerung über die Straßeninstandhaltung bis hin zu verbesserten Bildungsangeboten für die Bürgerinnen und Bürger.“ In den Projekten gehe es aber nicht nur um konkrete Ergebnisse, sondern auch um einen Kulturwandel innerhalb der Verwaltung. Ziel sei es, eine stärker bereichs- und dezernatsübergreifende Zusammenarbeit zu fördern.

Aufbau eines digitalen Wassermanagements


So haben im Rahmen des Projekts „Smartes Wassermanagement“, die Stabsstelle Digitalisierung, das Umweltamt, das Grünflächenamt und die Stadtentwässerung Frankfurt zusammengearbeitet. Ziel war der Aufbau eines digitalen Wassermanagements. Dabei wurden laut der Stadtverwaltung zunächst 15 Grundwassermessstellen mit Sensoren zur digitalen Messung und Übertragung von Grundwasserständen ausgestattet; im zweiten Schritt wurden zusätzlich Bodenfeuchte- und Niederschlagssensoren verbaut, um den Einfluss von Niederschlag und Vegetation auf den Grundwasserpegel zu messen. Weitere Sensoren messen digital die Wasserqualität – insbesondere, wie sich diese bei der Einleitung von Regenwasser infolge von Starkregenereignissen verändert.

Die verschiedenen Sensoren wurden zusätzlich in ein LoRaWAN eingebunden. Das ermöglicht es, die Daten zu übertragen und auf Dashboards zu visualisieren, sodass sie von den entsprechenden Fachleuten ausgewertet werden können. Insbesondere bezüglich der Messung der Wasserqualität wurde das Projekt auch wissenschaftlich begleitet.

Klima- und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez betont: „Ein nachhaltiger Umgang mit unseren Wasserressourcen und eine wasserbewusste Siedlungsentwicklung können nur gelingen, wenn wir ressortübergreifend zusammenarbeiten. Die digitale Datenerhebung und der Zugriff auf eine gemeinsame Datenbasis bilden eine wichtige Grundlage hierfür. Digitale Mess- und Analysesysteme ermöglichen es uns, Veränderungen schneller zu erkennen und zielgerichtet darauf zu reagieren, um Frankfurt insgesamt widerstandsfähiger gegen Klimafolgen zu machen. Das ist ein entscheidender Schritt für ein zukunftsorientiertes Umweltmanagement.“
 

Straßenzustand automatisiert erfassen


Beim Projekt „Straßen für alle“, das vom Amt für Straßenbau und Erschließung durchgeführt und von der Stabsstelle Digitalisierung unterstützt wurde, geht es um die automatisierte Straßenzustandserfassung. Durch Befahrungen mit sogenannten Scan Cars in zwei Pilotgebieten und die Einführung einer modernen Straßenerhaltungssoftware liegen nun jederzeit aktuelle Bilder und Zustandsbewertungen des Straßennetzes vor, sodass Straßenschäden frühzeitig erkannt und behoben werden können – kostenintensive Schadstellen sollen sich so gar nicht erst entwickeln.

Ab Anfang 2026 soll die digitale Lösung stadtweit ausgerollt werden. Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert betont: „Die digitale Transformation im Infrastrukturausbau ist angesichts des Fachkräftemangels unumgänglich – und auch schon im Gange, etwa mit kollaborativen Methoden wie Building Information Modelling (BIM) und dem Einsatz von KI bei unseren Kanalprüfungen. Bei der Digitalisierung der Straßenzustandserfassung erweisen sich Geodaten als der Schlüssel zur Zukunft, weil sie datengestützte Entscheidungen ermöglichen – damit auch Schlaglöcher der Vergangenheit angehören.“
 


Rund um die Uhr zur Bücherei

Als drittes Projekt hat die Stabsstelle Digitalisierung das von der Stadtbücherei initiierte Vorhaben Open Library unterstützt. Hier erhalten die Bürgerinnen und Bürger mithilfe ihres Bibliotheksausweises als digitalem Schlüssel Zugang zu ihrer Bibliothek – auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten. „Wir nutzen die Möglichkeiten der Digitalisierung, um etwa den Zugang auch in den Abendstunden zu ermöglichen. Das ist ein Service, der hoffentlich viele motiviert, ihre Stadtteilbibliothek öfter zu nutzen“, kommentiert Bildungsdezernentin Sylvia Weber.
 Über das Medienangebot hinaus könne die Bibliothek damit zum kulturellen Treffpunkt werden: Lesekreise, Lernzirkel sowie die Ausleihe und Rückgabe von Bibliotheksmedien mithilfe von Selbstbedienautomaten sowie die Bezahlung von Gebühren an Kassenautomaten könnten ganz ohne Personal in den Bibliotheksräumen stattfinden. Umgesetzt wird das Konzept zunächst in zwei Stadtteilbibliotheken voraussichtlich ab Februar 2026.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Smart City

Kaiserslautern: KI optimiert Verkehrsmanagement

[29.10.2026] Kaiserslautern setzt auf Künstliche Intelligenz und vernetzte Verkehrstechnik, um den Verkehr effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten. Bei einem bundesweiten Netzwerktreffen stellte die Stadt ihre Projekte KIMONO I und AORTA vor. mehr...

Frau mit VR-Brille schaut durch ein Panoramafenster auf eine Stadtlandschaft

Hamburg: Digitale Zwillinge gezielt fördern

[28.10.2026] Hamburg hat ein Zentrum Digitaler Zwilling gegründet und fördert erste Vorhaben über einen Zwillingsfonds. Die neuen Strukturen sollen Fachwissen in der Verwaltung bündeln und den Einsatz der digitalen Stadtmodelle über Ressortgrenzen hinweg voranbringen. mehr...

Zwei Frauen und vier Männer stehen neben einem der neuen smarten Mülleimer in Dortmund.

Dortmund: Smarte Mülltonnen für saubere Parks

[28.10.2026] In Grünanlagen und im Zoo der Stadt Dortmund melden smarte Abfallbehälter jetzt automatisch den Füllstand und ermöglichen so eine bedarfsgerechte Leerung. Das soll Fahrwege reduzieren, Ressourcen schonen und die Parks sauber halten. mehr...

Ein Mann und eine Frau blicken mit einem Tablet in der Hand auf einen Park, dessen digitale Version auf dem Tablet zu sehen ist
bericht

Kirchheim b. München: Digitales Herz von Smartheim

[27.10.2026] Die Gemeinde Kirchheim bei München zeigt, dass auch kleinere Kommunen groß denken und die digitale Stadtentwicklung strategisch sowie mit konkretem Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger gestalten können. Herzstück hierfür ist ein Digitaler Zwilling. mehr...

Altstadt von Wetzlar mit Fachwerkhäusern

Wetzlar: Sensordaten für die Stadtentwicklung

[26.10.2026] Mithilfe von Lasertechnologie und der Verknüpfung verschiedener Datenquellen will die Stadt Wetzlar Verkehrs- und Besucherströme besser analysieren und steuern. Das Land Hessen fördert das Smart-City-Modellprojekt mit rund 515.000 Euro. mehr...

Radzählstation an der Wiwilibrücke

Freiburg: Beim Datenspaziergang die Smart City erleben

[21.10.2026] Wie werden Daten in einer Smart City erhoben und genutzt? Ein neuer Datenspaziergang in Freiburg zeigt an fünf Stationen, welche Technologien dahinterstecken und wie die gewonnenen Informationen zur Stadtentwicklung beitragen. mehr...

ein orangenes Winterdienstauto von hinten

Pforzheim: Ideen für die Smart City

[15.10.2026] Wie können offene Daten und Künstliche Intelligenz dazu beitragen, kommunale Herausforderungen zu lösen? Beim Smart City Hackathon in Pforzheim entwickeln die Teilnehmenden Anfang November praxisnahe Lösungen – vom Landschaftsschutz bis zum Winterdienst. mehr...

bericht

Apps: Smart City kann klein starten

[13.10.2026] Auch kleinere und mittlere Kommunen können Smart-City-Angebote mit überschaubarem Aufwand umsetzen. Ein möglicher Einstieg sind kommunale Apps: Sie bündeln Informationen, vernetzen lokale Akteure und eröffnen neue Wege für den Austausch mit der Bürgerschaft. mehr...

Vier Personen stehen rund um einen hohen Tisch auf dem beschriebene karten zu sehen sind

Smart City Summer School Dresden: Wissenstransfer für die Stadt der Zukunft

[12.10.2026] Wie lassen sich erfolgreiche Smart-City-Lösungen dauerhaft in Kommunen etablieren und auf andere Städte und Gemeinden übertragen? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Smart City Summer School 2026 in Dresden. Forschende aus rund 50 wissenschaftlichen Einrichtungen diskutierten über Wissenstransfer, Resilienz und die Wirkung digitaler Stadtentwicklung. mehr...

Wie sehen die Städte der Zukunft aus?

Smart City: Digitale Grundversorgung dauerhaft sichern

[08.10.2026] Smarte Städte und Regionen brauchen mehr als befristete Modellprojekte. Sechs Verbände fordern dauerhaft finanzierte, übertragbare Strukturen für die digitale Daseinsvorsorge. Erprobte Lösungen sollen weiterbetrieben werden und allen Kommunen zugutekommen. mehr...

Smart Country Convention: Smart Water als Basis für weitere Anwendungen

[02.10.2026] Zenner zeigt auf der Smart Country Convention 2026, wie sich die Digitalisierung der Wasserwirtschaft mit weiteren Smart-City-Anwendungen verbinden lässt. Eine gemeinsame LoRaWAN-Infrastruktur soll dabei Daten aus unterschiedlichen kommunalen Bereichen übertragen. mehr...

Smart-City-Strategie: Für viele Kommunen eine Herausforderung.

Hamm: Digitaler Erfolgskurs

[24.09.2026] Hamm stellt die Weichen für die nächste Phase seiner Digitalisierung: Die bisherige Digitalisierungsstrategie wird zu einer Smart-City-Strategie für 2027 bis 2032 weiterentwickelt. Neue KI-Anwendungen und eine modernere Dateninfrastruktur sollen dabei eine größere Rolle spielen. mehr...

Reihe von Autos, Nahaufnahme, im Hintergrund orangefarbenes Bokeh

Köln: MobilitätsCockpit verstetigt

[23.09.2026] Köln führt die Datenplattform MoCKiii nach Abschluss der Förderphase dauerhaft fort. Sie verknüpft Verkehrs-, Umwelt- und Wetterdaten in Echtzeit. Die Informationen fließen unter anderem in Verkehrsanlagen, das Brückenleitsystem und die Mobilithek ein. mehr...

Visualisierung des smarten Pfaff-Quartiers in Kaiserslautern.
bericht

Serie Smart Cities, Teil 6: Resilient und nachhaltig

[22.09.2026] Um zukunftsfähige urbane Infrastrukturen – smarte Quartiere – zu schaffen, sollten Kommunen die Digitalisierung konsequent als Hebel für ganzheitliche Nachhaltigkeit und Resi­lienz nutzen. Dabei können sie sich an vier Leitfragen orientieren. mehr...

Holzblöcke vor blauem Hintergrund bilden eine aufsteigende Treppe mit einem roten Block ganz oben. Symbol für eine Rangliste

Haselhorst Smart City Ranking: Ranking ohne Rangliste

[17.09.2026] Das Haselhorst Smart-City-Ranking verzichtet 2026 erstmals darauf, die Platzierungen der untersuchten Städte aktiv zu veröffentlichen. Ganz geheim bleibt die Rangliste dennoch nicht: München hat seinen erneuten ersten Platz bereits selbst bekannt gegeben. mehr...