Samstag, 7. November 2026

IT-SecuritySicher arbeiten im Homeoffice

[28.03.2022] Beim mobilen Arbeiten in der öffentlichen Verwaltung muss auch die IT-Sicherheit gewährleistet sein. Wie können Kommunen ihr Netzwerk, ihre Daten und Geräte so absichern, dass Cyber-Angriffe erschwert werden?
Netzwerk

Netzwerk, Daten und Geräte müssen auch im Homeoffice gut geschützt sein.

(Bildquelle: melpomen/123rf.com)

Die öffentliche Verwaltung besitzt eine essenzielle Verantwortung und muss zu jeder Zeit die bedeutenden Services für Land und Bevölkerung aufrechterhalten und unterbrechungsfrei sicherstellen. Dabei steigt der Druck auf IT-(Security)-Teams, die für die Gewährleistung der Geschäftskontinuität bei gleichzeitiger Sicherheit zuständig sind. Cyber-Attacken auf kommunale Verwaltungen können weitreichende Konsequenzen haben. Um gar nicht erst Opfer eines Angriffs zu werden, müssen sich die verantwortlichen Teams und Entscheider Gedanken darüber machen, was präventiv getan werden kann. Als größtes bekanntes Risiko stehen vor allem die eigenen Mitarbeiter und deren Information und Sensibilisierung in IT-Sicherheitsbelangen im Mittelpunkt. Auch aktuelle Themen wie Zero Trust und Cloud spielen eine Rolle, wenn sich Verwaltungen nicht nur für die Gegenwart, sondern auch zukunftssicher aufstellen möchten. Hierbei ist eine ganzheitliche Betrachtung entscheidend. Die richtigen Überlegungen drehen sich also um die Fragestellungen, wie man sein Netzwerk, die Mitarbeitenden (User), Daten, Zugriffe und Geräte so absichert, dass die Kommune in Gänze geschützt ist. Benutzerverwaltung: Ein sehr guter und sicherer Weg ist die Kopplung einer IT-Sicherheitslösung mit dem favorisierten, im Einsatz befindlichen Verzeichnisdienst – wie beispielsweise dem Active Directory (AD). So wird auf einfache Weise ein automatisiertes und synchrones User-/Gruppen- und Rechte-Konzept etabliert. Das bedeutet, dass für jeden einzelnen User, für Gruppen oder gesamte Organisationseinheiten wie Referate oder Fachabteilungen dedizierte Zugriffsrechte und Attribute zentral vererbbar und automatisiert vergeben werden können. Besonders wichtig wird dies, wenn beispielsweise Mitarbeiter die Verwaltung verlassen sollten. Sobald der User im AD gelöscht wird, verschwinden auch sämtliche Zugriffsrechte im Netzwerk automatisch und werden gesperrt. Dadurch wird eine Kompromittierung durch einen alten Account verhindert und Angriffsszenarien eines so genannten „kalten“ Accounts von vornherein ausgeschlossen. Authentifizierung: Bei allen Themen rund um Authentifizierung müssen User und Geräte gleichermaßen betrachtet werden. Für Mitarbeiter im Homeoffice sollte beispielsweise mindestens eine Zwei-Faktor- oder besser eine Multi-Faktor-Authentifizierung eingesetzt werden. Nach der Regel „wissen und besitzen“ ist so ein höheres Security-Level erreichbar. Eine mobile Mitarbeiterin beispielsweise meldet sich mit Benutzernamen und Passwort an und muss als zweiten Faktor zusätzlich einen sicheren, zeitbasierten Token eingeben. Somit kann sich ein Angreifer mit einem erbeuteten Passwort ohne den zusätzlichen Token nicht verbinden und erlangt keinen Zugriff. Darüber hinaus können Geräte wie Laptops über dedizierte Maschinenzertifikate entsprechend identifiziert werden. Damit ist für die IT zu jeder Zeit sichergestellt, dass es sich auch beim verwendeten Gerät um ein bekanntes und sicheres handelt. Haben ist besser als brauchen Endpoint Security: Gerade bei Remote-Zugriffen ist es besonders wichtig, höchstmögliche Sicherheit zu gewährleisten. Neben dem User muss auch das Endgerät unter die Lupe genommen werden, mit dem auf Daten zugegriffen wird. Hierfür gibt es adäquate Technologien und Features, die bereits beim Aufbau eines verschlüsselten Tunnels eine Vielzahl von sicherheitsrelevanten Parametern überprüfen. Hierbei können das aktuelle Patch-Level des Betriebssystems, Zertifikatsgültigkeiten, aktuelle Viren- oder laufende Dienstinformationen auf dem Endgerät geprüft werden. Sogar technisch vollautomatisierte Compliance ist so einfach realisierbar. Ein besonderes Augenmerk sollte bei diesem so genannten Endpoint Policy En­forcement auf eigene Anpassbarkeit (Customizability) gelegt werden, um in der Lage zu sein, individuelle Policies zu definieren, die automatisch bei allen Usern und Gruppen Anwendung finden. Network-Filtering: Um die Hoheit über die eigene Infrastruktur und das Netzwerk inklusive aller Assets zu sichern und zu behalten, sind detailliert definierte Filter für die User ausschlaggebend. Hierbei sollte granular konfiguriert werden, welche Netzwerk-Assets, -Ressourcen, -Daten, -Anwendungen und -Bereiche für die User/Gruppen zugänglich sein sollen und welche nicht. Durch solch ein professionelles Vorgehen hat die IT alle Fäden zentral in der Hand und kann sich zu jeder Zeit sicher sein, dass es keine unbefugten Zugriffe oder kein fehlerhaftes Nutzerverhalten gibt. Netzwerksegmentierung: Damit ein User nur auf relevante Assets im Netzwerk zugreifen kann, ermöglicht man bei der Segmentierung des eigenen Netzwerks und insbesondere bei der Mikrosegmentierung die Zugriffe folgendermaßen: Im Incident-Fall, also im Falle eines erfolgreichen Angriffs wie beispielsweise einer Ransomware-Attacke, muss der Angriff absolut isoliert bleiben, damit er sich nicht im Netzwerk ausbreitet. Durch dieses Vorgehen wird der Schaden wesentlich verringert und Auswirkungen sind schneller behoben, weil man sich nur um einen kleinen Teilbereich kümmern muss. Diese und andere Aspekte sind immens wichtig, um den Bedrohungen und Herausforderungen im Cyber-Raum Rechnung zu tragen. Wie bei Versicherungen aller Art gilt auch für Maßnahmen der IT-Sicherheit des mobilen Arbeitens der Grundsatz: Haben ist besser als brauchen.

Benjamin Isak ist Director Sales Public & Defence bei der NCP engineering GmbH, Nürnberg.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: IT-Infrastruktur
Die bayerische Landeshauptstadt München leuchtet digital.

München: Open Source für Server-Virtualisierung

[30.10.2026] Die Landeshauptstadt München setzt bei der Virtualisierung ihrer IT-Infrastruktur künftig verstärkt auf Open Source. Mit einer hybriden Strategie will die Stadt ihre Abhängigkeit von einzelnen Herstellern verringern und Lizenzkosten besser steuern. mehr...

bericht

Registermodernisierung: Was Kommunen jetzt tun sollten

[28.10.2026] Die Registermodernisierung nimmt Fahrt auf. Was Kommunen bereits jetzt vorbereiten können, welche Erfahrungen erste Pilotprojekte liefern und wie gemeinsame IT-Lösungen die Umsetzung erleichtern sollen, diskutierten Experten im Webinar „Kommune21 im Gespräch“. mehr...

bericht

Darmstadt: Leuchtturmpolitik ist beendet

[26.10.2026] Ein massiver Ausfall des E-Mail-Systems hat in Darmstadt die Schwachstellen einer über Jahre gewachsenen IT-Infrastruktur offengelegt. Im Interview mit Kommune21 sprechen Oberbürgermeister Hanno Benz und Digitalisierungsdezernent Holger Klötzner über die Konsequenzen, welche die Stadt aus dem Vorfall zieht. mehr...

Handshake zu viert

Registermodernisierung: Gemeinsam zum cloudbasierten Register

[22.10.2026] AKDB, Komm.ONE, ekom21 und Dataport wollen eine gemeinsame Plattform für Register-as-a-Service entwickeln und betreiben. Cloudbasierte Dienste und standardisierte Adapter sollen den Anschluss von Registern an die Infrastruktur der Registermodernisierung vereinfachen. mehr...

Modernes Konzept für technischen Support mit Touchscreen-Oberfläche, die verschiedene Kommunikationssymbole anzeigt, sowie einem Headset für Kundenservice-Lösungen.

Böblingen: IT-Support teilweise ausgelagert

[13.10.2026] Die Stadt Böblingen hat die Erstannahme von IT-Störungen und Anwenderanfragen an den IT-Dienstleister enthus vergeben. Damit will die Verwaltung ihre IT-Abteilung entlasten und Kosten sparen. Die Bearbeitung der Störungen und die Verantwortung für die Fachverfahren bleiben bei der Stadt. mehr...

bericht

Cloud-Infrastruktur: Souveräne Smart City

[07.10.2026] Smarter, vernetzter, bürgerfreundlicher und trotzdem digital souverän. Städte und Gemeinden müssen sich modernisieren und gleichzeitig die Herrschaft über ihre digitale Zukunft behalten. Eine standardisierte und interoperable Cloud-Architektur hilft dabei. mehr...

Grünlich ausgeleuchteter Gang in einem Rechenzentrum, Mann mit Arbeitsweste und Tablet aus Untersicht aufgenommen
bericht

RPM Technical Solutions: Rechenzentren modernisieren – bei laufendem Betrieb

[06.10.2026] Rechenzentren müssen technisch up to date sein, um Performance und Sicherheit zu gewährleisten. Sie im Live-Betrieb ohne Ausfälle umzubauen, ist anspruchsvoll. Der Rechenzentrumsspezialist RPM Technical Solutions erläutert in einem Fachbeitrag, wie worauf es dabei ankommt. mehr...

Hand mit Holzsteinchen, auf denen Icons für Aktenordner und Pfeile aufgedruckt sind

KDN sozial: Registermodernisierung einfach erklärt

[01.10.2026] Die Registermodernisierung gilt als Basis für eine effiziente und bürgerfreundliche Verwaltung. Doch was ändert sich dadurch eigentlich für die Hersteller und Anwender von Fachverfahren? Ein Informationsangebot von KDN.sozial erläutert die wichtigen Basics. mehr...

Ausschnitt eines Computer-Keyboards, bei dem die Return-Taste die Aufschrift "Open Source" trägt.

ZenDiS: openDesk-Partnerprogramm startet

[24.09.2026] Die Nachfrage nach der digital souveränen Office- und Kollaborationssuite openDesk ist hoch. Das ZenDiS, das die Lösung seit 2024 weiterentwickelt, reagiert darauf mit neuen Bezugswegen: Erstmals können neben öffentlichen IT-Dienstleistern auch privatwirtschaftliche Cloud-Anbieter und IT-Dienstleister eigene openDesk-Enterprise-Angebote aufbauen. mehr...

Das passende Vorgehensmodell zu wählen

Hessen: Land fördert Low Code für Kommunen

[17.09.2026] Der Main-Kinzig-Kreis will die Open-Source-Plattform Limbas für den Einsatz in Kommunalverwaltungen weiterentwickeln. Das Land Hessen unterstützt das Projekt OSLOCO-Hessen mit rund 1,3 Millionen Euro. Verwaltungen sollen damit eigene Anwendungen ohne spezielle Programmierkenntnisse erstellen können. mehr...

Abgedunkelter Saal mit Holzvertäfelung, Blick über Zushcauerköpfe aufs Podium, wo man eine grüße Projektion und verschiedene Flaggen sieht.

Baden-Württemberg: Kommunalregister vor dem Umbau

[05.08.2026] Kommunen müssen ihre Register fit für die Zukunft machen. Baden-Württemberg ist mit einer Kick-off-Veranstaltung zum Identitätsdatenabruf der Kommunalregister den ersten Schritt zur Umsetzung gegangen. Informationsmaterialien zur RegMo und der Veranstaltung sollen in Kürze zur Verfügung stehen. mehr...

Luftbild der Gemeinde Eichenzell
bericht

Eichenzell: Infrastruktur setzt Maßstäbe

[24.07.2026] Mit einer kommunalen Datenplattform sowie vernetzter Sensorik hat die hessische Gemeinde Eichenzell ein starkes Fundament für die digitale Daseinsvorsorge gelegt. Perspektivisch soll die Infrastruktur auch von Nachbarkommunen genutzt werden können. mehr...

Geschäftsmann hält Puzzle mit virtuellem Symbol.
bericht

IT-Dienstleister: Next Level IT

[22.07.2026] Das Programm Komm2IT arbeitet daran, Kompetenzen zu bündeln, Doppelstrukturen zu reduzieren und landesweit einheitliche, stabile Lösungen für die Kommunen zu schaffen. mehr...

Lennart_Schaer_Stephan_Brinkmann
interview

IT-Dienstleister: Kompetenzen vereinen

[22.07.2026] Stephan Brinkmann und Lennart Schaer sprechen als Leiter über das Programm Komm2IT. mehr...

drei Personen durchtrennen vor einem Gebäude ein rotes Band

regio iT: Energieeffizientes Rechenzentrum

[14.07.2026] In Aachen hat der kommunale IT-Dienstleister regio iT sein neues Rechenzentrum namens EURaix Evolution (EVO) in Betrieb genommen. Es soll Maßstäbe bei der Energieeffizienz setzen. mehr...