Smart Country Convention25 Ideen bekommen eine Bühne

Die ausgewählten Beiträge für die SCCON kommen aus Kommunen, Ministerien und Wissenschaft und werden auf der Atrium, Forum und Arena Stage präsentiert.
(Bildquelle: Messe Berlin GmbH)
Die Finalistinnen und Finalisten des Call for Speakers zur diesjährigen Smart Country Convention (30. September bis 02. Oktober 2025, Berlin) stehen fest. Das teilen jetzt der Digitalverband Bitkom und die Messe Berlin als Veranstalter der SCCON mit. Aus knapp 400 Einreichungen habe eine Jury 25 Projekte ausgewählt, die zeigen sollen, wie digital, nachhaltig und kreativ der öffentliche Sektor schon heute sein kann. Die Beiträge kommen aus Kommunen, Ministerien und Wissenschaft. Thematisch reichen sie von technischen Innovationen über die agile Steuerung bis hin zur partizipativen Stadtentwicklung.
Dazu zählt der Urban Stack der Stadt Gütersloh. Die offene Cloudinfrastruktur wird von Kommunen für Kommunen betrieben und ermöglicht skalierbare, sichere und nachhaltige IT-Strukturen. In Ludwigsfelde wiederum macht Virtual Reality (VR) die Stadtplanung zum Erlebnis, während die TransparenzApp des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf anzeigt, welche Verwaltungsdienstleistung wieviel kostet. Die Plattform MokWi der KielRegion verknüpft Beteiligungstools wie Umfragen, Kalender, Chat und DIPAS-Integration auf einer offenen Karte. Bei der Stadt Essen steht die resiliente Verwaltung mit robusten Prozessen, klaren Rollen und analoger Notfallfähigkeit im Fokus. Auch wird das Echtzeit-Klimamodell der Stadt Mannheim vorgestellt, das mit 500 Messpunkten, KI-Simulationen und Fünf-mal-fünf-Meter-Auflösung zur klimaresilienten Stadtplanung beitragen soll. Die Stadtwerke Lübeck gehen darauf ein, welche Bedeutung Normen und Standards für Kommunen in Deutschland haben, welche Rolle sie im globalen Kontext spielen und wie Standardisierung innerhalb der Modellprojekte Smart Cities gelingen kann.
Smart City, KI, Digitale Zwillinge
Um Digitale Zwillinge geht es in den Beiträgen aus den nordrhein-westfälischen Kreisen Herford und Neuss sowie der bayerischen Landeshauptstadt München. Der gemeinsame Beitrag der Landkreise zeigt, wie bestehende Netzwerke und Geo-Informationssyteme im ländlichen Raum zu Digitalen Zwillingen ausgebaut werden. München legt dar, wie aus dem Digitalen Zwilling der Stadt derzeit ein agiles Vorzeigeprojekt mit nachhaltiger Infrastruktur wird.

Gemeinsam mit dem Deutschen Städtetag zeigen drei Städte aus Nordrhein-Westfalen, wie die digitale Transformation auch organisatorisch gelingt. Das Kompetenzzentrum BayKommun geht darauf ein, wie sich die Verwaltung durch das agile Arbeiten mit OKRs (Objectives and Key Results) wirkungsvoll selbst steuern kann. München, Augsburg und Nürnberg laden des Weiteren Verwaltungsverantwortliche und Innovatoren ein, Pilotprojekte rund um eine kommunale Cloudstrategie für Bayern zu entwickeln.
Andere Beiträge greifen Stuttgarts Masterplan für die smarte Stadt, das Bamberger Drohnenprojekt BAKIM (wir berichteten), das smarte Resilienzmanagement FreiburgRESIST (wir berichteten) oder die Initiative URBAN.KI (wir berichteten) auf.
Zu den wissenschaftlichen Beträgen zählt ein Forschungsprojekt des FIM Forschungsinstituts für Informationsmanagement und der Universität Bayreuth. Es zeigt, wie Prozess-Screenings, digitale Post und menschzentrierte Gestaltung die Demokratie und Effizienz stärken können. Das Urban Digitainability Lab der Technischen Universität München entwickelt Methoden, mit denen Städte die Wirkung ihrer digitalen Projekte auf Nachhaltigkeitsziele analysieren können. Professor Jürgen Kegelmann von der Hochschule Kehl plädiert für echte Vereinfachung statt neuer Bürokratie. Sein Simplicity-Ansatz soll zeigen, wie Städte durch klare Strukturen, Digitalisierung und KI agiler werden.
Best Practices aus Estland
Zu den 25 Smart Speakern zählt auch die Senatskanzlei Berlin. Sie geht darauf ein, wie interne und offene Datenbedarfe zusammen gedacht werden können und welche Anreize und Regeln es für das Teilen der Daten zwischen Verwaltung und Wirtschaft braucht. Das Bundesministerium der Finanzen stellt sein Pilotprojekt zum Elterngeldantrag vor, das hessische Ministerium der Finanzen den digitalen Gewerbesteuerbescheid und das Umweltbundesamt sein KI-Lab. Auch das bund- und länderübergreifende Lagebild vom gemeinsamen Kompetenzzentrum Bevölkerungsschutz erhält auf der SCCON eine Bühne. Hier bilden automatisierte Schnittstellen und Geodatenplattformen die Basis für einen besseren Bevölkerungsschutz in Echtzeit.
Als internationales Vorbild gibt Estland Impulse. Das Land zeigt, wie digitale Strukturen die demokratische Teilhabe und Resilienz stärken: vom E-Voting über digitale Identitäten bis hin zur Cybersicherheit und zu transparenten Prozessen. Es werden Best Practices vorgestellt, die auch die Digitalisierung in Deutschland beschleunigen könnten.
Alle 25 Projekte und Lösungen werden auf der Atrium, Forum und Arena Stage während der Smart Country Convention präsentiert, heißt es vonseiten der Veranstalter.
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