Frankfurt am MainIT für flexible Arbeitsmodelle

Ein IT-Konzept ermöglicht es der Stadt Frankfurt am Main ihren Mitarbeitern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern.
(Bildquelle: Frankfurt am Main)
Frankfurt am Main hat ein Projekt zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestartet. Das Amt für Informations- und Kommunikationstechnik der Stadt sollte dafür ein technisches Lösungskonzept entwickeln. Damit die Anwender auch am heimischen Schreibtisch ihre Aufgaben anforderungsgerecht erfüllen können, müssen ihnen dort alle wichtigen IT-Ressourcen zur Verfügung stehen. Zudem waren die individuellen Anforderungen der insgesamt 62 Ämter und Dienststellen der Stadtverwaltung abzubilden. „Ein wichtiges Ziel war schließlich, den Administrationsaufwand für die Heimarbeitsplätze so gering wie möglich zu halten“, erklärt Sven Schlitt, der im Amt für Informations- und Kommunikationstechnik für Terminalserverdienste und das Portal zur externen Bereitstellung von Fachapplikationen verantwortlich ist. „Wir wollten vor allem vermeiden, dass wir uns intensiv mit der Endgerätethematik auseinandersetzen müssen – Applikationen und Desktops sollten sich möglichst unabhängig von der verwendeten Client-Hardware nutzen lassen.“ Das Unternehmen Citrix konnte laut eigenen Angaben mit einem Desktop-Virtualisierungskonzept auf Basis von Citrix-Technologien und wartungsarmer Zero-Clients überzeugen. Für das Vorhaben sollte eine neue Citrix-Umgebung auf Basis von Citrix XenApp und XenDesktop aufgebaut werden. Zunächst kommt das Shared Desktop-Modell von XenApp zum Einsatz.
Virtuelle Desktops im Home Office
Die neue Citrix-Server-Farm im Rechenzentrum wurde von Anfang an als virtualisierte Umgebung unter VMware vSphere geplant. Zunächst definierten die Projektverantwortlichen ein Standard-Server-Image mit den etwa 15 verbreitetsten Applikationen wie Microsoft Office, Adobe Reader und Oracle Java. Dieses Master-Image wird über die Provisioning-Technologie von Citrix auf die virtuellen Maschinen gestreamt. Auf diese Weise muss die IT-Organisation Änderungen an der Basis-Konfiguration nicht mehr auf jedem einzelnen Server, sondern nur noch einmal am Master-Image vornehmen. „Durch die neue Versionierungs-Funktion der Citrix Provisioning Services können wir bei Bedarf zudem sehr einfach zu einem früheren Systemzustand zurückkehren“, argumentiert Sven Schlitt. Alle Applikationen, die nicht nur zur Grundausstattung gehören – zum Beispiel Microsoft Project, SAP GUI oder spezielle Fachverfahren – werden den Anwendern via Citrix Streaming-Technologie zugänglich gemacht. So konnte die IT-Organisation mit einem standardisierten Basis-Desktop arbeiten und gleichzeitig die individuellen Anforderungen der einzelnen Ämter abbilden. Alle Anwender erhalten auch zu Hause einen Benutzer-Desktop, der genau dem jeweiligen Aufgabenprofil entspricht. Für die Verwaltung der Gruppenrichtlinien, Sicherheitskonfigurationen und persönlichen Benutzereinstellungen kommt zusätzlich eine AppSense-Lösung zum Einsatz.
Mehrstufiges Sicherheitskonzept
Bei den Sicherheitsmaßnahmen im Projekt Familie und Beruf orientierte sich die IT-Organisation an den Empfehlungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Basis der Sicherheitsarchitektur ist die vollständige Zentralisierung aller Applikationen und Daten. Zwischen den Citrix-Servern im Rechenzentrum und den Zero-Clients an den Heimarbeitsplätzen werden keine Daten im Klartext übertragen, sondern nur Bildschirm-Updates. Da die Zero-Clients über keine eigene Festplatte verfügen, haben die Anwender auch keine Möglichkeit, Daten lokal abzuspeichern – alle sensiblen Informationen bleiben stets im geschützten Rechenzentrum. Als zusätzliche Absicherung installierte die IT-Abteilung zwei Citrix NetScaler MPX-Appliances in der Demilitarized Zone (DMZ) des Rechenzentrums. Diese dienen beim Web-Zugriff als Gateway für den Zugang zu den internen Ressourcen und verschlüsseln die gesamte Kommunikation zwischen Endgeräten und Rechenzentrum. Der Benutzerzugang ist durch ein mehrstufiges Authentifizierungsverfahren geschützt. Mitarbeiter zu Hause benötigen zusätzlich zu ihren Log-in-Daten ein Hardware-Token, um sich via Internet an der Citrix-Umgebung anzumelden. Erst nach erfolgreicher Authentifizierung wird der Zugang zu Daten und Anwendungen freigegeben.
Zufriedene Anwender
Zwei weitere virtuelle NetScaler-Appliances sorgen im Rechenzentrum für die Hochverfügbarkeit der zentral bereitgestellten IT-Ressourcen. Sie dienen als Applikations-Load Balancer für die wichtigsten Infrastrukturkomponenten der Citrix-Umgebung. Falls beispielsweise ein Citrix Web Interface Server ausfallen sollte, werden die Anwender automatisch auf einen Ersatz-Server umgeleitet und können sich so weiterhin an ihrem Benutzer-Desktop anmelden. „Wir haben die Infrastruktur von Anfang an auf steigende Anforderungen ausgelegt“, erklärt Kirsten Hagemann, die im Amt für Informations- und Kommunikationstechnik für das Projekt Vereinbarkeit von Familie und Beruf mitverantwortlich ist. „Fast 50 der 62 Ämter der Stadtverwaltung unterstützen die Initiative bereits und wir rechnen damit, dass künftig mehr als 500 Anwenderinnen und Anwender teilweise von zu Hause aus arbeiten werden.“ Die ersten Mitarbeiter, die an dem Programm teilnehmen, kommen im Alltag mit der Lösung gut zurecht. Auch die Ämter sind mit der technischen Umsetzung zufrieden. Die Einrichtung der Heimarbeitsplätze ist unkompliziert – und die Anwender verursachen in der Praxis nahezu keinen Support-Aufwand. „Unser Fazit nach den ersten Monaten fällt auf jeden Fall sehr positiv aus“, fasst Sven Schlitt zusammen. „Uns gefällt vor allem, dass die eingesetzten Komponenten von Citrix wie Puzzleteile zusammenpassen und sich sehr effizient administrieren lassen. Wir konnten so eine durchgängige Lösungsarchitektur aufbauen, die neue und flexible Arbeitsmöglichkeiten eröffnet.“
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