Freitag, 16. Januar 2026

VollstreckungZukunftssichere Lösungen

[30.07.2019] Die Grundlagen für eine zukunftssichere Digitalisierung im Bereich der Vollstreckung zu schaffen, war dem Fachbereich Finanzen der Stadt Mülheim an der Ruhr wichtig. Als Pilotkunde konnte er sich in den Entwicklungsprozess eines Insolvenzmoduls einbringen.
Mülheim an der Ruhr nutzt GES-Lösung.

Mülheim an der Ruhr nutzt GES-Lösung.

(Bildquelle: Peter Luft/Stadt Mülheim an der Ruhr)

Das kommunale Forderungsmanagement steht – wie viele Bereiche der öffentlichen Verwaltung – vor den Herausforderungen des Fachkräftemangels, des kundenfreundlichen Services durch IT-Unterstützung sowie der Optimierung von Verwaltungsprozessen. Kurze Bearbeitungszeiten, eine automatisierte Erledigung von Routineaufgaben und geeignete Werkzeuge zur Unterstützung der Sachbearbeitung bei komplexen Sachverhalten sind erklärte Ziele der Modernisierung. Die Ausweitung der Digitalisierung auf bisher manuell bearbeitete Themen sichert zudem eine Win-win-Situation für Bürger und Verwaltung.
Die Stadt Mülheim an der Ruhr bedient sich dabei aus dem Portfolio der GES Kommunalen Anwendungen (GES KA), einer SAP-basierten Produktfamilie des Unternehmens GES Systemhaus.
Diese bietet Lösungen zur Veranlagung kommunaler Steuern und Abgaben, der Begleitung von Zahlungsprozessen (Stundung, Niederschlagung, Aussetzung der Vollziehung und Erlass) sowie ein Vollstreckungsfachverfahren inklusive Insolvenzmodul mit einer Ein-Klick-Integration zu SAP PSCD.

Insolvenzmodul mitentwickelt

Nachdem das Fachverfahren für die Vollstreckung schon seit Jahren im Einsatz ist, hat die Leitung des Vollstreckungsteams aus Mülheim an der Ruhr die Einladung von GES angenommen und sich aktiv in den Entwicklungsprozess des Insolvenzmoduls eingebracht. Als einer der Pilotkunden für die erweiterte Vollstreckungslösung forciert die nordrhein-westfälische Stadt die Digitalisierung der Geschäftsprozesse über die gesamte Prozesskette mit Echtzeitverarbeitung in einer konsolidierten Systemlandschaft. Kassen- und Einnahmen-Management, Vollstreckung und Insolvenzbearbeitung erfolgen in einem integrierten SAP-System ohne Medienbrüche und Systemgrenzen.

Praktische Kompetenzen einbringen

In mehrtägigen Workshops wurde Mitarbeitern verschiedener Vollstreckungsbehörden die Möglichkeit geboten, nicht nur die inhaltlichen Anforderungen an ein solches Modul zu formulieren, sondern auch deren technische Umsetzung unmittelbar und im direkten Dialog mit den Fachleuten von GES Systemhaus zu gestalten. Die Mitarbeiter der Stadt Mülheim an der Ruhr konnten dabei ihre praktische Kompetenz von Anfang an in den Entwicklungsprozess einbringen und so die optimale Aussteuerung des Insolvenzmoduls sicherstellen. „Die enge und zielführende Zusammenarbeit mit der Firma GES Systemhaus und deren fachliche Kompetenz hat entscheidend zum guten Ergebnis beigetragen“, berichtet Peter Luft, Team-Leiter Vollstreckung im Fachbereich Finanzen der Stadt Mülheim an der Ruhr. „Vor dem Hintergrund aktueller organisatorischer und personeller Veränderungen war dies einer der ausschlaggebenden Aspekte für den Erwerb des Insolvenzmoduls. Es bildet alle Aspekte von Verbraucher- und Firmeninsolvenzverfahren ab, die für die Praxis relevant sind. Darüber hinaus ist es in SAP integriert. Die schnittstellenfreie Übergabe aller erforderlichen Daten von GES KA Vollstreckung an das Insolvenzmodul stellt die Vollstreckung aus einer Hand sicher und verringert die durch Medienbrüche mögliche Fehleranfälligkeit.“

Add-on für gesamtschuldnerische Haftung

Abgesehen vom konkreten Optimierungsvorhaben war es bei der Projektentscheidung auch wichtig, mit der kombinierten SAP/GES-KA-Lösung eine Innovationsplattform zu schaffen, die den fachlichen und technologischen Aufgaben der Zukunft gewachsen ist und die getätigten Investitionen nachhaltig sichert. Derzeitiges, etabliertes Fundament ist SAP ERP.
GES ist vorbereitet für den Einsatz von SAP ERP on HANA. Die Lösung ist bereits Mitte 2016 für den Einsatz mit der HANA-Datenbank freigegeben worden und bietet ein zusätzliches Performance-Paket an, welches den Vollstreckungslauf und laufzeitintensive Auswertungen auf Basis der neuen Datenbanktechnologie optimiert. Es ist auch bereits ein Upgrade auf GES KA 4 für SAP S/4HANA erhältlich.
Darüber hinaus steht funktional noch eine weitere Ergänzung durch ein Add-on für die Abbildung der gesamtschuldnerischen Haftung zur Verfügung. Es kooperiert mit der Ausprägung von SAP im Kassen- und Einnahmen-Management SAP PSCD und vollendet automatisiert die Funktionalität für die Anwender in den Vollstreckungsabteilungen, um diese von manuellen Aufgaben und Systembrüchen zu entlasten. Sowohl die Integration in das Kassen- und Einnahmen-Management als auch die Fachlogik des Verfahrens wurden erweitert.
Folgende Punkte beinhaltet die Erweiterung der SAP PSCD Integration: Anlage der Mitschuldnerhaftung in SAP PSCD, Zuordnung der Belege, Belegverteilung auf die Schuldner.

Zukunftssichere Roadmap

Zur Erweiterung der Fachlogik im Vollstreckungsverfahren gehört die Unterscheidung der Konstrukte und Belege, die Erweiterung der Stamm- und Bewegungsdaten, des Customizing und von Programmen und Funktionen sowie die Pflege der Mitschuldnerhaftungen bei der Schuldnerbearbeitung.
Die Stadt Mülheim an der Ruhr kann sich damit auf eine zukunftssichere Roadmap zur Digitalisierung in der Vollstreckung verlassen. Mit der aktiven Einflussnahme auf die Weiterentwicklung hat das Mülheimer Team selbst dafür gesorgt, dass der Weg für weitere Digitalisierungsschritte geebnet ist. „Sowohl zum jetzigen Zeitpunkt als auch unter möglicherweise veränderten organisatorischen Rahmenbedingungen bleibt die Betriebs­sicherheit insbesondere im Hinblick auf eine fortschreitende Digitalisierung der Verwaltung gewährleistet, die getätigten Investitionen sind wertstabil“, sagt Team-Leiter Peter Luft.

Dr. Norbert Rheindorf ist Leiter Kommunale Anwendungen bei der GES Systemhaus GmbH & Co. KG.




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Fachverfahren
Mehrere Personen stehen nebeneinander, zwei von ihnen bedienen einen Buzzer.

Kreis Steinfurt: Bauantrag ohne Papier

[14.01.2026] Das Bauportal Nordrhein-Westfalen ist um eine Kommunikationsplattform ergänzt worden, sodass auch der Austausch rund um einen Bauantrag digital abgewickelt werden kann. Als erster Landkreis startet Steinfurt mit dem voll digitalisierten Verfahren. mehr...

Tisch mit Konstruktionszeichnung, Tablet und gelbem Bauhelm, im Hintergrund ist eine Baustelle zu sehen.

Hamm: Schub für digitale Genehmigungen

[12.01.2026] Die Stadt Hamm bearbeitet Bau- und Immissionsschutzanträge künftig Ende-zu-Ende digital. Digitale Einreichungen werden vollständig elektronisch geprüft und beschieden. Mit gezielten Anreizen und Informationsangeboten will die Stadt den Wechsel von Papier- zu Digitalanträgen beschleunigen. mehr...

Eine Person mit Bauhelm hält ein Smartphone in der Hand auf dem die 3D_Darstellung eines Innenraums zu sehen ist.
bericht

Bremerhaven: Schulgebäude smart gebaut

[16.12.2025] Die Stadt Bremerhaven setzt beim Hochbauprojekt „Allianz 3 Schulen“ auf smarte Methoden wie Building Information Modeling, um Prozesse effizienter und präziser zu gestalten. Zudem kommt das innovative Verfahren der integrierten Projektallianz (IPA) zum Einsatz. mehr...

Karussell bei Nacht

Lösungen: Medienbruchfreie Marktorganisation

[16.12.2025] Die Anbieter cit, S-Public Services und LTE Consulting bündeln ihre Kompetenzen, um Kommunen eine vollständig digitale Lösung für die Organisation und Verwaltung von Märkten bereitzustellen. mehr...

Drei nebeneinander stehende Bilder zeigen einen Handwerker, der an ein Betriebsfahrzeug gelehnt steht, eine Landkarte, auf der die Gültigkeitsbereiche des HWPA zu sehen sind und ein Musterbeispiel der ausgedruckten Ausnahmegenehmigung.

Metropolregion Rhein-Neckar (MRN): Online zum Handwerkerparkausweis

[16.12.2025] In der Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) können Handwerkerparkausweise nun medienbruchfrei über eine zentrale Onlineplattform beantragt werden. Ist der Ausweis genehmigt, können die Betriebe ihn selbst ausdrucken. mehr...

Eine Pflegekraft hält ein Tablettenblister für eine ältere Dame, die neben ihr sitzt, in den Händen.
bericht

Sozialwesen: Automatisierung entlastet

[12.12.2025] In der Sozialwirtschaft können automatisierte Prozesse den Abrechnungsaufwand drastisch reduzieren. Der Kreis Darmstadt-Dieburg konnte beispielsweise eine Entlastung von mehr als 90 Prozent im Fachamt erreichen. Voraussetzung ist die zielgerichtete Digitalisierung. mehr...

Magdeburg: Bauvorbescheid digital beantragen

[05.12.2025] Anträge für Bauvorhaben können in Magdeburg jetzt vollständig digital abgewickelt werden. Der datenschutzkonforme Onlineservice steht im digitalen Rathaus der Landeshauptstadt zur Verfügung. mehr...

Eine digital dargestellte Baustelle steht auf einem Tablet, das eine Person in der Hand hält, im Hintergrund ist ein Bauhelm zu sehen.
bericht

BIM: Einführung lohnt sich

[03.12.2025] Das Arbeiten mit digitalen Bauwerksmodellen spart Zeit, Geld und Ressourcen – wenn die Einführung von Building Information Modeling (BIM) strukturiert angegangen wird. Die Initiative BIMwerker bietet Kommunen Orientierung und zeigt, wie der Einstieg gelingt.  mehr...

Eine Person sitzt an einem Desktop-Rechner und arbeitet an einem Bauplan.

Wiesbaden: Onlinebauantrag im Regelbetrieb

[28.11.2025] Ab Dezember bietet die Wiesbadener Bauaufsicht sämtliche Baugenehmigungsverfahren volldigitalisiert an. Vom Ausfüllen des Formulars über den Upload aller Unterlagen bis hin zur Kommunikation mit der Behörde wird dann alles über das Bauportal Hessen (DigiBauG) abgewickelt. Das Verfahren wird damit schneller, effizienter, einfacher und transparenter. mehr...

Jach Russel Welpe liegt auf Schreibtisch während Frau am Laptop arbeitet

Nordrhein-Westfalen: pmHundManager im Einsatz

[28.11.2025] Die Lösung pmHundManager des Anbieters GovConnect kommt jetzt auch bei den ersten Kommunen in Nordrhein-Westfalen zum Einsatz. Dazu kooperiert GovConnect mit dem Zweckverband Kommunales Rechenzentrum Niederrhein (KRZN). mehr...

Blick über eine Reihe von Gräbern mit Trauerzug.
bericht

Friedhofswesen: Unkomplizierte Umstellung

[21.11.2025] Die Umstellung auf die Software HADES‑X brachte der St. Barbara Gottesackerstiftung Linz viele Erleichterungen im Arbeitsalltag. Für Mehrwerte sorgen etwa der digitale Friedhofsplan, Online-Bürgerdienste und Grab‑Informationen via QR‑Code. mehr...

winter Schnee Laub Herbst

AIDA ORGA: Von Baumkontrolle bis Winterdienst

[20.11.2025] Ab Herbst beginnt für Bauhöfe die arbeitsintensive Zeit. Sie müssen Bäume kontrollieren, Pflegemaßnahmen planen und Straßen für den Winter vorbereiten. Mit einer Baumkontroll-App und der digitalen Winterdienstdokumentation mit integrierter Zeiterfassung unterstützt Anbieter AIDA ORGA die Kommunen bei diesen Aufgaben. mehr...

Mehrere Personen stehen in einem Messestand, vor ihnen auf dem Tisch stehen mehrere Tablets.

eWA: 2.000 angeschlossene Meldebehörden

[17.11.2025] Die von der Freien und Hansestadt Hamburg nach dem Einer-für-Alle-Prinzip entwickelte elektronische Wohnsitzanmeldung (eWA) wird mittlerweile von 2.000 Meldebehörden in ganz Deutschland genutzt. 55 Millionen Bürger können ihren Wohnsitz somit komplett digital ummelden. mehr...

Sozialdezernentin Jana Schmöller und Oberbürgermeister Nino Hasse stellen den Kinder-Kompass Mainz der Presse vor.

Mainz: Anmelden über den Kinder-Kompass

[11.11.2025] Die Kita-Anmeldung soll in Mainz ab sofort übersichtlicher und unkomplizierter vonstattengehen. Dafür wurde der Kinder-Kompass Mainz ins Leben gerufen. Die trägerübergreifende Anmeldeplattform bietet Vorteile für Eltern, Kitas und die Stadtverwaltung. mehr...

Blick von der Rückbank auf den Fahrer und seine Beifahrerin, die High Five geben.

ITK Rheinland: Auf neuer Spur im Verkehrswesen

[04.11.2025] Die ITK Rheinland führt im Competence Center Verkehrswesen eine neue Software ein. In Mönchengladbach, Wesel, der Landeshauptstadt Düsseldorf, Bottrop, dem Rhein-Kreis Neuss und Kleve ist die Umstellung bereits abgeschlossen. mehr...