Freitag, 12. Juni 2026

HannoverMit KI zur nachhaltigen Grünpflege

[16.07.2025] Ein innovatives Projekt zur nachhaltigen Stadtbegrünung mit Künstlicher Intelligenz ist jetzt in Hannover gestartet. Im Rahmen von BlueGreenCity-KI sollen unter anderem Methoden zur intelligenten Speicherplanung und Bewässerung entwickelt sowie automatisierte Prognosen für den individuellen Bewässerungsbedarf erstellt werden.
Nahaufnahme eines Gartenschlauchs, mit dem eine Grünanlage bewässert wird

Projekt BlueGreenCity-KI: Nachhaltige und intelligente Pflege und Bewässerung städtischer Grünflächen als Ziel.

(Bildquelle: erstudiostok/123rf.com)

Städtische Grünflächen sind essenziell für den Klimaschutz, die Luftqualität und das städtische Mikroklima – durch den Klimawandel mit seinen extremen Wetterbedingungen jedoch erheblichen Belastungen ausgesetzt. Gleichzeitig sind Ressourcen wie Trinkwasser und Personal in der kommunalen Grünpflege begrenzt. Es bedarf daher neuer, effizienter Lösungen, um die grüne Infrastruktur zu erhalten.

Die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover hat hierfür jetzt das Projekt BlueGreenCity-KI (wir berichteten) gestartet. In Zusammenarbeit mit der Leibniz Universität Hannover, der Hochschule Darmstadt und der Datenbankgesellschaft soll ein KI-gestütztes Tool zur intelligenten Pflege-, Kontroll- und Bewässerungsplanung kommunaler Grüner Infrastruktur unter Verwendung alternativer Wasserressourcen entwickelt werden. Eng eingebunden sind außerdem das Amt für Stadtgrün und Gewässer Leipzig sowie die Hansestadt Rostock.

Gefördert wird das Projekt, das bis Ende November 2027 läuft, mit rund 1,8 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz.

Automatisierte Bewässerungsprognose

„Mit diesem Projekt setzen wir einen wichtigen Schritt in Richtung nachhaltiger Stadtbegrünung. Die Nutzung von KI ermöglicht es uns, Ressourcen effizienter zu nutzen und gleichzeitig die städtische Umwelt zu schützen“, betont Manuel Kornmayer, Projektkoordinator und Leiter des Bereichs Öffentliche Grünflächen bei der Stadt Hannover.

Wie die Stadt weiter mitteilt, ist es Ziel von BlueGreenCity-KI, Grünpflegemaßnahmen zu priorisieren, Wassermengen gezielt zu berechnen und alternative Wasserquellen wie Regenwasser und aufbereitetes Abwasser effizient einzubinden. Dazu sollen in dem neuen KI-Tool Sensordaten, Stadtklimakarten und bestehende Pflegekataster analysiert und ausgewertet werden. Das Tool könne dann zum einen neue Standorte für Stadtbäume identifizieren und zum anderen standortbezogene Empfehlungen für die Pflege und Bewässerung städtischer Grünflächen generieren. Um die individuelle Bewässerungsmenge für jeden Stadtbaum automatisiert vorhersagen zu können, wird auch ein Digitaler Zwilling der Wasserspeicherinfrastruktur entwickelt. Die KI soll kontinuierlich aus den mobil erfassten Daten lernen und wird benutzerfreundlich in das bestehende Grünflächenmanagementsystem der Stadt Hannover integriert.

Auf andere Städte übertragbar

„Die Kombination von Geo-Informationstechnologien und Künstlicher Intelligenz bietet völlig neue Möglichkeiten für die Pflege und Bewässerung städtischer Grünflächen. Wir freuen uns, Teil dieses innovativen Projekts zu sein“, erklärt dazu Professor Jochen Hack von der Hochschule Darmstadt. Professor Stephan Köster von der Leibniz Universität Hannover ergänzt: „Durch die Einbindung alternativer Wasserquellen und die KI-basierte Optimierung der Bewässerungsstrategien setzen wir uns aktiv für den Klimaschutz ein, entlasten die Trinkwasserversorgung und tragen zur Schonung wertvoller Ressourcen bei.“ 

Die im Projekt entwickelten Lösungen sollen nicht nur in Hannover, sondern auch in anderen Städten und Gemeinden Anwendung finden. Ziel ist es, die Ergebnisse auf weitere Stadtgrüntypen und Bereiche wie die Gewässerbewirtschaftung zu übertragen und somit einen wesentlichen Beitrag zum natürlichen Klimaschutz zu leisten.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Smart City
Bodensensor in einer Straße in Gütersloh

Gütersloh: Sensoren erfassen Parkplatzauslastung

[12.06.2026] Mit Bodensensoren erfasst die Stadt Gütersloh zurzeit die Auslastung von vier Fahrzeugstellplätzen an der Königstraße. Die Daten sollen in die Planungen zur Umgestaltung des Kreuzungsbereich zur Hohenzollernstraße einfließen, der ein Unfallschwerpunkt ist. mehr...

Screenshot BBSR-Studie zu digitalen Zwillingen

Studie: Digitale Zwillinge in der Praxis

[10.06.2026] Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung hat eine neue Veröffentlichung zum Thema urbane Digitale Zwillinge herausgegeben, die im Rahmen der Begleitforschung der Modellprojekte Smart Cities entstanden ist. mehr...

Stadt, Bäume und Internet of Things Sensorien Symbolisch
bericht

Serie Smart Cities: Sensoren sinnvoll nutzen

[20.05.2026] Sensorik und Internet of Things sind das Nervensystem der smarten Stadt – sie liefern Daten, welche Prozesse optimieren und die Entscheidungsfindung erleichtern können. Beim Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur können Kommunen auch klein starten. mehr...

Elisabeth Fröhlich, Projektleitung VIAA, Stabsstelle Verkehrsfluss und Geo-Services, zeigt eine Kamera, die den Verkehrsfluss erfasst.

Lübeck: Weitere Kreuzungen digitalisiert

[11.05.2026] In Lübeck werden derzeit vier Kreuzungen mit einem innovativen System zur Verkehrserfassung ausgestattet. Die Hansestadt setzt damit ein weiteres Teilprojekt im Rahmen ihres Vorhabens VIAA um. mehr...

Grafik zeigt die drei Plattform-Bestandteile
bericht

Plattformen: Von smart zu intelligent

[30.04.2026] Digitale Lösungen können Prozesse beschleunigen, Mitarbeitende entlasten und den Bürgerservice verbessern. Drei Bausteine bringen Kommunen auf diesem Weg entscheidend voran: urbane Datenplattformen, Automatisierungs- und KI-Plattformen. mehr...

Kamera auf einem Mannheimer Abfallsammelfahrzeug

Mannheim: Mit digitaler Hilfe sauberer werden

[29.04.2026] Optische Sensoren sollen der Stadt Mannheim künftig dabei helfen, Verschmutzungen im öffentlichen Raum zu erfassen und so dazu beitragen, das Stadtbild zu verbessern. Die Technik wird zunächst in einer mehrmonatigen Pilotphase getestet. mehr...

Mehrere Personen stehen vor einem Stadtteiltreff in Kassel Wolfsanger

Kassel: App stärkt das Vereinsleben

[28.04.2026] 
Eine App soll in Kassel künftig helfen, die ehrenamtliche Arbeit in den Vereinen besser und einfacher zu organisieren. Jetzt startet der im Rahmen des Modellprojekts Smart Kassel entwickelte digitale Assistent für Vereine in den Praxistest. mehr...

Lübeck: Kommunaler Gesamtabschluss bringt Mehrwert.

Lübeck: Hansestadt digital erleben

[27.04.2026] Die Hansestadt Lübeck erweitert ihr digitales Angebot um ein dreidimensionales Stadtmodell. Es macht Gebäude, Straßen und Plätze virtuell erlebbar und soll zugleich neue Anwendungen für Stadtentwicklung und Kulturvermittlung ermöglichen. mehr...

Eine Hand vor einem stilisierten Haus
bericht

Serie Smart Cities: Daten im Griff

[23.04.2026] Kommunale Daten sind die Grundlage jeder smarten Stadt. Wie gelingt es Städten und Regionen, Daten strategisch zu nutzen und so ihre digitale Transformation selbstbestimmt zu gestalten? Start einer neuen Expertenreihe des Fraunhofer-Instituts IESE. mehr...

Mehring sitzend, drei Personen stehen hinter ihm, festlich-förmlicher Rahmen

Markt Weisendorf: Zukunftsfähig mit Digitalen Zwillingen

[23.04.2026] Die Gemeinde Markt Weisendorf nutzt einen Digital Twin für Planung, Steuerung und Beteiligung. Aufbauend auf dem Förderprogramm TwinBy hat die Kommune mehrere Anwendungen entwickelt, die Daten bündeln und visualisieren und so kommunale Entscheidungen unterstützen. mehr...

Gelbes Maßband auf gelbem Hintergrund.

Kassel: Digitale Hilfe für barrierefreie Wege

[17.04.2026] In Kassel werden Daten zur Barrierefreiheit von Gebäuden in der Innenstadt erhoben und anschließend online gebündelt präsentiert. Das Projekt „Digitaler Wegweiser“ soll Menschen mit Hilfebedarf die Orientierung erleichtern. Bürgerinnen und Bürger können sich an der Datenerhebung beteiligen. mehr...

Politik zu Besuch im smarten Dorf Etteln
bericht

Etteln: Klein, aber oho

[16.04.2026] Etteln beweist, dass auch kleinste Gemeinden international Maßstäbe setzen können. Als Reallabor für übertragbare kommunale Digitalisierung zeigt das Dorf, was möglich ist, wenn Technik, Politik und Zivilgesellschaft konsequent zusammenspielen. mehr...

Cover der Präsentation zur Smart City Strategie der Stadt Wolfsburg

Wolfsburg: Smarte Pionierarbeit


[13.04.2026] Im Rahmen der Modellprojekte Smart Cities hat die Stadt Wolfsburg sieben Jahre lang Pionierarbeit als bundesweites Testfeld für eine smarte Stadt geleistet. Das Förderprogramm ist Ende März nun zwar ausgelaufen, der Weg zur digitalen Modellstadt geht aber weiter. mehr...

Gera: Mit City-App auf Entdeckungstour

[10.04.2026] Eine City-App hat die Stadt Gera entwickelt. Der digitale Begleiter soll Gera für Einwohner, Besucher und Touristen gleichermaßen noch zugänglicher, informativer und komfortabler machen. mehr...

Team von Smart City Eichenzell und seine Partner auf der SCCON 2025

Eichenzell: Fundament für digitale Daseinsvorsorge

[08.04.2026] Mit einer neuen IT-Infrastruktur, einer Datenplattform und Sensoren hat die hessische Gemeinde Eichenzell das Fundament geschaffen, um eine Vielzahl an Prozessen digitalisieren und automatisieren zu können. mehr...