Donnerstag, 8. Oktober 2026

eGovForum 2017Theorie, Praxis, Lösungen

[27.09.2017] Praxisorientierte Lösungen für Kommunen wurden auf dem eGovForum in Karlsruhe vorgestellt. Gastgeber Form-Solutions und Partnerunternehmen gaben Tipps für den Bau von E-Government-Applikationen.
eGovForum 2017: Die Teilnehmer erhielten Einblicke in kommunale E-Government-Projekte.

eGovForum 2017: Die Teilnehmer erhielten Einblicke in kommunale E-Government-Projekte.

(Bildquelle: Form-Solutions)

Das diesjährige eGovForum der Firma Form-Solutions (13. – 14. September 2017 in Karlsruhe) zeigte einmal mehr: Kooperationen maßgeblicher Fachverfahrensanbieter führen zu praxisorientierten Lösungen für Kommunen. Dies bewiesen Kunden und Technologie-Partner des Formular-Server-Anbieters am ersten Tag in Vorträgen und am zweiten Tag in drei fachlichen Foren.
Am ersten Veranstaltungstag hatten die ersten beiden Referate einen wissenschaftlichen Background. Michael Räckers vom European Research Center for Information Systems (ERCIS) der Universität Münster berichtete über den Stand der Formularstandardisierung in der Praxis. Der Wissenschaftler mit Forschungsschwerpunkt E-Government erläuterte den Gästen, wie Föderales Informationsmanagement (FIM) die für Verwaltungsverfahren nötigen Informationen standardisiert und harmonisiert, sodass der Informationsaustausch zwischen Behörden verschiedener staatlicher Ebenen beschleunigt wird. Ein enorm wichtiges Thema vor dem Hintergrund der E-Government-Gesetze von Bund und Ländern sowie den Plänen zur Schaffung eines Portalverbunds aller staatlichen Ebenen. Räckers erklärte: „FIM schafft den Rahmen zur einheitlichen, standardisierten und abgestimmten Bereitstellung von Informationen zu Fachverfahren.“ Wie die Methode funktioniert, wie also beispielsweise aus Gesetzestexten zum Verwaltungsverfahren gesetzeskonforme Prozessmodelle entstehen, erläuterte er am Beispiel des Asylverfahrens.

Neue Rollen in der Verwaltung

Anschließend referierte Michael Räckers zum Thema Rollen und Kompetenzen für die digitalisierte Verwaltung. Denn, so Räckers, die Digitalisierung verändert nicht nur die Arbeit aller Verwaltungsmitarbeiter, sondern auch ihre Aufgaben. Und es gebe neue Rollen in der Verwaltung, beispielsweise den städtischen Chief Digital Officer. Welche neuen Kompetenzen brauchen Führungskräfte und Verwaltungsmitarbeiter, wer benötigt welche Kompetenzen und wie wird das entsprechende Wissen vermittelt? Um diese Fragen ging es im zweiten Vortrag von Räckers.
#bild2 Der Nachmittag des ersten Veranstaltungstages startete mit einem Praxisbeispiel. Im Bürgerportal der Stadt Düren können Gebühren bereits seit dem Jahr 2012 auch online bezahlt werden. Zunächst mit dem Elektronischen Lastschriftverfahren für Behörden (ELBe), später kamen PayPal und giropay als zusätzliche Bezahlverfahren hinzu (wir berichteten). Inzwischen hat die Stadtverwaltung die Lösung E-Payment-Manager eingeführt. Gebührenpflichtige Online-Anträge aus dem Formular-Server von Form-Solutions, die per E-Payment bezahlt wurden, können jetzt automatisch in der Finanz-Software Infoma newsystem verbucht werden. Katja Schmitz, tätig im Sachgebiet Organisation und IT der Stadt Düren, und Roman Mies, Projektleiter bei Axians Infoma, informierten darüber, wie die Lösung die Zahlungen für die Bürger vereinfacht und für weniger Verwaltungskosten sorgt.

Wuppertaler Kartenservice

Einen Erfahrungsbericht aus Wuppertal lieferte Stefan Sander, Abteilungsleiter Informationsverarbeitung und Kartographie. Seit gut einem Jahr bietet das Katasteramt der Stadt einen neuen Service an: Wer eine Liegenschaftskarte benötigt, kann diese schnell und einfach online ordern (wir berichteten). Dafür sorgt ein intelligenter Formularassistent des Anbieters Form-Solutions, mit dem Auszüge aus der Liegenschaftskarte bestellt werden können. Die Karten werden automatisch im PDF-Format produziert, die Bezahlung erfolgt online. Das Katasteramt hat also einen durchgängigen Prozess geschaffen, ohne das ALKIS-Fachsystem zu öffnen, berichtete Stefan Sander. Die Übergabe der Auftragsdaten erfolge aus dem Formular-Server, der auch die Payment-Funktion enthalte. Nur die Kartenproduktion sei ein Dienst des Fachsystems. Damit sei das Angebot vollständig in das kommunale E-Government integriert, da die Auslieferung der Karte über das städtische Bürgerportal erfolgen könne.
Im letzten Vortrag des ersten Tages ging es darum, wie Daten aus dem Form-Solutions Formular-Server automatisiert als PDF-Dateien in einem Dokumenten-Management-System archiviert werden können. Wie das funktioniert erläuterte Mirko Schwellenbach vom DMS-Spezialisten Optimal Systems am Beispiel der Vergabestelle bei der StädteRegion Aachen.

Tipps und Tricks für E-Government-Lösungen

Am zweiten Tag des eGovForum 2017 gaben der Gastgeber Form-Solutions und seine Partnerunternehmen in drei parallelen Foren Tipps und Tricks für den Bau von E-Government-Applikationen. In Forum 1 erhielten die Teilnehmer einen Überblick über Content-Management-Systeme und Portal-Anbieter, die den Formular-Server von Form-Solutions als E-Government-Komponente in ihren Produkten integriert haben. Die Foren-Beiträge gestalteten die Unternehmen Advantic mit dem Produkt iKISS, brain-scc mit GEO-CMS, Citkomm mit dem citkoPortal, sitepark am Beispiel der Portal-Umsetzung in Wuppertal sowie die Firma Nolis mit dem gleichnamigen CMS und regio iT und ITEBO mit ihren Service-Portalen.
Das Forum 2 bot verschiedene Anwender-Workshops für Einsteiger und Experten der Formularassistenten-Technologie von Form-Solutions. Im Forum 3 vermittelte Olaf Rohstock von der Firma Governikus Hintergrundinformationen zum Thema elektronische Identitäten in Deutschland und Europa. Die Firmen GovConnect und PayPal informierten über die Anbindungen ihrer Payment-Systeme an den Formular-Server. Nicht zuletzt zeigte der DMS-Spezialist codia, wie das Dokumenten-Management-System d3 mit dem Formular-Server von Form-Solutions zusammenspielt.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Messen | Kongresse

Smart Country Convention: RIWA zeigt Anwendungen für kommunale Geodaten

[07.10.2026] RIWA zeigt auf der Smart Country Convention Anwendungen, die kommunale Geodaten mit KI, BIM und Digitalen Zwillingen verknüpfen. Im Mittelpunkt stehen Baugenehmigungen, die KI-gestützte Datenauswertung und der Digitale Zwilling der Stadt Speyer. mehr...

Smart Country Convention: Mit KI die Projektkonzeption unterstützen

[06.10.2026] Mit govena.digital stellt valantic auf der Smart Country Convention eine neue KI-gestützte Arbeitsweise für Digitalisierungsvorhaben im öffentlichen Sektor vor. Sie soll insbesondere Analyse, Konzeption und Dokumentation beschleunigen und so mehr Zeit für die eigentliche Umsetzung schaffen. mehr...

Smart Country Convention: S-Public Services verbindet digitale Verwaltungsprozesse

[05.10.2026] S-Public Services zeigt auf der Smart Country Convention Lösungen, die digitale Anträge, interne Bearbeitung und Bezahlung miteinander verbinden. Im Mittelpunkt stehen die Anwendungen PublicForms und PublicFlow sowie verschiedene digitale Bezahlverfahren. mehr...

Smart Country Convention: Smart Water als Basis für weitere Anwendungen

[02.10.2026] Zenner zeigt auf der Smart Country Convention 2026, wie sich die Digitalisierung der Wasserwirtschaft mit weiteren Smart-City-Anwendungen verbinden lässt. Eine gemeinsame LoRaWAN-Infrastruktur soll dabei Daten aus unterschiedlichen kommunalen Bereichen übertragen. mehr...

Konferenzteilnehmer in einem hellen Treppenhaus aus der Vogelperspektive aufgenommen

Metropolregion Rhein-Neckar: Kommunale Digitalisierung trotz knapper Kassen

[01.10.2026] Wie können Kommunen digitale Vorhaben trotz knapper Haushalte dauerhaft betreiben? Auf der vierten Smart Region Konferenz der Metropolregion Rhein-Neckar diskutierten Fachleute über klare Verantwortlichkeiten, offene Standards und die Nachnutzung bewährter Lösungen. mehr...

Smart Country Convention: KI, Register und souveräne Cloud im Fokus

[01.10.2026] Agentische KI, Registermodernisierung, souveräne Cloud-Infrastrukturen und Cybersecurity stehen im Mittelpunkt des Messeauftritts von conet auf der Smart Country Convention. Der IT-Dienstleister will zeigen, wie sich diese Bausteine zu durchgängigen und resilienten Verwaltungsprozessen verbinden lassen. mehr...

Gruppenfoto auf Bühne

Ko-Pionier-Preis 2026: Bewährtes weitergedacht

[29.09.2026] Der unter der Schirmherrschaft der FITKO stehende Ko-Pionier-Preis würdigt Verwaltungen, die bereits bewährte Lösungen anderer Verwaltungen erfolgreich nachnutzen, an die eigenen Rahmenbedingungen anpassen und weiterentwickeln. Nun stehen die Gewinner fest. mehr...

Personengruppe auf einer rot ausgestalteten Bühne mit Aufschrift "Smart Country Startup Award"

Bitkom: Smart Country Startup Award 2026

[29.09.2026] Der vom Bitkom ausgelobte Smart Country Startup Award zeichnet als Innovationspreis der Smart Country Convention Start-ups in den Bereichen Smart City und GovTech aus. Nun stehen die fünf Finalisten fest, die im Rahmen der Smart Country Convention ihre Lösungen vorstellen werden. mehr...

3. Public-Data-Konferenz: Offene Daten für Verwaltung und KI

[23.09.2026] Wie Verwaltungsdaten besser ausgetauscht und für Digitalisierung und Künstliche Intelligenz genutzt werden können, steht im Mittelpunkt der dritten Public-Data-Konferenz von Fraunhofer FOKUS. Die Veranstaltung findet am 1. Oktober 2026 in Berlin statt. mehr...

Große , dreidimensionale Buchstaben "KGST" vor einer rosa beleuchteten Wand, dahinter und dazwischen stehen Menschen

KGSt-FORUM 2026: Wie bleiben Kommunen handlungsfähig?

[22.09.2026] Wachsende Aufgaben, knappe Ressourcen: Beim KGSt-FORUM in Leipzig diskutierten Fachleute über Wege zu einer leistungsfähigen kommunalen Verwaltung. Erstmalig vertreten war Vitako. Die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der kommunalen IT-Dienstleister stellte unter anderem bewährte Praxislösungen vor. mehr...

Learntec 2027: Ticketverkauf gestartet

[22.09.2026] Für die Learntec 2027 ist der Ticketverkauf gestartet. Bis Ende November bietet die Messe vergünstigte Eintrittskarten an, während für den Kongress bereits erste Themenschwerpunkte feststehen. mehr...

Smart Country Convention: Resilienz im Fokus

[21.09.2026] Vom 13. bis 15. Oktober bringt die Smart Country Convention in Berlin erneut Akteure aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Mehr als 1.000 Programmsessions und 100 Weiterbildungsangebote sind angekündigt. Ein Schwerpunkt liegt auf der Resilienz des öffentlichen Sektors. mehr...

Smart Country Convention: KI für den Verwaltungsalltag

[18.09.2026] Wie sich Verwaltungswissen mithilfe Künstlicher Intelligenz erschließen und für die tägliche Arbeit nutzen lässt, zeigt IntraFind auf der Smart Country Convention. Im Mittelpunkt stehen bereits realisierte KI-Projekte sowie der schrittweise Ausbau von der intelligenten Suche bis hin zu KI-Agenten. mehr...

Smart Country Convention: Werkzeuge für digitale Souveränität

[16.09.2026] openCode, openDesk und ein neuer Kriterienkatalog für digitale Souveränität stehen im Mittelpunkt des Auftritts des ZenDiS auf der Smart Country Convention. Vorgestellt werden außerdem Projekte für sichere Softwarelieferketten und einen cloudbasierten Notfallarbeitsplatz. mehr...

Smart Country Convention: Damovo präsentiert Kommunikationsplattform

[15.09.2026] Auf der Smart Country Convention präsentiert Damovo die Kommunikationsplattform SovereignStack. Die Lösung bündelt Messaging, Videokonferenzen und Telefonie und soll öffentlichen Verwaltungen eine digital souveräne Kommunikation ermöglichen. mehr...