Mittwoch, 28. Oktober 2026

NiedersachsenNoch viel zu tun beim Datenschutz

[22.07.2019] Für die niedersächsischen Städte, Gemeinden und Kreise sieht die Landesbeauftragte für den Datenschutz noch erheblichen Handlungsbedarf, vor allem bei der Durchführung von Datenschutz-Folgenabschätzungen sowie der Meldung von Datenpannen.

In niedersächsischen Kommunen herrscht zum Teil noch erheblicher Handlungsbedarf zur Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Wie die Landesbeauftragte für den Datenschutz (LfD) Niedersachsen, Barbara Thiel mitteilt, hat das eine Prüfung von 150 Städten, Landkreisen und Gemeinden ergeben. „Zum Zeitpunkt der Prüfung hatten die Kommunen zwar mit der Umsetzung der Anforderungen begonnen. In mehreren Bereichen gab es aber auch gut ein halbes Jahr nach Geltungsbeginn der DSGVO offensichtliche Schwachstellen“, erläutert Thiel. „Besonders öffentliche Stellen müssen bei der Umsetzung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen mit gutem Beispiel vorangehen. Deshalb erwarte ich, dass die betroffenen Kommunen möglichst schnell nachbessern. Meine Behörde wird sie dabei im Rahmen der uns zur Verfügung stehenden Mittel unterstützen.“
Nachholbedarf stellt die LfD laut eigenen Angaben vor allem bei der Durchführung von Datenschutz-Folgenabschätzungen und der Meldung so genannter Datenpannen fest. Positiv werte sie, dass alle Kommunen ihrer Pflicht zur Bestellung eines Datenschutzbeauftragten nachgekommen sind. Ebenfalls erfreulich sei, dass fast alle angeschriebenen Städte, Kreise und Gemeinden inzwischen mit der Überprüfung ihrer Verträge zur Auftragsverarbeitung begonnen haben. Als Gründe für die Umsetzungsschwierigkeiten nannten die Kommunen laut Thiel häufig mangelnde zeitliche und personelle Ressourcen, Probleme bei der Zusammenführung von Informationen aus den einzelnen Fachämtern sowie das Fehlen verbindlicher Muster und Vorgaben. Im jeweiligen Prüfungsergebnis weise die LfD deshalb auch auf bereits vorhandene Orientierungshilfen und Mustertexte hin.
Mit den vorliegenden Ergebnissen ist die Prüfung für die Kommunen zunächst abgeschlossen. „Wir behalten uns aber weitere datenschutzrechtliche Kontrollen zu den festgestellten Defiziten vor“, sagt Barbara Thiel. Außerdem plant die LfD Niedersachsen zusammen mit den kommunalen Spitzenverbänden weitergehende Maßnahmen, um die Kommunen bei der DSGVO-Umsetzung zu unterstützen. Wie diese Maßnahmen im Einzelnen aussehen, soll in den kommenden Wochen konkretisiert werden.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: IT-Sicherheit

Interview: KI ist Chance und Risiko

[22.10.2026] Cyber-Angriffe werden immer ausgefeilter, Künstliche Intelligenz verkürzt die Reaktionszeiten und auch kleinere Kommunen müssen hohe Sicherheitsstandards erfüllen. Wie sich Behörden gegen neue Bedrohungen wappnen können, erläutert Stefan Maith von Check Point im Interview mit Kommune21 auf der Smart Country Convention 2026. mehr...

(v.l.) Dr. Astrid Schumacher (BSI, NExT) und Melike Geyik (NExT) stellt den InfoSec Impact Award vor.

InfoSec Impact Award: Bewerbungsphase gestartet

[21.10.2026] Im Rahmen des InfoSec Impact Award suchen NExT und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erneut innovative Lösungen für mehr Informationssicherheit in der öffentlichen Verwaltung. Behörden und öffentliche Einrichtungen können noch bis Ende Januar 2027 ihre Projekte einreichen. mehr...

Ingolstadt: IT-Notfall erfolgreich geprobt

[20.10.2026] Die Stadt Ingolstadt hat gemeinsam mit dem bayerischen Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) ihre IT-Notfallvorsorge getestet. Die Übung kombinierte ein strategisches Krisenszenario mit einem technischen Praxistest unter realitätsnahen Bedingungen. mehr...

Person mit neongelbem Regenzeug von hinten, auf dem Rücken steht in schwarzer Schrift: Security

Informationssicherheit: IT-Check NRW startet

[05.10.2026] Nordrhein-Westfalen öffnet den IT-Check 2026 für alle Kommunen und kommunalen IT-Dienstleister. Das freiwillige Landesangebot prüft den Stand der Informationssicherheit nach BSI-Grundschutz und soll konkrete Handlungsempfehlungen für Verbesserungen liefern. mehr...

Gedruckte Ausgabe der Studie von G Data auf einem Tisch
bericht

Studie: Wenn knappe Budgets zur Gefahr werden

[01.10.2026] Die Digitalisierung der Verwaltung schreitet immer weiter voran. Und mit ihr verschärfen sich die Anforderungen an die IT-Sicherheit deutlich. Die repräsentative Studie „Cybersicherheit in Zahlen“ von G DATA CyberDefense in Zusammenarbeit mit Statista und brand eins zeigt: Knappe Budgets und fehlendes Fachpersonal treffen auf Cyber-Kriminelle, die schneller und gezielter vorgehen als je zuvor. mehr...

Advertorial: Entlastung in der IT-Sicherheit für den öffentlichen Sektor

[22.09.2026] Die Digitalisierung von Prozessen und Angeboten macht Kommunen und Behörden effizienter und zukunftsfähig. Erschwert wird dieses Mammutprojekt durch immense Cyberbedrohungen und die Frage nach technologischen Abhängigkeiten und Datenhoheit. Gefragt sind Security-Lösungen, die nicht nur durch ein hohes Sicherheitsniveau überzeugen, sondern transparent und unabhängig sind und wenig Aufwand erzeugen. mehr...

it-sa 2026: NCP zeigt deutsche Zero-Trust-Lösung

[21.09.2026] Auf der IT-Sicherheitsmesse it-sa 2026 in Nürnberg stellt das Unternehmen NCP engineering erstmals eine in Deutschland entwickelte Zero-Trust-Lösung vor. Darüber hinaus zeigt das Unternehmen Lösungen für sicheren Remote Access und mobiles Arbeiten in sicherheitskritischen Bereichen. mehr...

Cyber-Kriminalität: Die Gefährdungslage verschärft sich aktuell dramatisch.

Baden-Württemberg: Mehr Cyber-Angriffe auf Kommunen

[14.09.2026] Die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW) verzeichnet für 2025 eine deutlich gestiegene Zahl von Sicherheitsvorfällen. Besonders betroffen waren Kommunen und Hochschulen. Bei Landkreisen, Städten und Gemeinden sowie kommunalen Unternehmen nahm die Zahl der erfassten Fälle um fast 50 Prozent zu. mehr...

Blick in den leeren Tagungsraum im Kreishaus Lüdenscheid (Märkischer Kreis).

Märkischer Kreis: IT-Sicherheit bleibt Daueraufgabe

[08.09.2026] Der Märkische Kreis plant für dieses und das folgende Jahr weitere Maßnahmen zum Schutz seiner IT. Vorgesehen sind ein Notfallhandbuch, ein neues Konzept für gesicherte Fernzugänge sowie interne und externe Prüfungen der Server. mehr...

Kommunix: Informationssicherheitsvorfall bei TEVIS-Online

[02.09.2026] Kommunix untersucht einen Cyber-Angriff auf die Hosting-Infrastruktur von TEVIS-Online. Zwei Kundeninstanzen waren von Angreiferaktivitäten betroffen, inzwischen wurde ein Abfluss personenbezogener Daten ausgeschlossen. mehr...

Fraunhofer SIT: Leitfaden zur Umstellung auf Post-Quanten-Kryptografie

[26.08.2026] Ein neuer Leitfaden soll Kommunen und Behörden bei der Umstellung auf Post-Quanten-Kryptografie unterstützen. Er zeigt, wie sich bestehende IT-Systeme erfassen, Risiken bewerten und neue Beschaffungen auf quantensichere Verfahren ausrichten lassen. mehr...

bericht

Cyber-Sicherheit: KI ist Segen und Fluch

[06.08.2026] Für Verwaltungen ist KI Segen und Fluch zugleich. Einerseits soll sie den Fachkräftemangel kompensieren und Bürgerservices beschleunigen, andererseits wird sie für Cyber-Angriffe genutzt. Oft fehlt eine IT-Infrastruktur, die KI und Cyber-Abwehr verbindet. mehr...

Person mit neongelbem Regenzeug von hinten, auf dem Rücken steht in schwarzer Schrift: Security

Niedersachsen: IT-Sicherheitszentrum für Kommunen

[28.07.2026] Niedersachsen stärkt den Cyberschutz seiner Verwaltung mit zwei Bausteinen: Das Land investiert in Lizenzen für den KI-gestützten Schutzschirm Aegis und lässt von fünf kommunalen IT-Dienstleistern ein gemeinsames IT-Sicherheitszentrum aufbauen, das Kommunen unterstützen soll. mehr...

Leipzig: Cyber-Angriff auf IT-Dienstleister Lecos

[23.07.2026] Ein Cyber-Angriff auf den Leipziger IT-Dienstleister Lecos wurde frühzeitig erkannt und gestoppt. Die Stadt und Lecos selbst setzen auf transparente Kommunikation und teilten mit, dass lediglich dienstliche Kontakt- und technische Verzeichnisdaten abgeflossen seien. Die IT-forensischen Untersuchungen dauern an. mehr...

Gruppenfoto vor deutscher und estnischer Flagge.

Bonn/Estland: Von den Besten lernen

[21.07.2026] Estland gilt europaweit als Vorreiter für digitale Innovation und Cyber-Sicherheit. Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis wollen die Zusammenarbeit mit dem baltischen Staat ausbauen und dabei insbesondere den geplanten Cyber Campus Region Bonn voranbringen. mehr...