Donnerstag, 15. Oktober 2026

MönchengladbachMit Fördermitteln zur Smart City

[04.06.2019] Mönchengladbach will sich am Modellprojekt Smart Cities des Bundesinnenministeriums beteiligen. Als Kommune mit Haushaltsnotlage könnte die Stadt dann mit Fördermitteln von rund 16,6 Millionen Euro für die Stadtentwicklung und Digitalisierung rechnen.

Bis zum 17. Mai 2019 konnten sich Kommunen für die erste Staffel des Modellprojekts Smart Cities bewerben (wir berichteten). Vier Staffeln sieht das Förderprogramm des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) insgesamt vor. Zu den interessierten Kommunen zählt auch die Stadt Mönchengladbach. „Wenn wir uns in diesem Förderwettbewerb durchsetzen, könnten wir die digitale Transformation in Stadt und Verwaltung beschleunigen“, sagt Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners. „Wir wären damit auf der Überholspur.“
Als Kommune mit Haushaltsnotlage könnte die nordrhein-westfälische Stadt laut eigenen Angaben mit Fördermitteln für die Stadtentwicklung und Digitalisierung in Höhe von rund 16,6 Millionen Euro rechnen. Zu diesem Ergebnis seien erste Schätzungen gekommen. Der Eigenanteil liege mit rund 1,6 Millionen Euro bei zehn Prozent, könnte sich aber durch die Beteiligung von kommunalen und regionalen Unternehmen oder Stiftungen um weitere 50 Prozent verringern.
Das befristete Förderprojekt des Bundes bestehe aus zwei Phasen: In der ersten Phase mit einer Laufzeit von maximal 24 Monaten wird die Entwicklung einer integrierten Smart-City-Strategie unterstützt. In der zweiten Phase werde für maximal fünf Jahre die Umsetzung der Maßnahmen gefördert, die in Phase eins definiert wurden, heißt es vonseiten der Stadt weiter.

Digitalisierung muss den Menschen dienen

Martin Platzer füllt seit Anfang 2019 die im Rathaus neu geschaffene Stabsstelle für digitale Transformation aus und hat die Bewerbungsunterlagen für Mönchengladbach vorbereitet. Auch er sieht in der möglichen Förderung eine echte Chance für die Stadt: „Der digitale Wandel vollzieht sich auch in Mönchengladbach spürbar. Er ist unumkehrbar und wirkt sich auf das alltägliche Arbeiten und Leben in unserer Stadt aus. Eine solche Förderung würde uns helfen, diesen Wandel proaktiv zu gestalten.“ Grundvoraussetzung seien der souveräne Umgang mit Daten und eine enge Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, Bürgern, Forschern und städtischen Gesellschaften.
Die Bandbreite möglicher Themen sei groß und reiche von der smarten Mobilität über das smarte Energie-Management bis hin zu Open Data. Predictive Analytics kommt laut der Stadt ebenfalls als Thema in Betracht. Auf Basis umfangreicher Datenmodelle könnten präzise Voraussagen getroffen werden. „Im Bereich der Quartiersentwicklung könnte man schneller und genauer analysieren, wie sich Stadteile entwickeln. Damit ist man näher an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger dran“, so Platzer. „Wichtig dabei ist, dass wir Maßnahmen nicht initiieren, weil sie technisch möglich sind. Wir müssen genau hinschauen, wo Digitalisierung den Menschen dient und in der Stadtentwicklung helfen kann.“
Wie sich der städtischen Pressemeldung weiter entnehmen lässt, wird das Mönchengladbacher Smart-City-Vorhaben in die Stadtentwicklungsstrategie mg+ Wachsende Stadt eingebettet. Als strategische Partner beteiligen sich die Hochschule Niederrhein, die Wirtschaftsförderung Mönchengladbach, die Sozial-Holding GmbH, die Mönchengladbacher Abfall-, Grün- und Straßenbetriebe (mags) und der Start-up-Förderverein nextMG. Darüber hinaus beteilige sich das Versorgungsunternehmen NEW an der Strategieentwicklung und der Umsetzung von Maßnahmen. NEW werde außerdem 50 Prozent des kommunalen Eigenanteils übernehmen.
Zahlreiche Kommunen aus ganz Deutschland kündigen derzeit ihr Interesse an dem Smart-City-Förderprogramm des BMI an.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Smart City
ein orangenes Winterdienstauto von hinten

Pforzheim: Ideen für die Smart City

[15.10.2026] Wie können offene Daten und Künstliche Intelligenz dazu beitragen, kommunale Herausforderungen zu lösen? Beim Smart City Hackathon in Pforzheim entwickeln die Teilnehmenden Anfang November praxisnahe Lösungen – vom Landschaftsschutz bis zum Winterdienst. mehr...

bericht

Apps: Smart City kann klein starten

[13.10.2026] Auch kleinere und mittlere Kommunen können Smart-City-Angebote mit überschaubarem Aufwand umsetzen. Ein möglicher Einstieg sind kommunale Apps: Sie bündeln Informationen, vernetzen lokale Akteure und eröffnen neue Wege für den Austausch mit der Bürgerschaft. mehr...

Vier Personen stehen rund um einen hohen Tisch auf dem beschriebene karten zu sehen sind

Smart City Summer School Dresden: Wissenstransfer für die Stadt der Zukunft

[12.10.2026] Wie lassen sich erfolgreiche Smart-City-Lösungen dauerhaft in Kommunen etablieren und auf andere Städte und Gemeinden übertragen? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Smart City Summer School 2026 in Dresden. Forschende aus rund 50 wissenschaftlichen Einrichtungen diskutierten über Wissenstransfer, Resilienz und die Wirkung digitaler Stadtentwicklung. mehr...

Wie sehen die Städte der Zukunft aus?

Smart City: Digitale Grundversorgung dauerhaft sichern

[08.10.2026] Smarte Städte und Regionen brauchen mehr als befristete Modellprojekte. Sechs Verbände fordern dauerhaft finanzierte, übertragbare Strukturen für die digitale Daseinsvorsorge. Erprobte Lösungen sollen weiterbetrieben werden und allen Kommunen zugutekommen. mehr...

Smart Country Convention: Smart Water als Basis für weitere Anwendungen

[02.10.2026] Zenner zeigt auf der Smart Country Convention 2026, wie sich die Digitalisierung der Wasserwirtschaft mit weiteren Smart-City-Anwendungen verbinden lässt. Eine gemeinsame LoRaWAN-Infrastruktur soll dabei Daten aus unterschiedlichen kommunalen Bereichen übertragen. mehr...

Smart-City-Strategie: Für viele Kommunen eine Herausforderung.

Hamm: Digitaler Erfolgskurs

[24.09.2026] Hamm stellt die Weichen für die nächste Phase seiner Digitalisierung: Die bisherige Digitalisierungsstrategie wird zu einer Smart-City-Strategie für 2027 bis 2032 weiterentwickelt. Neue KI-Anwendungen und eine modernere Dateninfrastruktur sollen dabei eine größere Rolle spielen. mehr...

Reihe von Autos, Nahaufnahme, im Hintergrund orangefarbenes Bokeh

Köln: MobilitätsCockpit verstetigt

[23.09.2026] Köln führt die Datenplattform MoCKiii nach Abschluss der Förderphase dauerhaft fort. Sie verknüpft Verkehrs-, Umwelt- und Wetterdaten in Echtzeit. Die Informationen fließen unter anderem in Verkehrsanlagen, das Brückenleitsystem und die Mobilithek ein. mehr...

Visualisierung des smarten Pfaff-Quartiers in Kaiserslautern.
bericht

Serie Smart Cities, Teil 6: Resilient und nachhaltig

[22.09.2026] Um zukunftsfähige urbane Infrastrukturen – smarte Quartiere – zu schaffen, sollten Kommunen die Digitalisierung konsequent als Hebel für ganzheitliche Nachhaltigkeit und Resi­lienz nutzen. Dabei können sie sich an vier Leitfragen orientieren. mehr...

Holzblöcke vor blauem Hintergrund bilden eine aufsteigende Treppe mit einem roten Block ganz oben. Symbol für eine Rangliste

Haselhorst Smart City Ranking: Ranking ohne Rangliste

[17.09.2026] Das Haselhorst Smart-City-Ranking verzichtet 2026 erstmals darauf, die Platzierungen der untersuchten Städte aktiv zu veröffentlichen. Ganz geheim bleibt die Rangliste dennoch nicht: München hat seinen erneuten ersten Platz bereits selbst bekannt gegeben. mehr...

Gruppenfoto mit Vertreterinnen und Vertretern der Urban Stack Community

Gütersloh: Zusammenarbeit im Urban Stack

[17.09.2026] Gemeinsam kommt man auf dem Weg zu Digitaler Souveränität besser voran: Dieser Überzeugung sind die aktuell zehn Kommunen, die sich der von der Stadt Gütersloh entwickelten Datenplattform Urban Stack bereits angeschlossen haben. Beim ersten Community-Treffen gab es jetzt konkrete Weichenstellungen und Neuigkeiten. mehr...

Fünf Personen präsentieren den neuen Sensor am Marktplatz Rheydt.

Mönchengladbach / Viersen: Nächtliche Kaltluftströme unter der Lupe

[16.09.2026] In einem gemeinsamen Smart-City-Projekt erforschen Mönchengladbach und Viersen über fest installierte Sensoren die Kaltluftströme in den beiden Städten. Ziel ist es, damit neue Datengrundlagen für Klimaanpassung und Stadtplanung zu schaffen. mehr...

Stuttgarter Schlossplatz mit Jubiläumssäule bei gutem Wetter, Menschen sitzen auf der Wiese.

Smart City Index 2026: Stuttgart übernimmt die Spitze

[09.09.2026] Stuttgart führt erstmals den Smart City Index des Digitalverbands Bitkom an und verdrängt München auf Rang 2. Hamburg folgt auf Platz 3. Mönchengladbach, Bremen, Erlangen und Hildesheim zählen zu den größten Aufsteigern unter den deutschen Großstädten. mehr...

Stadtansicht Braunschweig

Braunschweig: Innovationsstrategie für die digitale Zukunft

[09.09.2026] Für die digitale Transformation der Verwaltung hat Braunschweig eine Innovationsstrategie vorgelegt, über die der Rat Ende September entscheidet. Sie umfasst den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Cloud-Lösungen sowie den Aufbau einer urbanen Datenplattform. mehr...

Smart-City-Plattformen: Neuer DIN-Standard veröffentlicht

[07.09.2026] Handlungsempfehlungen für den Aufbau resilienter, skalierbarer und nachhaltiger Smart-City-Infrastrukturen liefert jetzt die neue DIN SPEC 91377 zu „Datenmodellen und Protokollen in offenen urbanen Plattformen“. mehr...

Wolfsburg: Virtuelles Modell für reale Planungen

[02.09.2026] Das virtuelle Wolfsburg ist fertig. Der vollständig auf Open-Source-Technologien basierende digitale Stadtzwilling bündelt unter anderem Klima-, Wetter- und Straßenzustandsdaten und soll städtebauliche Vorhaben anschaulicher machen – für die Planenden ebenso wie für Bürgerinnen und Bürger. mehr...