Donnerstag, 5. November 2026

Chemnitz/ReutlingenSmart Urban Services am Start

[03.07.2017] In einem Forschungsprojekt zu Smart Urban Services realisieren die Städte Chemnitz und Reutlingen eine Sensorinfrastruktur in ihrem Stadtgebiet. Auf diese Weise sollen beispielsweise Umwelt- und Verkehrsdaten erfasst werden, die wiederum in smarte Services der jeweiligen Stadt einfließen.
Die Sensoren an Chemnitzer Ampeln sollen Temperatur und Luftfeuchtigkeit erfassen.

Die Sensoren an Chemnitzer Ampeln sollen Temperatur und Luftfeuchtigkeit erfassen.

(Bildquelle: Cornelia Siegel)

Chemnitz und Reutlingen sind Stadtlabore des Forschungsprojekts „Smart Urban Services: Datenbasierte Dienstleistungsplattform für die urbane Wertschöpfung von morgen“. Partner in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Vorhaben sind das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart, das Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT) der Universität Stuttgart und die Firma Input Consulting. In Chemnitz soll im Sommer 2017 eine Sensorinfrastruktur im Stadtgebiet aufgebaut werden. Nach einer einmonatigen Testphase ist der Betrieb für ein Jahr geplant, meldet die Stadt in Sachsen. In der Innenstadt werden jetzt Bluetooth-Sensoren an Ampeln und Straßenlaternen installiert. Erstere sollen Temperatur und Luftfeuchtigkeit erfassen, Letztere können Bewegungen registrieren: Sie erfassen passierende elektronische Endgeräte, sofern sie Bluetooth aktiviert haben. Für die Datenverarbeitung ist laut der Meldung ein umfassendes Datenschutzkonzept erarbeitet worden. Entwickelt werde in Chemnitz eine interaktive Stadtkarte, welche die erfassten Bewegungen im Innenstadtbereich mit Veranstaltungsdaten verknüpft. Diese Karte soll dann in der Innenstadt zu sehen sein. Außerdem entstehe auf Grundlage der erhobenen Daten ein visuelles Analysewerkzeug, das Stadtplaner, Forscher sowie Verkehrsexperten für ihre Arbeit einsetzen können.

Service dank smarter Apps

Als weiteren Smart Service kündigt Chemnitz eine Applikation zum Mobilitätsverhalten an. Mit der App sollen Nutzer Auskünfte über zurückgelegte Wege geben, den Mobilitätskomfort bewerten und auch Vorschläge zur Gestaltung des öffentlichen Raums äußern können. Die über die App erhobenen Daten fließen in anonymisierter Form wiederum in das visuelle Analysewerkzeug ein und können von städtischen Planern berücksichtigt werden. Die App soll ab Herbst dieses Jahres zum Einsatz kommen. In den Entwicklungsprozess sind laut der Chemnitzer Mitteilung unter anderem verschiedene Fachämter der Stadt und städtische Akteure wie die Chemnitzer Verkehrs-AG, die Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft oder das Studentenwerk Zwickau-Chemnitz eingebunden.
#bild2 Ein Leuchtturm des Forschungsprojekts in Reutlingen ist die so genannte smaRT city-App, die jetzt kostenlos heruntergeladen werden kann. Wie die Stadt in Baden-Württemberg mitteilt, lassen sich durch den Einsatz so genannter Beacons und mithilfe von Geo-Fencing Innenstadtbesucher erreichen, die sich in der Nähe eines Ladengeschäfts aufhalten. Informationen zu Angeboten, Aktionen und Produkten kommen so direkt auf deren Smartphone. In den kommenden Wochen werden verschiedene Sensoren in der Innenstadt installiert, mit denen zum Beispiel Verkehrsströme und Umweltdaten erfasst werden. „Mit dem Einsatz dieser Sensoren gewinnen wir Daten, über die wir bisher nicht verfügen“, erklärt Reutlingens Oberbürgermeisterin Barbara Bosch. „Mit diesen Daten kann es uns gelingen, neue Erkenntnisse über unsere Stadt zu gewinnen. Durch ihre Verknüpfung werden neue innovative Dienstleistungen möglich, um die Lebensqualität in unserer Stadt zu steigern“, so die Oberbürgermeisterin. Der Datenschutz ist dabei laut den Angaben Reutlingens stets zu 100 Prozent gewährleistet: Die empfangenen Daten werden bereits an den Sensoren anonymisiert. Als Technologiepartner nennt Reutlingen die Firmen Sarco, Bosch und Digital M.. „Städte und Gemeinden können Digitalisierung nicht ignorieren oder gar stoppen“, sagt OB Bosch. „Sie können die Digitalisierung jedoch als Chance für die zukünftige Entwicklung begreifen, weswegen wir uns mit dem Forschungsprojekt Smart Urban Services auf den Weg gemacht haben.“





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