Sonntag, 13. September 2026

BonnSmart City in den Startlöchern

[06.12.2016] Im Rahmen der Initiative Digitales Bonn sind jetzt erste Umsetzungsvorschläge vorgestellt worden. Die Deutsche Telekom will unter anderem den Netzausbau in der Bundeshauptstadt forcieren und bei Smart-City-Anwendungen wie intelligenten Straßenlaternen unterstützen.
Stadt Bonn hat den Auftakt zur Realisierung von Smart-City-Vorhaben gegeben.

Stadt Bonn hat den Auftakt zur Realisierung von Smart-City-Vorhaben gegeben.

(Bildquelle: Hans-Peter Reichartz/pixelio.de)

Anfang dieses Jahres hatte der Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan die Initiative „Digitales Bonn“ gestartet. Jetzt nahm OB Sridharan einen Katalog mit ausgewählten Ideen entgegen, der den Auftakt zur Realisierungsphase markierte. Entwickelt wurden sie von Vertretern von Bonner Unternehmen, Behörden, der Wissenschaft sowie Non-Profit-Organisationen. Wie die Stadt Bonn berichtet, wurden von den 340 Projektvorschlägen, die seit der Kick-off-Veranstaltung im April zusammengetragen wurden, vier vorgestellt: Der Digital Hub Bonn soll die digitale Wirtschaft durch Nutzung der Innovationskraft von Start-ups fördern; das IT-Security Cluster wird die Aktivitäten aus Wirtschaft und Forschung bündeln, mit dem Ziel, Bonn als Kompetenzzentrum für IT-Security zu etablieren; im Rahmen von Bonn Bots sollen Schüler, Lehrkräfte und die Infrastruktur der Schulen durch Lernen mit Robotern fit gemacht werden für die digitale Zukunft; und schließlich wird mit dem Chief Digital Officer ein Verantwortlicher und eine Koordinationsstelle für alle digitalen Angelegenheit der Stadtverwaltung Bonn installiert. Gemeinsames Ziel aller Innovationen sei es, Bonn zu einer echten Smart City zu machen, so Deutsche-Telekom-Chef Timotheus Höttges, der dem Advisory Board der Initiative angehört. Die Rolle der Telekom sieht er darin, die Vernetzung der Stadt voranzutreiben. „Bonn soll schneller werden, darum werden wir den Netzausbau weiter forcieren“, sagte Höttges. „Bis Ende 2017 werden wir alle wesentlichen Plätze der Bonner Innenstadt mithilfe von 200 Hotspots mit kostenlosem WLAN ausstatten und 40 Prozent aller Bonner Haushalte durch Vectoring mit einer Bandbreite von 100 Mbit/s versorgen.“ 22 Prozent des Stadtgebiets sind nach Angaben der Telekom bereits mit bis zu 300 Mbit/s über LTE abgedeckt, in 95 Prozent des Stadtgebiets würden bis zu 150 MBit/s erreicht. Nach eigenen Angaben will der Konzern die Stadt Bonn auch mit seinen Erfahrungen bei Smart-City-Anwendungen unterstützen. So könnten Bonner Straßenlaternen Sensoren erhalten, die nur dann leuchten, wenn jemand vorbeikommt und nebenbei Umweltdaten erheben. Weitere Beispiele für Smart-City-Anwendungen wären laut Telekom intelligente Parkplatzsensoren, die Autofahrer bei der Parkplatzsuche helfen oder vernetzte Abfallcontainer, die sich selbst melden, wenn sie geleert werden müssen. Mit zunehmender Digitalisierung spiele zudem die IT-Sicherheit eine immer größere Rolle, denn vernetzte Dinge wie Autos, PCs und Smartphones werden zu potenziellen Zielen von Hackern und Kriminellen. Die Deutsche Telekom hat sich vorgenommen, gemeinsam mit Partnern effektive und nachhaltige Maßnahmen gegen Cyber-Kriminalität und drohenden Cyber-Terrorismus zu entwickeln und den Standort Bonn als Hauptstadt der Internet-Sicherheit zu stärken. Dafür wurde in Bonn ein eigenes Cyber Defense Center aufgebaut und die Geschäftseinheit Telekom Security gegründet. Goodarz Mahbobi, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens axxessio und Projektleiter der Initiative Digitales Bonn, resümiert: „Digitales Bonn ist mit dem heutigen Tage der Staffelübergabe nicht abgeschlossen, sondern steht erst in den Startlöchern. Wir sind der festen Überzeugung, dass unsere innovative Stadt und Region bundesweit die Rolle des Pioniers einnimmt und weitere deutsche Städte inspirieren und bei deren Smart-City-Vorhaben unterstützen.“ 





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Smart City
Stuttgarter Schlossplatz mit Jubiläumssäule bei gutem Wetter, Menschen sitzen auf der Wiese.

Smart City Index 2026: Stuttgart übernimmt die Spitze

[09.09.2026] Stuttgart führt erstmals den Smart City Index des Digitalverbands Bitkom an und verdrängt München auf Rang 2. Hamburg folgt auf Platz 3. Mönchengladbach, Bremen, Erlangen und Hildesheim zählen zu den größten Aufsteigern unter den deutschen Großstädten. mehr...

Stadtansicht Braunschweig

Braunschweig: Innovationsstrategie für die digitale Zukunft

[09.09.2026] Für die digitale Transformation der Verwaltung hat Braunschweig eine Innovationsstrategie vorgelegt, über die der Rat Ende September entscheidet. Sie umfasst den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Cloud-Lösungen sowie den Aufbau einer urbanen Datenplattform. mehr...

Smart-City-Plattformen: Neuer DIN-Standard veröffentlicht

[07.09.2026] Handlungsempfehlungen für den Aufbau resilienter, skalierbarer und nachhaltiger Smart-City-Infrastrukturen liefert jetzt die neue DIN SPEC 91377 zu „Datenmodellen und Protokollen in offenen urbanen Plattformen“. mehr...

Wolfsburg: Virtuelles Modell für reale Planungen

[02.09.2026] Das virtuelle Wolfsburg ist fertig. Der vollständig auf Open-Source-Technologien basierende digitale Stadtzwilling bündelt unter anderem Klima-, Wetter- und Straßenzustandsdaten und soll städtebauliche Vorhaben anschaulicher machen – für die Planenden ebenso wie für Bürgerinnen und Bürger. mehr...

Lächelnde Frau im geblümten Sommerkleid vor einem großen Monitor.

Hanau: Mit einem Klick informiert

[31.08.2026] Hanau hat eine öffentliche Datenplattform freigeschaltet, die Live-Informationen zu Parkraum, Innenstadtfrequenz und Wetter bündelt. Das browserbasierte Dashboard ist kostenlos und ohne Anmeldung verfügbar und soll um weitere Smart-City-Anwendungen ergänzt werden. mehr...

Drei Menschen mit Spaten, im Hintergrund ein orangefarbenes Baufahrzeug

Grünpflege: Smart Gießen in Augsburg

[31.08.2026] Augsburg baut die sensorgestützte Bewässerung seiner Stadtbäume aus. Messwerte aus mehreren Bodenschichten und Wetterdaten zeigen, wann und wo gegossen werden muss. So will die Stadt Wasser sparen, Pflegefahrten reduzieren und ihr Grün besser durch Trockenperioden bringen. mehr...

Smart-City-Strategie: Für viele Kommunen eine Herausforderung.

Smart City: Offenheit als Schutz vor Abhängigkeiten

[24.08.2026] Kommunen sollten ihre Smart-City-Infrastruktur so aufbauen, dass Systeme verschiedener Hersteller zusammenarbeiten und Daten unter kommunaler Kontrolle bleiben. Armin Mühlberger von sixData hat in einem Interview vor langfristigen Abhängigkeiten gewarnt und sieht offene Schnittstellen als Voraussetzung für flexible und sichere digitale Infrastrukturen. mehr...

Kartenansicht in Grau mit gelben, grünen und orangenen Punkten.

Karlsruhe: Kleinräumige Daten zum Stadtklima

[21.08.2026] Karlsruhe gehört zu den heißesten Städten in Deutschland. Hunderte Klimasensoren erheben nun detaillierte Daten zum Stadtklima, die auf einer Online-Karte ausgewertet werden können. Die Stadt hat bereits vor mehr als zehn Jahren ihre erste Klimaanpassungsstrategie veröffentlicht. mehr...

Ein Wasserhahn, aus dem Euroscheine fließen, wird von der Hand eines Mannes im schauten Anzu zugedreht
bericht

Serie Smart Cities, Teil 5: Digitalisierung verstetigen

[13.08.2026] In vielen Kommunen wurde die Einführung digitaler Lösungen mithilfe von Fördermitteln angestoßen. Was ist nun zu tun, um die Smart-City-Projekte auch nach dem Ende des Förderzeitraums finanzierbar zu machen und fest in den kommunalen Prozessen zu verankern? mehr...

Geflutete Straße in Deutschland, Schild Hochwasser im Vordergrund

Studie: Digitale Hochwasservorsorge

[10.08.2026] Eine neue Publikation aus der Begleitforschung des Programms Modellprojekte Smart Cities zeigt anhand mehrerer Praxisbeispiele, wie digitale Lösungen Kommunen bei der Hochwasservorsorge unterstützen. mehr...

Messfahrzeug zum Erfassen des Straßenzustands

Dresden: Straßenzustand smart erfasst

[07.08.2026] In der Smart City Dresden erfolgt derzeit eine Befahrung im gesamten Stadtgebiet, um den Zustand des Straßennetzes digital zu erfassen. In Kombination mit Sensordaten soll das der Stadt künftig ermöglichen, die finanziellen Mittel für den Straßenbau mit dem größtmöglichen Nutzen einzusetzen. mehr...

Abholboxen für Pässe oder Urkunden unweit des Wiesbadener Bürgerbüros.
bericht

Serie Digitalstädte: Stadt der Pilotprojekte

[04.08.2026] Wiesbaden setzt bei der Digitalisierung auf einen ganzheitlichen Ansatz. Bürgerorientierung steht bei allen Vorhaben im Vordergrund. Gleichzeitig beteiligt sich Hessens Landeshauptstadt an zwei prestigeträchtigen Pilotprojekten des Bundesdigitalministeriums. mehr...

Silke Lehnhardt
interview

Interview: Mehr Mut zum Ausprobieren

[04.08.2026] Silke Lehnhardt hat nach 30 Jahren Privatwirtschaft den Wechsel in die Verwaltung gewagt. In Wiesbaden leitet sie nun das Amt für Innovation, Organisation und Digitalisierung. mehr...

Gruppenbild mit Förderurkunde im Schatten eines Baumes

Dietzenbach: Nachhaltiger und noch smarter

[04.08.2026] Dietzenbach erweitert sein Smart-City-System um ein Energiemonitoring und eine automatisierte Wintergefahrenerkennung. Dafür integriert die Stadt erprobte Anwendungen anderer hessischer Kommunen in ihre bestehende Datenplattform. mehr...

Ein Sensor an einem Baum im Tennenloher Forst, im Hintergrund eine Feuerwehrkraft

Katastrophenschutz: Waldbrände mit KI frühzeitig erkennen

[03.08.2026] Im Rahmen des Projekts SmartForestFire entwickelt das Fraunhofer Cluster für kognitive Technologien CCIT ein KI-gestütztes Frühwarnsystem, um Brände schneller zu erkennen, Fehlalarme zu reduzieren und insbesondere kleinere oder kritische Waldgebiete effizient überwachen zu können. Im Tennenloher Forst bei Erlangen wird es aktuell unter realen Bedingungen erprobt. mehr...