Donnerstag, 5. November 2026

Schleswig-HolsteinEinheitliche Technik für große Schadenslagen

[04.08.2026] Schleswig-Holstein beschafft eine neue Software für die Bevölkerungsschutzbehörden von Land und Kommunen. Sie soll den Austausch von Lageinformationen nahezu in Echtzeit ermöglichen und vor allem bei großflächigen Schadenslagen eine bessere Koordination unterstützen.
Hochwassergebiet, knapp über der Wasserfläche sieht man ein Verkehrsschild, im Hintergrund Bäume und eine Stadtsilhouette

Im Krisenfall muss Kommunikation reibungslos funktionieren. In Schleswig-Holstein werden mit Katastrophenschutz befasste Kommunal- und Landesbehörden künftig die gleiche Software nutzen.

(Bildquelle: lensw0rld/123rf.com)

Die Bevölkerungsschutzbehörden in Schleswig-Holstein werden künftig mit einer gemeinsamen Software arbeiten. Dieses sogenannte Führungsunterstützungssystem soll die Einsatzstäbe bei der Bewältigung von Krisen und Katastrophen unterstützen. Die einheitliche Software soll einen schnelleren Informationsaustausch und eine bessere Zusammenarbeit der Einsatzstäbe im Rahmen von Großschadenslagen und Katastrophen ermöglichen. Das Land hat nach einer europaweiten Ausschreibung den Auftrag für die landesweite Einführung an das Unternehmen Eurocommand aus Eckernförde vergeben. Das Auftragsvolumen beträgt nach Angaben des Ministeriums für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport rund sechs Millionen Euro.

 Bessere Zusammenarbeit der Kommunen

„Katastrophen machen an Gemeinde- und Kreisgrenzen keinen Halt,“ betont Marc Ziertmann, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städteverbandes Schleswig-Holstein für die Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen Landesverbände. Die landesweit einheitliche Software werde die Zusammenarbeit aller Kommunen und ihrer Einheiten im Brand-, Katastrophen- Bevölkerungsschutz stärken und effizienter gestalten, so Ziertmann. Dieses erleichtert nicht nur den Austausch von Informationen zwischen den Einsatzstäben – auch der Einsatz von Material und verfügbaren Kräften kann besser gesteuert werden.
Einige der 16 unteren Katastrophenschutzbehörden in Schleswig-Holstein arbeiten bereits heute mit dem künftig landesweit eingesetzten System; andere Behörden nutzen bislang andere Programme oder arbeiten noch ohne digitale Unterstützung. Nach der landesweiten Einführung werden alle Beteiligten dieselbe technische Grundlage nutzen. Parallel zur Einführung sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einsatzstäbe einheitlich geschult werden und regelmäßig mit dem System üben.

Weitere Schritte

Das einheitliche Führungsunterstützungssystem ist nach Angaben des Innenministeriums die erste Komponente der gemeinsamen Datenplattform für Katastrophen-, Brand- und Zivilschutz (DIKatS), die in Schleswig-Holstein bis 2030 fertiggestellt werden soll. Als nächstes soll in enger Abstimmung mit den Gemeinden, Städten und Kreisen sowie ihren Feuerwehren die Ausschreibung für ein Verwaltungsprogramm folgen, durch das Abläufe und Prozesse im Zusammenhang mit Personal und Material Bevölkerungsschutz deutlich vereinfacht und vereinheitlicht werden sollen.
Im Rahmen früherer Projekte war bereits die Katastrophenkommunikation bereits von der Hardwareseite gestärkt worden. So wurden die Netze für den BOS-Digitalfunk gehärtet und eigene 5G Campuszellen erfolgreich in Betrieb genommen.





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