Donnerstag, 14. Mai 2026

BraunschweigGrundsteine für die Smart City

[30.10.2018] Ein Rahmenkonzept sowie ein flächendeckendes LoRaWAN-Funknetz sollen in Braunschweig die Grundlagen für die Smart City schaffen. Dadurch tun sich neue Entwicklungschancen in der Kommune auf.
Braunschweig, städtischer Platz mit historischen Bauten aus der Froschperspektive

Braunschweig legt per LoRaWAN-Funknetz und Rahmenkonzept Grundsteine für die Smart City.

(Bildquelle: Braunschweig Stadtmarketing GmbH / Daniel Möller)

Mit dem Aufbau eines flächendeckenden LoRaWAN-Funknetzes in Braunschweig hat jetzt BS Energy begonnen. Wie das Versorgungsunternehmen mitteilt, kommen die für den Aufbau erforderliche Hard- und Software von Thüga SmartService. Um eine lückenlose Netzabdeckung zu erreichen, werden in den kommenden fünf Monaten fünf Gateways auf BS-Energy-Anlagen im Stadtgebiet installiert. Diese sammeln die Daten, die von den LoRaWAN-Sensoren in der Umgebung produziert werden. Von den Gateways aus werden die Daten verschlüsselt über das Glasfasernetz von BS Energy weitergeleitet.
Zu den Anwendungsmöglichkeiten von LoRaWAN zählt die Auslesung von Strom-, Gas-, Wasser- und Wärmezählern. BS Energy plane in diesem Zusammenhang neue Dienstleistungen für Wohnungsbaugesellschaften und Besitzer von Mietshäusern, die über LoRaWAN alle für die Betriebskostenabrechnung erforderlichen Daten erhalten. Als weiteres mögliches Anwendungsfeld nennt das Unternehmen die Umweltsensorik, um beispielsweise die Füllstände von Brunnen oder Wasserstände von Fließgewässern in Echtzeit zu überwachen. Im Smart-City-Bereich lasse sich beispielsweise die Leerung von Mülleimern optimieren. Im Mobilitätsbereich bestünden ebenfalls vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, darunter das Monitoring von Ladesäulen, die Überwachung des Verkehrsflusses oder ein intelligentes Parkraum-Management.
„Vernetzung ist eine entscheidende Voraussetzung für eine Smart City“, erklärt BS-Energy-Vorstand Matthias Henze. „Wir sehen es deshalb als unsere Aufgabe an, die digitale Infrastruktur in Braunschweig konsequent weiterzuentwickeln. LoRaWAN bietet eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten, von denen nicht nur wir als Unternehmen, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger profitieren werden.“ Christoph Ullmer, Leiter des Kompetenzcenters Innovation bei der Thüga AG ergänzt: „LoRaWAN ist eine Art Multitool für die Umsetzung einer Smart City. Die Technologie ist vergleichsweise kostengünstig, hat eine hohe Durchdringung und ist unkompliziert im Aufbau. LoRaWAN ermöglicht ein enormes Spektrum interessanter Anwendungen. Wir haben bereits mehrere Projekte mit unseren Partnerunternehmen erfolgreich umsetzen können und dabei durchweg positive Erfahrungen gemacht.“
In den vergangenen zwölf Monaten hat BS Energy laut eigenen Angaben im Rahmen einer Testphase mehrere IoT-Standards (Internet of Things) getestet. Die LoRaWAN-Technologie habe dabei durch eine hohe Reichweite und einen niedrigen Energiebedarf überzeugt. „Im Vergleich zu einer LTE-Basisstationen hat ein LoRaWAN-Gateway eine etwa 2.000 mal geringere Sendeleistung“, sagt Ralf Richter, Leiter der Abteilung Metering bei BS Energy. „Außerdem senden LoRaWAN-Sensoren anders als Mobiltelefone oder Laptops nur maximal 36 Sekunden pro Stunde Daten. Beide Faktoren tragen dazu bei, dass die Technologie äußerst wenig Energie benötigt.“

Rahmenkonzept für ein smartes Braunschweig

Braunschweig soll nun außerdem ein Smart-City-Rahmenkonzept erhalten. Das schlägt die niedersächsische Stadt dem Wirtschaftsausschuss vor. Wie die Kommune mitteilt, soll das Konzept unter Berücksichtigung der Erfahrungen anderer Städte Entwicklungschancen für Braunschweig ergründen. Erstellt werden soll es von einem externen Beratungsunternehmen, das bereits andere Kommunen in Digitalisierungsfragen beraten hat. Die abschließende Entscheidung treffe der Verwaltungsausschuss am 11. Dezember 2018.
Das Thema betreffe die gesamte Stadtgesellschaft. Ziel der Verwaltung sei es, alle Beteiligten von Prozessbeginn an mitzunehmen. „Die große Herausforderung für die Verwaltung besteht in der Weiterentwicklung von internen Prozessen und Angeboten für die Bürgerinnen und Bürger und die Braunschweiger Unternehmen“, erläutert Organisations-, Personal- und Ordnungsdezernat Claus Ruppert. „Aufgrund der Komplexität von Digitalisierungsprozessen, die alle Dezernate der Stadt gleichermaßen betreffen, bedarf es einer abgestimmten Vorgehensweise, die die Ziele für die Stadt in Einklang bringt.“
Das Thema Smart City ist laut der Braunschweiger Pressemeldung ein Rahmenprojekt im integrierten Stadtentwicklungskonzept der Kommune, über das der Rat am 6. November 2018 entscheidet. Erste Smart-City-Projekte und -Initiativen seien bereits gestartet. Unter anderem wurde demnach das Handyparken eingeführt und die Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge ausgebaut. Auch ein öffentliches WLAN ist in zentralen Bereichen der Innenstadt etabliert worden. „Wir haben uns mit diesen und weiteren Projekten, die wir in den letzten Jahren angeschoben haben, bereits auf den Weg zu einer smarteren Stadt Braunschweig gemacht“, sagt Wirtschaftsdezernent Gerold Leppa. „Nun wollen wir uns mit externer Unterstützung einen Überblick über die Potenziale und künftigen Handlungsfelder verschaffen. Nach Beratung und Beschluss in den Gremien soll ein strategisches Rahmenkonzept entstehen, das als Orientierung für die weitere Entwicklung Braunschweigs zur Smart City dient.“





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Smart City
Elisabeth Fröhlich, Projektleitung VIAA, Stabsstelle Verkehrsfluss und Geo-Services, zeigt eine Kamera, die den Verkehrsfluss erfasst.

Lübeck: Weitere Kreuzungen digitalisiert

[11.05.2026] In Lübeck werden derzeit vier Kreuzungen mit einem innovativen System zur Verkehrserfassung ausgestattet. Die Hansestadt setzt damit ein weiteres Teilprojekt im Rahmen ihres Vorhabens VIAA um. mehr...

Grafik zeigt die drei Plattform-Bestandteile
bericht

Plattformen: Von smart zu intelligent

[30.04.2026] Digitale Lösungen können Prozesse beschleunigen, Mitarbeitende entlasten und den Bürgerservice verbessern. Drei Bausteine bringen Kommunen auf diesem Weg entscheidend voran: urbane Datenplattformen, Automatisierungs- und KI-Plattformen. mehr...

Kamera auf einem Mannheimer Abfallsammelfahrzeug

Mannheim: Mit digitaler Hilfe sauberer werden

[29.04.2026] Optische Sensoren sollen der Stadt Mannheim künftig dabei helfen, Verschmutzungen im öffentlichen Raum zu erfassen und so dazu beitragen, das Stadtbild zu verbessern. Die Technik wird zunächst in einer mehrmonatigen Pilotphase getestet. mehr...

Mehrere Personen stehen vor einem Stadtteiltreff in Kassel Wolfsanger

Kassel: App stärkt das Vereinsleben

[28.04.2026] 
Eine App soll in Kassel künftig helfen, die ehrenamtliche Arbeit in den Vereinen besser und einfacher zu organisieren. Jetzt startet der im Rahmen des Modellprojekts Smart Kassel entwickelte digitale Assistent für Vereine in den Praxistest. mehr...

Lübeck: Kommunaler Gesamtabschluss bringt Mehrwert.

Lübeck: Hansestadt digital erleben

[27.04.2026] Die Hansestadt Lübeck erweitert ihr digitales Angebot um ein dreidimensionales Stadtmodell. Es macht Gebäude, Straßen und Plätze virtuell erlebbar und soll zugleich neue Anwendungen für Stadtentwicklung und Kulturvermittlung ermöglichen. mehr...

Eine Hand vor einem stilisierten Haus
bericht

Serie Smart Cities: Daten im Griff

[23.04.2026] Kommunale Daten sind die Grundlage jeder smarten Stadt. Wie gelingt es Städten und Regionen, Daten strategisch zu nutzen und so ihre digitale Transformation selbstbestimmt zu gestalten? Start einer neuen Expertenreihe des Fraunhofer-Instituts IESE. mehr...

Mehring sitzend, drei Personen stehen hinter ihm, festlich-förmlicher Rahmen

Markt Weisendorf: Zukunftsfähig mit Digitalen Zwillingen

[23.04.2026] Die Gemeinde Markt Weisendorf nutzt einen Digital Twin für Planung, Steuerung und Beteiligung. Aufbauend auf dem Förderprogramm TwinBy hat die Kommune mehrere Anwendungen entwickelt, die Daten bündeln und visualisieren und so kommunale Entscheidungen unterstützen. mehr...

Gelbes Maßband auf gelbem Hintergrund.

Kassel: Digitale Hilfe für barrierefreie Wege

[17.04.2026] In Kassel werden Daten zur Barrierefreiheit von Gebäuden in der Innenstadt erhoben und anschließend online gebündelt präsentiert. Das Projekt „Digitaler Wegweiser“ soll Menschen mit Hilfebedarf die Orientierung erleichtern. Bürgerinnen und Bürger können sich an der Datenerhebung beteiligen. mehr...

Politik zu Besuch im smarten Dorf Etteln
bericht

Etteln: Klein, aber oho

[16.04.2026] Etteln beweist, dass auch kleinste Gemeinden international Maßstäbe setzen können. Als Reallabor für übertragbare kommunale Digitalisierung zeigt das Dorf, was möglich ist, wenn Technik, Politik und Zivilgesellschaft konsequent zusammenspielen. mehr...

Cover der Präsentation zur Smart City Strategie der Stadt Wolfsburg

Wolfsburg: Smarte Pionierarbeit


[13.04.2026] Im Rahmen der Modellprojekte Smart Cities hat die Stadt Wolfsburg sieben Jahre lang Pionierarbeit als bundesweites Testfeld für eine smarte Stadt geleistet. Das Förderprogramm ist Ende März nun zwar ausgelaufen, der Weg zur digitalen Modellstadt geht aber weiter. mehr...

Gera: Mit City-App auf Entdeckungstour

[10.04.2026] Eine City-App hat die Stadt Gera entwickelt. Der digitale Begleiter soll Gera für Einwohner, Besucher und Touristen gleichermaßen noch zugänglicher, informativer und komfortabler machen. mehr...

Team von Smart City Eichenzell und seine Partner auf der SCCON 2025

Eichenzell: Fundament für digitale Daseinsvorsorge

[08.04.2026] Mit einer neuen IT-Infrastruktur, einer Datenplattform und Sensoren hat die hessische Gemeinde Eichenzell das Fundament geschaffen, um eine Vielzahl an Prozessen digitalisieren und automatisieren zu können. mehr...

fünf Personen mit Preis_Gütersloh erhält DIGITAL-Award für Urban Stack

Gütersloh: Urban Stack ausgezeichnet

[02.04.2026] Für ihr Innovationsprojekt Urban Stack ist die Stadt Gütersloh mit dem DIGITAL-Award ausgezeichnet worden. In der Kategorie „Kommunen und Gemeinden über 100.000 Einwohnende“ gewann das Projekt den von der Öffentlichkeit gewählten Preis. mehr...

Fünf Personen, der in der Mitte hält ein Tablet_Gütersloh stellt Urban Stack vor
bericht

Gütersloh: Vernetzt mit Urban Stack

[01.04.2026] Von Kommunen für Kommunen: Nach diesem Prinzip hat die Stadt Gütersloh das digitale Ökosystem Urban Stack entwickelt. Durch gemeinschaftliche Weiterentwicklung können Synergien gehoben und Kosten gespart werden. Erste Interessenten gibt es bereits. mehr...

Screenshot des Digitalen Zwillings der Stadt Aachen.

Aachen / Mannheim: Verlässliche Daten für die Stadtplanung

[30.03.2026] Wie urbane Digitale Zwillinge die klimafeste Stadtplanung unterstützen können, wollen die Städte Mannheim und Aachen in dem vierjährigen Förderprojekt MACspeeDZ zeigen. Die nötigen Daten liefern im Stadtgebiet installierte Sensoren, Künstliche Intelligenz hilft bei der Aufbereitung der Messwerte. Am Ende soll ein Werkzeug entstehen, das auch andere Städte nutzen können. mehr...